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Vorlage - 103-1/06  

 
 
Betreff: Baufreigabe für das Klinikum Schwäbisch Gmünd
Status:öffentlich  
  Bezüglich:
103/06
Federführend:Klinikum Schwäbisch Gmünd   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kliniken und Gesundheit Vorberatung
Kreistag Entscheidung
25.07.2006 
Sitzung des Kreistags ungeändert beschlossen   

Antrag der Betriebsleitung

Antrag der Betriebsleitung

 

1.   Für die Maßnahme Integration des Margaritenhospitals und Restsanierung der Stauferklinik Baufreigabe zu erteilen.

2.   Die notwendigen Planungsleistungen der Leistungsstufen 6 – 9 der HOAI (Vorbereitung Vergabe, Mitwirkung Vergabe, Objektüberwachung und Objektbetreuung)  werden dem Architekturbüro ARGE SGP Prof. Spengelin & Partner, Architekten und Stadtplaner, und Kröll übertragen.

 

 

Anmerkung:

 

Das Ergebnis der Beratung des Krankenhausausschusses wird in der Sitzung des Kreistags am 25.07.2006 mündlich mitgeteilt.

Mittels Sitzungsvorlage zur Sitzung des Krankenhausausschusses am 13

Mittels Sitzungsvorlage zur Sitzung des Krankenhausausschusses am 13.06.2006 und Sitzung des Kreistages am 20.06.2006 wurde ausführlich über den Sachstand der Baumaßnahme berichtet. Ebenfalls wurde darüber berichtet, dass am 06.07.2006 das Fördergespräch mit den Vertretern der Oberfinanzdirektion und dem Sozialministerium stattfindet.

 

I.         Ergebnis des Fördergespräches

Auf der Basis des am 24.01.2006 beim Sozialministerium und bei der Oberfinanzdirektion eingereichten Förderantrages mit einem Kostenvolumen von 36.370.451,26 € fand am 06.07.2006 im Sozialministerium das Fördergespräch statt. Als Ergebnis ist Folgendes festzuhalten:

Das Sozialministerium und die Oberfinanzdirektion unterteilen die Baumaßnahme nach sachlichen Gesichtspunkten in drei Einzelabschnitte, wobei der Bauabschnitt I die räumliche und funktionale Umsetzung der heute medizinischen Abteilungen des Margaritenhospitals und die Bauabschnitte II und III Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen für den seitherigen Standort Stauferklinik darstellen. Die Baukosten für die einzelnen Neubau- und Sanierungsbereiche lassen sich wie folgt aufteilen:

 

Bauteil I

Bauteil II

Bauteil III

HU-Bau

16.872.000 €

10.147.000 €

9.351.000 €

angemessene Kosten laut OFD/SM

13.405.000 €

6.500.000 €

4.389.000 €

Förderquote

12.700.000 €

10.300.000 €



II.       Förderquote Neubauteil zur Integration des Margaritenhospitals

Wie dargestellt, konnte für diesen Bereich eine zufrieden stellend hohe Förderquote erreicht werden.

Die seitens der OFD und SM getätigten Kostenabzüge beziehen sich im Wesentlichen auf kurzfristige Anlagegüter (Einbauten und Medizintechnik), welche über Pauschalfördermittel zu finanzieren wären, wie auch geringfügige Überflächen
(5 %).


III.    Restsanierung der Stauferklinik

Diese Bauteile 2 und 3 umfassen insbesondere die Neugestaltung des Eingangsbereiches, Intensivstation, Neubau von zwei zusätzlichen Operationssälen und Ertüchtigungen der vorhandenen Operationssäle sowie die Bebauung des Innenhofes.

Hierfür wurde ein Kostenaufwand in Höhe von 19.498.000 € angemeldet. Auch hier ergab die Prüfung der OFD eine Anpassung auf angemessene Kosten von 10.889.000 €.
Zu beachten ist hier, dass die Gesamtkosten neben dem Neubau und zwei OP-Sälen und über einen großen Aufwachbereich, sämtlicher Nebenräume und einer neuen Sterilisation Kosten für die Sanierung der gesamten Klima- und Lüftungstechnik des OP-Bereiches sowie der Kosten für die komplette Überbauung des Innenhofbereiches enthalten.

Naturgemäß war hier mit großen Kostenabzügen zu rechnen, zumal diese auch ganz wesentlich mit der Begründung erforderlicher Instandhaltung, welche aus Klinikmittel zu finanzieren wäre, vorgenommen wurden. Im Ergebnis ist jedoch festzuhalten, dass auch unter diesen Gesichtspunkten ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis erzielt werden konnte, zumal aufgrund über 22 Jahre alter Betriebstechnik hohe Sanierungskosten in den nächsten Jahren angefallen wären.

In der Beurteilung der Baumaßnahme insgesamt ist noch darzustellen, dass von den 36,37 Mio. € Gesamtkosten ca. 2 Mio. € auf die Beschaffung neuer technischer Ausrüstung und auf die Baukosten ein Betrag von rd. 34,4 Mio. € entfallen.

In der Absprache zwischen Herrn Landrat Klaus Pavel, den Architekten und dem Projektsteuerer sowie der Betriebsleitung des Klinikums Schwäbisch Gmünd wurde eine Vereinbarung darüber geschlossen, dass die reinen Baukosten eine Deckelung von 33,5 Mio. € erfahren.


IV.    Energiesparende Bauweise

 

Der sparsame Energieverbrauch von Brennstoffen (Jahresprimärenergiebedarf) ist in der Energieeinsparungsverordnung aus dem Jahre 2004 (EnEV) vom Gesetz­geber gefordert und festgelegt.

 

Alle Bauteile mit neuer Fassade (BT 1, BT 2, Umbau Westflügel und Neubau Hof­überbauung BT 3.1) werden die Forderungen der EnEV erfüllen. Der Jahres­primärenergiebedarf (Energiekenngröße bezogen auf m³ Rauminhalt/Jahr, kWh/m³a) wird nach überschlägigen Berechnungen unseres Büros für Bauphysik sogar weitaus geringer als in der EnEV gefordert sein.

 

In Zahlen ausgedrückt:

 

Nach EnEV zulässiger maximaler Jahresprimärenergiebedarf:    22,74 kWh/m³a

zukünftig geschätzter Jahresprimärenergiebedarf:                       5,76 kWh/m³a

Im Einzelnen bewirken folgende Maßnahmen die positive Energiebilanz der Gebäude:

 

Fassaden

 

Die Außenfassade der Neubauten (Bauteil 1 neuer Frauen- und Kinderflügel und Bauteil 3 Atriumhofüberbauung mit Aufwacheinheit und Radiologie) sowie auch in allen Umbauten des Bestandes (heutiger Westflügel Bauteil 2 mit Eingangshalle, Frauenheilkunde und neuer Intensivstation werden hochwärmegedämmt nach neuestem technischen Standard ausgeführt.

 

 

Sonnenschutz

 

Durch mehrschichtige, intelligent gesteuerte außen liegende Sonnen- und innen liegende Blendschutzanlagen wird der sommerliche Kühlungsbedarf zukünftig verringert.

 

 

Natürliche Belichtung und Belüftung

 

Der Gebäudeentwurf erreicht durch die Ausbildung von Atrien, dass möglichst viele der inneren Funktionsbereiche natürlich belichtet und belüftet werden.

 

 

Heizung

 

Die bereits heute im Klinikum vorhandene Hackschnitzelheizung wird auf den ge­samten Neubaubereich ausgedehnt. Damit wird annähernd die gesamte Heiz­leistung des Klinikums zukünftig über nachwachsende Rohstoffe betrieben, und damit klimafreundlich und CO2-neutral erfolgen können.

 

 

Kühlung

 

Ein großes Energieeinsparungspotential in einem Klinikum liegt außer im winter­lichen Wärmeschutz in der Reduktion der sommerlichen Kühlungsenergie der Belüftungsanlagen. Durch Ausbildung intelligenter Baukonstruktionen werden die Speicheroptionen der massiven Decken (nicht überall abgehängte Decken) ge­nützt.

 

 

Lüftungsanlagen

 

Die neuen Lüftungsanlagen erhalten Hochleistungswärmerückgewinnungssysteme mit einem Rückgewinnungsgrad > 80 %. Das Wärmerückgewinnungssystem er­möglicht im Winterbetrieb die Rückgewinnung der Heizenergie aus der Fortluft.

 

 

Elektrotechnik

 

Bei der Elektroversorgung kommen hochmoderne energiesparende Beleuchtungs- und Versorgungssysteme (wie z. B. moderne im Tagesablauf geregelte Energie­sparleuchten) – über „Bussysteme“ intelligent gesteuert – zum Einsatz.

 

 

Die vorstehenden Ausführungen zeigen, dass bei den Baumaßnahmen die neues­ten technischen Möglichkeiten zur Energieeinsparung soweit wie möglich unter Berücksichtigung eines wirtschaftlichen Betriebes ausgenutzt werden.

V

V. Finanzierung und Folgekosten

Das Gespräch mit dem Sozialministerium erbrachte eine Förderung von 23 Mio. €. Dieser Förderbetrag wird aufgeteilt auf eine Förderstufe I im Jahre 2006 in Höhe von 18.500.000 € und einer Förderstufe II im Jahre 2007 in Höhe von 4.500.000 €.

Insgesamt ist festzustellen, dass aufgrund der hohen Sanierungsanteile des Gesamtprojekts die vom Land Baden-Württemberg angebotene Fördersumme mit
23 Mio. € als zufrieden stellend bezeichnet werden muss. Dem Krankenhausausschuss und dem Kreistag wird deshalb seitens der Betriebsleitung vorgeschlagen, dieses Förderangebot zu akzeptieren.

In der seitherigen Haushaltsplanung und mittelfristigen Finanzplanung sind folgende Finanzierungsschritte vorgesehen:

 

2005

2006

2007

2008

2009

Gesamt

Summe

1.600.000

9.000.000

10.000.000

7.000.000

2.400.000

30.000.000

davon

Landesmittel

§ 12

800.000

6.300.000

7.000.000

4.900.000

2.000.000

21.000.000

davon Kreis

800.000

2.700.000

3.000.000

2.100.000

400.000

9.000.000

 

Die Haushaltsplanung/mittelfristige Finanzplanung ist im Hinblick auf die sich nun ergebenden Baukosten um 3,5 Mio. € in den Haushaltsjahren 2007 – 2010 anzupassen. Davon entfallen auf den Krankenhausträger 1,5 Mio. €.

 

 

VI. Folgebeauftragung der Architekten

Aufgrund der Wettbewerbsauslobung wurde das Architekturbüro ARGE SGP Prof. Spengelin & Partner, Architekten und Stadtplaner, und Kröll mit den Leistungsphasen 1 – 5 beauftragt (Grundlagenermittlung, Vor-, Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung).

Die weiteren Leistungsphasen 6 – 9 müssen jetzt noch beauftragt werden. Das
Architekturbüro ARGE SGP Prof. Spengelin & Partner, Architekten und Stadtplaner, und Kröll wird für diese Leistungsphasen insbesondere die Bauleitung, das Architekturbüro Schöne/Seeberger/Müller aus Schwäbisch Gmünd, als zusätzliche Partner in die ARGE mitaufnehmen.

Hinsichtlich der Objektüberwachung und Objektbetreuung (Gewährleistung) ist dies für das Klinikum von Vorteil.

Anlagen

Anlagen

 

1 Lageplan

4 Ansichten

 

 

 

Sichtvermerke:

 

 

 

_________________________________

Krankenhausdirektor

 

 

 

_________________________________

Koordinierender Krankenhausdirektor

 

 

 

_________________________________

Kreiskämmerer

 

 

 

_________________________________

Landrat

 

Stammbaum:
103/06   Baufreigabe für das Klinikum Schwäbisch Gmünd   Klinikum Schwäbisch Gmünd   Beschlussvorlage
103-1/06   Baufreigabe für das Klinikum Schwäbisch Gmünd   Klinikum Schwäbisch Gmünd   Beschlussvorlage