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Antrag der Verwaltung
1. Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
2. Das Thema Rechenzentrumsinfrastrukturen wird in das Handlungsfeld 2 „Infrastruktur & Flächen“ des Masterplans 2.0 der Offensive Zukunft Ostwürttemberg und dort in die Rubrik „Digitale Infrastruktur“ eingebunden. Die Gesamtkoordination des Handlungsfeldes liegt beim Regionalverband Ostwürttemberg. Die Landkreise, die Wirtschaftsförderungen der Großen Kreisstädte, das fem und die IHK sind als Projektverantwortliche für „Digitale Infrastruktur“ definiert.
3. Die Verwaltung wird im Rahmen der Gesamtkoordination durch den Regionalverband und in Abstimmung mit den weiteren thematisch relevanten Akteuren beauftragt, die Umsetzung der Rechenzentrumsstrategie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung insbesondere mit Blick auf kommunale Handlungserfordernisse eng zu begleiten.
4. Das digiZ Ostwürttemberg, die KI Allianz Baden-Württemberg und die Hochschule Aalen etablieren eine Lotsen- und Umsetzungsstruktur, die Unternehmen sowie kommunale Akteure systematisch für die Nutzung regionaler Rechenzentrumsangebote, sicherer Cloud-/Hostingmodelle und zu HLRS/bwHPC-Zugängen befähigen.
Sachverhalt/Begründung
Einordnung der Bedeutung von Rechenzentren bzw. Rechenzentrumsinfrastrukturen:
Rechenzentren sind für Wirtschaftsstandorte so wichtig wie Straßen und Stromnetze: Sie liefern die Rechenleistung und Datenspeicherung, die fast alle digitalen Dienste antreibt – vom Onlinehandel über Industrie‑Steuerung bis zu KI-Anwendungen. Wo sichere und leistungsfähige Rechenzentren vorhanden sind, können Unternehmen schneller digitalisieren, neue Produkte entwickeln und weltweit konkurrenzfähig bleiben. Damit einher geht auch eine Erhöhung der Versorgungssicherheit, weil Daten und kritische Anwendungen im eigenen Land betrieben werden können.
Ein Rechenzentrum ist dabei weit mehr als nur ein Gebäude, in dem Server stehen. Es handelt sich um eine komplexe Umgebung, die Datenverarbeitung, Kühlsysteme, und intelligente Raumplanung kombiniert, um IT-Infrastrukturen sicher zu beherbergen. Moderne Rechenzentren sind hochentwickelte Ökosysteme, die eine Vielzahl von Diensten unterstützen – von Colocation über Cloud-Computing bis hin zu Unternehmenslösungen.
Damit steigen auch die Anforderungen an Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien, Abwärmenutzung, physische Sicherheit sowie an resiliente Netzinfrastrukturen. Für Regionen wie den Ostalbkreis und Ostwürttemberg stellt sich damit weniger die Frage nach „dem einen großen Rechenzentrumsprojekt“, sondern nach einem ausgewogenen Zielbild aus (a) gesichertem Zugang zu leistungsfähiger Cloud- und HPC/KI-Rechenleistung, (b) regional verfügbaren Kapazitäten für typische Unternehmens- und Verwaltungsanforderungen und (c) geeigneten Rahmenbedingungen, falls zusätzliche private Ansiedlungen wirtschaftlich sinnvoll werden.
Aktuelle Versorgungslagen mit Rechenzentren auf unterschiedlichen Ebenen:
Globaler Vergleich: Weltweit konzentriert sich die Rechenzentrumslandschaft stark auf wenige ökonomisch und digital besonders entwickelte Räume, wobei die USA bei Anzahl und vor allem bei der installierten IT-Leistung deutlich dominieren. In den Vereinigten Staaten hat sich eine stark skalierte, großflächige Infrastruktur herausgebildet, die von Hyperscalern und Colocation-Anbietern geprägt ist und durch große Binnenmärkte, hohe Investitionsdynamik und eine ausgeprägte Clusterbildung getragen wird. Global verschiebt sich der Ausbau zunehmend in Regionen, die drei Bedingungen verbinden: günstige bzw. planbare Energie, hohe Verfügbarkeit erneuerbarer Energien und kurze Genehmigungs- bzw. Anschlusszeiten. Besonders attraktiv sind daher Teile Nordamerikas, die Nordics sowie einzelne neue Wachstumsmärkte, die aktiv Flächen und Energieinfrastruktur für Rechenzentren bereitstellen. Gleichzeitig steigt mit KI-Workloads der Bedarf nach Hochleistungsstandorten, während Inferenz und Edge-Anwendungen zusätzliche, näher am Nutzer verteilte Kapazitäten begünstigen. Europa ist zwar der zweitwichtigste Raum, wirkt aber fragmentierter: Kapazitäten verteilen sich auf mehrere Länder und Metropolräume, und Ausbaupfade werden stärker durch lokale Energie-, Flächen- und Genehmigungsbedingungen begrenzt.
Europa: Die europäische Rechenzentrumslandschaft ist stark durch große Colocation- und Hyperscale-Standorte geprägt, die zusammen den Großteil der IT-Leistung bereitstellen. Klassische Kernräume (häufig entlang großer Internetknoten und Wirtschaftsmetropolen) bleiben wichtig, stoßen jedoch zunehmend an Grenzen bei Netzanschlüssen und Baukapazitäten. Dadurch gewinnen sekundäre Märkte und neue Regionen an Attraktivität, besonders dort, wo erneuerbare Energien, Flächenverfügbarkeit und ein schnellerer Netzausbau zusammenkommen. Als klassische Rechenzentren-Hotspots in Europa gelten vor allem die FLAP-D-Märkte sowie einige stark wachsende Sekundärstandorte:
Deutschland: Deutschland ist mit aktuell rund 2.980 MW (rund 3 GW) IT‑Anschlussleistung und über 2.000 Rechenzentren Europas größter Markt (Quellen: Studie bitkom „Rechenzentren in Deutschland – Aktuelle Marktentwicklungen Update 2025“ / Gutachten BMWK „Stand und Entwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland“). Die Kapazität ist stark in wenigen Clustern konzentriert. Insbesondere in Frankfurt am Main hat sich der sogenannte Deutsche Commercial Internet Exchange (DE-CIX) bis heute zum Internetknoten mit der größten Datenübertragungsrate weltweit entwickelt. Frankfurt wurde dadurch in den letzten Jahrzehnten zu einem führenden Standort für die Rechenzentrumsbranche in Europa mit 55 RZ-Standorten auf 63 Hektar Fläche (Quelle: Studie „Rechenzentren in Frankfurt am Main und der Region: Standort- und regionalökonomische Wirkungszusammenhänge, DETECON Consulting / IW CONSULT, 2025). Neue Standorte werden wegen knapper Netzanschlusskapazitäten und hoher Strompreise immer wichtiger werden. Die Spitzenreiter unter den Bundesländern nach der installierten IT-Leistung sind aktuell Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Der Bund zielt gemäß der am 18.03.2026 veröffentlichten Rechenzentrumsstrategie bis 2030 auf eine deutliche Ausweitung (mindestens Verdopplung insgesamt; KI/HPC deutlich stärker), was den Ausbau in Regionen mit verfügbarer Energie-, Netz- und Glasfaserinfrastruktur beschleunigen soll. KI/HPC-fähige Kapazitäten lagen 2025 bei rund 15 % (~500 MW) und sollen bis 2030 stark wachsen. Insgesamt wird für Deutschland bis 2030 ein Anstieg in Richtung 5.000 MW Anschlussleistung erwartet. Im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik nach Angaben der „Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen“ deutlich hinter den USA und China zurück. Demnach kommen die USA derzeit auf etwa 40 GW IT-Anschlussleistung.
Vor diesem Hintergrund sind aktuelle Großprojekte von hoher Signalwirkung, weil sie neue Schwerpunkte außerhalb der klassischen Frankfurt-Achse setzen und „Souveränitäts“-Narrative bedienen: Schwarz (Schwarz Digits/Stackit) baut in Lübbenau auf einem ehemaligen Kraftwerksgelände einen Campus mit in der ersten Ausbaustufe rund 200 MW Anschlussleistung. 100.000 KI-Spezialchips (GPUs) sollen Daten für Konzern und Cloud-Kunden verarbeiten. Perspektivisch ist er als sehr großer KI-/Cloud-Standort ausgelegt und setzt auf erneuerbare Versorgung sowie Abwärmenutzung. In München hat die Telekom jüngst mit Partnern ein KI-orientiertes Rechenzentrumsprojekt („Industrial AI Cloud“) in Betrieb genommen, das gezielt industrielle KI-Workloads adressiert und in dem 10.000 GPUs installiert sind.
Baden-Württemberg: Baden-Württemberg verfügt aktuell über 122 Rechenzentren und eine installierte IT-Leistung von rund 230 MW (Quelle: bitcom). Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich eine Dichte von 1,09 Rechenzentren pro 100.000 Einwohner bei rund 11,23 Millionen Einwohnern. Das Land verfügt über eine solide Grundversorgung mit Rechenzentrumsleistungen für die Landesverwaltung und über eine sehr starke wissenschaftliche Recheninfrastruktur. Gleichzeitig zählt das Land im privatwirtschaftlichen Großrechenzentrumsmarkt nicht zu den bundesweiten Spitzenclustern, die sich vor allem in stark vernetzten Metropolregionen mit internationaler Anbindung konzentrieren. Der politische Tenor der Landtagsdrucksache vom 24.09.2025 „Rechenzentrumsstandort Baden-Württemberg“ ist dennoch klar: Rechenzentren werden als strategisch wichtig für digitale Souveränität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit bewertet, auch mit Blick auf geopolitische Risiken.
Für die Landes-IT sind mehrere landeseigene Einheiten relevant (BITBW als zentrale Landes-IT, LZfD/OFD der Steuerverwaltung), deren installierte IT-Leistung eher im kW-Bereich liegt und damit vor allem den Verwaltungsbedarf abdeckt, nicht aber den Maßstab großer KI- oder Hyperscale-Infrastrukturen. Ergänzend nutzt die Polizei einen Multi-Cloud-Ansatz mit externen Dienstleistern; die dort bezogene Leistung ist nicht als feste installierte IT-Leistung bezifferbar, weil Ressourcen „on demand“ bereitgestellt werden. Im Wissenschaftsbereich ist Baden-Württemberg national sichtbar, u. a. Stuttgart als HPC-Standort, daneben starke Einrichtungen wie KIT, das als Zentrum des Nationalen Hochleistungsrechners (NHR) agiert sowie das nationale Höchstleistungsrechenzentrum an der Universität Stuttgart (HLRS). Das HLRS-Konsortium HammerHAI baut derzeit eine europäische KI-Fabrik für Wissenschaft und Wirtschaft auf. Diese Innovations- und Kompetenzanker ersetzen aber nicht automatisch privatwirtschaftliche Großcluster. Die Landesregierung nennt als Hauptgründe für die Dominanz anderer Regionen strukturelle Faktoren wie Internetknoten-Nähe und Agglomerationseffekte, die insbesondere Frankfurt/Rhein-Main und Berlin begünstigen.
Die Landesregierung befürwortet den weiteren Ausbau leistungsfähiger und nachhaltiger Rechenzentren, setzt dabei aber vor allem auf Rahmenbedingungen wie Netze und Forschung. Als konkrete Flankierung werden hohe Investitionen in Breitbandinfrastruktur (kumuliert inklusive Bundesmitteln) sowie eine HPC-Landesstrategie als zentraler Bestandteil der Digitalisierungsstrategie digital@bw mit erheblichen Investitionsansätzen genannt. Zentrale Engpässe bleiben laut Drucksache vor allem Flächenverfügbarkeit in Ballungsräumen, begrenzte Stromanschlusskapazitäten und teils komplexe Genehmigungsprozesse. Insgesamt ist Baden-Württemberg damit gut aufgestellt für Forschung und öffentliche IT, aber für großskalige privatwirtschaftliche Kapazitäten weiterhin von Energie-, Flächen- und Genehmigungsrealitäten abhängig.
Ostalbkreis: Die Rechenzentrumsdichte im Ostalbkreis von ca. 0,95 Rechenzentren pro 100.000 Einwohner liegt leicht unter dem Wert von Baden-Württemberg mit insgesamt 1,09 Rechenzentren pro 100.000 Einwohner. Zur bestehenden Rechenzentrumsinfrastruktur zählen:
• Cloud4You, Ellwangen: • JH-Computers, Stödtlen: • fairfast, die Marke der GmündCOM GmbH, Schwäbisch Gmünd: Darüber hinaus gibt es in Baden-Württemberg verschiedene Cloud-Dienstleister. Als Beispiel kann das Landesrechenzentrum Baden-Württemberg (BITBW) genannt werden. BITBW ist die zentrale IT-Dienstleisterin für die öffentliche Verwaltung des Landes und stellt darüber hinaus IT-Infrastruktur und Rechenzentrumskapazitäten insbesondere für öffentliche Institutionen und den Mittelstand bereit. Die BITBW unterstützt die Digitalisierung landes- und bundesweit, bietet IT-Sicherheitsdienstleistungen sowie Hosting- und Managed-Services und betreibt dabei moderne, zertifizierte Rechenzentren. Sie agiert nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen als Landesbetrieb und wird durch das Innenministerium fachlich beaufsichtigt. Die BITBW bietet eine breite Palette an IT-Diensten, vom Betrieb sicherer Arbeitsplätze bis hin zur Bereitstellung von Fachanwendungen für öffentliche Einrichtungen. Für KMU im Mittelstand werden so technologische Ressourcen und sichere Hosting-Optionen zugänglich gemacht, die insbesondere kleiner und mittleren Unternehmen die digitale Transformation erleichtern.
Schwerpunkte der Bundes-Rechenzentrumsstrategie: Die Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung setzt einen klaren Ausbaupfad: Deutschland soll bis 2030 seine Rechenzentrumskapazitäten mindestens verdoppeln und KI-/HPC-Kapazitäten mindestens vervierfachen. Für Kommunen ist das besonders relevant, weil Standortfragen, Flächenverfügbarkeit, Genehmigungen, Netze, Wärmeplanung und lokale Akzeptanz vor Ort entschieden werden. Die Strategie ist dabei ausdrücklich als laufender Prozess angelegt, mit jährlichen Maßnahmenplänen und Monitoring, was Kommunen frühe Positionierung und kontinuierliche Mitgestaltung ermöglicht. Die Bundesstrategie eröffnet Kommunen die Chance, sich als aktive Infrastruktur- und Digitalstandorte zu positionieren, verlangt aber professionelle Standortpolitik und integrierte Planung. Erfolgsentscheidend sind vorausschauende Flächenbereitstellung, beschleunigte und verlässliche Genehmigungsprozesse sowie die Kopplung an Energie- und Wärmeinfrastruktur, damit lokale Mehrwerte sichtbar und verhandelbar werden. Die Schwerpunkte und die geplanten Maßnahmen der Strategie liegen in den Handlungsfeldern „Energie und Nachhaltigkeit“, „Standort und Fläche“ sowie „Technologie und Souveränität“ und dabei u. a. in folgenden Bereichen:
• Stromnetzanschlüsse beschleunigen • Nachhaltigen Betrieb regulatorisch/praktisch erleichtern • Stromkosten wettbewerbsfähiger machen • Flächenpolitik unterstützen • Kommunale Akzeptanz/Finanzen • Planungs- und Genehmigungen beschleunigen • Souveräne KI-/Cloud-Infrastruktur stärken • Innovation & Sicherheit fördern • Nutzung souveräner Kapazitäten stimulieren
Aus kommunaler Sicht hinsichtlich der Flächenpolitik besonders relevant ist die Entwicklung eines Konzepts zur Ausweisung von Vorzugsflächen für Rechenzentren (gemeinsam mit Netzbetreibern, Ländern/Kommunen, Wirtschaftsförderern), inkl. Fokus auf Brownfield-/ready-to-use-Flächen. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen einem Praxis-Check unterzogen und Best Practices-Beispiele identifiziert und verbreitet werden. Die Erstellung eines standardisierten Kriterienkatalogs und Handreichungen für Kommunen zur Bewertung/Priorisierung geeigneter Flächen (inkl. Nachhaltigkeitsaspekten) in Abstimmung mit Ländern und Kommunen ist ebenfalls angedacht. Das Bundesland Hessen ist hier mit dem Leitfaden für Kommunen zur nachhaltigen Ansiedlung von Rechenzentren bereits Vorreiter. Ferner wird die Einführung eines besonderen Zerlegungsmaßstabs beim Gewerbesteuer-Messbetrag für Rechenzentren geprüft.
Fazit und Handlungsempfehlung für den Ostalbkreis: Private Kapazitäten sind im Ostalbkreis derzeit ausreichend vorhanden. Anbieter wie Cloud4You in Ellwangen, JH-Computers in Stödtlen und fairfast/GmündCOM in Schwäbisch Gmünd bieten spezialisierte, professionelle Rechenzentrumsdienste sowohl für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als auch für größere Firmen an. Diese Vielfalt deckt unterschiedliche Anforderungen ab und stellt somit eine solide Infrastruktur sicher. Die staatliche Versorgung insbesondere für öffentliche Institutionen erfolgt zentral über das Landesrechenzentrum Baden-Württemberg (BITBW), das auch Mittelstandsunternehmen Kapazitäten bietet. Dadurch ist die wichtige Grundversorgung durch eine bewährte, fachlich überwachte Organisation sichergestellt. Private Anbieter reagieren flexibel auf Nachfrageschwankungen und fördern durch Wettbewerb innovative Lösungen. Zusätzlich setzen etablierte Anbieter bereits auf Nachhaltigkeit und vermeiden durch Kooperationen und Spezialisierung unnötige Ressourcenverschwendung.
Nach aktueller Einschätzung liegt die Herausforderung im Ostalbkreis und der Region Ostwürttemberg auch nicht im Fehlen eines eigenen Höchstleistungsrechenzentrums (HLR), sondern im möglicherweise unzureichenden Gebrauch vorhandener Ressourcen. Der Ostalbkreis hat über die Hochschule Aalen und die KI Werkstatt Mittelstand bereits einen privilegierten Zugang zu Spitzen HPC (High Performance Computing) und moderner KI-Hardware. Allgemein sind die Hochschulen sehr gut angebunden, u. a. über das Datenanalyse Cluster der Hochschulen in BaWü (DACHS) und bwHPC (bwUniCluster). Aber auch Unternehmen können über den HLRS- und in Zukunft HammerHAI / AI Factory-Zugang ihren (potenziellen) Bedarf sehr gut decken. Ab 2027 wird mit dem HLRS III die Kapazität nochmals deutlich erhöht werden.
Für den Ostalbkreis bzw. Ostwürttemberg empfiehlt sich daher eine differenzierte Vorgehensweise, die zwischen kurzfristig wirksamen Maßnahmen zur besseren Nutzung vorhandener Kapazitäten und externer KI-/HPC-Ressourcen sowie mittelfristigen Standort- und Infrastrukturentscheidungen für mögliche zusätzliche private Ansiedlungen unterscheidet.
Die Rechenzentrumsstrategie des Bundes sowie die landesseitige Einordnung zeigen, dass der Ausbau von Rechenzentren künftig stärker an Energie- und Flächenfragen, Nachhaltigkeitsanforderungen, Genehmigungsfähigkeit und Systemintegration (Netze, Abwärme, Wasser/Kühlung) gekoppelt sein wird. Eine Einbindung des Themas in das Handlungsfeld 2 „Infrastruktur & Flächen“ des Masterplans 2.0 der Offensive Zukunft Ostwürttemberg ist daher schlüssig, zumal der Regionalverband mit dem im Bundesprogramm RegioStrat geförderten Projekt „Ostwürttemberg VernEEtzt 2.0“ die Energiewende in Ostwürttemberg strategisch, räumlich und organisatorisch so ausgestalten möchte, dass sie als Treiber wirtschaftlicher Innovation und nachhaltiger Regionalentwicklung wirkt. Das entstehende Gesamtkonzept soll Kommunen, Landkreisen und Energieversorgern als Entscheidungshilfe für Investitionen in Netzausbau, Wärmeplanung, Speichertechnologien und neue Infrastrukturen dienen.
Für KI‑ und datenintensive Unternehmen ist der verlässliche Zugang zu Rechenleistung entscheidend, nicht der physische Standort eines Supercomputers. Über HLRS, bwHPC, Cloud‑Anbieter und die in Planung befindliche KI‑Fabrik HammerHAI stehen Unternehmen in der Region grundsätzlich sehr leistungsfähige Ressourcen zur Verfügung, auch für KMU (u. a. über pay‑per‑use‑Modelle). Kritisch wäre, wenn Unternehmen, Verwaltung und regionale Akteure diese Möglichkeiten nicht kennen oder aus Unsicherheit (Antragsverfahren, Kostenmodelle, fehlende Erfahrung) nicht nutzen. In erster Linie gilt es daher, die vorhandenen Zugänge zu Rechenleistung und KI‑Infrastruktur systematisch zu kommunizieren, zu vermitteln und zu nutzen. Konkret kann mit dem digiZ Ostwürttemberg, der KI Allianz Baden-Württemberg und der Hochschule Aalen eine koordinierte Lotsen- und Umsetzungsstruktur etabliert und gestärkt werden, die Unternehmen sowie kommunale Akteure systematisch zu regionalen Rechenzentrumsangeboten, zu sicheren Cloud-/Hostingmodellen und zu HLRS/bwHPC-Zugängen befähigen und so auch die konkreten Bedarfe besser erfassen.
Finanzierung und Folgekosten
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