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Vorlage - 085/2026  

 
 
Betreff: Vergabe der Lieferung und Montage der Überwachungsmodule im Zuge der Erweiterung der Zentralen Notaufnahme am Ostalb-Klinikum Aalen
Status:öffentlich  
Federführend:Eigenbetrieb Immobilien Kliniken Ostalb   
Beratungsfolge:
Betriebsausschuss Klinikimmobilien Entscheidung
10.06.2026 
Sitzung des Betriebsausschusses Klinikimmobilien      
Anlagen:
Anlage 1: Grundriss Bauabschnitte Zentrale Notaufnahme Ostalb-Klinikum
Anlage 2: Grundriss Modulanbau Bauabschnitt 1.1

Antrag der Verwaltung

 

Die Vergabe der Lieferung und Montage der Überwachungsmodule im Zuge der Erweiterung der Zentralen Notaufnahme am Ostalb-Klinikum Aalen erfolgt an den Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot. Die Information zum beauftragten Unternehmen sowie zur Auftragssumme werden mit Präsentation in der Sitzung des Betriebsausschusses Klinikimmobilien am 10.06.2026 bekanntgegeben.

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Mit Beschluss des Kreistags am 24.09.2024 (VO 126-2/2024) wurde das Medizinkonzept 2035 in Form der Variante 2plus beschlossen. Zusätzlich wurden verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen (vgl. Anlage 2.1 zu o. g. Beschluss) beschlossen und der Vorstand mit ihrer Umsetzung beauftragt. Mit Beschluss vom 22.07.2025 im Betriebsausschuss Klinikimmobilien und in Folge im Kreistag am 29.07.2025 wurde die Umsetzung der Baumaßnahmen zur Erweiterung des Standortes Aalen zum Notfallschwerpunkt (Kopf, Herz, Trauma) im Rahmen des Restrukturierungs- und Übergangskonzeptes durch Erweiterung der Zentralen Notaufnahme und der Intensivstation sowie die Integration der Angiographieanlage beschlossen (vgl. VO 123/2025).

 

 

Erweiterung der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am Standort Ostalb-Klinikum Aalen im
Rahmen der Errichtung des großen Notfallzentrums für Herz-, Kopf- und Trauma-Fälle

 

Der erforderliche Bauantrag für die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme am Standort Ostalb-Klinikum wurde Ende 2025 gestellt und am 10.02.2026 genehmigt.

 

Folgende Maßnahmen sind für die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme in Planung:

        Umwidmung einzelner Räume

        Entstehung eines neuen Büro- und Wartebereichs

        Verlegung der Beobachtungsstation

        Integration einer Triage

        Umzug des Bucky-Röntgenarbeitsplatzes

        Verschiedene Sanierungs- bzw. Anschlussarbeiten (Bodenbelags-, Sanitär-, Maler- und Elektroarbeiten, Heizungsinstallationen, Brandschutzmaßnahmen)

 

Da sämtliche Maßnahmen während des laufenden Krankenhausbetriebs durchgeführt werden müssen, ist die Baumaßnahme zur Sicherstellung der Patientenversorgung in mehrere Bauabschnitte zu unterteilen (vgl. Anlage 1).

 

Die Bauabschnitte gliedern sich wie folgt:

 

Bauabschnitt 1:

Erstellung neuer Büro-Räumlichkeiten in Form eines zweigeschossigen Anbaus in Modulbauweise, zur Unterbringung von Chefärzten, Oberärzten, Stationsleitung und Sekretariat. Darüber hinaus werden ein neuer Tresen für die KV-Bereitschaftspraxis sowie ein kleiner Personalaufenthaltsbereich hergestellt.

 

Bauabschnitt 1.1:

Errichtung eines Erweiterungsbaus in Modulbauweise zur Unterbringung von acht Überwachungsplätzen und einem Notplatz.

 

Bauabschnitt 2:

Herstellung des neuen Eingangs- und Empfangsbereichs der Zentralen Notaufnahme einschließlich Backoffice, Triage-Bereich und Wartebereich.


Bauabschnitt 2.1:

Herstellung eines neuen Dokumentationsbereichs sowie eines neuen Personalaufenthaltsraums.

 

Bauabschnitt 3:

Herstellung eines neuen Röntgenbereichs, eines barrierefreien WCs sowie eines Wartebereichs für Kinder.

 

Bauabschnitt 4:

Herstellung eines neuen zusätzlichen Schockraums sowie einer Anbindung an den Modulbau mit Überwachungsplätzen.

 

Die Bestellung der Büromodule gem. Bauabschnitt 1 ist bereits erfolgt. Geplant wird mit einer Lieferung Anfang August 2026 und einer Nutzungsaufnahme Ende August 2026 nach erfolgreichem Anschluss an das Bestandsgebäude.

 

 

Vergabe der Lieferung und Montage des Moduls für die Überwachungsplätze gem. Bauabschnitt 1.1

 

Für die Module gem.  Bauabschnitt 1.1 (s. Anlage 2) wurde die funktionale Ausschreibung vorbereitet und das Vergabeverfahren eingeleitet. Hierbei wurde das Vergabeverfahren der Beschränkten Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb gewählt.

 

Gegenstand der Ausschreibung ist die Errichtung eines Erweiterungsbaus in Modulbauweise zur Unterbringung von Überwachungsplätzen. Aufgrund der besonderen Anforderungen an den Modulbau, der Schnittstellen zum Bestandsgebäude, der Ausführung im laufenden Krankenhausbetrieb sowie der zwingenden Lieferung der Module bis spätestens 15.01.2027 ist eine gezielte Ansprache geeigneter, fachkundiger und leistungsfähiger Unternehmen erforderlich. Die kurzen Produktions-, Liefer- und Montagezeiten erfordern die Auswahl erfahrener Bieter.

 

Ein Teilnahmewettbewerb fand nicht statt, da die Gesamtprojektsumme unterhalb des EU-Schwellenwertes für Bauaufträge von 5.404.000 € netto liegt. Die Einzelvergabe des geplanten Modulbaus liegt zudem unterhalb der für kommunale Bauvergaben in Baden-Württemberg maßgeblichen Wertgrenze von 1.000.000 € netto für eine Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb. Die Wahl des Verfahrens ist daher vergaberechtlich zulässig.

 

Mit der Durchführung und Veröffentlichung der Ausschreibung wurde die Zentrale Vergabestelle des Ostalbkreises beauftragt. Die Veröffentlichung erfolgte am 13.05.2026 über das Deutsche Vergabeportal durch die Zentrale Vergabestelle des Ostalbkreises.

 

Eine gesonderte Markterkundung fand nicht statt. Die Auswahl der aufzufordernden Unternehmen erfolgte unter Berücksichtigung der fachlichen Eignung, Leistungsfähigkeit und Erfahrung im Modulbau.

 

Im Rahmen der Ausschreibung haben vier Interessenten die Unterlagen angefragt.


Submission der Ausschreibung ist am 01.06.2026 und die Bindefrist für die Vergabe endet am 16.06.2026.

 

Da der Termin der Submission nach dem Abgabetermin dieser Beratungsunterlagen liegt, werden die Ergebnisse der Ausschreibung am Tag der Sitzung am 10.06.2026 dem Betriebsausschuss mit einer Präsentation zum Beschluss nachgereicht.

 

Die Gebote werden vom klinikeigenen Baumanagement inhaltlich und fachtechnisch geprüft. Sind die Gebote richtig und vollständig, gelten die Ausschreibungskriterien als erfüllt. Im Rahmen der Ausschreibung werden auch qualitative Anforderungen formuliert, so dass das wirtschaftlichste Angebot zur Vergabe empfohlen werden kann.

 

Geplant ist eine Lieferung der Module für die Überwachungsplätze bis 15.01.2027 und eine Inbetriebnahme ab März 2027. Die Plankosten für die Module liegen bei 616,6 T€ brutto.

     


Finanzierung und Folgekosten

 

Die Erweiterung der ZNA ist Teil der Gesamtmaßnahme „Übergangskonzept Zentral-OP, IMC und Funktionsbereiche“. Neben der ZNA-Erweiterung sind die Erweiterung der Intensivstation mit IMC-Bereich sowie die OP-Module inkl. Dachsanierung und Kältemaschine in der Gesamtmaßnahme enthalten.

 

Die Gesamtmaßnahme ist mit 27,09 Mio. € veranschlagt. Die Plankosten verteilen sich wie folgt auf die Teilmaßnahmen:

 

ZNA-Erweiterung:     2,79 Mio. €

Erweiterung Intensivstation mit IMC-Bereich: 2,10 Mio. €

OP-Module:      22,20 Mio. €

Gesamt:      27,09 Mio. €

 

Die Gesamtmaßnahme wurde in das Landesbauprogramm 2026 aufgenommen. Die konkreten Fördersummen werden im Juli verhandelt. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg hat Fördergelder in Höhe von ca. 25 % für Umbauten im Bestand in Aussicht gestellt. Für die Gesamtmaßnahme „Übergangskonzept Zentral-OP, IMC und Funktionsbereiche“ wären das rd. 6,772 Mio. €. Zusätzlich ergeben sich aus den Restrukturierungsmaßnahmen finanzielle Einsparungen im laufenden Betrieb.

 

Die verbleibenden Baukosten werden über einen Anteil des Ostalbkreises in Höhe von 7,169 Mio. € (in voller Höhe über Haushalte bis 2025 bereitgestellt) sowie Kreditaufnahmen in Höhe von insgesamt rd. 13,149 Mio. € in den Haushalten 2026 bis 2028 finanziert. Im Jahr 2026 ist eine Kreditaufnahme Höhe von 4 Mio. € eingeplant. Zins und Tilgung der Kreditaufnahme werden in den Folgejahren über den Ostalbkreis refinanziert.

 

Kreisanteil:      7,169 Mio. €

geplanter Landesanteil:    6,772 Mio. €

geplante Kreditaufnahme:    13,149 Mio. €

Gesamt:      27,090 Mio. €

Auf Basis des aktuellen Projektstands liegen für die Teilmaßnahmen folgende Kostenprognosen vor:

 

       HH-Plan  V-Ist 

ZNA-Erweiterung:     2,79 Mio. €  3,80 Mio. €

Erweiterung Intensivstation mit IMC-Bereich: 2,10 Mio. €  2,10 Mio. €

OP-Module:      22,20 Mio. €  22,20 Mio. €

Gesamt:      27,09 Mio. €  28,10 Mio. €

 

 

Erläuterung der voraussichtlichen Planüberschreitung „ZNA-Erweiterung“

 

Im Zuge der fortschreitenden Detail- und Fachplanung sowie neuer medizinisch-konzeptioneller Anforderungen wurden bauliche, strukturelle und ausstattungstechnische Anpassungen zwingend erforderlich, um eine zukunftssichere, gesetzeskonforme und leistungsfähige Notfallversorgung zu gewährleisten.

 

Geologische und statische Anpassungen

        Notwendigkeit einer Stützwand: Das finale geologische Gutachten fordert unvorhergesehene statische Maßnahmen. Zur sicheren Abfangung der Lasten muss eine separate Stützwand errichtet werden.

 

Medizinisch-konzeptionelle Weiterentwicklung (Fast-Track & Kapazitäten)

        Einführung des Fast-Track-Konzepts: Zum Zeitpunkt der ersten Kostenermittlung war das Fast-Track-Modell (Prozessoptimierung für ambulante/leichtere Notfälle) noch kein Planungsbestandteil. Die nachträgliche Implementierung erfordert eine grundlegende Umstrukturierung.

        Umnutzung bestehender Flächen: Für das Fast-Track-Konzept werden vorhandene Räumlichkeiten (darunter der Zugang zur KV-Praxis sowie Ärztebüros) baulich angepasst und einer neuen Nutzung zugeführt.

        Kapazitätserweiterung: Zur Optimierung der Patientenströme und Erhöhung der Patientensicherheit werden ein zusätzlicher Überwachungsplatz, ein weiterer Triageraum sowie ein Röntgenraum neu geschaffen.

 

Gesetzliche und infrastrukturelle Ergänzungen

        Barrierefreiheit: Im Zuge der fortgeführten Planung wurde die Integration eines zusätzlichen Behinderten-WCs gesetzlich erforderlich. Hierfür wird eine bisherige Lagerfläche baulich umfunktioniert.

 

Anpassung des Ausstattungskonzepts (Medizintechnik & Mobiliar)

        Neubeschaffung statt Übernahme: Ursprünglich war geplant, in größerem Umfang vorhandenes Equipment (u. a. aus Ellwangen) zu übernehmen. Aus medizinischen, technischen und hygienischen Gründen ist nun eine Neuanschaffung zwingend erforderlich.

        Umfang der Ausstattung: In den aktualisierten Gesamtkosten ist das komplette medizinische und funktionale Equipment für die neuen Räume enthalten. Dazu gehören unter anderem Untersuchungsstühle, Untersuchungsliegen, ein Ultraschallgerät, die Ausstattung für den Schockraum sowie medizinische Spezialschränke.

     


Anlagen

 

Anlage 1: Grundriss über verschiedene Bauabschnitte im Rahmen der Erweiterung der Zentralen Notaufnahme am Ostalb-Klinikum Aalen

 

Anlage 2: Grundriss Zentrale Notaufnahme Ostalb-Klinikum Aalen – Modulanbau gem. Bauabschnitt 1.1

 

 

Sichtvermerke

 

gez. Rieß, Betriebsleiter

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat
 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1: Grundriss Bauabschnitte Zentrale Notaufnahme Ostalb-Klinikum (592 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2: Grundriss Modulanbau Bauabschnitt 1.1 (1178 KB)