Bürgerinformationssystem

Vorlage - 070/2026  

 
 
Betreff: Bericht Tourismus und Vorstellung Ostalb-Radrunde
Status:öffentlich  
Federführend:Stabsstelle Tourismus   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung Kenntnisnahme
23.06.2026 
Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Bildung und Digitalisierung      

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Bildung und Finanzen nimmt den Bericht zum Tourismus auf der Ostalb und die Vorstellung der Ostalb-Radrunde zur Kenntnis.

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Der Tourismus stellt für den Ostalbkreis eine unverzichtbare wirtschaftliche Säule dar. Er sichert nicht nur Arbeitsplätze vor Ort, sondern stärkt durch die touristische Wertschöpfung auch indirekt Branchen wie den Einzelhandel, das Handwerk und die Gastronomie. Ein lebendiger Tourismussektor steigert zudem die Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung und erleichtert das Anwerben neuer, auswärtiger Fachkräfte, durch eine gut ausgebaute Infrastruktur, vielfältige Freizeitangebote und eine gesteigerte Lebensqualität.

 

Dass sich der Ostalbkreis heute stabil im Wettbewerb positioniert, ist maßgeblich auf die kontinuierliche Arbeit des Tourismus Ostalb sowie die enge Zusammenarbeit mit den Städten und Tourismusgemeinschaften des Kreises zurückzuführen. Erst diese starke regionale Vernetzung bildet das Fundament für den Erfolg. Gleichzeitig werden durch die Kooperation mit überregionalen Partnern wie dem Schwäbische Alb Tourismus, dem Remstal Tourismus und der Region Stuttgart wertvolle Synergien in der Vermarktung genutzt, um die Sichtbarkeit der Region stetig zu erhöhen.

 

Die aktuelle Tourismusbilanz bestätigt diesen Kurs: Die Zahl der Übernachtungen stieg im vergangenen Jahr um 2,0 % auf insgesamt 761.000 an. Besonders erfreulich ist zudem die Dynamik bei den Gästeankünften, die mit 365.100 einen Zuwachs von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen und damit wieder an das Niveau der Vor-Corona-Jahre anknüpfen.

Diese Daten unterstreichen die wachsende Relevanz der Region und verdeutlichen die Wirksamkeit der bisherigen Infrastrukturmaßnahmen sowie Marketingaktivitäten, die zur steigenden Strahlkraft des Ostalbkreises beigetragen haben.

 

Zur Sicherung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit ist eine kontinuierliche Anpassung der Infrastruktur an die steigenden Gästezahlen erforderlich. Die strategische Bedeutung des Radsektors wird dabei durch die aktuelle ADFC-Radreiseanalyse untermauert: Über 37

Millionen Menschen nutzen das Fahrrad im Urlaub oder in der Freizeit. Besonders die Rolle des Rades als fester Nebenbestandteil einer Reise sowie für die tägliche Freizeitgestaltung hat massiv zugenommen. Im Ostalbkreis ist dieser Trend ebenfalls spürbar. Radfahren bekommt neben dem sogenannten Alltagsradeln vor allem auch im Freizeit- und Sportbereich eine zunehmende Bedeutung. So sind die Städte Heubach (Bike the Rock) oder Aalen (Mountainbike World Cup) feste Größen in der internationalen Radsport-Szene geworden. Aber auch Schwäbisch Gmünd mit der Deutschland Tour oder der gesamte Ostalbkreis durch den

Ostalb Giro sind ein Zeichen, dass der Ostalbkreis zum „Fahrrad-Landkreis“ wurde.

 

Vor diesem Hintergrund wurde die neue Ostalb-Radrunde konzipiert. Mit dieser Maßnahme wird gezielt auf die steigende fahrradtouristische Nachfrage reagiert und eine moderne Verbindung geschaffen, die sowohl den Anforderungen des Alltagsverkehrs als auch den hohen Qualitätsansprüchen der Gäste gerecht wird. Ein besonderes Qualitätsmerkmal der Route ist die Auszeichnung als ADFC-Qualitätsradroute mit 4 Sternen. Diese Zertifizierung bestätigt den hohen Standard der Wegeführung, der Beschilderung sowie der touristischen Infrastruktur entlang der Strecke. Ein wichtiger Baustein dieser Infrastruktur sind auch die kürzlich offiziell eingeweihten acht neuen Fahrradrastplätze, die im Zuge der Landesgartenschau

Ellwangen entstanden sind. Sie stärken die Region als attraktive Raddestination und erhöhen die Aufenthaltsqualität für Alltagsradler, Ausflügler und Touristen weiter.


Nicht zuletzt führt die Ostalb-Radrunde natürlich auch zu direkten und indirekten wirtschaftlichen Effekten entlang der touristischen Wertschöpfungskette. Insbesondere auch in den strukturschwächeren Gebieten können so vermehrt touristische (Übernachtungs-)Gäste gewonnen werden, die nicht nur in den Verpflegungs- und Beherbergungsbetrieben für eine Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze sorgen können, sondern durch den Besuch kultureller Veranstaltungen und Einrichtungen auch die kulturelle Entwicklung fördern. Ebenso erleichtert ein gut ausgeschildertes Radwegenetz auch der einheimischen Bevölkerung den Besuch kultureller Einrichtungen und Veranstaltungen in anderen Teilen des Landkreises.

 

Eckdaten Ostalb-Radrunde

Die Ostalb-Radrunde erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 305 Kilometern, gegliedert in sechs Etappenvorschläge sowie neun individuell kombinierbare Verbindungsstrecken. Der Routenverlauf führt dabei über die Grenzen des Ostalbkreises hinaus in die benachbarten Landkreise Heidenheim und Rems-Murr bis in den bayerischen Landkreis Donau-Ries. Durch diese interkommunale Vernetzung eröffnen sich Radfahrern vielfältige Möglichkeiten, den Natur- und Kulturraum der gesamten Region intensiv zu erleben. Die Strecke verbindet zahlreiche Sehenswürdigkeiten mit den kulturellen Highlights der beteiligten Kommunen. Ein besonderes Merkmal ist die Begleitung durch die drei Wappenfiguren des Ostalbkreises – Adler, Abt und Löwe, welche die historischen Wurzeln der Region symbolisieren.

 

Das Projekt wurde im Rahmen des Tourismusinfrastrukturprogramms (TIP) des Landes Baden-Württemberg gefördert und aus Landesmitteln finanziert, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat. Diese Förderung unterstreicht die überregionale Bedeutung der Maßnahme für die touristische Weiterentwicklung des Ostalbkreises.

 

In der Gesamtschau stellt die Ostalb-Radrunde ein Angebot dar, das Natur, Geschichte und Kultur auf hohem Niveau verbindet und die Vielseitigkeit der Region nachhaltig erlebbar macht.


Finanzierung und Folgekosten

-


Anlagen

-

 

Sichtvermerke

 

gez. Sattler, i. V. Heth, Stabsstelle Tourismus

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat