Bürgerinformationssystem

Vorlage - 054/2026  

 
 
Betreff: Gemeinsame Initiative "Saubere Ostalb"
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Controlling und Beteiligungsmanagement   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung Kenntnisnahme
20.04.2026 
Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung zur Kenntnis genommen   

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung nimmt vom Bericht der Verwaltung zum Stand des Projekts gemeinsame Initiative „Saubere Ostalb“ Kenntnis.

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Aufgrund der zunehmenden Verunreinigung des öffentlichen Raumes durch wilde Müllablagerungen haben die Städte und Gemeinden des Ostalbkreises, der Ostalbkreis und die Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH (GOA) die gemeinsame Initiative „Saubere Ostalb“ ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Umwelt verpflichtet alle“ wurde die Initiative zum 01.08.2019 gestartet. Die Laufzeit des Projektes wurde zunächst auf drei Jahre begrenzt. Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung hat mit Beschluss vom 11.10.2022 und 29.04.2025 einer Verlängerung zugestimmt. Die aktuelle Projektlaufzeit endet am 31.07.2028.

 

In Absprache mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Ostalbkreises wurde eine Projektgruppe gegründet, welche zukünftige Maßnahmen erörtert und festlegt.

 

 

1. Projektbericht „Saubere Ostalb“

 

Abfallkümmerer und wilde Müllablagerungen

 

Seit August 2019 sind drei Abfallkümmerer im Ostalbkreis aktiv, um illegale Müllablagerungen an unseren Glascontainerstandplätzen sowie in Wald und Flur wegzuräumen und zu entsorgen. Dies sind im

 

Großraum Schwäbisch Gmünd - Herr Van Velzen

Großraum Aalen   - Herr Scheffler

Großraum Ellwangen   - Herr Flemming (neu seit 01.04.2026)

 

Die Anforderungen an die Abfallkümmerer nehmen stetig zu, insbesondere hinsichtlich ihrer Kernkompetenzen. Ein wesentlicher Aspekt dieser Entwicklung ist die verstärkte Interaktion und Kommunikation mit Bürgern, Ordnungsämtern sowie Polizeibeamten. Zudem stehen sie häufiger in Kontakt mit Bürgermeistern und Ortsvorstehern.

Zusätzlich werden die Abfallkümmerer aktiv bei Veranstaltungen der „Sauberen Ostalb“ in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich eingesetzt.

Im Jahr 2025 wurde eine erhebliche Menge von 232.930 kg an „wilden Müllablagerungen“ durch die Abholung der drei Fahrzeuge der Sauberen Ostalb erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 stellt dies eine Zunahme von fast 8.000 kg dar.

Nach den Osterferien beginnen die Abfallkümmerer mit gezielten Kontrollen von Biotonnen. Ausgestattet mit einem Handlesegerät konzentrieren sie sich auf Biotonnen mit einer hohen Fehlbefüllungsrate. Ziel ist es, direkt mit den Eigentümern der Biotonnen ein persönliches Aufklärungsgespräch zu führen, um Missverständnisse und Fehlbefüllungen zu reduzieren.

 

Kreisputzete

Während der Kreisputzete am 21.03.2026 waren die Abfallkümmerer ebenfalls im Einsatz. Rund 22 500 Teilnehmende waren dieses Jahr gemeldet.


Schilder gegen „Littering“

 

Um auf die Vermüllung unserer Umwelt und dessen Auswirkungen aufmerksam zu machen, verteilte die Saubere Ostalb letztes Jahr die Tafeln „Unbeliebte Naturbewohner“ an alle 42 Städte und Gemeinden im Ostalbkreis.

 

 

Davon wurden von folgenden Städten bzw. Gemeinden nachbestellt:

 

2 Stück Lauchheim

3 Stück Neresheim

10 Stück Schwäbisch Gmünd

10 Stück Tannhausen

25 Stück Unterschneidheim

 

Somit stehen inzwischen insgesamt 92 Aufklärungsschilder „Unbeliebte Naturbewohner“ im Ostalbkreis.

 

Auf Anregung der Stadt Schwäbisch Gmünd werden aktuell von Frau Fiebig ergänzende Informationen und Erläuterungen zu Hintergrund und Ziel des Schildes zusammengestellt. Die Saubere Ostalb wird dies auf die eigene Homepage stellen und anschließend einen QR-Code generieren, welcher auf die entsprechende Seite führt. Aufkleber mit dem Code gibt es abschließend für alle Gemeinden.


Müllpaten

 

Aktuell sind im Ostalbkreis 864 ehrenamtliche Müllpaten gemeldet.

 


Müllpatenauszeichnung

 

Am 15.04.2026 werden 10 besonders herausragende Müllpaten in den Kategorien Quantität, Multiplikator/pädagogischer Ansatz und Innovationen geehrt und erhalten einen Preis. Zusätzlich wird ein Sonderpreis verliehen, der den besonderen Einsatz einer Müllpatin würdigt, die von Beginn der Kampagne an aktiv war und trotz schwerer Krankheit und Einschränkungen unermüdlich an der Initiative festhält und nun mit Gehhilfe unterwegs ist.

 

In diesem Jahr sind Müllpaten aus den Gemeinden Aalen, Adelmannsfelden, Mutlangen, Schwäbisch Gmünd, Unterschneidheim, Oberkochen, Abtsgmünd, Ellwangen und Mögglingen ausgewählt. Im Rahmen einer Veranstaltung mit Herrn Landrat Dr. Bläse, den jeweiligen Bürgermeistern sowie Herrn Gstöttner und der Sauberen Ostalb, findet die Auszeichnung dieses Jahr im Landratsamt in Aalen statt.

 

 

Nachhaltige Bildung und Netzwerkarbeit

 

Unsere Workshop-/ Beratungs-/ Vortrags- und Projektangebote sind weiterhin gefragt.

Workshops oder Projekttage in Grundschulen, sonderpädagogischen Schulen, Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Gymnasien sowie Kindergärten sind fester Bestandteil im Programm der Sauberen Ostalb. Ebenso unsere individuellen Vorträge in Flüchtlingsunterkünften sowie bei Vereinen oder unser Ferienprogramm.

 

In folgenden Gemeinden (Ortsteile inbegriffen) war die Saubere Ostalb bereits aktiv:

 

Abtsgmünd      Eschach

Gschwend-Frickenhofen    Bopfingen

Heubach  Kirchheim

Ellwangen  Wört

Bartholomä  Waldstetten

Schwäbisch Gmünd Heuchlingen

Jagstzell Neuler

Mutlangen  Lorch

Göggingen  Essingen

Aalen  Täferrot

Hüttlingen      Leinzell

Oberkochen      Spraitbach

Ellenberg      Schechingen

Ruppertshofen     Neresheim

Riesbürg

 

21 Deponieführungen auf unseren Entsorgungsanlagen Ellert und Reutehau wurden im letzten Jahr durchgeführt.


Netzwerke

 

Aktiv im Austausch und in der Zusammenarbeit ist die Saubere Ostalb mit der Hochschule Aalen, Bildungsbüro Landratsamt, Volkshochschulen, BUND, im Klimaschutzbeirat, explorhino Aalen, Unverpackt Laden Schwäbisch Gmünd, Haus Lindenhof, „Gmünd von Morgen“, Wohnbau Aalen, muelltrennung-wirkt, Omas for future, Hoffnungshaus Stiftung, Sportverein ASA Wasseralfingen, Jugendtreff Lorch, Klimaentscheid, Berufsvorbereitungswerk sowie Berufsausbildungswerke u.v.m.

 

Eine Vernetzung/Kooperation mit dem Jobcenter im Ostalbkreis wird angestrebt, um interessierte Bürgergeldempfänger sowie Flüchtlinge direkt in einem Workshop über örtliche Entsorgungsmöglichkeiten, Mülltrennung und Umweltschutz zu informieren sowie zu beraten.

 

Landesgartenschau 2026 in Ellwangen

 

Auf der Landesgartenschau in Ellwangen 2026 ist die Kampagne Saubere Ostalb im Kreispavillon des Landratsamtes an folgenden Terminen vertreten

-       vom 11.05.2026 bis 14.05.2026 gemeinsam mit Bereichen der GOA

-       am 08.09.2026 gemeinsam mit dem Bildungsbüro des Landratsamtes

-       am 18.09.2026 „Tag des Ehrenamts“ (mit unserem Müllpatenprogramm)

 

 

Bundesweite Aktion „Deutschland trennt.“ 2.0

 

Zum zweiten Mal organisiert die Initiative muelltrennung-wirkt eine bundesweite Kampagne. Ziel ist die korrekte Mülltrennung öffentlich zu thematisieren, um damit ein effektives Recycling zu ermöglichen und so zur Nachhaltigkeit sowie dem Klimaschutz beizutragen.

 

Die Saubere Ostalb ist wieder dabei.

 

Für dieses Jahr wurden von der Initiative sogenannte Showtrucks angeschafft, um das hohe Interesse der Kommunen deutschlandweit abdecken zu können.

 


Diese Showtrucks konnten für Tage/halbe Tage an stark frequentierten Plätzen geordert werden. Geplant sind sie

 

am 09.06.2026 in Aalen

am 10.06.2026 in Schwäbisch Gmünd

am 12.06.2026 in Bopfingen

am 19.06.2026 in Ellwangen

 

Im Rahmen der Veranstaltung wird die Saubere Ostalb innerhalb des Showtrucks gleichsam vertreten sein. Um die Bekanntheit der Initiative zu steigern und das Engagement zu fördern, werden im gesamten Ostalbkreis Plakate mit unserem Landrat, Herrn Dr. Bläse, platziert. Zusätzlich werden Pressemitteilungen erstellt und verteilt, um die Öffentlichkeit über die Aktivitäten und Ziele der Aktion zu informieren. Zielgruppe sind überwiegend Erwachsene, Familien mit Kindern, Jugendliche.

 

 

Unterflurcontainer für die Erfassung von Altglas und Dosen

 

Mit Beginn der gemeinsamen Initiative „Saubere Ostalb“ wurde vereinbart, dass zur Erhöhung des Komforts für die Bürgerschaft in den Städten und Gemeinden 20 Unterflurcontainer (UFC) für Altglas und Dosen eingerichtet werden. Alle 20 Standorte sind umgesetzt. Zu bestimmten Konditionen können die Gemeinden zusätzliche UFC für Ihre Gemeinde ordern.

 

Zusätzlich zu diesen 20 Standorten können die Gemeinden weitere UFC für ihre Kommunen in Auftrag geben. Die Finanzierung dieser weiteren UFC gestaltet sich wie folgt:

 

-       die Kommune stellt einen Standplatz zur Verfügung und übernimmt 100 % der Finanzierung Erdarbeiten und Betonschacht

-       Finanzierung Sicherheitsplattform, Sammelbehälter, Fußgängerplattform, Einwurfsäule, Revisionsöffnung, Einwurfklappe: 1/3 GOA, 1/3 OAK, 1/3 Kommune

-       Sofern der neu geschaffene UFC mehr als einen bereits bestehenden oberirdischen Containerstandplatz ersetzt, werden die entfallenen Kosten für diese weiteren Standplätze berücksichtigt

 

Nach diesem Finanzierungsmodell wurden bereits zusätzliche Unterflurcontainerstandplätze in Hüttlingen, Lippach und Schwäbisch Gmünd (Eutighofer Straße und Heidenheimer Straße) in Betrieb genommen.

 

Eine weitere Möglichkeit zur Schaffung weiterer UFC, ist die komplette Eigenfinanzierung von privaten Trägern. Beispielsweise sind Wohnbaugesellschaften interessiert, beim Neubau von Großwohnraumprojekten.

 

 

Einführung der Biobeuteltonne und Weiterentwicklung der Papierbeutel

 

Mit der Einführung der Biobeuteltonne zum 01.10.2024 wurde zugleich die Umstellung von Plastik- auf Papierbeutel umgesetzt. Vor dem Hintergrund der konsequenten Reduzierung von Kunststoffabfällen fiel die Entscheidung bewusst zugunsten von Papierbeuteln.


Aufgrund der Feuchtigkeitseinwirkung durch organische Abfälle müssen diese jedoch besondere qualitative Anforderungen erfüllen.

 

Infolge einer hohen Anzahl an Beschwerden über die Qualität der Papierbeutel – insbesondere der 10LiterBeutel, die aufgrund ihrer längeren Nutzungsdauer stärker beansprucht werden – sowie auf Grundlage eines offiziellen Antrags der CDUKreistagsfraktion wurde gezielt nach qualitativ verbesserten BioPapierbeuteln gesucht.

 

Ab voraussichtlich Ende April 2026 werden nun verstärkte 10LiterPapierbeutel zum bisherigen Verkaufspreis in den bekannten GOAAgenturen erhältlich sein. Diese Beutel verfügen über eine höhere Papiergrammatur; zudem reicht die Verstärkung bzw. Beschichtung nun vollständig bis zum oberen Rand des Beutels und verbessert damit die Stabilität deutlich.

Bei den 5LiterPapierbeuteln werden zunächst die noch vorhandenen Lagerbestände abgebaut. Parallel dazu werden Überlegungen angestellt, auch für diese Größe künftig eine verstärkte Variante anzubieten.

 

 

Kontrolle von Biobeuteltonnen

 

Seit Ende des vergangenen Jahres sichten die Fahrer mithilfe eines elektronischen Systems an der Schüttung des Seitenladerfahrzeugs die Befüllungen der Biotonnen im Ostalbkreis. Dadurch werden Fehlbefüllungen erfasst, z. B. die Verwendung nicht zugelassener GOA-Papierbiobeutel oder das Einwerfen anderer Abfälle. Ziel ist es, den Anteil an Fremdstoffen im Bioabfall nachhaltig zu reduzieren sowie die Verwendung der zugelassenen GOA-Papierbiobeutel und damit die ordnungsgemäße Bezahlung der über die GOA-Papierbiobeutel anteilige Finanzierung der Leerungsgebühren sicherzustellen. Entsprechend wurden betroffene Haushalte bereits mit Informations- und Hinweisschreiben über festgestellte Fehlbefüllungen informiert.

 

Nach den Osterferien wird dieses Vorgehen um ein zusätzliches Kontroll- und Aufklärungsverfahren ergänzt, das eine persönliche Ansprache vorsieht:

Die Abfallkümmerer der Initiative „Saubere Ostalb“ kontrollieren gezielt Biotonnen von Haushalten, bei denen in den vergangenen Wochen wiederholt Fehlbefüllungen festgestellt wurden. Wird erneut eine Fehlbefüllung festgestellt, dokumentieren die Mitarbeitenden diese mittels Fotodokumentation. Im Anschluss erfolgt – sofern möglich – eine direkte persönliche Ansprache der betroffenen Haushalte mit einem erläuternden Aufklärungsgespräch. Ist niemand anzutreffen, wird ein entsprechender schriftlicher Hinweis im Briefkasten hinterlassen. Die Biotonne wird in diesem Fall noch einmal geleert. Sämtliche Maßnahmen werden dokumentiert und systemseitig erfasst.

 

In den darauffolgenden Wochen finden erneute Kontrollen dieser Haushalte statt. Bei wiederholter Fehlbefüllung wird die Biotonne mit einem gelben Hinweisaufkleber versehen und nicht mehr geleert.

 

Um eine Leerung in der Folgewoche zu ermöglichen, sind die Bürgerinnen und Bürger verpflichtet, die Fremdstoffe eigenständig aus der Tonne zu entfernen. Erst nach ordnungsgemäßer Befüllung kann die Biotonne wieder geleert werden.


2. Finanzierung des Projektes

 

Für die Projektinhalte Öffentlichkeitsarbeit und Abfallkümmerer wurde ein jährliches Gesamtbudget in Höhe von 310.000 € netto angesetzt.

 

Die Kosten werden wie folgt auf die Beteiligten umgelegt:

        30 % Landkreis

        30 % GOA

        40 % Städte und Gemeinden nach Einwohnerzahl (Abrechnung halbjährlich)

 

Die Kosten für Umschlag und Verwertung der eingesammelten Abfälle übernimmt der Ost-
albkreis zu 100%. Die Kosten für zentrale Ansprechpartner für die Kampagne sowie das pädagogische Konzept teilen sich der Ostalbkreis und die GOA je zur Hälfte.

 


Finanzierung und Folgekosten

 

Der Landkreis beteiligt sich am Gesamtbudget (Öffentlichkeitsarbeit und Abfallkümmerer) in Höhe von ca. 310.000 € netto mit 30 %. Dies entspricht jährlich rund 93.000 € netto. Des Weiteren werden die Kosten für Umschlag und Verwertung zu 100% vom Ostalbkreis übernommen. Die Kosten für zentrale Ansprechpartner für die Kampagne sowie das pädagogische Konzept teilen sich der Ostalbkreis und die GOA je zur Hälfte. Die Kostenbeteiligung an den Projektkosten läuft bis zum 31.07.2028.

 


Anlagen

 

-

 

 

Sichtvermerke

 

gez. Bernhard, Geschäftsbereich

gez. Gstöttner, GOA mbH

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, i. V. Seefried, Erste Landesbeamtin