Bürgerinformationssystem

Vorlage - 121/2026  

 
 
Betreff: ÖPNV-Anbindung des neuen Bahnhaltes "Aalen-West"
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Nachhaltige Mobilität   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung Entscheidung
13.07.2026 
Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung mit Straßen- und Radwegeprogramm ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Fahrplanentwurf

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung stimmt der vorgestellten ÖPNV-Anbindung des neuen Bahnhaltes „Aalen-West“ zu. Die hierfür benötigten Mittel werden in die Haushaltsplanung 2027 übernommen.

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Hintergrund

 

Nach der Eröffnung des Bahnhaltes „Schwabsberg“ im Jahr 1972 wird aller Voraussicht nach am 13. Dezember 2026 der neue Bahnhalt „Aalen-West“ als erster im Landkreis seit über 50 Jahren in Betrieb gehen. Somit gibt es bald 21 Haltestellen mit fahrplanmäßigen Bahnverkehr im Ostalbkreis.

 

Anbindung „Aalen-West“ (Nordseite)

 

Künftig wird der Bahnhalt „Aalen-West“ mit einer stündlichen Anbindung an den Metropolexpress (MEX 13) zwischen Aalen und Stuttgart angefahren. Hierfür ist auch eine Busanbindung mit der Aalener Weststadt und der Hochschule vorgesehen. In der 2019 getroffenen Mitfinanzierungsvereinbarung zwischen Stadt, Landkreis und Land verpflichtete sich der Ostalbkreis dahingehend sich um eine ÖPNV-Anbindung des Bahnhaltes „zu bemühen“, um höhere Nutzerzahlen zu ermöglichen.

 

Auf der Nordseite des Bahnhofes ist eine neue Bushaltestelle in Bahnsteignähe vorgesehen und im Bau befindlich.

 

Der Stadtteil „Hofherrnweiler“ weist heute das geringste ÖPNV-Angebotsniveau in der Aalener Kernstadt auf. Das Anbindungskonzept zum neuen Bahnhalt überwindet diesen Zustand.

 

In Hofherrnweiler verkehrt heute die Linie 37 der OVA im 20-Minuten-Takt in einer großen Schleife gegen den Uhrzeigersinn durch den Ort. Die Einbindung des neues Bahnhaltes in diese Linie ist nicht sinnvoll, da die Bewohner aus Hofherrnweiler dann zwar zum Bahnhof kommen würden, jedoch nicht wieder zurück, da der Bus dann direkt über die Schulze-Delitzsch-Straße und Gartenstraße zum ZOB fahren würde. Eine Bedienung mit den weiteren Linien, die in Hofherrnweiler verkehren, würde eine unverhältnismäßige Verschlechterung für die ÖPNV-Nutzer darstellen, den Taktverkehr gefährden und ist daher nicht weiter verfolgenswert.

 

Die größten Nutzungspotenziale für den neuen Bahnhalt werden für Bewohner der nördlich des Bahnhaltes gelegenen Wohngebiete in Hofherrnweiler und Unterrombach gesehen sowie für Studierende der Hochschule mit Wohnort entlang der Remsbahn. Durch die Anbindung zentralörtlicher Institutionen (u. a. Explorinho) profitieren auch die über das SPNV-Netz dann neu angebundenen Bereiche des Ostalbkreis.

 

Um die Potenziale mit dem Busverkehr zu erreichen, wurde in Abstimmung mit der Stadt und der OVA ein Entwurfsfahrplan entwickelt, der diese Bedürfnisse bestmöglich abdeckt. Grundsätzlich sollen die Bewohner der Orte Hofherrnweiler und Unterrombach morgens/vormittags zum Bahnhalt gebracht werden. Gleichzeitig sollen Studierende aus Richtung Stuttgart mit dem Bus zu den Hochschulstandorten gebracht werden. Nachmittags kehrt sich dann der Beförderungsbedarf um: Die Studierenden werden zum Bahnhalt befördert und die Pendler aus Richtung Stuttgart zu den Wohnbereichen.


Die Entwurfsfahrpläne sahen verschiedene Optionen der Anbindung hinsichtlich des Linienweges und des zeitlichen Umfanges (Bedienpause in der Mittagszeit und/oder am Wochenende) vor. Hierzu wurden jeweilige, grobe Kostenansätze kalkuliert. Diese sind von OVA bestätigt und bewegen sich im marktüblichen Bereich.

 

Kostenkalkulation

 

Je nach Umfang der Ausgestaltung werden Kosten von etwa 240.000 Euro/Jahr bis 510.000 Euro/Jahr veranschlagt. Die in der Planungsphase entwickelten Varianten unterscheiden sich hinsichtlich des Bedienungsgebietes (lediglich AA-Weststadt oder Ausdehnung bis Dewangen), der Bedienzeit (mit oder ohne Fahrzeitlücke zur Mittagszeit) und der Wochenendanbindung (mit oder ohne).

 

In Abstimmung mit der Stadt Aalen wurde eine durchgehende Anbindung von ca. 5:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr von Montag bis Freitag als Vorzugsvariante festgelegt. Auf eine Ausdehnung bis nach Dewangen verzichtete die Stadt. Die Kosten bei dieser Variante belaufen sich auf ca. 300.000 Euro/Jahr. Signifikante, ergänzende Fahrgeldeinnahmen sind nicht zu erwarten.

 

Die Möglichkeit einer anteiligen Mitfinanzierung (10 % der veranschlagten Kosten) wurde seitens der Stadt Aalen mit Verweis auf die vorgenommenen Reduzierungen des Konzeptes sowie der durch die Stadt Aalen zu tragenden Infrastrukturkosten für die Erstellung der Bushaltestellen abgelehnt. Hierfür sind sechsstellige Beträge seitens der Stadt zu stemmen.

 

Der Bau des Bahnhaltes Aalen West ist mit einem hohen Förderanteil finanziert. Die Anbindung des Bahnhaltes durch den Busverkehr ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.

 

Anbindung Südseite (Gewerbegebiet)

 

Der Einbezug des Busverkehrs auf der Südseite (Gewerbegebiet West) erfolgt über die bestehende Bushaltestelle Carl-Zeiss-Straße mit der dort verkehrenden Linie 48 nach Essingen im 20-Minuten-Takt. Die Einrichtung einer zusätzlichen Haltestelle in unmittelbarer Nähe des Bahnhaltes wird zunächst nicht weiterverfolgt. Die Anbindung über die Carl-Zeiss-Straße erfolgt im Rahmen des bestehenden Fahrplanes und führt zu keinen Mehrkosten.


Finanzierung und Folgekosten

 

Für die Anbindung der Nordseite mit einem zusätzlichen Bus fallen Kosten in Höhe von ca. 300.000 Euro im Jahr an. Für das Jahr 2026 würden die Kosten mit ca. 13.000 Euro ausfallen, da es sich im Jahr 2026 nur um 11 Verkehrstage im Dezember handelt. Die volle Höhe der Kosten würde erstmalig im Haushaltsjahr 2027 anfallen.


Anlagen

 

Entwurfsfahrplan

Sichtvermerke

 

gez. Gehlhaus, GB Nachhaltige Moblität

gez. Forstenhäusler, Dezernat VII

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Fahrplanentwurf (145 KB)