Mittels Sitzungsvorlage zur Sitzung des Krankenhausausschusses am 13.06.2006 und Sitzung des Kreistages am 20.06.2006 wurde ausführlich über den Sachstand der Baumaßnahme berichtet. Ebenfalls wurde darüber berichtet, dass am 06.07.2006 das Fördergespräch mit den Vertretern der Oberfinanzdirektion und dem Sozialministerium stattfindet.
I. Ergebnis des Fördergespräches
Auf der Basis des am 24.01.2006 beim Sozialministerium und bei der Oberfinanzdirektion eingereichten Förderantrages mit einem Kostenvolumen von 36.370.451,26 € fand am 06.07.2006 im Sozialministerium das Fördergespräch statt. Als Ergebnis ist Folgendes festzuhalten:
Das Sozialministerium und die Oberfinanzdirektion unterteilen die Baumaßnahme nach sachlichen Gesichtspunkten in drei Einzelabschnitte, wobei der Bauabschnitt I die räumliche und funktionale Umsetzung der heute medizinischen Abteilungen des Margaritenhospitals und die Bauabschnitte II und III Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen für den seitherigen Standort Stauferklinik darstellen. Die Baukosten für die einzelnen Neubau- und Sanierungsbereiche lassen sich wie folgt aufteilen:
| Bauteil I | Bauteil II | Bauteil III |
HU-Bau | 16.872.000 € | 10.147.000 € | 9.351.000 € |
angemessene Kosten laut OFD/SM | 13.405.000 € | 6.500.000 € | 4.389.000 € |
Förderquote | 12.700.000 € | 10.300.000 € |
II. Förderquote Neubauteil zur Integration des Margaritenhospitals
Wie dargestellt, konnte für diesen Bereich eine zufrieden stellend hohe Förderquote erreicht werden.
Die seitens der OFD und SM getätigten Kostenabzüge beziehen sich im Wesentlichen auf kurzfristige Anlagegüter (Einbauten und Medizintechnik), welche über Pauschalfördermittel zu finanzieren wären, wie auch geringfügige Überflächen
(5 %).
III. Restsanierung der Stauferklinik
Diese Bauteile 2 und 3 umfassen insbesondere die Neugestaltung des Eingangsbereiches, Intensivstation, Neubau von zwei zusätzlichen Operationssälen und Ertüchtigungen der vorhandenen Operationssäle sowie die Bebauung des Innenhofes.
Hierfür wurde ein Kostenaufwand in Höhe von 19.498.000 € angemeldet. Auch hier ergab die Prüfung der OFD eine Anpassung auf angemessene Kosten von 10.889.000 €.
Zu beachten ist hier, dass die Gesamtkosten neben dem Neubau und zwei OP-Sälen und über einen großen Aufwachbereich, sämtlicher Nebenräume und einer neuen Sterilisation Kosten für die Sanierung der gesamten Klima- und Lüftungstechnik des OP-Bereiches sowie der Kosten für die komplette Überbauung des Innenhofbereiches enthalten.
Naturgemäß war hier mit großen Kostenabzügen zu rechnen, zumal diese auch ganz wesentlich mit der Begründung erforderlicher Instandhaltung, welche aus Klinikmittel zu finanzieren wäre, vorgenommen wurden. Im Ergebnis ist jedoch festzuhalten, dass auch unter diesen Gesichtspunkten ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis erzielt werden konnte, zumal aufgrund über 22 Jahre alter Betriebstechnik hohe Sanierungskosten in den nächsten Jahren angefallen wären.
In der Beurteilung der Baumaßnahme insgesamt ist noch darzustellen, dass von den 36,37 Mio. € Gesamtkosten ca. 2 Mio. € auf die Beschaffung neuer technischer Ausrüstung und auf die Baukosten ein Betrag von rd. 34,4 Mio. € entfallen.
In der Absprache zwischen Herrn Landrat Klaus Pavel, den Architekten und dem Projektsteuerer sowie der Betriebsleitung des Klinikums Schwäbisch Gmünd wurde eine Vereinbarung darüber geschlossen, dass die reinen Baukosten eine Deckelung von 33,5 Mio. € erfahren.
IV. Energiesparende Bauweise
Der sparsame Energieverbrauch von Brennstoffen (Jahresprimärenergiebedarf) ist in der Energieeinsparungsverordnung aus dem Jahre 2004 (EnEV) vom Gesetzgeber gefordert und festgelegt.
Alle Bauteile mit neuer Fassade (BT 1, BT 2, Umbau Westflügel und Neubau Hofüberbauung BT 3.1) werden die Forderungen der EnEV erfüllen. Der Jahresprimärenergiebedarf (Energiekenngröße bezogen auf m³ Rauminhalt/Jahr, kWh/m³a) wird nach überschlägigen Berechnungen unseres Büros für Bauphysik sogar weitaus geringer als in der EnEV gefordert sein.
In Zahlen ausgedrückt:
Nach EnEV zulässiger maximaler Jahresprimärenergiebedarf:22,74 kWh/m³a
zukünftig geschätzter Jahresprimärenergiebedarf: 5,76 kWh/m³a
Im Einzelnen bewirken folgende Maßnahmen die positive Energiebilanz der Gebäude:
Fassaden
Die Außenfassade der Neubauten (Bauteil 1 neuer Frauen- und Kinderflügel und Bauteil 3 Atriumhofüberbauung mit Aufwacheinheit und Radiologie) sowie auch in allen Umbauten des Bestandes (heutiger Westflügel Bauteil 2 mit Eingangshalle, Frauenheilkunde und neuer Intensivstation werden hochwärmegedämmt nach neuestem technischen Standard ausgeführt.
Sonnenschutz
Durch mehrschichtige, intelligent gesteuerte außen liegende Sonnen- und innen liegende Blendschutzanlagen wird der sommerliche Kühlungsbedarf zukünftig verringert.
Natürliche Belichtung und Belüftung
Der Gebäudeentwurf erreicht durch die Ausbildung von Atrien, dass möglichst viele der inneren Funktionsbereiche natürlich belichtet und belüftet werden.
Heizung
Die bereits heute im Klinikum vorhandene Hackschnitzelheizung wird auf den gesamten Neubaubereich ausgedehnt. Damit wird annähernd die gesamte Heizleistung des Klinikums zukünftig über nachwachsende Rohstoffe betrieben, und damit klimafreundlich und CO2-neutral erfolgen können.
Kühlung
Ein großes Energieeinsparungspotential in einem Klinikum liegt außer im winterlichen Wärmeschutz in der Reduktion der sommerlichen Kühlungsenergie der Belüftungsanlagen. Durch Ausbildung intelligenter Baukonstruktionen werden die Speicheroptionen der massiven Decken (nicht überall abgehängte Decken) genützt.
Lüftungsanlagen
Die neuen Lüftungsanlagen erhalten Hochleistungswärmerückgewinnungssysteme mit einem Rückgewinnungsgrad > 80 %. Das Wärmerückgewinnungssystem ermöglicht im Winterbetrieb die Rückgewinnung der Heizenergie aus der Fortluft.
Elektrotechnik
Bei der Elektroversorgung kommen hochmoderne energiesparende Beleuchtungs- und Versorgungssysteme (wie z. B. moderne im Tagesablauf geregelte Energiesparleuchten) – über „Bussysteme“ intelligent gesteuert – zum Einsatz.
Die vorstehenden Ausführungen zeigen, dass bei den Baumaßnahmen die neuesten technischen Möglichkeiten zur Energieeinsparung soweit wie möglich unter Berücksichtigung eines wirtschaftlichen Betriebes ausgenutzt werden.
V. Finanzierung und Folgekosten
Das Gespräch mit dem Sozialministerium erbrachte eine Förderung von 23 Mio. €. Dieser Förderbetrag wird aufgeteilt auf eine Förderstufe I im Jahre 2006 in Höhe von 18.500.000 € und einer Förderstufe II im Jahre 2007 in Höhe von 4.500.000 €.
Insgesamt ist festzustellen, dass aufgrund der hohen Sanierungsanteile des Gesamtprojekts die vom Land Baden-Württemberg angebotene Fördersumme mit
23 Mio. € als zufrieden stellend bezeichnet werden muss. Dem Krankenhausausschuss und dem Kreistag wird deshalb seitens der Betriebsleitung vorgeschlagen, dieses Förderangebot zu akzeptieren.
In der seitherigen Haushaltsplanung und mittelfristigen Finanzplanung sind folgende Finanzierungsschritte vorgesehen:
| 2005 € | 2006 € | 2007 € | 2008 € | 2009 € | Gesamt € |
Summe | 1.600.000 | 9.000.000 | 10.000.000 | 7.000.000 | 2.400.000 | 30.000.000 |
davon Landesmittel § 12 | 800.000 | 6.300.000 | 7.000.000 | 4.900.000 | 2.000.000 | 21.000.000 |
davon Kreis | 800.000 | 2.700.000 | 3.000.000 | 2.100.000 | 400.000 | 9.000.000 |
Die Haushaltsplanung/mittelfristige Finanzplanung ist im Hinblick auf die sich nun ergebenden Baukosten um 3,5 Mio. € in den Haushaltsjahren 2007 – 2010 anzupassen. Davon entfallen auf den Krankenhausträger 1,5 Mio. €.
VI. Folgebeauftragung der Architekten
Aufgrund der Wettbewerbsauslobung wurde das Architekturbüro ARGE SGP Prof. Spengelin & Partner, Architekten und Stadtplaner, und Kröll mit den Leistungsphasen 1 – 5 beauftragt (Grundlagenermittlung, Vor-, Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung).
Die weiteren Leistungsphasen 6 – 9 müssen jetzt noch beauftragt werden. Das
Architekturbüro ARGE SGP Prof. Spengelin & Partner, Architekten und Stadtplaner, und Kröll wird für diese Leistungsphasen insbesondere die Bauleitung, das Architekturbüro Schöne/Seeberger/Müller aus Schwäbisch Gmünd, als zusätzliche Partner in die ARGE mitaufnehmen.
Hinsichtlich der Objektüberwachung und Objektbetreuung (Gewährleistung) ist dies für das Klinikum von Vorteil.