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Vorlage - 076/04  

 
 
Betreff: Energieberatungs- und -kompetenzzentrum "EnergiekompetenzPLUS" in Böbingen an der Rems - Sachstand und zukünftige Betriebsorganisation
Status:öffentlich  
Federführend:Büro des Landrats   
Beratungsfolge:
Kreistag Vorberatung
Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung Vorberatung
04.05.2004 
Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung:

Antrag der Verwaltung:

 

1.   Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung empfiehlt dem Kreistag, der Gründung des Vereins EnergiekompetenzPLUS (e.V.) zuzustimmen.

 

2.   Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung empfiehlt dem Kreistag, die Landkreisverwaltung zu beauftragen, die weiteren Gründungsvorbereitungen zu treffen und dem Verein beizutreten. Landrat Klaus Pavel und/oder von ihm bevollmächtigte Vertreter sollen in der Vereinsführung mitwirken.     

Sachverhalt/Begründung:

Sachverhalt/Begründung:

 

Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung wurde mit einer Vorlage zur Sitzung am 06.05.2003, Drucksache 388/03ö, ausführlich über den Projektinhalt
“EnergiekompetenzPLUS – das Energieberatungs- und –kompetenzzentrum innerhalb der EU-Ziel-2-Förderkulisse im Ostalbkreis“ informiert und hat der Konzeption und der Beteiligung des Ostalbkreises zugestimmt.

 

Das Projekt „EnergiekompetenzPLUS“ wurde im Rahmen der EU-Ziel-2-Förderung entwickelt und basiert auf zwei Säulen:

 

·          In der Gemeinde Böbingen an der Rems entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus in Passivbauweise, das als Anschauungs- und Demonstrationsobjekt innovative und ressourcensparende Techniken im Bereich energiesparendes Bauen beinhaltet. Mit gezielten Marketingmaßnahmen soll der Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit gesteigert werden. Da das Gebäude die Planungs- und Ausführungskompetenz der Architekten und des Handwerks im Ostalbkreis demonstrieren soll, wird das Objekt von Betrieben der beteiligten Innungen gebaut. Die Planung übernimmt ein Architektenteam, das von der Architektenkammergruppe Ostalb in einem kammerinternen Auswahlverfahren benannt wurde: Hariolf Brenner (Ellwangen) und Karl Miller (Schwäbisch Gmünd).

 

·          Gleichzeitig wird auf einer Teilfläche ein Beratungs- und Kompetenzzentrum eingerichtet, das zentrale Anlaufstelle im Ostalbkreis für das Thema Energie werden soll. Zukünftige Bauherren, Handwerksbetriebe und Architekten und alle Interessierten können sich dort umfassend über Techniken, Produkte, Fördermöglichkeiten und Trends in diesem Bereich informieren. Dies trägt auch den Leitzielen und Ergebnissen aus dem Agenda 21-Prozess des Ostalbkreises und der kommunalen Agenda-Aktivitäten in den Städten und Gemeinden Rechnung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Partner des Projektes sind der Ostalbkreis, die Kreishandwerkerschaft Ostalb, die Innungen des Bau- und Ausbaugewerbes des Ostalbkreises, die Architektenkammergruppe Ostalb, das Elektroausbildungszentrum Aalen e.V., die Gemeinde Böbingen an der Rems und ein privater Investor. Gemeinsam wurde ein Betriebskonzept entworfen, das weit mehr als eine Energieberatung vorsieht. Vorträge und Ausstellungen, Fortbildungsveranstaltungen und Qualifizierungsmaßnahmen sind beispielhafte Bausteine dieses Konzeptes.

 

Die Etablierung eines Kooperationsnetzwerkes zwischen den Betrieben, den Architekten/Fachplanern, aber auch anderen Einrichtungen, wie Versorgungsunternehmen/ Energieberatungsstellen, Agenda-Gruppen/Energietische, Behörden, Kammern, Verbände usw. für einen gegenseitigen Erfahrungs- und Wissensaustausch ist ein grundlegendes Ziel des Projektes. Die Bündelung der verschiedenen Initiativen an einem Ort bringt den Vorteil mit sich, dass die zahlreichen Aktivitäten im Ostalbkreis ganzheitlich aufeinander abgestimmt und koordiniert werden können.

 

Der Rohbau sowie die Zimmererarbeiten sind fertiggestellt. Am 1. April konnte das Gebäude gemeinsam mit den Projektpartnern im Rahmen eines Richtfestes besichtigt werden. Verschiedene Führungen im Gebäude für die beteiligten Innungsbetriebe und auch für die Öffentlichkeit unterstützen bereits im Stadium der Bauphase die Transparenz dieses Projektes. Das Beratungszentrum wird im Herbst 2004 seinen Betrieb aufnehmen.

 

Betriebsorganisation:

 

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat die Antragsunterlagen erarbeitet und die finanzielle Unterstützung einer Energieagentur aus dem Programm „Klimaschutz-Plus“ des Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg beantragt. Das Förderprogramm gewährt Energieberatungsstellen, die für mindestens 3 Jahre Bestand haben, eine pauschale Anschubfinanzierung von 100.000 EUR zur Deckung von Personal- und Sachausgaben. Voraussetzung ist, dass mindestens 1 Personalstelle vor Ort bereitgehalten wird. Die Fördermittel fließen in die Gesamtfinanzierung zum Betrieb des Beratungszentrums ein.

 

Der Ausschuss für Kreisentwicklung und Umweltschutz hat in seiner Sitzung am 06.05.2003 beschlossen, dass die Landkreisverwaltung einen Mitarbeiter aus dem derzeitigen Personalbestand für drei Jahre zu 50 v. H. der Arbeitszeit für die Berater-tätigkeit abordnen kann. Diese Aufgabe wird zukünftig Herr Otto Bölstler, staatlich geprüfter Techniker - Elektrotechnik, der derzeit zu 100 % beim Kreisbauamt (Sachgebiet Kreiseigener Hochbau/Energiemanagement) beschäftigt ist, übernehmen. Für die Erledigung von Sekretariatsaufgaben werden 25 v. H. einer Personalstelle kalkuliert. Diese Aufgabe wird ebenfalls von Mitarbeitern der Landkreisverwaltung übernommen. Die Personalaufwendungen werden mit dem im Rahmen des Haushalt 2004 bereitgestellten Personalkostenbudgets abgedeckt.

 

Die restlichen 50 v. H. der Beraterstellen werden extern besetzt. Die für diesen Teil anfallenden Personalkosten werden über die Gesamtfinanzierung des Projektes abgedeckt. Zwischenzeitlich haben Synergieverhandlungen mit der Stadt Aalen eine zukünftige Zusammenarbeit im Projekt EnergiekompetenzPLUS ergeben. Die Stadt Aalen kann einen Mitarbeiter aus ihrem Personalbestand für drei Jahre zu 50 v. H. der Arbeitszeit als Energieberater für das geplante Zentrum abordnen. Der zu gründende Verein erstattet dann der Stadt Aalen die anteiligen Personalkosten. Für die Übernahme der Tätigkeit ist Herr Armin Ehrmann, Dipl.-Ing. (FH) – Verfahrens-, Elektro- und Energietechnik, Sachgebietsleiter Energie beim Grünflächen- und Umweltamt der Stadt Aalen, vorgesehen.

 

Beide Personen sind mit der gemeinschaftlichen Übernahme der Aufgabe einverstanden.

 

 

Die zukünftige Energieagentur soll in Form eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins geführt werden. Vorteile sind:

 

·           Outsourcen und Umsetzung einer Aufgabe im Wege von public-private-                        partnership

 

·           eine flexible und schlanke Führung der Beratungseinrichtung

 

·           gezieltes Außenmarketing durch eine eigene Rechtspersönlichkeit gegenüber                  Kunden

 

·           Beteiligung der Projektpartner, wie Kreishandwerkerschaft Ostalb,                                 Architektenkammergruppe Ostalb, Elektro-Ausbildungszentrum Aalen e. V. usw. in             den Entscheidungsgremien

 

Der Verein soll nach der Sommerpause 2004 gegründet werden. Ende Oktober wird die Energieagentur ihren Betrieb im fertiggestellten Beratungszentrum in Böbingen an der Rems aufnehmen.

 

 

 

 

 

 

Finanzierung und Folgekosten:

Finanzierung und Folgekosten:

 

Die Förderung der baulichen Investition an den privaten Investor Herrn Karl Stütz aus Heubach erfolgte im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR), das eines der federführenden Förderprogramme in der EU-Ziel-2-Förderung darstellt. Dadurch wurde ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Mio. EUR ausgelöst, das dem regionalen Handwerk zugute kommt.

 

Für die laufenden Kosten des Betriebs wurde eine Fachförderung aus dem Programm „Klimaschutz-Plus“ des Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg beantragt. Der Ostalbkreis hat für die Mitfinanzierung der geplanten Energieagentur mit Bescheid vom 29.03.2004 die Bewilligung über eine Pauschalförderung für Personal- und Sachkosten in Höhe von 100.000 EUR erhalten. Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller hob in einer Pressemitteilung vom 06.04.2004 das besondere Engagement auf kommunaler Ebene für den Klimaschutz hervor.

 

Der Antrag auf Förderung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) befindet sich momentan noch im Prüfungsverfahren beim Landesgewerbeamt Baden-Württemberg. Die Bewilligung wird in den nächsten Wochen erwartet.

 

Für den 3-jährigen Betrieb ergibt sich folgende Finanzierungsübersicht:

 

 

Gesamt

1. Betr.jahr

2. Betr.jahr

3. Betr.jahr

Kosten (EUR)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.

Personalkosten

 

 

 

 

 

·     Energieberater (100 %)

180.000

60.000

60.000

60.000

 

·     Sekretärin (25 %)

31.500

10.500

10.500

10.500

2.

Sachausgaben

 

 

 

 

 

·     Reisekosten

3.000

1.000

1.000

1.000

 

·     Betriebsmittel

4.000

1.500

1.250

1.250

 

·     Post- u. Fernmeldegebühren

4.000

1.500

1.250

1.250

 

·     Werbung/Marketing

5.000

2.500

1.500

1.000

 

·     Bewirtschaftung für die angemieteten

    Räume

1.500

500

500

500

 

·     Miete

9.000

3.000

3.000

3.000

Summe

238.000

80.500

79.000

78.500

 

 

 

 

 

 

Finanzierung (EUR)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.

Öffentliche Mittel

 

 

 

 

 

·     Förderung Klimaschutz-Plus

100.000

34.500

33.000

32.500

 

·     Anteil Ostalbkreis an den Personal-

90.000

30.000

30.000

30.000

 

    kosten für den Energieberater im

    Rahmen einer Personalzuweisung an

    den Verein

 

 

 

 

 

·     Übernahme der Personalkosten für

31.500

10.500

10.500

10.500

 

    das Sekretariat durch den Ostalbkreis

 

 

 

 

2.

Sonstige öffentliche Mittel

 

 

 

 

 

·     Übernahme Mietkostenanteil durch

9.000

3.000

3.000

3.000

 

    beteiligte Innungen der Kreishand-

 

 

 

 

 

    werkerschaft Ostalb

 

 

 

 

3.

Private Finanzierung

 

 

 

 

 

·     Private Beratungsentgelte

7.500

2.500

2.500

2.500

Summe

238.000

80.500

79.000

78.500

 

 

 

 

 

 

 

Anlagen:

Anlagen:

 

-

 

Sichtvermerke:

 

 

Fachamt                 __________________________________________________

                             Stocker                                      Fünfgelder

 

Hauptamt               __________________________________________________

                             Wolf

 

Kämmerei               __________________________________________________

                             Hubel

 

Landrat                   __________________________________________________

                             Pavel

Stammbaum:
076/04   Energieberatungs- und -kompetenzzentrum "EnergiekompetenzPLUS" in Böbingen an der Rems - Sachstand und zukünftige Betriebsorganisation   Büro des Landrats   Beschlussvorlage
076/04-1   Energieberatungs- und -kompetenzzentrum "EnergiekompetenzPLUS" in Böbingen an der Rems - Sachstand und zukünftige Betriebsorganisation   Büro des Landrats   Beschlussvorlage