Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Soziales und Gesundheit nimmt den Bericht über die Maßnahmen und Projekte des Ostalbkreises in den Bereichen Gesundheitsplanung, -versorgung und
Sachverhalt/Begründung
Die Gesundheitsplanung in Baden-Württemberg ist gemäß § 6 Abs. 3 des Öffentlichen Gesundheitsdienstgesetzes (ÖGDG) eine wichtige Aufgabe der Gesundheitsämter. Im Ostalbkreis konzentriert sich die Gesundheitsplanung insbesondere auf die Handlungsfelder Gesundheitsförderung und Prävention sowie (sektorenübergreifende) Gesundheitsversorgung.
Das Ziel der Gesundheitsplanung ist es, eine umfassende gesundheitliche Versorgung für die Bevölkerung sicherzustellen und die Gesundheit, gesundheitliche Chancengleichheit sowie die Lebensqualität der Bevölkerung zu erhalten und zu fördern.
Auf Basis der Gesundheitsberichterstattung (Bestands- und Bedarfsanalyse der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung) und der Gesundheitsplanung setzt das Sachgebiet „Gesundheitsplanung, -versorgung und -förderung“ des Geschäftsbereichs Gesundheit im Ostalbkreis seit 2019 verschiedene Maßnahmen und Projekte um. Dabei wird ein enger Austausch mit den relevanten Akteuren und Institutionen wie bspw. der KVBW, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie den Gesundheitsakteuren im Ostalbkreis gepflegt.
Kommunale Gesundheitskonferenz
Das Leitungsgremium der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) des Ostalbkreises setzt sich aus delegierten Vertretungen der örtlichen Institutionen und Einrichtungen aus Gesundheitsförderung und Prävention, der gesundheitlichen Versorgung sowie aus dem Sozialbereich zusammen. Gemeinsam beraten, koordinieren und vernetzen sich die Mitglieder, entwickeln Ziele und geben Empfehlungen für die Bereiche Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitsversorgung mit örtlichem Bezug. Einmal jährlich wird ein Thema für die öffentliche Kommunale Gesundheitskonferenz ausgewählt. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürger, bei der über wichtige gesundheitliche Themen informiert wird und welche eine Plattform für Austausch und Diskussion mit Expertinnen und Experten bietet. Im Jahr 2026 soll das Thema „Frauen- und Männergesundheit“ behandelt werden.
Gesundheitsversorgung
Steuerungskreis ärztliche Versorgung Der 2021 gegründete „Steuerungskreis ärztliche Versorgung“, welcher sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Kliniken Ostalb, des Vorstands der Ärzteschaften Schwäbisch Gmünd und Aalen und des Landratsamtes zusammensetzt, entscheidet über Empfehlungen, die von den nachfolgend aufgeführten Arbeitsgruppen, die jeweils von den Mitarbeitenden des Sachgebiets „Gesundheitsplanung, -versorgung und -förderung“ geleitet werden, konzipiert, durchgeführt und evaluiert werden. Dies geschieht unter Mitwirkung und in guter Zusammenarbeit mit den Ärzteschaften Aalen und Schwäbisch Gmünd, den Kliniken Ostalb sowie den Kommunen des Ostalbkreises. Ziel ist die Versorgungssituation zu analysieren, Netzwerke aufzubauen und gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung zu initiieren, um somit eine wohnortnahe und flächendeckende Gesundheitsversorgung im ländlichen und städtischen Teil des Ostalbkreises sicherzustellen. AG Nachwuchsförderung und -gewinnung Das Ziel der Arbeitsgruppe ist es, attraktive Angebote zu erarbeiten, um Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner für den Ostalbkreis zu gewinnen, diese dort zu halten und zu fördern. Ein vielversprechender Ansatz ist der 2022 gegründete Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin im Ostalbkreis. Bereits vier der Ärztinnen und Ärzte, welche Teil des Weiterbildungsverbundes waren, haben ihre Ausbildung abgeschlossen und sich im Ostalbkreis niedergelassen. 14 Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sind aktuell Teil des Verbundes und absolvieren ihre Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin (mit dem Ziel einer hausärztlichen Tätigkeit) entweder an den Kliniken Ostalb oder in Arztpraxen im Ostalbkreis. Auch das Stipendienprogramm für Medizinstudierende, die sich dazu verpflichten, später hausärztlich im Ostalbkreis tätig zu werden, stellt eine gelungene Maßnahme zur Gewinnung von jungen Ärztinnen und Ärzten dar. Mithilfe von passgenau ausgerichteten Fördermodellen (Förderung des Medizinstudiums ab dem 5. Semester, Förderung des Praktischen Jahres (PJ) und Förderung des Medizinstudiums im Ausland) können junge Medizinerinnen und Mediziner frühzeitig für die Region gewonnen werden. Bisher haben sechs Studierende das Stipendienprogramm in Anspruch genommen.
Weitere Maßnahmen, die im Rahmen dieser Arbeitsgruppe unter anderem umgesetzt werden, sind die Famulaturplus, die Fortbildungsveranstaltung „Medizin im Ostalbkreis erleben“, Infoveranstaltungen zum Medizinstudium für Schülerinnen und Schüler sowie die Bewerbung der beruflichen Möglichkeiten im Bereich Medizin bei Ausbildungs- und Studienmessen im Ostalbkreis.
AG Hausärztliche Versorgung Die Arbeitsgruppe Hausärztliche Versorgung übernimmt die Aufgabe, die aktuelle hausärztliche Versorgungssituation zu erheben, Planungen von Seiten der Ärztinnen und Ärzte sowie Kommunen für die kommenden Jahre in Erfahrung zu bringen, die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort weiterzuentwickeln und individuelle Handlungsmöglichkeiten und Versorgungsmodelle für die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung zu erarbeiten. Derzeit sind im Ostalbkreis insgesamt 35 Hausarztsitze vakant. Keiner der fünf hausärztlichen Planungsbereiche ist zum jetzigen Zeitpunkt gesperrt, wodurch eine Niederlassung oder Anstellung in jedem Planungsbereich möglich ist (Stand Februar 2026).
Im Februar 2026 wurden folgende Versorgungsgrade für die Planungsbereiche des Ostalbkreises von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) bekanntgegeben: Ostalb 1 Aalen: 95,6 % - 8,0 freie Hausarztsitze Ostalb 2 Schwäbisch Gmünd: 99,2 % - 7,5 freie Hausarztsitze Ostalb 3 Schwäbischer Wald: 81,9 % - 6,0 freie Hausarztsitze Ostalb 4 Ellwangen: 79,7 % - 8,5 freie Hausarztsitze Ostalb 5 Härtsfeld: 92,0 % - 5,0 freie Hausarztsitze
Um über die aktuelle Situation der Gesundheitsversorgung aber auch über Möglichkeiten zur Verbesserung der Zugänglichkeit zur Gesundheitsversorgung zu sprechen, werden seit 2021 sogenannte Teilraumkonferenzen (Austauschveranstaltungen für die Hausärztinnen und -ärzte und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den jeweiligen Teilräumen) durchgeführt. Dabei wird unter anderem die Mobilität als wichtiger Bestandteil der Versorgung berücksichtigt und diskutiert. Denn besonders im ländlichen Raum kommen für die Zielgruppe der älteren Personen besondere Herausforderungen hinzu: Größere Distanzen, eingeschränkte Mobilität und eine geringere Arztdichte erschweren oft den Zugang zu Gesundheitsangeboten. Ehrenamtliche Fahrdienste und Bürgermobile können dazu beigetragen, dass etwa Arztbesuche für Seniorinnen und Senioren ermöglicht werden. Im Großteil der Kommunen im Ostalbkreis sind Fahrdienste vorhanden, welche meist ehrenamtlich von den Kommunen, dem DRK oder kirchlichen Einrichtungen betrieben werden.
Des Weiteren werden in den Teilraumkonferenzen auch Möglichkeiten der Delegation thematisiert. Dazu informieren die Mitarbeiterinnen des Sachgebiets Gesundheitsplanung die Hausärztinnen und -ärzte regelmäßig über Möglichkeiten des Einsatzes von VERAHs (Versorgungassistent/in in der Hausarztpraxis) und NäPAs (nicht-ärztliche/r Praxisassistent/in). Die Weiterbildung zu VERAHs und NäPAs ermöglicht es Medizinischen Fachangestellten mehr Verantwortung in Hausarztpraxen zu übernehmen. So dürfen sie etwa delegierte Routineun- tersuchungen und -behandlungen durchführen, welche auch bei Hausbesuchen erfolgen können. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten entscheiden selbst, ob sie eine solche Fachkraft einstellen möchten. Im Ostalbkreis gibt es aktuell 41 Praxen, die insgesamt 54 NäPAs beschäftigen. Zur Anzahl der VERAHs, die über die Hausarztzentrierte Versorgung (Selektivvertrag) finanziert werden, liegen der Landkreisverwaltung keine Daten vor.
Auch wird die Gewährleistung der Versorgung außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen, wofür grundsätzlich die KVBW zuständig ist, im Rahmen dieser Arbeitsgruppe mitgedacht. Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen, welche sonst von Hausärztinnen und Hausärzten behandelt werden, können außerhalb der Sprechstundenzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst umfasst die ärztlichen Bereitschaftspraxen (in Aalen und in Mutlangen), die telefonische Beratung durch Teleärzte sowie die Hausbesuche des Fahrdiensts, die bei Bedarf durchgeführt werden können. Eine standardisierte medizinische Ersteinschätzung ist telefonisch über die Telefonnummer 116 117 oder online unter www.116117.de möglich („Patienten-Navi“).
Des Weiteren ging aus der Arbeitsgruppe die Gründung der Genossenschaften MEDWALD eG, VirnMED eG, KocherMED eG und IpfMED eG hervor. Die Genossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung im Ostalbkreis, in dem sie hausärztliche Medizinische Versorgungszentren (MVZ) betreiben. Die Einbringung einer Praxis ist besonders für die Ärztinnen und Ärzte interessant, welche in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen möchten, da sie angestellt in Teilzeit weiterarbeiten und so die Übergabe an die nächste Ärztegeneration begleiten können.
Genossenschaft MEDWALD eG Auf Initiative des Landratsamts Ostalbkreis und der Ärzteschaften Aalen und Schwäbisch Gmünd haben sich 2022 zwölf Gemeinden und acht Ärztinnen und Ärzte zusammengeschlossen und die Genossenschaft MEDWALD eG zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im Schwäbischen Wald gegründet. Durch die Übernahme der Hausarztpraxis von Herrn Dr. Steinat, gründete die hausärztliche Genossenschaft ihr erstes MVZ in Durlangen.
Ab 2027 wird das MVZ Durlangen nicht mehr der MEDWALD angehören und wieder als eigenständige Einzelpraxis betrieben. Der Wunsch einer bisher im MVZ angestellten Ärztin, in die Niederlassung zu gehen und den Praxisbetrieb selbstständig weiterzuführen, ist zu begrüßen und als Erfolg zu verzeichnen. Der Zweck der Genossenschaft besteht darin, die ärztliche Versorgung sicherzustellen, wobei im Sinne des Subsidiaritätsprinzips vorrangig die Strukturen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten unterstützt werden sollen. Die MEDWALD eG hat in Durlangen erfolgreich ein Übergangsmodell getragen und neues ärztliches Personal gewonnen. Nun soll die Versorgung wieder in der Niederlassung sichergestellt werden. Selbstverständlich wird die Genossenschaft die Hausarztpraxis in Durlangen bei Bedarf weiter begleiten und unterstützen, denn die Mitglieder der MEDWALD haben entschieden, die Genossenschaft weiterzuführen. So sind sie jederzeit handlungsfähig, falls neue Versorgungsprobleme im Schwäbischen Wald auftreten. Zudem werden die Gesundheitsberaterinnen und Gesundheitsberater, welche im Rahmen des Förderprojekts „Gesund vernetzt - Gesundheitskompetenz kreisübergreifend stärken“ neu eingestellt werden, ab Oktober 2026 bei der MEDWALD eG angestellt. Genossenschaft VirnMED eG Auf Initiative des Landkreises und der Ärzteschaft Aalen wurde 2023 die Genossenschaft VirnMED eG zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im Raum Ellwangen/Virngrund gegründet. Mitglieder sind zehn Gemeinden aus dem Ostalbkreis, die Gemeinden Bühlertann und Bühlerzell aus dem Landkreis Schwäbisch Hall sowie zwei Ärzte. Ziel ist der Erhalt einer dezentralen und wohnortnahen hausärztlichen Versorgung durch die Übernahme von Praxen, die sonst geschlossen werden würden sowie durch die Schaffung von attraktiven Arbeitsplätzen in den genossenschaftlichen MVZs und Zweigpraxen. Die Genossenschaft betreibt derzeit das VirnMED MVZ Ellwangen sowie Zweigpraxen in Rainau-Schwabsberg und in Jagstzell, in denen insgesamt fünf Ärztinnen und Ärzte sowie zwei Ärztinnen in Weiterbildung tätig sind.
Genossenschaft KocherMED eG Mitglieder der KocherMED sind 13 Ärztinnen und Ärzten sowie die Stadt Aalen, die Stadt Oberkochen und die Gemeinde Hüttlingen. Die Genossenschaft verfolgt das Ziel, die haus- und kinderärztliche Versorgung im Raum Aalen sicherzustellen. Die Initiative zur Gründung, im Jahr 2024, ging von Ärztinnen und Ärzten aus fünf Haus- und Kinderarztpraxen aus. Das erste von der KocherMED eG gegründete MVZ ist das MVZ Hüttlingen, welches durch die Übernahme der Gemeinschaftspraxis von Dr. Renner und Dr. Schühle entstand. Aktuell sind dort sechs angestellte Ärztinnen und Ärzte tätig.
Genossenschaft IpfMED eG Zuletzt wurde im Oktober 2025 eine weitere kommunale Genossenschaft zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im östlichen Ostalbkreis gegründet. Mitglieder der Genossenschaft IpfMED eG sind die Gemeinden Westhausen, Riesbürg, Kirchheim am Ries, Unterschneidheim, Bopfingen und Lauchheim. Am 01.04.2026 übernahm die IpfMED eG das MVZ Westhausen von der MVZ Ostalb Kliniken gGmbH, welches aufgrund der Anpassung der MVZ-Strategie der Kliniken Ostalb an den neuen Träger übergeben wurde. Die Versorgung wird dort aktuell von drei Ärztinnen sichergestellt.
Die Gründungen der Genossenschaften haben positiv zur medizinischen Versorgung im Ostalbkreis beigetragen. Im Juli 2025 konnte die hausärztliche Unterversorgung im Planungsbereich Ostalb 3 Schwäbischer Wald, welche im Oktober 2022 festgestellt wurde, aufgehoben werden. Durch die Gründung und Übernahme von MVZs durch die Genossenschaften können attraktive Arbeitsbedingungen geboten werden, die den Wünschen der (jungen) Medizinerinnen und Mediziner entsprechen und somit zur Personalgewinnung beitragen.
Förderprojekt „Gesund vernetzt – Gesundheitskompetenz kreisübergreifend stärken“ Der Ostalbkreis möchte sich auch künftig weiter für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung einsetzen und Fördermöglichkeiten nutzen, um Maßnahmen umzusetzen. Ziel soll auch sein, dass sich Patientinnen und Patienten im Gesundheitssystem leichter zurechtfinden. Hierfür wurde gemeinsam mit dem Rems-Murr-Kreis das kreisübergreifende Förderprojekt „Gesund vernetzt – Gesundheitskompetenz kreisübergreifend stärken“ entwickelt, welches vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg jüngst bewilligt wurde. Während der Projektlaufzeit vom 01.04.2026 bis zum 31.12.2028 werden zwei Gesundheitsberaterinnen und Gesundheitsberater sowie ein digitales Tool den Bürgerinnen und Bürgern der beiden Landkreise Unterstützung bieten sowie deren Gesundheitskompetenz stärken und somit zu einer zielgerichteten und bedarfsorientierten Versorgung beitragen. AG Fachärztliche Versorgung Die 2020 gegründete Arbeitsgruppe setzt sich zum Ziel, die ambulante fachärztliche Versorgung im Ostalbkreis zu überwachen sowie eine strukturierte Kommunikation über Fachgruppensprecher für jede Fachgruppe zu schaffen, um so eine hochwertige ambulante fachärztliche Versorgung im Ostalbkreis sicherzustellen. Die aktuelle Versorgungssituation im Bereich der fachärztlichen Versorgung ist im Ostalbkreis in den meisten Facharztgruppen laut Bedarfsplanung der KVBW überwiegend gut. Jedoch weisen einige Facharztgruppen regionale Defizite auf und auch die Altersstruktur der Ärzteschaft lässt ahnen, dass viele Nachbesetzungsverfahren anstehen. Besonders die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung der Region Ostwürttemberg ist in den Fokus der fachärztlichen Versorgung gerückt. Hierbei sollen im Rahmen eines Runden Tisches mit dem Landkreis Heidenheim Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden.
Kampagne zur Ärztegewinnung Weiterführend werden Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Gewinnung weiterer Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Kampagne LAND.KREIS.ARZT. umgesetzt. Gemeinsam mit den Kliniken Ostalb werden im Rahmen der Kampagne Videos und Bildbeiträge zu Angeboten sowie zum Leben und Arbeiten als Ärztin/Arzt im Ostalbkreis auf den sozialen Medien geteilt. Ein Dauerstand auf der Landesgartenschau Ellwangen soll zudem auf die Kampagne zur Ärztegewinnung für die ambulante und stationäre Versorgung im Ostalbkreis aufmerksam machen.
Servicestelle und Homepage www.mediportal-ostalbkreis.de Weiterhin besteht im Landratsamt die Servicestelle ärztliche Versorgung, an die sich Medizinstudierende, Ärztinnen und Ärzte, weitere Gesundheitsakteure sowie Kommunen bei allen Fragen rund um das Thema der ärztlichen Versorgung im Ostalbkreis wenden können. Ergänzend bietet die Website www.mediportal-ostalbkreis.de einen Überblick über die Maßnahmen und Projekte zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Landkreis. Eine Stellenbörse, auf der aktuelle ambulant-ärztliche Stellenausschreibungen veröffentlicht werden können sowie Informationen für Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinstudierende über Fördermöglichkeiten, Möglichkeiten der Niederlassung, Anstellung oder Aus- und Weiterbildung im Ostalbkreis sind auf der Website zu finden.
Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen und Arbeitsgruppen besteht die Arbeitsgruppe Sektorenübergreifende Notfallversorgung, welche gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, der Kliniken Ostalb und der Rettungsdienste Ansätze entwickelt, um die sektorenübergreifende Notfallversorgung zu verbessern, die präklinische Patientensteuerung zu stärken und somit die Rettungsdienste und die Notaufnahmen zu entlasten. Auch unterstützt das Sachgebiet „Gesundheitsplanung, -versorgung und -förderung“ die Hochschule Aalen dabei, das neue Berufsbild „Physician Assistant“ im Ostalbkreis zu etablieren. Die ersten Studierenden des Bachelorstudiengangs Physician Assistant werden zum Ende des Sommersemesters 2026 das Studium beenden.
Gesundheitsförderung
Ostalb bewegt Kinder Seit dem Jahr 2022 werden im Rahmen der Initiative „Ostalb bewegt Kinder“ verschiedene Maßnahmen zur Bewegungsförderung bei Kindergartenkindern umgesetzt. Dabei kooperiert das Sachgebiet mit dem Turngau Ostwürttemberg, dem Sportkreis Ostalb und der AOK Ostwürttemberg. Das Projekt zielt u.a. darauf ab, die Anzahl an 3- bis 6-jährigen Mitgliedern in den Sportvereinen zu erhöhen, pädagogisches Fachpersonal zum Thema Bewegung zu schulen sowie Kooperationen zwischen Kindergärten und Sportvereinen zu fördern. Zu den Bausteinen von „Ostalb bewegt Kinder“ gehören bspw. der jährlich stattfindende Kongress „Bewegungsförderung im Kindergarten“, der Bewegungspass, das Mini-Sportabzeichen, die „Turni Tobe Halle“ und die Projektbroschüre, in der die verschiedenen Angebote vorgestellt und beworben werden.
Gesunde Chancen für Kinder und Familien Seit Oktober 2021 erhält der Ostalbkreis Fördermittel des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg für das Projekt "Gesunde Chancen für Kinder und Familien - Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut im Ostalbkreis". Ziel des Vorhabens ist der flächendeckende Aufbau eines Netzwerkes zur Prävention von Kinderarmut unter Einbindung aller relevanten Einrichtungen, Organisationen sowie Akteurinnen und Akteure. Im Fokus steht die Erhöhung der Teilhabechancen sowie die Verbesserung der Gesundheit von armutsgefährdeten und von Armut betroffenen Kindern zwischen 0 und 14 Jahren und deren Familien. Gemeinsam mit den Netzwerkpartnerinnen und -partnern werden verschiedene Angebote in den Bereichen Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit und soziale Teilhabe umgesetzt. Darüber hinaus spielt die Sensibilisierung für Auswirkungen von Armut und armutssensibles Handeln eine zentrale Rolle. Zur langfristigen Sicherung des Projektes hat der Ostalbkreis im April 2026 einen Antrag für eine weitere Förderphase beim Sozialministerium Baden-Württemberg eingereicht (gemäß Verwaltungsvorschrift über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Präventionsnetzwerken gegen Kinderarmut). Ist der Antrag erfolgreich, wird das Projekt bis 31. August 2028 fortgeführt.
Bewegung für ältere Menschen (Arbeitstitel) Bewegung spielt gerade im höheren Lebensalter eine entscheidende Rolle für Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität. Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, Mobilität und Kraft zu erhalten, Stürze vorzubeugen sowie das körperliche und seelische Wohlbefinden zu stärken. Darüber hinaus fördert Bewegung soziale Kontakte und unterstützt ältere Menschen dabei, möglichst lange aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Vor diesem Hintergrund wurde im Herbst 2025 eine Projektgruppe ins Leben gerufen, bestehend aus dem Kreisseniorenrat Ostalb, dem Sportkreis Ostalb, dem Turngau Ostwürttemberg, den DRK-Kreisverbänden Aalen und Schwäbisch Gmünd sowie der AOK Ostwürttemberg. Ziel der Zusammenarbeit ist es, bestehende Bewegungsangebote für ältere Menschen im Ostalbkreis sichtbarer zu machen und auch weniger sportlich aktive Personen zu erreichen. Zielgruppe des Projekts sind Personen ab 65 Jahren. Als erster Schritt erfolgte eine Bestandsaufnahme bestehender Bewegungsangebote für ältere Menschen im Ostalbkreis. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden nun gemeinsam innerhalb der Projektgruppe konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, um Bewegung im Alter nachhaltig zu fördern.
Hitzeaktionsplan In vielen Kommunen in Deutschland hat die Hitzebelastung bereits spürbar zugenommen. Insbesondere die Anzahl heißer Sommertage, tropischer Nächte sowie länger andauernder Hitzeperioden nimmt kontinuierlich zu. Extreme Hitze kann dabei erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben und stellt insbesondere für vulnerable Personengruppen eine große Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund wurde durch das Sachge- biet gemeinsam mit einer Projektgruppe ein Hitzeaktionsplan für den Ostalbkreis erarbeitet. Dieser beinhaltet verschiedenen Maßnahmenvorschläge, die als Orientierung für die Kommunen im Ostalbkreis dienen können. Ergänzend werden Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Hitzeschutz umgesetzt. Dazu zählt unter anderem die Veröffentlichung der „Kühlen-Orte-Karte“. Diese ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern, kühle Aufenthaltsorte im Landkreis zu finden sowie geeignete Orte selbst einzutragen. Darüber hinaus informiert das Sachgebiet mittels Informationsständen in verschiedenen Settings über Maßnahmen und Verhaltensweisen zum Hitzeschutz.
Ich kann kochen! Die Initiative „Ich kann kochen!“ setzt sich seit dem Jahr 2015 dafür ein, Kinder frühzeitig für ausgewogene Ernährung und den bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Hierfür werden pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und Horten zu sogenannten Genussbotschafterinnen und Genussbotschaftern qualifiziert. Das Projekt wurde von der Sarah-Wiener-Stiftung gemeinsam mit der BARMER ins Leben gerufen. Seit dem Jahr 2024 wird die Initiative auch im Ostalbkreis angeboten. Im Rahmen dessen finden kostenfreie Teamfortbildungen in Kindertageseinrichtungen statt.
Finanzierung und Folgekosten
Die Projekte und Maßnahmen des Sachgebiets „Gesundheitsplanung, -versorgung und -förderung“ werden über den Haushalt des Landkreises, Kostenstellen 4140010001 „Gesundheitsförderung“, 4140010003 „Gesundheitsversorgung“ und 1270010000 „Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“ finanziert. Zudem werden für die Initiative „Ostalb bewegt Kinder“ sowie die Projekte „Gesund vernetzt – Gesundheitskompetenz kreisübergreifend stärken“, „Gesunde Chancen für Kinder und Familien“ und „Ich kann kochen!“ Fördergelder von Dritten genutzt.
Anlagen
--- Sichtvermerke
gez. Dr. Rohr, Geschäftsbereich Gesundheit gez. Urtel, Dezernat V gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat
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