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Vorlage - 258/04  

 
 
Betreff: Beratung des Entwurfs der Haushaltssatzung und des Haushaltsplans des Ostalbkreises für das Haushaltsjahr 2005
einschließlich
- Beratung des Entwurfs des Stellenplans 2005
- EDV-Konzeption für das Haushaltsjahr 2005
Status:öffentlich  
Federführend:Hauptamt   
Beratungsfolge:
Verwaltungs- und Finanzausschuss Entscheidung
24.11.2004 
Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses zur Kenntnis genommen   

Antrag der Verwaltung:

 

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss nimmt von der EDV-Konzeption für das Haushaltsjahr 2005 zustimmend Kenntnis.


Sachverhalt/Begründung:

 

Die Verwaltung hat die im kommenden Haushaltsjahr vorgesehenen Maßnahmen sowie die Ausgaben für den laufenden Betrieb im EDV-Bereich in der beigefügten EDV-Konzeption umfassend dargestellt. Die tägliche Arbeit bei der Landkreisverwaltung ist wie in vielen Unternehmen ohne EDV-Einsatz nicht mehr denkbar. Nahezu jeder Arbeitsplatz ist mit einem PC ausgestattet und in den meisten Bereichen wird spezielle Software eingesetzt. Der schnelle Informationsaustausch per PC-Fax oder E-Mail ist mittlerweile auch zum Standard geworden und stellt ein übliches Kommunikationsmittel dar.

 

Der Begriff elektronische Datenverarbeitung wird den heutigen Anforderungen, die damit verbunden sind, nicht mehr gerecht. Früher erfasste die EDV die reine Datenverarbeitung in separaten Leitungsnetzen. Die verbale Kommunikation erfolgte über eigene Telefonnetze. Die immer rasanter werdende Entwicklung ist zwischenzeitlich soweit fortgeschritten, dass die Datenverarbeitung und die verbale Kommunikation über ein und dasselbe Leitungsnetz abgewickelt werden kann und somit die Datenverarbeitung und Kommunikation miteinander verschmolzen sind. Die herkömmlichen Telefonanlagen werden schon bald aufgrund der neuesten Technik VOICE OVER IP (VOIP) der Vergangenheit angehören. Daher sollte man heute eigentlich nicht von der EDV-Abteilung, sondern von der IT-Abteilung (Informationstechnologie)) sprechen. Die hohe Bedeutung des IT-Bereichs in unserer Gesellschaft ist unstrittig und ein Ende dieser Entwicklung ist nach wie vor nicht abzusehen.

 

Im Bereich des Bürgerservices und der öffentlichen Verwaltung zählt die Bundesrepublik noch nicht zu den führenden Nationen in Europa. Nicht zuletzt deshalb hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren mit Bund-Online und anderen Wettbewerben sich zum Ziel gesetzt, den virtuellen Bürgerservice (sog. E-Government) zu fördern und voranzutreiben. Immer wieder wird bildhaft auch davon gesprochen, dass nicht der Bürger, sondern die Daten laufen sollen. Der Ostalbkreis konnte sich bei dem im Jahr 2003 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit ausgeschriebenen MEDIA@Komm-Transfer-Wettbewerb erfolgreich behaupten und wurde auf der Cebit 2004 als eine von 20 Transfer-Kommunen ausgezeichnet, die im Laufe einer zweijährigen Projektdauer an der Weiter- oder Neuentwicklung verschiedener Verfahren im Bereich der öffentlichen Verwaltung aktiv mitwirken.

 

Dass die Entwicklung im IT-Bereich auch finanzielle Ressourcen erfordert, liegt auf der Hand. Gleichzeitig geht es den öffentlichen Haushalten jedoch so schlecht wie schon lange nicht mehr. Deshalb werden nicht nur größte Anstrengungen unternommen, beim Personal Kosten einzusparen, sondern auch im IT-Bereich.

 

Der Löwenanteil der Gesamtmittel des EDV-Haushalts im Verwaltungshaushalt mit 1,44 Mio. € entfällt auf die Benutzungsentgelte für die eingesetzten EDV-Verfahren des Rechenzentrums mit rd. 613.000 €

(= 42,4 %), auf Softwarepflegeverträge und Lizenzgebühren anderer Verfahren und verwendeter Programme mit rd. 326.000 € (= 22,5 %) sowie auf reine Leitungsgebühren vom Rechenzentrum bzw. den verschiedenen Dienststellen der Landkreisverwaltung mit rd. 260.000 € (= 16,6 %).

 

Die Verwaltung sieht es als ihre Pflicht an, auch auf die Folgen hinzuweisen, welche aus dem gegenwärtigen Sparkurs resultieren können. Die nachfolgenden Zahlen, Fakten und Grafiken sollen dies unterstreichen.

 

  1. Erneuerung der Hardware

    Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines PC’s beträgt je nach Anforderungen zwischen 4 und 6 Jahren. Vor dem Hintergrund der äußerst dramatischen Haushaltssituation, insbesondere im Verwaltungshaushalt, wurde der Hardware-Austausch im Jahr 2004 wie auch im Jahr 2005 innerhalb der Landkreisverwaltung auf das absolut Unerlässliche beschränkt. Die im Jahr 2004 vorgenommenen PC-Tausche entsprechen einem Innovationszyklus von rund 10 Jahren, im Jahr 2005 einem Innovationszyklus von rund 8 Jahren.




    Die Weiterentwicklung der Programme und die damit verbundenen Anforderungen an die Rechnerleistung sind nicht aufzuhalten und können nur eine gewisse Zeit hinaus gezögert werden. Wird diese Phase zu lang, so muss man sich darüber bewusst sein, dass in der Zukunft innerhalb eines kurzen Zeitraums ein höherer Betrag bereitzustellen ist, wie auch schon etwa in den Jahren 2000/2001. Die Korrelation zwischen der Nutzungsdauer der PC’s und der Anzahl, welche je nach Nutzungsdauer pro Jahr auszutauschen sind, veranschaulicht die nachstehende Grafik.
     
  2. Wie hoch die Bemühungen der Landkreisverwaltung sind, vor dem Hintergrund der öffentlichen Haushaltsmisere auch im EDV-Bereich Kosten einzusparen, veranschaulicht die nachfolgende Grafik. Dabei wurden die im Vermögenshaushalt für den IT-Bereich bereitgestellten Mittel in Relation zu den insgesamt vorhandenen PC’s bei der Landkreisverwaltung gesetzt.





    Dasselbe Bild ergibt sich, wenn man die im Vermögenshaushalt für den IT-Bereich bereitgestellten Mittel in Relation zu den Mitarbeitern der Landkreisverwaltung setzt:

    Die in den Haushaltsjahren 2000 bis 2005 insgesamt für den IT-Bereich bereitgestellten Mittel (Verwaltungshaushalt und Vermögenshaushalt) in Relation zu den Mitarbeitern sind in der nächsten Grafik dargestellt. Deutlich zu erkennen ist, dass im Zeitraum 2001/2002 ein Nachholbedarf zu befriedigen war, der – wie bereits weiter vorne ausgeführt – auch in Zukunft wieder bevorstehen kann.

    Was den laufenden Betrieb und die Kosten im Verwaltungshaushalt anbelangt, so ist auch zu berücksichtigen, dass die Aufwendungen für Festverbindungen sowie aufgrund von vertraglichen Verpflichtungen (Softwarepflegeverträge) stetig ansteigen und daher beim Gesamtaufwand einen immer geringeren Anteil für den investiven Bereich übrig lassen.



     

Personelle Ausstattung der IT-Abteilung

Bei der Betreuung von IT-Arbeitsplätzen wird allgemein davon ausgegangen, dass von 1 Mitarbeiter ca. 50 bis 70 Arbeitsplätze zu betreuen sind. Dieser Richtwert ist auch durch die Unternehmensberatung Momert Consulting AG im Rahmen eines Auftrags durch den Landkreistag Baden-Württemberg bestätigt worden.

Die Betreuungsquote bei der Landkreisverwaltung liegt schon seit längerer Zeit deutlich über diesem Wert und die Mitarbeiter haben zwischenzeitlich die Belastungsgrenze nicht nur erreicht, sondern überschritten. Aus diesem Grunde ist vorgesehen, dass im Jahr 2005 eine Stelle, welche bislang aus Kostengründen unbesetzt war, entsprechend besetzt wird.

 


Finanzierung und Folgekosten:

 

Die Mittel für die EDV-Konzeption für das Jahr 2005 sind im Haushaltsplanentwurf 2005 enthalten


Anlagen:

 

EDV-Konzeption für das Haushaltsjahr 2005

 

Sichtvermerke:

 

Fachamt   __________________________________________________

    Sanwald

 

Fachdezernent/Hauptamt __________________________________________________

    Wolf

 

Kämmerei   __________________________________________________

    Hubel

 

Landrat    __________________________________________________

    Pavel