Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Umweltschutz und Kreisentwicklung nimmt den Bericht der Landkreisverwaltung zur Kenntnis.
Sachverhalt/Begründung
Vor diesem Hintergrund hat sich die Landkreisverwaltung beim Land Baden-Württemberg als Aufgabenträger für den SPNV und dem Bahnbetreiber Arverio für die Schaffung ausreichender Kapazitäten auf der Oberen Jagstbahn eingesetzt, um das zusätzliche erwartete Fahrgastaufkommen in Richtung Ellwangen im Zusammenhang mit der LGS bewältigen zu können. Dazu wurden verschiedene Abstimmungen unter Einbindung der LGS GmbH geführt, um das zu erwartende Fahrgastaufkommen abzuschätzen und passgenaue Lösungen zur Kapazitätssteigerung zu entwickeln.
Fahrplankonzept auf der Oberen Jagstbahn während der LGS
Naheliegende Lösung für mehr Fahrgastkapazitäten auf der Oberen Jagstbahn wäre eine Verstärkung der Züge des MEX 13. Im regulären Fahrplankonzept werden diese Züge in Aalen gestärkt und geschwächt, so dass zwischen Stuttgart und Aalen die Züge in Zweifach- oder Dreifachtraktion verkehren, während auf der Oberen Jagstbahn nur ein Zugteil eingesetzt wird. Nach Prüfung durch NVBW und Arverio ist eine Verlängerung der auf der Oberen Jagstbahn eingesetzten 3-teiligen Triebzüge vom Typ Siemens Mireo aus betrieblichen und infrastrukturellen Gründen nicht möglich. Die Bahnhalte auf der Oberen Jagstbahn verfügen nicht über die erforderlichen Bahnsteiglängen für eine Bedienung in Mehrfachtraktionen. Die Mitführung eines an den Zwischenhalten verschlossenen zweiten Zugteils scheidet aus sicherheitstechnischen, infrastrukturellen und betrieblichen Gründen ebenfalls aus. Die Kapazitäten im MEX 13 bleiben somit auf einen Triebzug limitiert.
Stattdessen wird im Hinblick auf die LGS nun das Angebot der Linie RE 1 (Karlsruhe – Stuttgart – Aalen) ausgeweitet. Um den erwarteten Besucherströmen gerecht zu werden und eine umweltfreundliche Anreise zu ermöglichen, werden in den Ferien sowie an Feiertagen und an den Wochenenden (Freitag bis Sonntag) fünf Zugpaare über den regulären Endpunkt Aalen hinaus bis nach Ellwangen und Crailsheim verlängert. Zum Einsatz kommen dabei kapazitätsstarke Traktionen vom Typ Stadler Flirt. Im Gegensatz zum MEX 13 können die Züge des RE 1 auch in Mehrfachtraktion verkehren, da die Zwischenhalte der Oberen Jagstbahn nicht bedient werden. Die modernen Triebzüge sind ebenfalls mit Klimaanlage, barrierefreien Zugängen, barrierefreien Universaltoiletten und WLAN ausgestattet und verfügen dabei über eine Kapazität von bis zu 1.400 Fahrgästen (dies entspricht etwa der dreifachen Kapazität eines Triebzugs des MEX 13).
Abbildung 1: Bahnanbindung während der LGS; eigene Darstellung
Durch die Verlängerung der RE 1-Züge entstehen zusätzliche schnelle, umstiegsfreie Verbindungen aus dem Raum Stuttgart und dem Remstal nach Ellwangen mit Halten in Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und Aalen. Die Fahrtzeit zwischen Ellwangen und Stuttgart verkürzt sich bei diesen Verbindungen auf etwa eine Stunde und macht die Anreise mit der Bahn noch attraktiver. Der erste morgendliche RE aus Richtung Karlsruhe und Stuttgart erreicht Ellwangen um 10:11 Uhr; um 19:47 Uhr besteht die letzte Express-Rückfahrtmöglichkeit ab Ellwangen.
Das tatsächliche Fahrgastaufkommen in den Zügen lässt sich nur grob abschätzen. Betreiber und SPNV-Aufgabenträger gehen aber davon aus, dass das entwickelte Fahrplankonzept das erwartete Besucheraufkommen auf der Oberen Jagstbahn bewältigen kann. Dabei ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass einzelne Fahrten – etwa zur morgendlichen Anreise oder abends nach größeren Veranstaltungen – besonders stark nachgefragt werden. Daher wurde mit dem Land, dem Betreiber und der LGS GmbH vereinbart, die Situation insbesondere nach Eröffnung der LGS genau zu beobachten und bei Bedarf nachzusteuern.
Einschränkungen auf der Rems- und Oberen Jagstbahn im 1. Halbjahr 2026
In der Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung am 10.02.2026 wurde durch Vertreter der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW; Aufgabenträger für den SPNV) und des Eisenbahnunternehmens Arverio über baustellen- und fahrzeugbedingte Einschränkungen auf der Rems- und Oberen Jagstbahn im 1. Halbjahr 2026 berichtet. So fanden unter anderem vom 24.02. bis 25.03. umfangreiche Bauarbeiten zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Waiblingen im Zusammenhang mit dem Digitalen Knoten Stuttgart statt. Weitere Gleisbauarbeiten unter Vollsperrung fanden vom 20.02. bis 06.03. zwischen Ellwangen und Crailsheim, sowie vom 13.03. bis 21.03. zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen statt. Zusätzlich musste wegen des Einsatzes neuer Fahrzeuge auf der MEX-Linie 13 das Fahrplankonzept auf der Obere Jagstbahn vom 21.02. bis 24.03. vorübergehend angepasst werden. Während der baubedingten Streckensperrungen auf der Rems- und Oberen Jagstbahn wurden zusätzlich zu den regulären Schienenersatzverkehren erstmals auch Expressbusse eingesetzt, um eine attraktive Anbindung des Ostalbkreises an die Knoten Stuttgart und Crailsheim/Nürnberg aufrechtzuerhalten. Die Express-Kurse wurden von den Fahrgästen sehr gut angenommen und haben sich als vorteilhafte Maßnahme im Hinblick auf zukünftige ähnlich umfangreiche Streckensperrungen empfohlen. Bei den regulären SEV-Kursen haben die eingesetzten Kapazitäten etwa zur morgendlichen Hauptverkehrszeit teilweise nicht ausgereicht. Hier wurde kurzfristig nachgesteuert. Zudem wurde seitens Land und Betreiber zugesagt, die Kapazitäten bei zukünftigen Ersatzkonzepten entsprechend zu verstärken.
Abbildung 2: SEV-Expressbus in Aalen
Durch die Mitglieder des Ausschusses für Umweltschutz und Kreisentwicklung wurde in der Sitzung vom 10.02.2026 angeregt, bei weiteren anstehenden Baustellen potenzielle Auswirkungen auf die Landesgartenschau im Blick zu behalten und das zusätzliche Fahrgastaufkommen durch die LGS-Besucher bei der Planung der ggf. erforderlichen Ersatzkonzepte zu berücksichtigen. Bislang ist neben mehreren nächtlichen Instandhaltungsarbeiten mit geringen Auswirkungen auf die Fahrgäste vor allem eine größere Baumaßnahme auf der Remsbahn mit Totalsperrung vom 01.06. bis 06.06. (Pfingstferien) angekündigt. Dabei sollen erneut Expressbusse einen ergänzenden Baustein im Ersatzkonzept darstellen, um die Fahrtzeiten im Schienenersatzverkehr zu reduzieren und die SPNV-Anbindung aus/in Richtung Stuttgart während der LGS aufrechtzuerhalten. Das Ersatzkonzept hierzu befindet sich aktuell in der Abstimmung zwischen Betreiber und Land. Die Landkreisverwaltung setzt sich dafür ein, die Einschränkungen für die Fahrgäste auf der Remsbahn und die Besucher der LGS möglichst gering zu halten.
Finanzierung und Folgekosten
keine Anlagen
keine
Sichtvermerke
gez. Dreher, GB Nachhaltige Mobilität gez. Wagenblast, Dezernat VII gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, i. V. Seefried, Erste Landesbeamtin
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