Bürgerinformationssystem
![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Antrag der Verwaltung
I. Der Kreistag nimmt den Jahresabschluss 2025 der GOA zustimmend zur Kenntnis.
II. Der Kreistag beauftragt und ermächtigt den Vertreter des Ostalbkreises in der Gesellschafterversammlung der GOA a) den testierten Jahresabschluss zum 31.12.2025 mit einem Jahresüberschuss von 130.564,92 € festzustellen und zu genehmigen, b) den Jahresüberschuss 2025 in Höhe von 130.564,92 € auf neue Rechnung vorzutragen,
c) der Entlastung der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2025 zuzustimmen,
d) entsprechend dem Vorschlag des Aufsichtsrates der GOA die Firma Dr. Erhart GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bad Wörishofen, mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2026 sowie mit der Prüfung nach § 53 HGrG zu beauftragen.
Der Aufsichtsrat berät in seiner Sitzung am 17.06.2026 über den Jahresabschluss 2025. Über das Ergebnis der Beschlussfassung wird in der Sitzung des Kreistages mündlich berichtet.
Sachverhalt/Begründung
zu I. Jahresabschluss 2025
1. Allgemeines
Seit dem Jahr 2020 hat die öffentliche Wahrnehmung der Abfallentsorgung an Bedeutung gewonnen. Die vergangenen Jahre, geprägt von geopolitischen Spannungen, Energiepreis-risiken und fragilen Lieferketten, haben die Bedeutung einer resilienten Rohstoffversorgung weiter verstärkt. In diesem Kontext gewinnt die Abfall- und Kreislaufwirtschaft als strateg-ische Rohstoffreserve zunehmend an Relevanz, da sie sowohl durch die Kreislaufführung von Rohstoffen als auch durch die energetische Verwertung Beiträge zur Reduzierung von Importabhängigkeiten leisten kann. Die Kreislaufwirtschaft erlangt auch in anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen eine zunehmende Bedeutung. Die Diskussionen um die „Circular Economy“ als Wirtschaftsmodell zur Reduzierung des Ressourcen-verbrauchs verdichten sich weiter. Kreislauffähiges Produktdesign, höhere Recycling-kapazitäten sowie schnellere Genehmigungsverfahren für Anlagen werden dabei als zentrale Hebel genannt, um Ressourcenschonung sowie Klima- und Umweltschutz mit industrieller Versorgungssicherheit zu verbinden.
Das Geschäftsjahr 2025 war für die GOA durch strukturelle, wirtschaftliche und organi-satorische Veränderungen geprägt. Nach der Bewältigung wesentlicher Belastungen aus den Vorjahren lag der Fokus auf der Stabilisierung der betrieblichen Abläufe, der Modernisierung der Infrastruktur sowie der Weiterentwicklung der organisatorischen und wirtschaftlichen Strukturen.
Der Aufsichtsrat wurde im Geschäftsjahr ständig und zeitnah in vier Sitzungen über den allgemeinen Geschäftsverlauf durch die Geschäftsleitung informiert. Alle Entscheidungen, die in seine Zuständigkeit fallen, wurden vom Aufsichtsrat umfassend beraten und die anstehenden Beschlüsse gefasst.
Der Jahresabschluss und der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 wurden dem Aufsichtsrat von der Geschäftsleitung vorgelegt.
2. Darstellung des Geschäftsverlaufs
2.1 Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Trotz eines insgesamt stabilen Umsatzniveaus blieb die Ergebnisentwicklung hinter den Erwartungen sowie dem Vorjahresniveau zurück.
Der Umsatz betrug im Berichtsjahr 53.324 T€ (Vj. 52.534 T€) und liegt damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Rund 42 % der Umsatzerlöse wurden im Bereich der kommunalen Aufträge erzielt, während die verbleibenden Erlöse aus dem gewerblichen Geschäft gener-iert wurden. Die Umsatzentwicklung blieb unter den gegebenen Marktbedingungen ins-gesamt stabil. Während insbesondere im Geschäftsfeld Gewerbeabfälle konjunkturbedingt geringere Mengen sowie ein intensiver Wettbewerb zu Preisdruck führten, konnten diese Effekte durch Zuwächse in anderen gewerblichen Geschäftsfeldern teilweise kompensiert werden.
Demgegenüber stand ein deutlicher Anstieg der Kosten, der maßgeblich für den Rückgang des Jahresergebnisses verantwortlich war. Wesentliche Treiber waren sowohl strukturelle als auch operative Faktoren. Insbesondere der im Jahr 2025 abgeschlossene Tarifvertrag führte zu jährlichen Mehrkosten von rund 720 T€ und belastete das Ergebnis signifikant.
Weiter war das Jahr 2025 ein Übergangsjahr, das mit zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen verbunden war. Die GOA hat Maßnahmen in den Bereichen Modernisierung, Digitalisierung und Investitionen umgesetzt. Damit wurden organisatorische und technische Voraussetzungen für die weitere Entwicklung der GOA geschaffen.
So wurde im November 2025 das neue ERP-System (Microsoft Business Central) in Betrieb genommen. Die Cloud-basierte Lösung die Grundlage für eine einheitliche Datenbasis und weitergehende Auswertungsmöglichkeiten. Die Systeme sollen die Weiterentwicklung von Prozessen und Auswertungen unterstützen.
Ein zentrales Projekt des Jahres 2025 war der Neubau der Gewerbeabfallsortieranlage. Die Bauarbeiten begannen im Mai 2025, die Inbetriebnahme erfolgte Anfang August unter Fortführung des laufenden Betriebs. Um einen Produktionsstopp zu vermeiden, wurde ein paralleler Aufbau realisiert. Diese Vorgehensweise ermöglichte die Fortführung der Produktion, führte jedoch temporär zu geringerem Durchsatz, erhöhten Kosten sowie zu einer geringeren Output-Qualität, wodurch teilweise kostenintensivere Entsorgungswege genutzt werden mussten.
2.2 Investitionen
2.3 Finanzierungsmaßnahmen
Die Finanzierung der Investitionen erfolgte über Bankkredite und über den Cashflow.
2.4 Personal- und Sozialbereich
Die Zahl der Mitarbeitenden (ohne Aushilfen und Auszubildende) betrug zum Ende des Berichtsjahres 350 (Vj. 361). Im Berichtsjahr wurden 6 (Vj. 9) junge Menschen als Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Berufskraftfahrer und Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Weitere 49 Mitarbeitende waren auf den Wertstoffhöfen, im Reinigungsdienst und saisonal zusätzlich weitere 37 Mitarbeitende für die Betreuung der Grünabfallcontainer als Aushilfen geringfügig beschäftigt. Für die Aus- und Fortbildung der Mitarbeitenden wurden rd. 207 T€ (Vj. 116 T€) aufge-wendet. An den insgesamt 33 (Vj. 60) Schulungsveranstaltungen haben insgesamt 191 (Vj. 344) Mitarbeitende teilgenommen.
3. Lage des Unternehmens
3.1 Vermögenslage
Das Eigenkapital beläuft sich zum 31.12.2025 auf 19.146 T€ (Vj. 19.515 T€). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Jahresüberschuss 2025 in Höhe von 131 T€ sowie einer Gewinnausschüttung in Höhe von 500 T€ für 2024. Die Eigenkapitalquote sank auf 37,2 % (Vj. 39,7 %).
Der Deckungsgrad B (herangezogen wurden alle Bankdarlehen plus 50 % der Rückstellungen) beträgt 95,7 % (Vj. 99,2 %).
Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. In wenigen Ausnahmefällen wurde, abweichend von der linearen AfA, mengenmäßig bezogen auf das Verfüllvolumen der Deponien sowie auf ein langfristiges Anlieferkontingent abgeschrieben.
3.2 Finanzlage
Vor dem Hintergrund der rückläufigen Liquiditäts- und Ergebniskennzahlen ist die Finanzlage weiterhin geordnet, jedoch enger als im Vorjahr.
Die Liquidität 2. Grades betrug zum Ende des Berichtsjahres 77,0 % (Vj. 89,4 %). Die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gewährleistet.
Der Cashflow (Gewinn nach Steuern + AfA) beläuft sich auf 4.847 T€ (Vj. 6.699 T€).
3.3 Ertragslage
Das Ergebnis 2025 weist einen Gewinn von 131 T€ (Vj. 2.650 T€) nach Steuern aus.
Ergebnis des laufenden Betriebs + 615 T€ Sonstige betriebliche Aufw. /Erträge + 113 T€ Finanzergebnis - 523 T€ Steuern vom Einkommen und Ertrag - 74 T€ Jahresüberschuss + 131 T€ In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen/Erträgen sind folgende größere Posten enthalten:
Erträge aus Anlagenverkäufen + 169 T€ Entnahmen sonstige Leistungen + 84 T€ Sonstige Nebenerlöse + 102 T€ Schadensausgleiche - 114 T€
4. Ausblick
Nach dem investitions- und transformationsgeprägten Jahr 2025 liegt der Fokus im Geschäftsjahr 2026 auf Konsolidierung und der weiteren Verbesserung betrieblicher Abläufe. Die im Vorjahr geschaffenen technischen, organisatorischen und digitalen Grundlagen sollen im Jahr 2026 weiter genutzt werden, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern und Prozesse weiterzuentwickeln.
Für das Jahr 2026 wird ein konservativer wirtschaftlicher Ansatz verfolgt. Nach den hohen Investitionen der vergangenen Jahre ist keine weitere umfangreiche Investitionsoffensive vorgesehen. Die im Vorjahr getätigten Investitionen sollen operativ wirksam werden. Insbesondere die neue Gewerbeabfallsortieranlage sowie das eingeführte ERP-System sollen zur Verbesserung von Prozessen, Steuerung und Auswertungsmöglichkeiten beitragen.
Risiken ergeben sich aus der Kosten- und Ergebnisentwicklung und den tariflichen Mehrkosten des Tarifabschlusses 2025. Auch bleibt das Marktumfeld in der Entsorgungs- und Verwertungswirtschaft volatil. Ein weiteres Risiko besteht in möglichen Anlauf- und Stabilitätsproblemen der neuen GAA. Im Bereich der Digitalisierung liegt ein Risiko in der unzureichenden Nutzung der bestehenden Systeme. Ohne konsequente Prozessdisziplin, Datenqualität und Akzeptanz in den Fachbereichen besteht die Gefahr, dass die Potenziale des ERP-Systems nicht vollständig gehoben werden und parallele Strukturen fortbestehen.
Chancen ergeben sich im Zusammenhang mit den Investitionen, Strukturentscheidungen und Maßnahmen der Vorjahre. Dazu gehören:
- vollständige Nutzung der Gewerbeabfallsortieranlage auf der Deponie Ellert - Nutzung des neuen ERP-Systems - konsolidierte Organisationsstruktur und neu etablierter Leitungskreis - Gewinnung und Bindung qualifizierter Mitarbeitenden
Unter Einbeziehung der vorgenannten Aspekte geht die Geschäftsleitung für 2026 bei planmäßigem Verlauf der operativen Stabilisierung, einer weiteren Nutzung der GAA und des ERP-Systems sowie ohne wesentliche zusätzliche Marktverschlechterungen von leicht steigenden Umsätzen und einem deutlich verbesserten Ergebnis gegenüber 2025 aus.
zu II.
zu a) und b) Feststellung des Jahresabschlusses 2025 und Zustimmung zur Verwendung des Jahresüberschusses 2025
Der Jahresabschluss bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang wurde unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts, unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von Abschlussprüfungen, geprüft und am 13.05.2026 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Außerdem wurde die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz durchgeführt. Nach dem Ergebnis der Prüfung sind gegen den Jahresabschluss keine Einwendungen zu erheben.
Nach § 12 Abs. 1 Nr. 8 des Gesellschaftsvertrages der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH ist die Gesellschafterversammlung für die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Jahresergebnisses zuständig.
Der Jahresabschluss der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH zum 31.12.2025 weist eine Bilanzsumme von 51.514.477,45 € sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Jahresüberschuss in Höhe von 130.564,92 € aus.
Der Gesellschafterversammlung wird empfohlen den Jahresabschluss festzustellen. Der Jahresüberschuss in Höhe von 130.564,92 € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der Kreistag des Ostalbkreises übt sein Weisungsrecht an den Vertreter des Landkreises aus und wird um Zustimmung gebeten.
zu c) Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2025
Gemäß § 12 Abs. 1 Nr. 6 des Gesellschaftervertrages der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH ist die Gesellschafterversammlung für die Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates zuständig. Der Kreistag des Ostalbkreises übt sein Weisungsrecht an den Vertreter des Landkreises aus und wird gebeten, die Entlastung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu befürworten.
zu d) Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2026
Gemäß § 12 Abs. 1 Nr. 9 des Gesellschaftsvertrages der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH beschließt die Gesellschafterversammlung über die Bestellung des Abschlussprüfers. Mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2026 soll wiederum die Firma Dr. Erhart GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bad Wörishofen, beauftragt werden. Der Kreistag des Ostalbkreises übt sein Weisungsrecht an den Vertreter des Landkreises aus und wird gebeten, die Bestellung des Abschlussprüfers für das Jahr 2026 zu befürworten.
Finanzierung und Folgekosten
-
Anlagen
Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2025 Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung 2025
Sichtvermerke
gez. Bernhard, Geschäftsbereich gez. Kuhn, Geschäftsbereich gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||