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Vorlage - 044/2026  

 
 
Betreff: Landratsamt der Zukunft
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Digitalisierung und Organisation   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung Kenntnisnahme
28.04.2026 
Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Bildung und Digitalisierung      

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt den Bericht zur Kenntnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Im Rahmen der Haushaltsberatungen zum Haushalt 2026 war seitens der Landkreisverwaltung bzw. Herrn Landrat das Projekt Landkreisverwaltung der Zukunft im Hinblick auf Personal-/ Aufgabenkritik sowie Demographie und das Projekt Landkreis Ostalbkreis die einfachere Verwaltung im Zusammenhang mit Bürokratieabbau und effizienter Arbeitsweise des Landkreises eingebracht worden. Über den Stand des Kommunalen Regelungsbefreiungsgesetzes wurde in der Sitzung am 24.02.2026 (Sitzungsvorlage 17/2026) berichtet.

 

Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen 2025 sind die nachfolgenden Anträge

eingegangen:

 

Anträge der CDU - Kreistagsfraktion

-          Optimierung des Personalkörpers zur effektiven und effizienten Aufgabenerledigung

-          Einsatz von KI und digitalen Leistungsangeboten prüfen und verstärkt einsetzen

Antrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

-          Reduzierung und Vereinfachung von Antragsformularen; Digitalisierung von Formularen; keine mehrfache Datenerhebung

Antrag Aktive Bürger

-          Bericht zum betrieblichen Vorschlagswesen 


Die Landkreisverwaltung hat inzwischen die Teilprojekte zum Gesamtprojekt Landkreisverwaltung der Zukunft zusammengeführt.

 

  1. Personal – Demografie – Herausforderungen 

Der demographische Wandel wird die Struktur der Arbeitswelt in den kommenden zehn Jahren nachhaltig verändern mit der Folge, dass eine hohe Anzahl von älteren Menschen aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden und diesen freiwerdenden Stellen nur deutlich geburtenschwächere Jahrgänge zur Verfügung stehen. Wird in diesem Zusammenhang die Landkreisverwaltung näher betrachtet, werden in den nächsten 10 Jahren knapp 500 Mitarbeitende altersbedingt in den Ruhestand treten, davon etwa 10 % auf Führungskräfteebene. Neben dieser altersbedingten Fluktuation werden weitere Fluktuationen aufgrund Versetzungen bzw. Abordnungen, Ablauf befristeter Arbeitsverträge, Auflösungsverträge, Probezeitkündigungen oder Wechsel zu anderen Arbeitgebern auftreten. Dies führt nicht nur bei Stellennachbesetzungen zu erhöhtem Aufwand, sondern auch innerhalb der Verwaltung zur ständigen Anpassungsfähigkeit bezüglich veränderter Anforderungen an Führung und Arbeitsbedingungen.

 

Themen wie Weiterbildung, Umschulung, attraktivere Arbeitsbedingungen, längeres Arbeiten im Beschäftigtenalter, Kooperationen mit Hochschulen sowie kulturelle Diversität rücken immer mehr in den Fokus. Vor dem Hintergrund des Mehraufwands bei Stellennachbesetzungen gilt es verstärkt Anstrengungen in der Ansprache von nachfolgendem Fachpersonal und bei Neueinstellungen für offenen Stellen zu unternehmen. Es ist absehbar, dass Stellen durch den Abgang der „Baby Boomer“-Generation aufgrund des knappen Arbeitnehmerangebots länger unbesetzt bleiben. Aus dieser Erkenntnis gilt es, dass die Landkreisverwaltung den Fokus auf Digitalisierung und Prozessoptimierung setzt, um bei geringeren Personalressourcen auch in der Zukunft die Aufgaben noch erfüllen zu können. Dies betrifft ebenso den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), insbesondere im Hinblick auf einen nachhaltigen Wissenstransfer. Beim Wettbewerb um Personal rückt aufgrund der sich verändernden Wertevorstellungen verstärkt die Mitarbeiterzufriedenheit und eine strategisch ausgerichtete Personalentwicklung in den Fokus.

 

Der Wettbewerb um die kreativen Köpfe wird die Verwaltung und das gängige Tarifsystem zunehmend vor große Herausforderungen stellen. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch drastisch verschärfen. Der Schlüssel zur Lösung dieser expliziten Herausforderung wird vor allem in der Digitalisierung liegen.

 

Die aktuell laufende Veränderung der Gesellschaft durch die Digitalisierung ist bildlich gesprochen mit der Umstellung vom Pferdefuhrwerk auf das Auto vergleichbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland

Die Bundesregierung zielt 2026 auf einen beschleunigten Kurs für eine datenbasierte Verwaltungsdigitalisierung ab.

Folgende drei Bausteine sind bereits heute maßgebend:

 

  1. Flächendeckende digitale Verwaltungsdigitalisierung
    (Standardisierung mit entsprechender Authentifizierung wie z.B.
    Nutzerkonto Bund-ID/elektronischer Personalausweis)

 

  1. Ende-zu-Ende-Digitalisierung
    (Datenübernahme von Online-Anträgen in die Fachverfahren der Behörden)

 

  1. Registermodernisierung, Once-Only-Prinzip

(Datenaustausch/smarte Behörde)
 

Ziel ist es, die vielen bisherigen Insellösungen zu überwinden und eine moderne interoperable Verwaltungslandschaft zu schaffen. Mit Blick auf das Land Baden-Württemberg strahlt dieser Kurs auf die Landkreise und Kommunen aus. Mit Abschluss der neuen E-Government-Vereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg und den kommunalen Spitzenverbänden am 16.03.2026 fällt ein neuer Startschuss. Auf dieser Grundlage sollen zukünftig Landesonline-Dienste verbindlich von der kommunalen Familie umgesetzt werden. Ziel ist es, neben der Implementierung von bundesweiten Standards auch flächendeckend einheitliche Landes-Online-Dienste umzusetzen und der Bürgerschaft anzubieten. 

Die bundesweite Registermodernisierung ist zukünftig ein elementarer Baustein für einen modernen, digitalen Staat. Diese und das „OnceOnlyPrinzip“ sieht vor, Basisdaten und behördliche Nachweise digital und behördenübergreifend verfügbar zu machen und von Behörden auszutauschen. Dadurch entfällt für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen die Notwendigkeit, die bereits vorliegenden Daten und Informationen im Rahmen von Antragsprozessen immer wieder aufs Neue vorlegen zu müssen.

 

Darüber hinaus bildet Künstliche Intelligenz den technologischen Schwerpunkt auf allen föderalen Ebenen. Verwaltungsprozesse sollen KI-unterstützt und automatisiert umgesetzt werden, um den Herausforderungen der Zukunft (vgl. I) begegnen zu können. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     III.        Digitalisierung in der Kreisverwaltung - Landkreisverwaltung der Zukunft

 

Im Oktober 2025 wurde die Digitale Kreisentwicklungsstrategie vorgestellt. Diese soll den Gesamtprozess der digitalen Transformation in der Region fördern und unterstützen. Der erste Wirkungskreis stellt hier die Digitale Kreisverwaltung mit dem Wirkungsfeld Zukunftsmacher.Kreisverwaltung dar. Es gilt hier die Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltungsprozesse voranzutreiben.

 

Aus diesem Prozess hat sich auch die Landkreisverwaltung der Zukunft entwickelt.

Die Landkreisverwaltung der Zukunft umfasst drei wesentliche Säulen:

 

1) Alltagsgeschäft (Verwaltungsdigitalisierung und Umsetzung deren Transformation)
2) Projekt einfache Verwaltung

3) Reduzierung der Überrregulierung/Entbürokratisierung

 

Das folgende Schaubild stellt diese drei Säulen auf einen Blick dar:

 


 


Das Projekt „Einfache Verwaltung“ identifiziert beim Landratsamt der Zukunft nicht nur KI-gestützte Prozesse, sondern ermöglicht darüber hinaus viele neue (auch nichttechnologische) Wege, um minimale Bearbeitungszeiten, maximale Servicequalität und optimale Transparenz und die Beste Zusammenarbeit mit und für die Bürgerinnen und Bürger des Ostalbkreises und der Landkreisverwaltung zu erreichen.

 

In der Sitzung erfolgt eine ausführliche Berichterstattung zum Landratsamt der Zukunft, insbesondere den Säulen Alltagsgeschäft (Verwaltungsdigitalisierung und Umsetzung) sowie das Projekt „einfache Verwaltung“. Ebenso sollen dort, die im Rahmen der Haushaltsplanberatungen aufgerufenen Fragen und Anträge behandelt werden.

 

Die Säule drei wurde in der vergangenen Sitzung zu Überregulierung/Entbürokratisierung anhand des Regelungsbefreiungsgesetz bereits behandelt.

 

 

 


Finanzierung und Folgekosten

 

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Anlagen

 

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Sichtvermerke

 

gez. Däuble, GB Digitalisierung und Organisation

gez. Wolf, Dezernat I

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat