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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt den Bericht über die Schüleranmeldezahlen für das Schuljahr 2024/2025 im Vollzeit- und Teilzeitbereich und über die Lehrkräfteversorgung an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises zur Kenntnis.
Sachverhalt/Begründung
1. Ausgangslage
Als Fortführung der 2006 begonnenen Information über die Entwicklung der Schülerzahlen im Vollzeit- und Teilzeitbereich an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises wird auch 2024 diese Sitzungsvorlage dem Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung zur Kenntnis gegeben. Zum zehnten Mal werden auch die Schülerzahlen der vier Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) dargestellt.
2. Schülerzahlen der Schulen in der Trägerschaft des Ostalbkreises im Einzelnen:
a) Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)
Die Schülerzahlen haben sich vom Jahr 2010 an wie folgt entwickelt:
Der Trend der steigenden Schülerzahlen im Bereich der SBBZ‘s setzt sich weiterhin fort. Die Schulleitungen unserer SBBZ stellen fest, dass die Eltern die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder in einem SBBZ erkennen und deshalb die Beschulung in einem SBBZ der inklusiven Beschulung bevorzugen. Die hohe Zahl der Schülerinnen und Schüler an der Klosterbergschule erfolgte durch Kinder, welche den Schulkindergarten durchlaufen haben und durch Kinder mit Migrationshintergrund.
b) Berufliche Schulen
Die Schülerentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich hat sich vom Jahr 2009 an wie folgt entwickelt:
Siehe hierzu auch die beigefügte Grafik (Anlage 1).
Teilzeitbereich Der seit 2010 anhaltende kontinuierliche Rückgang der Schülerzahlen im Teilzeitbereich setzt sich weiterhin fort. Die derzeitigen Anmeldezahlen liegen bei insgesamt 5.455 Auszubildenden (-56 zum Vj.). Da zum aktuellen Ausbildungsbeginn weiterhin neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, wird jedoch davon ausgegangen, dass sich das Defizit zum Vorjahr noch etwas verringert.
Immer noch haben die Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Bewerber/innen zu finden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen können ihre Ausbildungsplätze immer schwerer besetzen. Dies zeigen auch die Ausbildungszahlen im Bereich der IHK und im Bereich des Handwerks. In Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen und der Agentur für Arbeit Aalen führt der Ostalbkreis jährlich Ausbildungsplatzmessen in Aalen und Ellwangen durch. Von Seiten der ausstellenden Betriebe erfahren diese Messen eine immer größer werdende Nachfrage. Auch viele Städte und Gemeinden, allgemeinbildende Schulen und Betriebe führen Veranstaltungen zur Berufsorientierung und zur Kontaktaufnahme mit den Ausbildungsbetrieben und den Beruflichen Schulen durch. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Schulabgänger/innen rechtzeitig über Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsangebote informieren können. Durch Schnupperpraktika wird den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten und Neigungen auszuloten.
AVdual Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg hat bereits 2022 verkündet, dass der Übergang Schule - Beruf in Baden-Württemberg neugestaltet werden soll. Hierfür hat das Land Baden-Württemberg 5,2 Mio. Euro in 30 Stadt- und Landkreisen investiert.
Der Ostalbkreis war bereits 2014 eine der ersten Modellregionen, die AVdual an den Beruflichen Schulen und ein Regionales Übergangsmanagement eingerichtet haben. AVdual-Begleiter/innen unterstützen die Lernbegleiter/innen an den Schulen.
Der einjährige, vollschulische Bildungsgang im Übergangsbereich der Beruflichen Schulen mit der Bezeichnung AVdual (duale Ausbildungsvorbereitung) wird seit dem Schuljahr 2017/2018 flächendeckend im Ostalbkreis angeboten. Zielgruppe von AVdual sind Jugendliche, die im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht noch Förderbedarf haben, um eine Ausbildung beginnen zu können. Die Schülerzahlen im AVdual sind insgesamt stabil.
Der Ostalbkreis erhält hierfür vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus für das Schuljahr 2024/2025 eine Förderung der AVdual-Begleiter/innen in Höhe von 160.500 Euro und für das Regionale Übergangsmanagement 64.500 Euro.
Änderungen bei den Bildungsangeboten Im Schuljahr 2024/2025 bestehen an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises folgende neue Ausbildungsangebote, die auf zukunftsfähige Berufe ausgerichtet sind:
Kaufmännische Schule Aalen / Technische Schule Aalen Die Ausbildungsberufe „Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement“ und „Kaufmann/-frau für IT-System-Management“ wurden zum Schuljahr 2024/2025 an der Kaufmännischen Schule Aalen ordentlich eingerichtet. Die Genehmigung erfolgte am 01.08.2024. Die Beschulung findet in Kooperation mit der Technischen Schule Aalen im IT-Bereich statt.
An der Technischen Schule Aalen wurde die Ausbildung zum Feinoptiker bzw. zur Feinoptikerin um das Zusatzangebot des Berufskollegs mit der Möglichkeit zur Erlangung der Fachhochschulreife (3 BK Feinoptik) erweitert.
techma Ellwangen An der techma Ellwangen kann ab dem Schuljahr 2024/2025 als Ergänzung der dualen Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten das Zusatzangebot „Erlangung der Fachhochschulreife“ belegt werden.
Vollzeitbereich Die Anzahl der Anmeldungen im Vollzeitbereich ist im Vergleich zum Vorjahr um 148 Schülerinnen und Schüler auf 3.776 Schülerinnen und Schüler zurückgegangen. Die Verwaltung geht jedoch davon aus, dass diese Schülerzahl aufgrund geburtenstärkerer Jahrgänge in wenigen Jahren wieder steigen wird.
Die Anzahl der Eingangsklassen an den Beruflichen Gymnasien im Ostalbkreis entspricht ca. der des Vorjahres. Für die Bewerberinnen und Bewerber für die Beruflichen Gymnasien und der Berufskollegs wurde wiederum das „Online-Bewerberverfahren (BewO) im Ostalbkreis durchgeführt. So wurden bereits im Frühjahr die Halbjahreszeugnisse der Bewerberinnen und Bewerber gesichtet und bei Vorliegen der Voraussetzungen eine vorläufige Zusage herausgegeben. Nach Vorlage der Abschlusszeugnisse wurden Ende Juli die endgültigen schriftlichen Zusagen an die Bewerberinnen und Bewerber versandt.
Im aktuellen Schuljahr setzen sich die Schülerzahlen im Vollzeitbereich wie folgt zusammen:
Von Seiten der Agentur für Arbeit Aalen wird mitgeteilt, dass in der Summe im Ostalbkreis seit Beginn des Berichtsjahres (Okt. 2023) bislang 3.017 Ausbildungsplätze gemeldet wurden. Dies sind 90 Ausbildungsplätze mehr (+ 3,1 %) als im August 2023. Im gesamten Vermittlungsjahr 2022/2023 standen im Ostalbkreis 2.927 Ausbildungsplätze zur Verfügung was eine prozentuelle Veränderung von + 24,2 % zu 2021/2022 bedeutet. Derzeit gibt es noch 1.161 (Vorjahr: 1.123) nicht besetzte Ausbildungsstellen. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber (1.570) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 189 (- 10,7 %). Nach Einschätzung der Agentur für Arbeit setzt sich der Trend fort, dass viele offene Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können. Ein endgültiges Ergebnis kann jedoch erst Ende Oktober vorgelegt werden, da erst dann das Berichtsjahr der Agentur für Arbeit endet.
Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres, Anfang September, berichtet die IHK Ostwürttemberg, dass die bei ihr eingetragenen Ausbildungsverträge für den Bereich des Ostalbkreises um 101 (- 7,9 %) auf 1.179 (Vj.1.280) zurückgegangen sind. Die Ausbildungszahlen sind nur vorläufig zu verstehen, denn die IHK verzeichnet nach wie vor einen Eingang an Ausbildungsverträgen. Für Ostwürttemberg insgesamt ergibt sich aktuell ein Rückgang der Ausbildungsverträge um 9,5 % von 1.732 auf 1.567 bisher abgeschlossener Verträge (Stand 31.08.2024).
Wie die Kreishandwerkerschaft Ostalb berichtet, sind für den Bereich des Ostalbkreises bei der Handwerkskammer Ulm insgesamt 548 neue Ausbildungsverträge eingegangen. Im vorangegangenen Ausbildungsjahr beliefen sich die neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt auf 571. Dies stellt einen Rückgang um 4 % gegenüber dem Vorjahr dar. Darüber hinaus ist aber nicht auszuschließen, dass zum Ende des Vermittlungsjahres, Ende September 2024, noch in geringem Umfang weitere Ausbildungsverhältnisse eingegangen werden, da vermutlich bisher nicht alle Betriebe eine Meldung gemacht haben. Diesen 548 neu eingegangenen Ausbildungsverhältnissen stehen aktuell noch 142 (Vj. 111) offene Stellen im Handwerk gegenüber. Für Ostwürttemberg insgesamt ergibt sich aktuell ein Rückgang der Ausbildungsverträge um 6 % von 787 auf 740 bisher abgeschlossener Verträge (Stand 29.08.2024).
3. Lehrkräfteversorgung:
Zu Beginn des neuen Schuljahres führte die Verwaltung bei den Beruflichen Schulen des Ost-albkreises eine Umfrage bezüglich der Lehrkräfteversorgung durch. Von den Schulen wurden die in der Anlage 2 aufgeführten Zahlen zur Lehrkräfteversorgung mitgeteilt. Aus der Übersicht ergibt sich, dass sich im Vergleich zum Vorjahr das Deputatdefizit im neuen Schuljahr nicht verändert hat. Insgesamt fehlen 9,5 Deputate an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises für eine vollständige Unterrichtsversorgung.
Die vier Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des Ostalbkreises berichten von einer Lehrkräfteversorgung im aktuellen Schuljahr, die weitgehend den Pflichtbereich abdeckt. Dies wird durch die Aussage des Staatlichen Schulamtes Göppingen, dass es einen besonderen Fachkräftemangel an Sonderpädagogen gebe, unterstrichen. Die weitgehende Abdeckung der Pflichtbereiche reichen in einem SBBZ nicht aus. Die Belastungsfaktoren erhöhen sich durch eine wachsende Zahl an Kindern mit Autismus, psychischen oder chronischen Erkrankungen. Fehlendes Fachpersonal und das Zusammenlegen von körperlich- und geistig beeinträchtigten Kindern gefährdet die Beschulung dieser.
Allgemein haben die Schulen nach wie vor Probleme, geeignete Bewerber zu finden. Es stehen nicht genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung, da junge Lehrerinnen und Lehrer vermehrt Anstellungen in den Ballungsräumen suchen und Spezialisten für Technik, Gewerbe oder Betriebswirtschaftslehre häufig in die Wirtschaft abwandern. Besonders im gesundheitlich-pflegerischen Bereich ist der Lehrkräftemangel besonders auffallend. Auch die neu geschaffene Möglichkeit des Direkteinstiegs konnte das Deputatdefizit im Ostalbkreis noch nicht verringern.
4. Fazit:
Nach den vorliegenden Zahlen sind vor allem im Bereich der dualen Ausbildung noch viele freie Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Durch die intensive Unterstützung der Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter im Ostalbkreis wird beim Übergangsprozess in den Beruf oder in eine weitere schulische Laufbahn die bestmögliche Richtung für die Schülerinnen und Schüler gesucht. Durch das individuelle und vielseitige Angebot an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis kann somit für jeden jungen Menschen ein passender Weg gefunden werden.
Weiterhin ist es immens wichtig, dass alle an der beruflichen Bildung beteiligten Akteure bestrebt sind, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.
Auch zukünftig wird der Ostalbkreis in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, den Kammern, den Innungen und den Schulleitungen dafür Sorge tragen, dass die Jugendlichen einen Ausbildungs- bzw. einen Schulplatz erhalten, um eine erfolgreiche Ausbildung starten zu können.
Finanzierung und Folgekosten
Keine. Anlagen
Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung
Sichtvermerke
gez. Freytag, Geschäftsbereichsleiterin gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat
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