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Vorlage - 263/04  

 
 
Betreff: Förderung von Projekten in der Dritten Welt und Osteuropa
Status:öffentlich  
Federführend:D e z e r n a t V   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Vorberatung
02.12.2004 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung:

 

1. Kenntnisnahme zu I. und II.

2. Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III.


Sachverhalt/Begründung:

 

I.  Ausgangssituation und Allgemeines

 

Im Kreishaushalt 2004, unter der Haushaltsstelle, 2.4980.0001, sind 45.000 € zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa eingestellt.

 

Unter  Berücksichtigung  der  bereits  getätigten  Zuwendungen  an  den  Verein „Hilfe für Togo“  für  den  Neubau  einer Dorfschule in Dange-Wetrope (8.000 €), den Verein IMEDI Deutsch-Georgisches Traumaprojekt e.V. für die Ausstattung einer OP-Abteilung (8.000 €), die Förderung eines Schulzentrums in der Stadt und Diözese Santiago del Estero/Argentinien über die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Fachsenfeld (7.000 €), die Unterstützung eines Selbstversorgungsprojektes in Masaka/Uganda über den Freundeskreis Uganda Aalen (1.500 €) und die Förderung eines privaten Hilfstransportes nach Rumänien (350,-- €) steht aus dem Haushaltsjahr 2004 noch ein Restbetrag in Höhe von 20.150 € zur Verfügung.

 

 

II.  Noch nicht bewilligte Anträge bzw. Neuanträge

 

Derzeit liegen der Verwaltung folgende Zuwendungsanträge vor, die bislang nicht berücksichtigt wurden:

 

1. Antrag des Lions Club Ostalb-Ipf auf Unterstützung mehrerer Hilfsprojekte in Osteuropa und in Afrika

 

2. Antrag des Fördervereins Nova Canaa (Heubach) auf Bewilligung eines Zuschusses für das Sozialzentrum in Nova Canaa

 

3. Antrag des Apostolischen Vikariats von Esmeraldas/Ecuador auf weitere Förderung der Ciudad de los Muchachos (Bubenstadt) in Esmeraldas

 

4. Antrag des Freundeskreises „Küche der Barmherzigkeit“ Schwäbisch Gmünd

 

III.  Stellungnahme der Verwaltung zu den vorliegenden Anträgen und Förderempfehlung

 

1. Antrag des Lions Club Ostalb-Ipf

 

Der Lions Club Ostalb-Ipf wurde vor 7 Jahren gegründet und hat in dieser Zeit mehr als 100.000 € für Hilfsprojekte im In- und Ausland gespendet.

 

Hinsichtlich des Engagements des Lions Club in Osteuropa und der Dritten Welt ist an erster Stelle die Förderung eines Waisenhauses und einer Kindertagesstätte in Palanga/Litauen zu nennen. Im Waisenhaus von Palanga sind rd. 50 Kinder untergebracht; in der angegliederten Kindertagesstätte werden ca. 100 nichtbehinderte Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren und ebenso viele körperlich und/oder geistig behinderte Kinder bis zum Alter von 14 Jahren betreut und versorgt. Die Kindertagesstätte ist in Palanga und auch der Umgebung der Stadt das einzige Betreuungsangebot für behinderte Kinder. Der Lions Club Ostalb-Ipf unterstützt die Einrichtung mit Sachspenden und Hilfsgütern, die für den laufenden Betrieb notwendig sind. Mit Geldmitteln werden dringend notwendige Anschaffungen ermöglicht. In Kenia fördert der Lions Club seit Jahren ein Projekt der Comboni Missionare, das insbesondere Aids-Kranken zugute kommt. Das Krankenhaus in Daktarie, das lediglich 48 Betten hat, ist nur notdürftig ausgerüstet und ständig auf Hilfe von Spendern angewiesen.

 

Im kommenden Jahr will der Lions Club Ostalb-Ipf eine ganze Reihe von dringend notwendigen Ausstattungsgegenständen für das Waisenhaus in Palanga/Litauen beschaffen. Darüber hinaus soll mit Spenden auch in den kommenden Jahren die Versorgung und Betreuung der weitest gehend völlig mittellosen Kinder sichergestellt werden. Für diese Aktivitäten bittet der Lions Club um eine Projektförderung des Ostalbkreises.

 

Die Verwaltung schlägt vor, das Engagement des Lions Club Ostalb-Ipf in Palanga/Litauen mit 3.000 € zu unterstützen.

 

2. Antrag des Fördervereins Nova Canaa

 

Das Sozialzentrum in Nova Canaa/Brasilien, das vom Ostalbkreis schon mehrere Male unterstützt wurde, geht nach der Schilderung von Herrn Wolfgang Wihan, dem Vorsitzenden des Vereins, seiner Vollendung und Inbetriebnahme entgegen. Die Einweihung ist im Frühjahr 2005 vorgesehen.

 

Im Jahr 2001 war mit dem Bau des Jugend-, Ausbildungs-, Informations-, Kultur- und Sozialzentrums am Platz Belo Horizonte im Armenviertel Morro in Nova Canaa/Bahia begonnen worden. Bis 31.05.2004 sind rd. 70.000 € an Kosten angefallen. Den restlichen Aufwand zur betriebsbereiten Fertigstellung des Gebäudes, einschließlich des Außenbereiches, der Geräte-, Betriebs- und Möbelausstattung beziffert Herr Wihan auf weitere rd. 60.000 €. Ein zunächst mit eingeplantes Kleinfußballfeld kommt nach seiner Schilderung nicht zur Ausführung. In unmittelbarer Nähe zum Zentrum sei vor kurzem über ein Förderprogramm des Landes Bahia ein Fußballplatz entstanden.

 

Die Verwaltung hat in den vergangenen Jahren mehrfach über die beispielhaften Aktivitäten des Fördervereins berichtet. Mit Herrn Wolfgang Wihan als Vorsitzendem, der vor Ort in Bahia alle Aktivitäten und auch den Bau des Sozialzentrums leitet, hat der Verein einen unermüdlichen „Motor“ der trotz aller schwierigen Umstände die Realisierung des ehrgeizigen Projektes  zielstrebig vorantreibt.

 

Die Verwaltung schlägt vor, zur Finanzierung der restlichen Aufwendungen einen Zuschuss in Höhe von 8.000 € zu bewilligen.

 

3. Antrag des Apostolischen Vikariats von Esmeraldas/Ecuador

 

Auch die Ciudad de los Muchachos (Bubenstadt in Esmeraldas/Ecuador), ist ein Förderprojekt, das vom Ostalbkreis bereits mehrfach unterstützt wurde. Der Direktor der Bubenstadt, Herr Mike Zipf, nützt seine Heimataufenthalte in Deutschland immer wieder dazu, aktuell über die Situation zu berichten. Auch im Sozialausschuss des Kreistags hat er vor wenigen Jahren die Herausforderungen und Probleme dieser schulischen und berufsausbildenden Einrichtung vorgestellt.

 

Die berufsbildende technische Oberschule innerhalb der Bubenstadt ist seit ihrer Gründung bis heute ein wichtiger Grundpfeiler in der beruflichen Bildung und Förderung junger Menschen in Esmeraldas. Seit mehr als 40 Jahren leistet sie wertvolle Beiträge zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit und zur Verbesserung der Lebenschancen. Tausende junger Menschen haben hier ihren Berufsabschluss durch eine staatlich anerkannte Prüfung erworben und gehören heute in Esmeraldas und Umgebung zu den erfahrenen und gefragten Handwerkern.

 

Im kommenden Schuljahr von März 2005 bis Januar 2006 erhöhen sich in der Bubenstadt nochmals die Schülerzahlen durch eine Aufstockung der Oberstufe. Insgesamt werden dann rd. 480 Schüler betreut. Ca. 180 Schüler befinden sich dann in Berufsausbildung. Davon allein knapp 90 im Metallbereich.

 

Mit den Strukturveränderungen wächst auch die Notwendigkeit im Bereich der technischen Ausstattung. In der Metallabteilung fehlt schon seit Jahren eine solide Universalfräsmaschine, für deren Anschaffung die Mittel bislang nicht gereicht haben.

 

Seit Ende August hat die Ciudad de los Muchachos ein gutes Angebot über eine gebrauchte Universalfräsmaschine mit Zubehör vorliegen. Die Anschaffungskosten werden von Herrn Zipf mit rd. 8.000 € angegeben. Es kommen weitere Kosten für den Transport, die Installation sowie für den Einkauf von wichtigen Fräswerkzeugen hinzu.

 

Herr Zipf und Eugenio Arellano, der Bischof von Esmeraldas, bitten dafür um einen Zuschuss des Ostalbkreises.

 

Die Verwaltung schlägt vor, für die benötigte Anschaffung einen Zuschuss in Höhe von 5.000 € zu bewilligen.

 

4. Antrag des Freundeskreises „Küche der Barmherzigkeit“

 

Das weit über den Ostalbkreis hinaus bekannte Projekt „Küche der Barmherzigkeit“ umfasst im Wesentlichen die kostenlose Verteilung von warmen Mahlzeiten in zwei Küchen an hilfsbedürftige Menschen in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Damit verbunden ist die Auslieferung von Mahlzeiten an Pflegebedürftige sowie die finanzielle Unterstützung der Kinderspeisung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Seit Projektbeginn im Winter 1994/1995 konnten mehrere hunderttausend kostenlose Mahlzeiten an Bedürftige ausgegeben werden.

 

Die als „Suppenküche“ von Gerhard Maier für die Ärmsten der Armen in Armeniens Hauptstadt Eriwan gegründete „Küche der Barmherzigkeit“ hat im Jahre 1994 mit 250 Teilnehmern begonnen und dann nach und nach die Leistung erhöht. Die Spendengelder werden hauptsächlich ausgegeben für die Finanzierung der Lebensmittel, für Transportkosten, für die Instandsetzung von Einrichtungen und die Beschaffung von Ausstattungsgegenständen.

 

Zur Zeit machen dem Freundeskreis besonders die Erhöhung der Grundnahrungsmittelpreise und die Besteuerung der Gehälter der Mitarbeiter in den Küchen in zwei Stadtteilen zu schaffen.

 

Die Situation der alten und pflegebedürftigen Menschen in Armenien ist nach wie vor von Hunger, Mangelernährung und schlechten sozialen und medizinischen Bedingungen geprägt. Unter Vorsitz von Pfarrer i.R. Karl-Heinz Scheide will der Freundeskreis „Küche der Barmherzigkeit“ gemeinsam mit dem Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Roten Kreuzes den Betrieb der Suppenküchen weiterhin aufrecht erhalten, um in Armenien praktische Überlebenshilfe zu leisten.

 

Die Verwaltung schlägt vor, den Freundeskreis „Küche der Barmherzigkeit“ mit einem Zuschuss in Höhe von 2.000 € zu unterstützen.

 


Finanzierung und Folgekosten:

 

Die Zuschüsse werden aus dem Haushalt 2004 finanziert.

 

 


Anlagen:

 

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Sichtvermerke:

 

Fachdezernent __________________________________________________

   Rettenmaier

 

Hauptamt  __________________________________________________

   Wolf

 

Kämmerei  __________________________________________________

   Hubel

 

Landrat  __________________________________________________

   Pavel