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Vorlage - 155/2026  

 
 
Betreff: Bericht über die Schüleranmeldezahlen für das Schuljahr 2026/2027 im
Vollzeit- und Teilzeitbereich und über die Lehrkräfteversorgung an den
Beruflichen Schulen und den SBBZ des Ostalbkreises
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Bildung und Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung Kenntnisnahme
13.10.2026 
Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Bildung und Digitalisierung      
Anlagen:
Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis
Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt den Bericht über die Schüleranmeldezahlen für das Schuljahr 2026/2027 im Vollzeit- und Teilzeitbereich und über die Lehrkräfteversorgung an den Beruflichen Schulen und den SBBZ des Ostalbkreises zur Kenntnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

1. Ausgangslage

 

Als Fortführung der 2006 begonnenen Information über die Entwicklung der Schülerzahlen im Vollzeit- und Teilzeitbereich an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises wird auch 2026 diese Sitzungsvorlage dem Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung zur Kenntnis gegeben. Zum zwölften Mal werden auch die Schülerzahlen der vier Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) dargestellt.

 

2. Schülerzahlen der Schulen in der Trägerschaft des Ostalbkreises im Einzelnen:

 

a) Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)

 

Die Schülerzahlen haben sich vom Jahr 2010 an wie folgt entwickelt:

 

Jahr

Insgesamt

2010

561

2011

541

2012

523

2013

526

2014

493

2015

495

2016

549

2017

572

2018

607

2019

622

2020

638

2021

636

2022

629

2023

650

2024

672

2025

698

Vorläufige Zahlen 2026

701

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Trend der steigenden Schülerzahlen im Bereich der SBBZ‘en setzt sich weiterhin fort. Die Schulleitungen unserer SBBZ stellen fest, dass die Eltern die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder in einem SBBZ erkennen und deshalb die Beschulung in einem SBBZ der inklusiven Beschulung bevorzugen. Tatsächlich wurden mehr Anmeldungen entgegen genommen, die, nach Abwägung jedoch aufgrund mangelnder räumlicher Kapazitäten an andere Schulen verwiesen wurden.

 

 

b) Berufliche Schulen

 

Die Schülerentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich hat sich vom Jahr 2009 an wie folgt entwickelt:

 

 

 

Jahr

Teilzeit

Vollzeit

Insgesamt

2009

7.046

4.884

11.930

2010

6.854

4.773

11.627

2011

6.568

4.545

11.113

2012

6.459

4.510

10.969

2013

6.529

4.707

11.236

2014

6.323

4.745

11.068

2015

6.304

4.776

11.080

2016

6.121

4.729

10.850

2017

6.086

4.613

10.699

2018

6.003

4.347

10.350

2019

6.088

4.159

10.247

2020

5.958

4.143

10.101

2021

5.641

3.989

  9.630

2022

5.462

3.958

  9.420

2023

5.510

3.924

  9.434

2024

5.514

3.738

  9.252

2025

5.483

3.803

  9.286

vorläufige Zahlen 2026

5.210

3.767

  8.977

 

Siehe hierzu auch die beigefügte Grafik (Anlage 1).

 

Teilzeitbereich

 

Der seit 2010 anhaltende kontinuierliche Rückgang der Schülerzahlen im Teilzeitbereich setzt sich weiterhin fort. Die derzeitigen Anmeldezahlen liegen bei insgesamt 5.210 Auszubildenden (-273 zum Vj.). Da zum aktuellen Ausbildungsbeginn weiterhin neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, wird jedoch davon ausgegangen, dass sich das Defizit zum Vorjahr noch etwas verringert.

 

Immer noch haben die Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Bewerber/innen zu finden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen können ihre Ausbildungsplätze immer schwerer besetzen. Allerdings zeigt sich auch, dass in Summe weniger Ausbildungsplätze (-400, -14,2 %) angeboten werden. Dies zeigen auch die Ausbildungszahlen im Bereich der IHK, im Bereich des Handwerks steigen die Zahlen leicht. In Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen und der Agentur für Arbeit Aalen führt der Ostalbkreis jährlich Ausbildungsplatzmessen in Aalen und Ellwangen durch. Von Seiten der ausstellenden Betriebe erfahren diese Messen weiterhin eine große Nachfrage. Auch viele Städte und Gemeinden, allgemeinbildende Schulen und Betriebe führen Veranstaltungen zur Berufsorientierung und zur Kontaktaufnahme mit den Ausbildungsbetrieben und den Beruflichen Schulen durch. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Schulabgänger/innen rechtzeitig über Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsangebote informieren können. Durch Schnupperpraktika wird den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten und Neigungen auszuloten.

 

AVdual

 

Der Ostalbkreis gehörte bereits im Jahr 2014 zu den ersten Modellregionen, die ein Regionales Übergangsmanagement zur Koordinierung sämtlicher Maßnahmen am Übergang von der Schule in den Beruf einrichteten.

 

Seit dem Schuljahr 2017/2018 wird der einjährige vollzeitschulische Bildungsgang „Duale Ausbildungsvorbereitung“ (AVdual) flächendeckend an den kreiseigenen Beruflichen Schulen angeboten. Er richtet sich an Jugendliche, die noch keinen Schulabschluss erworben haben oder trotz eines Schulabschlusses aufgrund unterschiedlicher Hemmnisse noch nicht ausbildungsreif sind. Innerhalb eines Schuljahres werden die Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorbereitet. Einen wesentlichen Bestandteil bildet dabei der hohe Praxisanteil in Betrieben. Die AVdual-Begleiterinnen und -Begleiter unterstützen die bestehenden Bildungsbegleiter/innen bei der pädagogischen Begleitung der Jugendlichen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in AVdual ist insgesamt stabil.

 

Für das Schuljahr 2026/2027 erhält der Ostalbkreis vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Fördermittel in Höhe von 160.500 Euro für die AVdual-Begleitung sowie weitere 42.000 Euro für das Regionale Übergangsmanagement.

 

 

Änderungen bei den Bildungsangeboten

 

Zum Schuljahr 2026/2027 bestehen an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises folgende neue Ausbildungsangebote, die auf zukunftsfähige Berufe ausgerichtet sind:

 

Technische Schule Aalen

An der Technischen Schule Aalen wurde die Teilzeitausbildung zum staatlich geprüften Techniker (Bachelor Professional in Technik), Fachbereich Maschinentechnik modifiziert.

 

Gewerbliche Schule Schwäbisch Gmünd

An der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd wurde das Vollzeitschulangebot um das Technische Berufskolleg I (1BKT1) ergänzt.

 

 

Einsatz von Künstlicher Intelligenz - KI

 

KI-Plattformen wurden für alle Beruflichen Schulen zur Testung zugänglich gemacht. Diese werden intensiv von den Lehrerinnen und Lehrern, aber auch von den Schülerinnen und Schülern genutzt. Weitere Pädagogische Tage wurden in unterschiedlicher Länge und Umfang an den Schulen zur Nutzung dieser KI durchgeführt bzw. sind geplant. Mithilfe dieser Plattform können Lehrerinnen und Lehrer KI für das Schreiben von Texten, die Entwicklung von Konzepten (BNE-Konzept; Einführung neuer Lehrkräfte) oder die Organisation von Veranstaltungen verwenden. Zudem finden fortlaufend verschiedene Lehrerfortbildungen durch das ZSL zum Thema KI statt. Dazu erfolgt verstärkt die Auseinandersetzung in den einzelnen Fachschaften.

 

Ebenso gibt es zwischenzeitlich die Möglichkeit vom Land Baden-Württemberg bereitgestellte KI-Tools einzusetzen. Viele KI-Themen werden „integrativ“ unterrichtet.

 

Alle Schülerinnen und Schüler und alle Lehrkräfte können den KI-gestützten Chatbot Copilot zu Recherchen und Bildgenerationen usw. nutzen.

 

Inhaltlich spielt das Thema KI insbesondere bei technischen Themen und bei der Programmierung und Bedienung von Maschinen und Geräten eine immer wichtigere Rolle. So sind beispielsweise bei der Vergabe der Themen für die Technikerarbeiten auch Inhalte bezüglich KI zu bearbeiten. Vor- und Nachteile, Folgen der Weiterentwicklung von KI und deren Anwendungen sind Themen in den allgemeinbildenden Fächern wie Gemeinschaftskunde oder Wirtschaftskompetenz.

 

KI wird im EDV-Unterricht als Thema des Mediencurriculums behandelt oder im Fach Deutsch beim Vergleich einer Erörterung bzw. zum Erzeugen von Stilmitteln. In Mathematik kann durch KI-Übungsmaterial selbst erstellt und als Ergänzung zum Buch oder anderen Arbeitsmaterialen verwendet werden.

 

Teilweise wurde zwischenzeitlich das Wahlpflichtfach KI-Masterclass eingeführt und eine schulische KI-Koordination zur Bündelung und Steuerung der weiteren Entwicklung verankert. Auch haben zwischenzeitlich Kontakte zu Start-ups stattgefunden, um ggfs. eine gemeinsame Konzeption eines KI-Assistenten für die Schulen zu entwickeln.

 

In den industriell-technischen Ausbildungsberufen werden die Auszubildenden an Industrie 4.0-fähigen Maschinen ausgebildet, damit sie auf dem neuesten Stand der Technik im Bereich von vernetzten und KI-gesteuerten Arbeitsprozessen vorbereitet sind.

Das umfasst nicht nur die praktische Anwendung, sondern auch die Vermittlung von theoretischem Wissen und Kompetenzen was vor allem durch die erweiterte Lernfabrik ermöglicht wird. Sowohl in den Profilfächern der Vollzeitklassen als auch im Laborunterricht erleben die Schülerinnen und Schüler, wie KI-gesteuerte Produktionsprozesse definiert werden und welche Anforderungen bedacht werden müssen.

 

Auch wird zwischenzeitlich bereits ein KI-Zertifikat für Auszubildende angeboten.

 

Vollzeitbereich

 

Die Anzahl der Anmeldungen im Vollzeitbereich ist im Vergleich zum Vorjahr um 36 Schülerinnen und Schüler auf 3.767 Schülerinnen und Schüler zurückgegangen. Die Verwaltung geht jedoch davon aus, dass diese Schülerzahl aufgrund geburtenstärkerer Jahrgänge in we nigen Jahren wieder steigen wird.

 

Die Anzahl der Eingangsklassen an den Beruflichen Gymnasien im Ostalbkreis entspricht ca. der des Vorjahres. Für die Bewerberinnen und Bewerber für die Beruflichen Gymnasien und der Berufskollegs wurde wiederum das „Online-Bewerberverfahren (BewO) im Ostalbkreis durchgeführt. So wurden bereits im Frühjahr die Halbjahreszeugnisse der Bewerberinnen und Bewerber gesichtet und bei Vorliegen der Voraussetzungen eine vorläufige Zusage herausgegeben. Nach Vorlage der Abschlusszeugnisse wurden Ende Juli die endgültigen schriftlichen Zusagen an die Bewerberinnen und Bewerber versandt. Derzeit ist noch keine Auswirkung der Neueinführung von G9 an den allgemein bildenden Gymnasien erkennbar.

 

Im aktuellen Schuljahr setzen sich die Schülerzahlen im Vollzeitbereich wie folgt zusammen:

 


Berufliches Schulzentrum Aalen

 


Berufliches Schulzentrum Schwäbisch Gmünd

 


Kreisberufsschulzentrum Ellwangen

 

 

 

Von Seiten der Agentur für Arbeit Aalen wird mitgeteilt, dass in der Summe im Ostalbkreis seit Beginn des Berichtsjahres 2025/2026 bislang 2.422 Ausbildungsplätze gemeldet wurden. Dies sind 400 Ausbildungsplätze weniger (- 14,2 %) als im Berichtsjahr zuvor. Im gesamten vorigen Vermittlungsjahr standen somit 2.422 Ausbildungsplätze im Ostalbkreis zur Verfügung. Derzeit gibt es noch 674 (Vorjahr: 910) nicht besetzte Ausbildungsstellen. Die Zahl der 1.487 Bewerberinnen und Bewerber reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 41. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur setzt sich der Trend fort, dass viele offene Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können. Ein endgültiges Ergebnis kann jedoch erst beim Pressegespräch zur Ausbildungsmarktbilanz der Agentur für Arbeit Aalen im November vorgelegt werden, da deren Berichtsjahr Ende Oktober endet.

 

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres, Anfang September, berichtet die IHK Ostwürttemberg, dass die bei ihr eingetragenen Ausbildungsverträge für den Bereich des Ostalbkreises um 7 (- 0,7 %) auf 991 (Vj.998) zurückgegangen sind. Die Ausbildungszahlen sind nur vorläufig zu verstehen, denn die IHK verzeichnet nach wie vor einen Eingang an Ausbildungsverträgen.

 

Wie die Handwerkskammer Ulm berichtet, sind für den Bereich des Ostalbkreises zum 31.08.2026 insgesamt 590 neue Ausbildungsverträge eingegangen. Im vorangegangenen Ausbildungsjahr beliefen sich die neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt auf 549. Dies stellt einen Zuwachs um 7 % gegenüber dem Vorjahr dar. Diesen 590 neu eingegangenen Ausbildungsverhältnissen stehen im Ostalbkreis aktuell noch 65 (Vj. 78) offene Stellen im Handwerk gegenüber.


3. Lehrkräfteversorgung:

 

Zu Beginn des neuen Schuljahres führte die Verwaltung bei den Beruflichen Schulen des Ost-albkreises eine Umfrage bezüglich der Lehrkräfteversorgung durch. Von den Schulen wurden die in der Anlage 2 aufgeführten Zahlen zur Lehrkräfteversorgung mitgeteilt. Aus der Übersicht ergibt sich, dass sich im Vergleich zum Vorjahr das Deputatdefizit im neuen Schuljahr reduziert hat. Insgesamt fehlen 4,5 Deputate an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises für eine vollständige Unterrichtsversorgung.

 

Die vier Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des Ostalbkreises berichten von einer Lehrkräfteversorgung im aktuellen Schuljahr, die weitgehend den Pflichtbereich abdeckt. Die Unterrichtsversorgung konnte, annähernd auf Vorjahresniveau, aufrechterhalten werden. Die Lehrerversorgung hat sich dennoch dahingehend verschlechtert, dass freiwerdende Stellen nur durch Personen ohne Lehrbefähigung besetzt werden konnten. Die Belastungsfaktoren erhöhen sich durch eine wachsende Zahl an Kindern mit Autismus, psychischen oder chronischen Erkrankungen.

 

 

4. Fazit:

 

Nach den vorliegenden Zahlen sind vor allem im Bereich der dualen Ausbildung noch viele freie Ausbildungsstellen zu verzeichnen, die Zahl der nicht besetzten Ausbildungsstellen hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 236 reduziert. Durch die intensive Unterstützung der Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter im Ostalbkreis wird beim Übergangsprozess in den Beruf oder in eine weitere schulische Laufbahn die bestmögliche Richtung für die Schülerinnen und Schüler gesucht. Durch das individuelle und vielseitige Angebot an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis kann somit für jeden jungen Menschen ein passender Weg gefunden werden.

 

Weiterhin ist es immens wichtig, dass alle an der beruflichen Bildung beteiligten Akteure bemüht sind, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

 

Auch zukünftig wird der Ostalbkreis in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, den Kammern, den Innungen und den Schulleitungen dafür Sorge tragen, dass die Jugendlichen einen Ausbildungs- bzw. einen Schulplatz erhalten, um eine erfolgreiche Ausbildung starten zu können.


Finanzierung und Folgekosten

 

Keine.


Anlagen

 

Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis

Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung

 

 

Sichtvermerke

 

gez. Freytag, Geschäftsbereichsleiterin

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis (28 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung (53 KB)