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Vorlage - 120/2026  

 
 
Betreff: StadtLandBus - Evaluation der Aufwertung zur Landesgartenschau und weiterer Ausbau
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Nachhaltige Mobilität   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung Entscheidung
13.07.2026 
Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung mit Straßen- und Radwegeprogramm ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung nimmt vom Bericht der Verwaltung Kenntnis.

 

Die Aufwertung des StadtLandBus-Angebotes für die Dauer der Landesgartenschau wird fortgesetzt. Von einer Ausweitung auf Siedlungsbereiche unter 300 Einwohner wird weiterhin abgesehen, mindestens bis ein landkreisweites On-Demand-Konzept Umsetzungsreife besitzt.

 

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Am 20. April 2026 stimmte der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung einstimmig dafür, das StadtLandBus-Konzept während der Dauer der Landesgartenschau (LGS) dahingehend aufzuwerten, als das auf die prognostizierte höhere Nachfrage mit zusätzlichen Kapazitäten (Fahrzeuge/Personale) und einem ausgedehnten Fahrplan (vorgezogener Beginn bereits zum Vormittag) reagiert wurde (Vorlage – 049/2026). Hierfür wurde ein Betrag vom maximal 170.000 Euro genehmigt und vereinbart in der Sitzung am 13. Juli 2026 dem Ausschuss gegenüber zu berichten, auch um ggf. Anpassungen des Angebotsniveaus vorzunehmen. Desweitern erging die Bitte zu prüfen, ob auch Siedlungsbereiche unter 300 Einwohnern in den StadtLandBus integriert werden könnten.

 

Aufwertung Landesgartenschau: Evaluation

 

Mit dem Start der LGS in Ellwangen trat das Aufwertungskonzept in Kraft. Die Mehrleistung des StadtLandBus machte sich seit Ende April wie folgt bemerkbar:

 

  • Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Anzahl der Neuregistrierungen für den StadtLandBus deutlich angestiegen. Von 148 Neukunden im Mai 2025 auf 427 Neukunden in diesem Jahr. Dies bedeutet eine Steigerung von knapp 190 %.
  • Die Anzahl der Buchungen stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um ca. 57 % auf 3.264 im Mai 2026. Des betriebsbedingten Stornos und die sogenannten „No Shows“ (Fahrgast erscheint nicht) blieben auf ähnlichen Niveau. Dies zeigt die Wirkung der angepassten Leistungsfähigkeit des StadtLandBus.
  • Gegenüber Mai 2025 wurden im Mai 2026 ca. 45 % mehr Personen befördert. Dies entspricht einer Steigerung von 3.190 zu 5.488 Fahrgästen.
  • Der umgestaltete Samstagsverkehr (Umstellung Linienverkehr zugunsten StadtLandBus) hat von Mai bis Juni zu einem Fahrgastplus von fast 300 % geführt. Wurden früher im Schnitt 57 Fahrgäste je Samstag befördert, sind es seit der Neuausrichtung im Mittel 164 Fahrgäste.

 

Die genannten Entwicklungen können natürlich nur den bisherigen Zeitraum der LGS wiederspiegeln. Ebenso wissen wir auch nicht, ob der Fahrtzweck der Besuch der LGS oder ein anderer war. Dennoch kann die Aussage getätigt werden, dass es für die Aufwertung des Angebotes eine beachtliche Nachfrage gibt. Die dafür eingesetzten Kapazitätsausweitungen werden als angemessen erachtet. Insofern wird kein Handlungsbedarf gesehen und empfohlen den Verkehr bis auf Weiteres bis zum Ende der LGS fortzuführen. 

 

Ausdehnung auf Siedlungsbereiche unter 300 Einwohnern

 

Zur Einführung des StadtLandBus im Juli 2020 einigten sich der Betreiber und die Landkreisverwaltung darauf, vorerst nur Siedlungsbereiche mit mindestens 300 Einwohnern in das Konzept zu integrieren. Dies stellt zunächst eine Abweichung gegenüber dem im „Nahverkehrsplan für den Ostalbkreis“ gesetzten Standard dar. Gemäß diesem sind Siedlungsbereiche von über 50 Einwohnern in den ÖPNV zu integrieren. Aufgrund der Budgetvorgaben wurde hierauf zunächst verzichtet. Aufgrund der StadtLandBus-Konzeption als „Flächenbedienung“ ohne feste Routen kann eine Mitnahme von Fahrgästen auch „auf dem Linienweg“

nicht immer garantiert werden, da es diesen schlichtweg nicht gibt. Eine weitreichende Garantie in der Beförderung ist aber ein Wesensmerkmal des ÖPNV.

 

Seitdem erreicht die Landkreisverwaltung regelmäßige Anfragen aus dem Gremium von Fahrgästen bzw. aus den Rathäusern zum Einbezug kleinerer Ortschaften. Aus diesem Grund wurde sich dieser Frage nochmals gewidmet.

 

In der „StadtLandBus-Raumschaft“ des nordöstlichen Landkreises leben ca. 75.000 Menschen. Wir sprechen in der Spanne von 50 bis 300 Einwohnern von etwa 4.000 Menschen die potentiell durch eine mögliche Aufwertung vom StadtLandBus im Virngrund profitieren würden. Der Betreiber, das Unternehmen OK.go aus Ellwangen, hat anhand einer betrieblichen Prognose den möglichen zusätzlichen Aufwand zu kalkulieren. Hierbei wurde durch den Einbezug von zusätzlichen Haltepunkten, neu entstehender Relationen und Buchungswahrscheinlichkeiten kalkuliert, dass der Mehraufwand im Bereich von mindestens 60.000 bis hin zu 240.000 Euro im Jahr liegen würde, je nachdem wieviel zusätzliche Fahrzeuge/Personale nötig wären. Diese doch sehr große Breite deutet die Komplexität einer seriösen Prognose an.

 

Bewertung und weiteres Vorgehen

 

Die ÖPNV-Angebotsqualität und die Erreichbarkeit des Virngrund konnte mit dem StadtLandBus deutlich verbessert werden. Es werden ca. 95 % der Menschen in der Raumschaft mit dem derzeitigen Angebot integriert. Insofern muss auch die Verhältnismäßigkeit zwischen Wirkung und Kosten diskutiert werden.

 

Die Anbindung im Virngrund mit ÖPNV-Dienstleistungen ist heute gegenüber anderen Bereichen des Landkreises (auch Ortsteilen in den großen Kreisstädten) überdurchschnittlich, insbesondere in Schwachverkehrszeiten.

 

Von Seiten der Landkreisverwaltung wird daher angeregt, zunächst eine On-Demand-Konzeption für die übrigen Raumschaften des Landkreises, insbesondere des nordwestlichen Bereiches abzuwarten, bevor die Frage des Einbezuges kleinerer Virngrund-Ortschaften neu erörtert werden kann. Aller Voraussicht nach wird dies im Winter/Frühjahr 2027 der Fall sein.


Finanzierung und Folgekosten

 

keine


Anlagen

 

keine

 

 


Sichtvermerke

 

gez. Gehlhaus, GB Nachhalitge Mobilität

gez. Forstenhäusler, Dezernat VII

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat