Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Sachverhalt/Begründung
Der im Juli 2026 veröffentlichte Prüfbericht legt erhebliche Defizite insbesondere in der Haushalts- und Wirtschaftsführung offen. Beanstandet wurden Verstöße gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sowie eine unangemessene Verwendung öffentlicher Mittel. Der Bericht führt hierzu unter anderem Mängel bei Vergabeverfahren sowie Ausgaben an, deren Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit in Frage gestellt wurden.
Darüber hinaus wurden Defizite bei Organisation, Steuerung und Aufsicht des LMZ festgestellt. Im Zuge der Prüfung wurden auch die Aufgabenverteilung und bestehende Überschneidungen zwischen dem LMZ und den kommunalen Medienzentren thematisiert. Das Kreismedienzentrum Ostalbkreis als eigenständige Institution war nicht Teil der Beanstandungen. Die Prüfungsergebnisse haben eine grundlegende Diskussion über die künftige Struktur des Landesmedienzentrums und die Aufgabenverteilung innerhalb des Medienzentrenverbunds ausgelöst.
Das Kultusministerium hat als Konsequenz aus dem Prüfbericht ein Zielszenario für die künftige Struktur der Medienbildung in Baden-Württemberg definiert. Dieses sieht vor, das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg in seiner bisherigen Form nicht fortzuführen und die bestehenden Strukturen bis zum 31. Dezember 2028 schrittweise neu zu ordnen. Bestandteil des Zielszenarios ist auch die Rückführung der bislang an den Medienzentren eingesetzten pädagogischen Landesbediensteten in den regulären Schuldienst.
Eine Umsetzung dieses Zielszenarios hätte damit unmittelbare Auswirkungen auf die bisherige personelle, fachliche und organisatorische Struktur der Kreis- und Stadtmedienzentren und somit direkt auf den Ostalbkreis mit seinen Städten und Gemeinden. Insbesondere würde die vom Land bereitgestellte pädagogische Personalausstattung entfallen. Die an den Medienzentren eingesetzten Lehrkräfte bilden eine wesentliche Schnittstelle zwischen den Schulen und den Medienzentren. Als Lehrkräfte kennen sie schulische Abläufe, pädagogische Anforderungen und konkrete Unterstützungsbedarfe der Schulen und Schulträger aus eigener Praxis und tragen diese in die Arbeit der Medienzentren hinein. Umgekehrt sorgen sie dafür, dass die Beratungs-, Unterstützungs- und Infrastrukturangebote der Medienzentren die Schulen und Schulträger erreichen und dort praxisgerecht eingesetzt werden können. Ein Wegfall dieser personellen Schnittstelle würde daher nicht nur eine Reduzierung der personellen Ressourcen bedeuten. Zugleich ginge unmittelbar schulpraktisch angebundene medienpädagogische Kompetenz verloren und die direkte Anbindung der Medienzentren an die schulische Praxis würde erheblich geschwächt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie bislang gemeinsam bzw. zentral bereitgestellte Infrastrukturen, Lizenzen und Unterstützungsangebote künftig fortgeführt werden können.
Das Land verfolgt im Rahmen seines definierten Zielszenarios eine grundlegende Neuordnung der bisherigen Strukturen der Medienbildung. Für die Jahre 2027 und 2028 sind insbesondere folgende Veränderungen vorgesehen:
Neuverteilung von Landesaufgaben: Die bisherigen Aufgaben des LMZ sollen auf bestehende Einrichtungen des Landes übertragen werden. Aufgaben im Bereich der medienpädagogischen Qualifizierung und Lehrkräftefortbildung sollen insbesondere beim Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) gebündelt werden; technische Infrastrukturaufgaben sollen dem Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) zugeordnet werden. Für die kommunale Ebene ergibt sich dadurch ein Defizit im Bereich der Unterstützungsleistungen, die über die fachliche Lehrkräftefortbildung hinausgehen und sich beispielsweise unmittelbar an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulträger sowie Eltern richten.
Novellierung des Medienzentrengesetzes: Im Zuge der Neuordnung ist eine Änderung des Medienzentrengesetzes vorgesehen. Nach dem derzeitigen Zielszenario soll dabei auch die bisherige Verpflichtung der Stadt- und Landkreise zum Unterhalt von Medienzentren verändert und der Betrieb kommunaler Medienzentren künftig als freiwillige Aufgabe ausgestaltet werden.
Entflechtung von Landes- und kommunalen Aufgaben: Entsprechend der Empfehlung des Rechnungshofs sollen Landes- und kommunale Aufgaben im Medienzentrenverbund stärker voneinander getrennt werden. Für die kommunale Ebene ist dabei insbesondere von Bedeutung, welche Aufgaben künftig bei den Stadt- und Landkreisen verbleiben und wie deren Finanzierung geregelt wird. Seitens der kommunalen Landesverbände wird in diesem Zusammenhang eine klare Beachtung des Konnexitätsprinzips gefordert, um zusätzliche finanzielle Belastungen der kommunalen Ebene zu vermeiden. Sollte das Kultusministerium bzw. der Landtag von Baden-Württemberg erwirken, dass die kommunalen Aufgaben zukünftig Freiwilligkeitsaufgaben werden, ist mit keiner finanziellen Beteiligung durch das Land zu rechnen.
Das KMZ versteht Medienbildung dabei als gemeinsame Aufgabe aller am Bildungsprozess Beteiligten. Ein ganzheitliches Medienbildungsverständnis richtet sich nicht allein an Schülerinnen und Schüler oder Lehrkräfte, sondern nimmt ebenso Schulleitungen, pädagogische Fachkräfte, Schulträger, Eltern und weitere Akteure des Bildungsumfelds in den Blick.
a) Medienkompetenz als zentrale Bildungsaufgabe - Datenschutz und Datensicherheit, b) Digitalisierung pädagogisch und technisch sinnvoll gestalten
Diese Verbindung von technischer und pädagogischer Expertise ermöglicht es, Investitionsentscheidungen nicht allein unter technischen Gesichtspunkten, sondern ausgehend vom tatsächlichen Einsatz in Schule und Unterricht zu treffen. Das KMZ bündelt hierfür Fachwissen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Schulen und Schulträgern des Ostalbkreises und kann diese für weitere Vorhaben nutzbar machen. Dadurch können ungeeignete oder nicht aufeinander abgestimmte Einzellösungen vermieden, gemeinsame Standards unterstützt und vorhandene Ressourcen wirtschaftlicher eingesetzt werden.
Mit Blick auf den angekündigten DigitalPakt II kann das KMZ auf umfangreiche Erfahrungen aus dem DigitalPakt Schule zurückgreifen. Bereits im DigitalPakt I unterstützte das KMZ Schulen und Schulträger intensiv bei der Entwicklung tragfähiger Medienentwicklungspläne und damit bei der Herstellung wesentlicher Fördervoraussetzungen. Von 172 berechtigten Schulen im Ostalbkreis erarbeiteten 142 einen Medienentwicklungsplan; 65 dieser Pläne wurden direkt durch das KMZ begutachtet und freigegeben, bei weiteren 77 war das KMZ maßgeblich an der Erarbeitung beteiligt. Damit unterstützte das KMZ die Schulträger beim Zugang zu einem Fördervolumen von insgesamt rund 18,1 Mio. Euro. Die Beratung verband dabei pädagogische, technische und organisatorische Anforderungen und half, Investitionen langfristig und bedarfsgerecht zu planen. Diese Erfahrungen und die etablierten Beratungsstrukturen bilden auch mit Blick auf den kommenden DigitalPakt II eine wichtige Grundlage für die Unterstützung der Schulen und Schulträger im Ostalbkreis. Neben standardisierten Prozessen begleitete das Kreismedienzentrum auch zahlreiche Sondersituationen. Für die Stadt Aalen, die bereits ihre Schulen als Vorzugsmaßnahme standardisiert ausgestattet hatte, entwickelte das Kreismedienzentrum Textbausteine um in Zusammenarbeit mit den Schulen die Förderfähigkeit der bereits getätigten Anschaffungen herzustellen.
parat aufgebaut werden. Gleichzeitig können Erfahrungen und bereits entwickelte Lösungen auf weitere Schulen und Schulträger übertragen werden. Dies reduziert Doppelarbeit, unterstützt einheitliche Standards und ermöglicht insbesondere kleineren Schulträgern den Zugriff auf spezialisiertes Fachwissen und professionelle Verwaltungsstrukturen.
Aktuell werden über das KMZ für 14 Kommunen im Ostalbkreis 854 mobile Endgeräte zentral verwaltet. Einschließlich der Leihgeräte des Medienzentrums umfasst die MDM-Struktur aktuell insgesamt 1.046 Geräte. Eine Schwächung der Kompetenzen des Kreismedienzentrums (KMZ) hätte zur Folge, dass die Schulträger im Landkreis die medienpädagogischen und technischen Aufgaben vollständig in Eigenregie bewältigen müssten. Die Städte und Gemeinden stünden – unabhängig von ihrer personellen und strukturellen Ausstattung – vor der Herausforderung, das erforderliche technische Know-how sowie die fachlichen, personellen und finanziellen Ressourcen dezentral aufzubauen und dauerhaft zu binden.
Anzahl der verwalteten Geräte 1. Adelmannsfelden 50 Geräte 2. Heuchlingen 32 Geräte 3. Jagstzell 64 Geräte 4. Böbingen 75 Geräte 5. Rainau 52 Geräte 6. Stödtlen 32 Geräte 7. Eschach 53 Geräte 8. Täferrot 29 Geräte 9. Tannhausen 48 Geräte 10. Lorch 218 Geräte 11. Wört 19 Geräte 12. Mögglingen 72 Geräte 13. Ruppertshofen 68 Geräte 14. Göggingen 42 Geräte
Gesamt: 854 Geräte + KMZ 192 Geräte ------------------ 1046 Geräte Das MDM ist damit ein wesentlicher Bestandteil einer verlässlich funktionierenden digitalen Bildungsinfrastruktur. Eine professionelle Geräteverwaltung stellt sicher, dass die vorhandenen Endgeräte dauerhaft nutzbar sind und die getätigten Investitionen im schulischen Alltag tatsächlich wirksam werden. d) Neue Technologien, Making und kreative Medienproduktion Die Bildungswelt wird zunehmend durch neue Technologien und digitale Anwendungsmöglichkeiten geprägt. Künstliche Intelligenz, 3D-Druck, Robotik, Programmierung, virtuelle und hybride Lernumgebungen sowie kreative Medienproduktion eröffnen neue Möglichkeiten für Schule und Unterricht.
Das KMZ greift solche Entwicklungen frühzeitig auf, erprobt technische und pädagogische Einsatzmöglichkeiten und macht die dabei gewonnenen Erfahrungen für Schulen und weitere Bildungseinrichtungen im Ostalbkreis nutzbar. Schulen erhalten dadurch die Möglichkeit, neue Technologien kennenzulernen und praktisch zu erproben, ohne hierfür unmittelbar eigene technische Strukturen oder Geräte anschaffen zu müssen. Künstliche Intelligenz gewinnt für Schule und Unterricht zunehmend an Bedeutung. Die Qualifizierung von Lehrkräften in diesem Themenfeld erfolgt insbesondere über die hierfür zuständigen Strukturen des Landes. Das KMZ ergänzt diese Angebote auf regionaler Ebene durch seine schulnahe Infrastruktur und praktische Erprobungsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere der konkrete Einsatz entsprechender Anwendungen und deren Einbindung in medienpädagogische Angebote.
- Wirtschaftlichkeit: Geräte müssen nicht an jeder Schule bzw. vom einzelnen Schulträger vollständig vorgehalten, gewartet und verwaltet werden. f) Fortbildungen, Workshops und pädagogische Beratung
- soziale Netzwerke, digitale Kommunikation und algorithmisch geprägte digitale Öffentlichkeit (Desinformation), Die Reichweite dieser Angebote zeigt sich auch in den Nutzungszahlen: Im Schuljahr 2025/26 nahmen 2.014 Personen aus dem professionellen Kontext an insgesamt 108 Workshops und Fortbildungen des KMZ teil.
Neben Fortbildungen und Workshops bietet das KMZ individuelle Beratung und Unterstützung für Schulen und pädagogische Fachkräfte. Die Arbeit des KMZ findet dabei nicht nur an den Standorten des Medienzentrums statt, sondern wirkt unmittelbar in die Schulen hinein. Pädagogische Mitarbeitende begleiten Schulen vor Ort, greifen konkrete Fragestellungen aus dem Schulalltag auf und unterstützen bei deren praktischer Umsetzung. Die am KMZ eingesetzten pädagogischen Fachkräfte bilden hierbei eine wichtige Schnittstelle: Als Lehrkräfte kennen sie schulische Abläufe, pädagogische Anforderungen und konkrete Unterstützungsbedarfe aus eigener Praxis. Gleichzeitig verfügen sie über die medienpädagogische und technische Expertise sowie die Ressourcen des Medienzentrums und können beide Bereiche unmittelbar miteinander verbinden.
Diese unmittelbare und schulnahe Zusammenarbeit ermöglicht es dem KMZ zugleich, Entwicklungen und wiederkehrende Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu erkennen. Erfahrungen und Lösungsansätze aus der Arbeit mit einzelnen Schulen können gebündelt, aufbereitet und für weitere Schulen und Schulträger im Ostalbkreis nutzbar gemacht werden. Durch diesen kontinuierlichen Überblick über schulische Bedarfe und Entwicklungen ist das KMZ zugleich ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Bildungsplanung im Bereich Medienbildung und Digitalisierung. Das KMZ wirkt damit nicht nur als zentrale Anlaufstelle, sondern als Unterstützungsstruktur direkt in die Schulen des Landkreises hinein.
- Cybermobbing,
Eine besondere Stärke liegt in der Vernetzung mit weiteren Fachstellen und Partnern, darunter Polizei, Schulsozialarbeit, Suchtvorbeugung, Diakonie und weitere Präventionsstellen. Das KMZ bringt hierbei seine medienpädagogische Expertise und den unmittelbaren Zugang zu Schulen ein. Unterschiedliche fachliche Perspektiven können dadurch gebündelt und für gemeinsame Präventionsangebote genutzt werden. Für Schulen und Kommunen steht damit eine abgestimmte regionale Unterstützungsstruktur zur Verfügung. Die enge Vernetzung der beteiligten Akteure ermöglicht es, Angebote und Aktivitäten aufeinander abzustimmen, unnötige Doppelstrukturen zu vermeiden und unterschiedliche fachliche Perspektiven auf medienbezogene Herausforderungen zusammenzuführen. Während die beteiligten Partner ihre jeweiligen fachlichen Schwerpunkte und Kompetenzen einbringen, können bei übergreifenden Themen gemeinsame Projekte und Präventionsangebote umgesetzt werden. Das KMZ übernimmt dabei insbesondere eine verbindende Funktion zwischen Medienpädagogik, schulischer Praxis und den weiteren beteiligten Fachstellen.
Digitale Elternabende, Aufzeichnungen und Online-Angebote ermöglichen darüber hinaus, entsprechende Themen einer größeren Zahl von Schulen und Familien zugänglich zu machen und vorhandene Angebote effizient mehrfach zu nutzen.
Dazu gehören insbesondere:
- Beratung zum altersgerechten und pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien, - punktuelle Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte, - Angebote und Materialien zur aktiven und kreativen Medienarbeit, - Unterstützung bei Fragen der Medienerziehung und des Jugendmedienschutzes, - Bei Bedarf Informationsangebote oder Elternabende zu Fragen der kindlichen Mediennutzung und Medienerziehung.
Die Bedeutung der Medienbildung im frühkindlichen Bereich ist auch im aktuellen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege verankert. Medienbildung ist darin als eigenständiges Bildungs- und Entwicklungsfeld ausgewiesen. Im Rahmen der Vernetzung im Sozialraum werden ausdrücklich auch die Stadt- und Kreismedienzentren als Kooperationspartner genannt.
Damit trägt das KMZ der immer früher beginnenden Medienbiografie von Kindern Rechnung und setzt bereits dort an, wo grundlegende Nutzungsgewohnheiten und Einstellungen zu digitalen Medien entstehen. Entsprechende Beratungsangebote müssten die Städte und Gemeinden des Ostalbkreises als Träger dieser Einrichtungen eigenständig und eigenverantwortlich aufbauen und unterhalten, sollte die Kompetenz des KMZ geschwächt werden.
Die Kooperationen des KMZ mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, den Staatlichen Seminaren bzw. Pädagogischen Fachseminaren und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) verbinden unterschiedliche Phasen der Lehrkräftebildung miteinander. Das KMZ bringt dabei seine medienpädagogische und technische Expertise, seine unmittelbare Anbindung an die schulische Praxis sowie seine technische und räumliche Infrastruktur maßgeblich und gewinnbringend für die Lehrkräfteaus- und -fortbildung ein. Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd Das KMZ ist hierfür der praxisnahe Kooperationspartner. Studierende können: Besonders nachhaltig wirkt die Kooperation durch den damit verbundenen Multiplikatoreneffekt: Studierende erwerben bereits während ihrer Ausbildung medienpädagogische und medienpraktische Kompetenzen, die sie als künftige Lehrkräfte in ihre Schulen und Kollegien einbringen. Die Angebote des KMZ wirken damit über den unmittelbaren Ausbildungskontext hinaus und leisten einen langfristigen Beitrag zur Verankerung von Medienkompetenz in der schulischen Praxis.
Von der Zusammenarbeit profitieren beide Einrichtungen. Die Pädagogische Hochschule erhält Zugang zu regionalen Praxisfeldern und aktuellen Fragestellungen aus Schulen und Schulträgern. Das KMZ wiederum steht im kontinuierlichen Austausch mit Wissenschaft und Lehrkräftebildung und kann entsprechende Impulse in seine Arbeit aufnehmen. Die Kooperation schafft damit eine unmittelbare Verbindung zwischen wissenschaftlicher Auseinandersetzung, Lehrkräftebildung und schulischer Praxis. Kooperation mit den Staatlichen Seminaren und Pädagogischen Fachseminaren Auch in der zweiten Phase der Lehrkräftebildung ist das KMZ fest in die Ausbildung im Bereich Medienbildung eingebunden. Für alle Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sind dabei verbindliche Ausbildungsanteile am Kreismedienzentrum vorgesehen. Sie lernen die Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten des KMZ kennen und nehmen an praxisorientierten Workshops teil. Dabei erproben sie medienpädagogische Konzepte, digitale Werkzeuge und technische Angebote und lernen deren Einsatzmöglichkeiten für Schule und Unterricht kennen.
Das KMZ ist damit nicht lediglich punktueller Kooperationspartner, sondern fest in die Ausbildungsstruktur des Vorbereitungsdienstes im Bereich Medienbildung eingebunden. Zugleich lernen die angehenden Lehrkräfte das KMZ bereits während ihrer Ausbildung als regionale Unterstützungsstruktur kennen, auf die sie später im schulischen Alltag zurückgreifen können.
Kooperation mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL)
Die unterschiedlichen Schwerpunkte beider Einrichtungen bieten die Möglichkeit, Angebote aufeinander abzustimmen und vorhandene Kompetenzen und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Landesweite Qualifizierungs- und Fortbildungsstrukturen können dadurch mit regionaler Infrastruktur, praktischen Erprobungsmöglichkeiten und den konkreten Bedarfen der Schulen vor Ort verbunden werden.
Die bestehende Zusammenarbeit soll deshalb künftig noch enger verzahnt werden. Gemeinsame bzw. aufeinander abgestimmte Angebote können insbesondere umfassen: schutz, Dadurch ist das KMZ bereits jetzt zentraler und unverzichtbarer Kompetenzhub für das gesamte Bündnis Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd.
6.2. Weitere Kooperationen und Netzwerke
Neben den Kooperationen im Bereich der Lehrkräftebildung arbeitet das KMZ mit zahlreichen weiteren Partnern zusammen. Dazu gehören insbesondere Schulen und Schulträger, Akteure des Medienzentrenverbunds Baden-Württemberg, der Arbeitskreis Medien Ostalbkreis, Polizei und Schulsozialarbeit, Einrichtungen der Suchtprävention und weitere Präventionsstellen sowie weitere Bildungs- und Kooperationspartner wie explorhino, St. Loreto und Radio Fips. Das KMZ übernimmt innerhalb dieser Netzwerke insbesondere eine verbindende Funktion zwischen Schulen, Schulträgern, Medienpädagogik, Technik und weiteren Fachstellen. Durch die Vernetzung können vorhandene Kompetenzen gemeinsam genutzt, parallele Strukturen vermieden und aktuelle Fragestellungen und Bedarfe aus Schulen und Kommunen mit den jeweils zuständigen Fachpartnern aufgegriffen werden.
Gleichzeitig ermöglicht die kreisweite Bündelung, Erfahrungen und Lösungsansätze aus der Arbeit mit einzelnen Schulen und Schulträgern für weitere Einrichtungen im Ostalbkreis nutzbar zu machen. Das KMZ verbindet damit die Vorteile einer gemeinsamen kreisweiten Struktur mit einer unmittelbaren und schulnahen Unterstützung vor Ort. a) Bündelung von Ressourcen und wirtschaftlicher Mitteleinsatz
Die kreisweite Bündelung ermöglicht es, spezialisierte Ressourcen gemeinsam zu nutzen und damit parallele Strukturen bei einzelnen Schulen und Schulträgern zu vermeiden. Dies betrifft sowohl digitale Infrastrukturen und Lizenzen als auch technische Geräte und spezialisiertes Fachwissen.
Besonders deutlich wird dieser Effekt bei der Bereitstellung digitaler Medien. Im Schuljahr 2025/26 standen über das KMZ 1.470 Kreisonlinelizenzen zur Verfügung. Bei einem mittleren Wert von rund 630 Euro je Lizenz entspricht dies einem bereitgestellten Lizenzwert von rund 926.000 Euro. 3.138 Lehrkräfte nutzten die SESAM-Mediathek aktiv; aus dem Online-Medienbestand wurden 23.804 Streams abgerufen. Durch die kreisweite Lizenzierung müssen entsprechende Medienrechte nicht von jeder Schule oder jedem Schulträger separat beschafft und verwaltet werden.
Ein vergleichbarer Synergieeffekt entsteht beim Geräteverleih. Hochwertige, aktuelle oder nur gelegentlich benötigte Technik kann gemeinsam vorgehalten und von unterschiedlichen Schulen genutzt werden. Dies ergänzt die vorhandene Ausstattung der Schulen und ermöglicht zugleich die praktische Erprobung von Geräten, bevor eigene Investitionsentscheidungen getroffen werden. Im Schuljahr 2025/26 wurden 2.114 Verleihvorgängen technischer Geräte verzeichnet.
Auch beim Mobile-Device-Management zeigt sich der Nutzen einer gemeinsamen Infrastruktur. Aktuell werden über die MDM-Struktur des KMZ 854 Endgeräte aus 14 Kommunen zentral verwaltet. Einschließlich der eigenen Geräte des Medienzentrums umfasst die gemeinsame Verwaltungsstruktur 1.046 Geräte. Insbesondere kleinere Schulträger können dadurch auf eine bestehende professionelle Infrastruktur und entsprechendes Fachwissen zurückgreifen, ohne hierfür jeweils eigene Strukturen aufbauen zu müssen.
b) Gemeinsames Fachwissen, Standards und Wissenstransfer
Neben der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur und Ressourcen liegt ein wesentlicher Mehrwert des KMZ in der Bündelung von Fachwissen und Erfahrungen. Fragestellungen und Lösungsansätze, die sich aus der Zusammenarbeit mit einzelnen Schulen und Schulträgern ergeben, können aufgegriffen, gebündelt und für andere Einrichtungen im Ostalbkreis nutzbar gemacht werden. Wissen und Erfahrungen müssen dadurch nicht an jeder Schule und bei jedem Schulträger neu aufgebaut werden.
Eine besondere Stärke des KMZ liegt dabei in der Verbindung pädagogischer und technischer Perspektiven. Bei der Planung und Umsetzung digitaler Bildungsinfrastruktur vermittelt das KMZ zwischen den Anforderungen von Schulen und Kollegien und den technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen der Schulträger und ihrer IT. So wurde beispielsweise die Stadt Schwäbisch Gmünd bei der Medienentwicklungsplanung eng begleitet und insbesondere dabei unterstützt, die pädagogischen Anforderungen des Bildungsplans in die technischen Planungen einzubeziehen.
Die kreisweite Zusammenarbeit unterstützt zugleich die Entwicklung gemeinsamer Standards und Lösungsansätze. Dies betrifft beispielsweise Geräteverwaltung und MDM, digitale Werkzeuge, technische Ausstattung oder die Erprobung neuer Technologien. Erfah- rungen aus bereits umgesetzten Vorhaben können für weitere Schulen und Schulträger genutzt und geeignete Lösungen auf andere Anwendungsfälle übertragen werden.
Das KMZ übernimmt damit auch eine Erprobungs- und Transferfunktion. Neue Geräte, Technologien und medienpädagogische Anwendungsmöglichkeiten können zunächst praktisch erprobt und Erfahrungen mit ihrem schulischen Einsatz gesammelt werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen stehen anschließend nicht nur einer einzelnen Schule oder Kommune, sondern dem gesamten Netzwerk der Schulen und Schulträger im Ostalbkreis zur Verfügung.
c) Mehrwert für unterschiedlich große Schulträger
Die Städte und Gemeinden des Ostalbkreises verfügen über sehr unterschiedliche personelle, technische und organisatorische Voraussetzungen. Entsprechend unterscheidet sich auch die Art, in der sie die Angebote des KMZ nutzen. Die gemeinsame Struktur ermöglicht es, Unterstützungsleistungen bedarfsgerecht an bereits vorhandene Strukturen anzuknüpfen.
Für kleinere Schulträger ist insbesondere der Zugang zu spezialisiertem Fachwissen und gemeinsam bereitgestellter Infrastruktur von Bedeutung. Dies zeigt sich beispielsweise beim Mobile-Device-Management, das derzeit von 14 Kommunen genutzt wird. Eigene technische und personelle Strukturen für diese Aufgaben müssen dadurch nicht bei jedem Schulträger separat vorgehalten werden. Auch größere Schulträger mit eigenen IT-Strukturen profitieren von den kreisweiten Angeboten. Hier stehen insbesondere die Nutzung kreisweit bereitgestellter Medien und Lizenzen, der Zugriff auf spezialisierte oder ergänzende technische Ausstattung sowie medienpädagogische Angebote, Schülerworkshops, Präventionsangebote, Elternabende und pädagogische Tage im Vordergrund. Hinzu kommen Beratung und Unterstützung bei Fragestellungen, bei denen pädagogische, technische und organisatorische Anforderungen zusammengeführt werden müssen.
Die vorhandene kreisweite Struktur ermöglicht darüber hinaus, bei zeitlich begrenzten oder neu entstehenden Unterstützungsbedarfen flexibel zu reagieren. Ein Beispiel hierfür war die professionelle Unterstützung der Stadt Aalen als Schulträger während des Aufbaus ihrer eigenen Strukturen zur Geräteverwaltung. Mehrere von der Stadt Aalen finanzierte iPad-Koffer wurden über das KMZ administriert und den Aalener Schulen zur Verfügung gestellt. Bereits vorhandene Strukturen und Kompetenzen des KMZ konnten damit übergangsweise genutzt werden, ohne dass hierfür eine separate Zwischenlösung aufgebaut werden musste.
Das KMZ ersetzt damit nicht die eigenen Strukturen der Schulträger, sondern ergänzt diese dort, wo gemeinsame, spezialisierte oder zeitlich begrenzte Unterstützungsleistungen sinnvoll sind. Gerade die Möglichkeit, je nach vorhandenen Voraussetzungen unterschiedliche Leistungen der gemeinsamen Kreisstruktur in Anspruch zu nehmen, stellt einen wesentlichen Mehrwert für die heterogene kommunale Bildungslandschaft des Ostalbkreises dar.
d) Kreisweite Teilhabe und schulnahe Erreichbarkeit
Die kreisweite Bündelung von Fachwissen und Ressourcen entfaltet ihren Nutzen insbesondere dann, wenn die Angebote für Schulen zugleich gut erreichbar und praxisnah zugänglich bleiben. Ein erheblicher Teil der Leistungen des KMZ kann nicht ausschließlich digital oder aus der Distanz erbracht werden. Dies gilt insbesondere für den Geräte- und Medienverleih, Schülerworkshops und Schülerprojekte, die Nutzung spezialisierter Lern- und Erfahrungsräume, die praktische Erprobung von Technik sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote unmittelbar an Schulen.
Die praktische Bedeutung dieser Angebote zeigt sich auch in den Nutzungszahlen. Im Schuljahr 2025/26 wurden allein 2.114 Verleihvorgänge technischer Geräte durchgeführt. Darüber hinaus fanden 40 Schülerworkshops und 17 Elternabende statt. Insgesamt wurden mit Workshops und Fortbildungen 2.014 Personen aus dem professionellen Kontext sowie mit Angeboten außerhalb des professionellen Kontextes 1.812 Schülerinnen und Schüler bzw. Eltern erreicht.
Schulnähe bedeutet dabei nicht allein räumliche Nähe. Ebenso wichtig ist die Kenntnis der regionalen Schulstrukturen, persönliche Ansprechpartner, kurzfristige Erreichbarkeit und die Möglichkeit, konkrete Fragestellungen unmittelbar vor Ort aufzugreifen. Durch den kontinuierlichen Kontakt mit Schulen und Schulträgern können Unterstützungsbedarfe frühzeitig erkannt und passende Angebote entwickelt oder vorhandene Lösungen kurzfristig bereitgestellt werden.
Das Kreismedienzentrum Ostalbkreis arbeitet an den beiden Standorten Aalen und Schwäbisch Gmünd. Beide Standorte bilden dabei keine voneinander unabhängigen Einrichtungen, sondern gemeinsam eine kreisweite Unterstützungsstruktur. Personal, Fachwissen, technische Ressourcen und Angebote werden standortübergreifend eingesetzt und stehen den Schulen und Bildungseinrichtungen des gesamten Ostalbkreises zur Verfügung.
Die Zwei-Standorte-Struktur verbindet dabei unterschiedliche Anforderungen: die Bündelung spezialisierter Infrastruktur und fachlicher Kompetenzen mit einer schulnahen Erreichbarkeit im Kreisgebiet. Die beiden Standorte übernehmen innerhalb dieser gemeinsamen Struktur unterschiedliche, sich ergänzende Funktionen.
a) Schwäbisch Gmünd als Medienkompetenz- und Bildungsstandort
Der Standort Schwäbisch Gmünd wurde im Rahmen des DigitalPakts Schule als regionale Maßnahme gezielt zu einem zukunftsweisenden Medienkompetenzzentrum ausgebaut. Mit MediaLab, MediaXperienceLab, MakingArea und weiteren spezialisierten Lern-, Produktions- und Erprobungsräumen steht dort eine Infrastruktur zur Verfügung, die Schulen, Lehrkräfte und weitere Bildungspartner für Workshops, Fortbildungen, Medienproduktion und die praktische Erprobung neuer Technologien nutzen können.
Der Standort ist zugleich in besonderer Weise in die Bildungslandschaft Schwäbisch Gmünds eingebunden. Mit der Pädagogischen Hochschule, dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie den Einrichtungen der Lehrkräfteausbildung befinden sich wichtige Kooperationspartner des KMZ am Bildungsstandort Schwäbisch Gmünd. Die in Kapitel 6 dargestellten Kooperationen können dadurch unmittelbar mit den räumlichen, technischen und medienpädagogischen Möglichkeiten des Medienkompetenzzentrums verbunden werden.
Mit dem erfolgten Ausbau wurde am Standort Schwäbisch Gmünd eine spezialisierte Infrastruktur geschaffen, die für Schulen und Bildungspartner aus dem gesamten Ostalbkreis zur Verfügung steht. Sie ergänzt die standortübergreifenden Angebote des KMZ um Lern-, Produktions- und Erprobungsmöglichkeiten, die aufgrund ihrer spezialisierten Ausstattung nicht an jedem Standort vorgehalten werden müssen.
b) Aalen als schulnahe Präsenz im östlichen Kreisgebiet
Der Standort Aalen gewährleistet die schulnahe Präsenz des KMZ im östlichen und nordöstlichen Kreisgebiet. Insbesondere für Schulen und Bildungseinrichtungen im Raum Aalen, Ellwangen, Bopfingen, Neresheim und im Ries ermöglicht der Standort einen gut erreichbaren Zugang zu den Angeboten des Medienzentrums. Neben dem Medien- und Geräteverleih stehen dort insbesondere die Bereiche Mobile-Device-Management und IT, Medienberatung und Medienpädagogik als unmittelbare Ansprechpartner zur Verfügung. Auch Veranstaltungen und Workshops, teilweise in Kooperation mit anderen Bereichen des Landratsamtes, finden am Standort Aalen statt.
Von besonderer Bedeutung ist die räumliche Nähe für den Medien- und Geräteverleih. Dessen praktische Nutzbarkeit hängt wesentlich davon ab, dass Technik für Unterrichtsvorhaben und Projekte unkompliziert und auch kurzfristig ausgeliehen und zurückgegeben werden kann.
Neben der zentralen Workshopangebote an den beiden Standorten war das Kreismedienzentrum Ostalbkreis auch mit zahlreichen Veranstaltungen direkt an den Schulen. In der Raumschaft Aalen/Ellwangen/Lauchheim/Bopfingen konnten 16 Schülerworkshops zur Prävention, 4 schulinterne Lehrkräftefortbildungen und 11 Elternabende zur sicheren Mediennutzung umgesetzt werden.
Die Präsenz in Aalen erfordert dabei keine eigenständige parallele Fachstruktur. Die Mitarbeitenden in den Bereichen MDM/IT, Medienberatung und Medienpädagogik arbeiten standortübergreifend und nehmen ihre jeweiligen Fachaufgaben für den gesamten Ostalbkreis wahr. Der Medien- und Geräteverleih am Standort Aalen ist in diese bestehende Präsenz integriert.
Die bestehende Struktur verbindet damit die wirtschaftlichen und fachlichen Vorteile eines gemeinsamen Kreismedienzentrums mit der notwendigen regionalen Präsenz. Ein Team arbeitet an zwei Standorten für den gesamten Ostalbkreis.
Personal Stellenanteile:
Finanzierung und Folgekosten
Im Ergebnishaushalt des Ostalbkreises werden ordentliche Aufwendungen in Höhe von 646.000 € bereitgestellt.
Anlagen
- 0
Sichtvermerke
gez. Freytag, Geschäftsbereichsleiterin gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat |
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