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Lokale Agenda 21 des Ostalbkreises - Bericht über aktuelle Entwicklungen |
| Status: | öffentlich | | |
| Federführend: | Büro des Landrats |
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Antrag der Verwaltung: Kenntnisnahme
Sachverhalt/Begründung: Der Kreistag des Ostalbkreises hat am 15. Dezember 1998 beschlossen, einen Agenda 21-Prozess auf Landkreisebene zu initiieren, um gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern und Vertretern aller gesellschaftlicher Gruppen an der nachhaltigen Entwicklung des Ostalbkreises zu arbeiten. Mit dem Landkreis Lörrach fungierte der Ostalbkreis als Pilotlandkreis im Rahmen des baden-württembergischen Modellprojektes Lokale Agenda 21 auf Landkreisebene, das federführend vom Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg betreut und wissenschaftlich von der Akademie für Technik-folgenabschätzung begleitet wurde. Bei der Auftaktveranstaltung am 24. November 1999 im Kreishaus in Aalen haben sich 10 Arbeitskreise konstituiert: - Arbeitsmarkt/Arbeitslosigkeit
- Regionalvermarktung
- Abfallwirtschaft/Energie
- Solarinitiative
- Gesundheit und Leben
- ÖPNV
- Landschaftsschutz
- Lebensqualität im Alter
- Qualität der Badeseen im Ostalbkreis
- Eine Welt
Von diesen Arbeitskreisen sind rund 4 ½ Jahre nach Beginn des Agenda-Prozesses die Gruppen Energie, Landschaftsschutz, Eine Welt und Lebensqualität im Alter regelmäßig aktiv. Die übrigen Arbeitskreise treffen sich in längeren Intervallen oder nicht mehr, weil ihre Projektvorschläge bereits realisiert wurden oder von anderer Seite konkret weiter verfolgt werden. Im Verlaufe des Agenda-Prozesses wurden in den Arbeitskreisen folgende Projektideen entwickelt, die vom Ostalbkreis aufgegriffen und teils mit weiteren Partnern umgesetzt wurden: - Grüner Pfad im Ellwanger Seenland
Unter dem Titel „Grüner Pfad - Erlebnistouren im Ostalbkreis“ soll für Radfahrer, Wanderer, Familien und Schulen sowie für alle Erholung suchenden Personen der ländliche Raum durch den Aufbau von Rundwegenetzen erschlossen werden. Entlang des Grünen Pfades finden sich Gastronomiebetriebe, Direktvermarkter und Sehenswürdigkeiten. Der erste Grüne Pfad „... im Ellwanger Seenland“ wurde am 1. Mai 2002 eröffnet und findet seitdem großen Anklang. Das erste Folgeprojekt unter Federführung der Gemeinde Ruppertshofen, der Grüne Pfad „... rund ums Leintal und Frickenhofer Höhe“, wurde am 9. Mai d. J. seiner Bestimmung übergeben. Ziele der Grünen Pfade sind die Stärkung der regionalen Direktvermarktung sowie ein forciertes touristisches Innen- und Außenmarketing.
Im Zusammenhang mit dem Grünen Pfad wurden der sog. - Ostalb-(Vesper)Teller und das Ostalb-Menü, jeweils aus heimischen Zutaten unter Berücksichtigung saisonaler Gegebenheiten, entwickelt. Teller und Menü werden von den Gastronomen entlang der Grünen Pfade angeboten.
Ebenfalls Produkte aus dem Bereich Regionalvermarktung sind - der Ostalb-Apfelsaft und das Ostalb-Bier.
In den kommenden Wochen wird die im Schwäbisch Gmünder Agenda-Prozess entstandene und vom Ostalbkreis finanziell geförderte Regionalvermarktungs-initiative - Ostalb-Holz weiter entwickelt. Geplant ist die Gründung eines Vereins. Ziele und Aufgaben des Vereins sind die Förderung der Akzeptanz von Holz allgemein und der Akzeptanz von Holzprodukten aus der Region im Besonderen. Die regionale und naturnahe Waldwirtschaft, kurze Ressourcen schonenden Transportwege sowie die heimische Be- und Verarbeitung von Holz sollen als traditionelle Grundlage der Wirtschaftskraft in der Region gestärkt und innovativ entwickelt werden.
- OK - Der Ostalb-Kaffee
Seit der Markteinführungsveranstaltung im Aalener Landratsamt im März 2001 ist der OK-Kaffee in den Weltläden der Region, bei vielen Einzelhändlern, Bäckereien, Hofläden und Gastronomen (insgesamt über 40 Verkaufsstellen) erhältlich. Im Jahr 2003 konnten 5.440 kg OK-Kaffee umgesetzt werden - seit Projektbeginn eine Steigerung um mehrere 100 %. Ziel des Projektes ist es, die Öffentlichkeit für einen gerechten und nachhaltigen Welthandel zu sensibilisieren. Der fair gehandelte OK-Kaffee ermöglicht es den Kaffeebauern, ihre Existenz zu sichern, da für den Rohkaffee ein reeller Preis bezahlt wird, der weit über dem derzeitigen Weltmarktpreis liegt.
Parallel zu den einzelnen Ansätzen im Bereich der Regionalvermarktung werden derzeit Möglichkeiten zur Implementierung einer - Regionalen Dachmarke („Label Ostalb“) im Rahmen einer Vorstudie durch das Steinbeis-Transferzentrum Angewandtes Management geprüft. Die Studie soll denkbare konzeptionelle Alternativen und Umsetzungsstrategien aufzeigen und die Akzeptanz bei Anbietern und Nachfragern erheben. Die Studie wird zu 50 % aus EU-Mitteln (EU-Ziel 2) finanziert und soll im Juli d. J. vorliegen.
- Erlebnispfad für ältere Menschen, Behinderte und Familien mit Kindern am Bucher Stausee
Der im Juli 2001 eröffnete Erlebnispfad zielt darauf ab, die Sinneswahrnehmung der Menschen in der freien Natur zu aktivieren. Entlang des für Rollstuhlfahrer geeigneten Pfades finden sich verschiedenste Spiel- und Versuchsstationen: Schaukeln und Rollstuhlwippe, Geräuschtor und Rufsäulen, Summstein, Metall-Dendrophon, Granit-Lithophon und ein Barfußweg. Durch das spielerische Ausprobieren der einzelnen Stationen werden Raum-, Klang- und Sinnerfahrungen neu vermittelt. - Pflegeführer Ostalb im Internet www.ostalbkreis.de/Pflege
Seit Juli 2001 verfügt der Ostalbkreis als einer der ersten Landkreise Baden-Württembergs über das Online-Informationssystem rund um das Thema Pflege. Pflegenden Angehörigen und Pflegebedürftigen wird ein rascher Überblick über die im Landkreis verfügbaren ambulanten Dienste und stationären Pflegeeinrichtungen vermittelt. Neben allgemeinen Hinweisen zum Thema Pflege, zu freien Plätzen, zu den Leistungen der Pflegeversicherung und vor allem neben Erläuterungen zu den einzelnen Pflegestufen informiert der Pflegeführer in den Rubriken „Vollstationäre Pflege“ - „Ambulante Pflege“ - „Kurzzeitpflege“ und „Tagespflege“ über die Angebote aller Einrichtungen und ambulanten Dienste. Beispielrechnungen geben einen Überblick über die Berechnung der Pflegekosten und die Erstattungsleistungen der Pflegeversicherung. Im Frühjahr 2003 wurde das Online-Angebot um „Betreuungsangebote für demenziell Erkrankte“ erweitert. Außerdem wird über den Pflegeführer Ostalb - das „Dekubitus-Projekt“ mit den teilnehmenden Einrichtungen abgewickelt (Online-Meldesystem für Liegegeschwüre zur Verbesserung der Pflegequalität, u. a. vom Sozialministerium Baden-Württemberg mit dem Qualitätsförderpreis Gesundheit ausgezeichnet, Anerkennung im Rahmen der Ausschreibung des Innovationspreises Ostwürttemberg 2002, Krankenhaus-Hygiene-Kongress-Stiftungspreis - KHK-Stiftungspreis - Marburg 2003). Im Weiteren soll der Pflegeführer Ostalb zu einem Internet-Portal für Senioren und behinderte Menschen ausgebaut werden.
- Konzeption für ein „Naturschutzzentrum Ostwürttemberg“
- Ganztägige Fachveranstaltung zum Thema Flächenressourcenmanagement („Reduzierung des Flächenverbrauchs im Ostalbkreis - Unser Auftrag für die Zukunft!“) für Multiplikatoren am 8. November 2002 im Aalener Landratsamt, die ihre Fortsetzung in der
- Regionalen Initiative zur Reduzierung des Flächenverbrauchs fand.
Die Regionale Initiative hat sich am 20. Mai 2003 konstituiert und in bislang 5 Sitzungen im Plenum sowie diversen Kleingruppentreffen mit den Schwerpunkten Gewerbe, Wohnen und Verkehr befasst. Ergebnisse in Form einer Broschüre mit konkreten Handlungsempfehlungen sollen im Herbst d. J. publiziert werden. - Ganztägige Informationsveranstaltung „Förderung von lokalen und regionalen Betreibergemeinschaften von Windkraftanlagen“ im Oktober 2001 im Aalener Landratsamt
- Energie-Erstberatungsprogramm für Privathaushalte / Hauseigentümer und
- Energieberatungszentrum
Das vom Ostalbkreis finanzierte Energetische Erstberatungsprogramm wurde im Oktober 2001 erstmals aufgelegt. Seitdem fanden rund 400 Beratungsgespräche statt, ca. 60 weitere Anträge liegen vor. Ab 1. Oktober d. J. soll das Beratungs-programm im Beratungs- und Kompetenzzentrum „EnergiekompetenzPLUS“ in Böbingen a. d. R. fortgeführt werden. Dort soll entsprechend den Leitzielen und Ergebnissen der Agenda-Arbeitskreise Energie auf Kreisebene sowie Aalen und Schwäbisch Gmünd eine zentrale Anlaufstelle im Ostalbkreis für das Thema Energie eingerichtet werden. - Arbeitspapier „Gedanken zu den Themen Ausbildungsmarkt und Arbeitsmarkt“ für die Gesellschaft des Ostalbkreises für Beschäftigungsförderung (GOB)
Für die Finanzierung des Agenda-Prozesses wurden seit dem Jahr 1999 im Kreishaushalt folgende Mittel zur Verfügung gestellt:
Haushaltsjahr
| Ausgaben
| Einnahmen (Fördermittel des Landes Baden-Württemberg)
| 1999 | 15.000,-- DM | 15.000,-- DM | 2000 | 40.000,-- DM | 15.000,-- DM | 2001 | 100.000,-- DM | --- | 2002 | 52.000,-- Euro | --- | 2003 | 25.000,-- Euro | --- | 2004 | 10.000,-- Euro | --- |
Finanzierung und Folgekosten: Haushaltsstelle 1.0000.5900 „Lokale Agenda 21“, Ansatz Haushaltsjahr 2004: 10.000,-- Euro
Anlagen: - Sichtvermerke: Fachamt __________________________________________________ Dietterle Hauptamt __________________________________________________ Wolf Kämmerei __________________________________________________ Hubel Landrat __________________________________________________ Pavel
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