Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt den Bericht über die Fachschule für Bautechnik an der Technischen Schule Aalen zur Kenntnis.
Sachverhalt/Begründung
Bautechniker/-innen qualifizieren sich für Aufgaben im mittleren Management oder einer selbständigen Tätigkeit in der Bauwirtschaft und sind in Architektur- und Ingenieurbüros, Baufirmen, bei Bauträgern, Baustoffherstellern, in Bauämtern oder im Bildungsbereich erfolgreich tätig. Der Abschluss ist wie der Bachelorabschluss an Hochschulen auf Niveau 6 des EQR/DQR eingeordnet. Die hohen Qualitätsansprüche, denen sich die Fachschule verpflichtet fühlt, können nur durch ständige Weiterbildung der motivierten und leistungsbereiten Lehrkräfte sichergestellt werden. Beide Fachberater für Bautechnik im Regierungspräsidium Stuttgart sind Teil des Teams der Technischen Schule Aalen, und verantworten mit ihrer Innovationskraft und Fachkompetenz maßgeblich die Fortbildung der Lehrkräfte landesweit.
Entwicklung der SchülerInnenzahlen und Zusammensetzung der Fachschule für Bautechnik:
Qualifikationen
Konzeption Bautechniker P L U S Technologische Umbrüche im Bereich Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit und Klimaschutz führen zu einem massiven Wandel in der Bauwirtschaft. Zusätzlich zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Bautechnik können in Aalen weitere Zusatzqualifikationen mit diesem Focus erworben werden. Das Angebot orientiert sich an den Bedürfnissen der Teilnehmenden, die sich schwerpunktmäßig nach einer Ausbildung als Bauzeichner/-in aus dem Bereich Architektur und als Zimmerer/-in weiterqualifizieren möchten:
Building Information Modeling „BIM Modeler“ (BIM): Digitale Zwillinge und modellbasiertes Bauen mit BIM wird zunehmend zum Standard bei Bauprojekten. BIM Modeler verfügen über ein umfangreiches Basiswissen über Erstellung und Pflege BIM-konformer Gebäudemodelle, den Datenaustausch sowie in der Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb von BIM-Projekten.
Inhalte: - Grundsätzliches Verständnis, was BIM ist, warum es benötigt wird und Kenntnis der zugehörigen spezifischen Terminologie - Die Vorteile von BIM im Vergleich zur traditionellen Projektabwicklung verstehen - Projektbezogenes Informationsmanagement mit BIM verstehen - Die Notwendigkeit offener und interoperabler Lösungen erkennen - Die Bedeutung des Lebenszyklus von Bauwerken/Assets und die Perspektive des Eigentümers/Betreibers für das Informationsmanagement zu verstehen
Gebäudeenergieberater/-in des Handwerks Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit Fokus auf energetische Sanierung und Ressourceneffizienz erfordern Wissen über neue Baustoffe und Verfahren. Gebäudeenergieberater sind in der Lage, für den baulichen Wärmeschutz und die Heizungstechnik umfassende Modernisierungskonzepte zu entwickeln.
Inhalte: - Rechtliche Grundlagen - Bestandsaufnahme und Dokumentation - Beurteilung der Gebäudehülle - Beurteilung von Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen - Beurteilung von raumlufttechnischen Anlagen und sonstigen Anlagen zur Kühlung - Erbringung erforderlicher Nachweise - Beratung, Planung und Umsetzung
Zusatzqualifikation Zimmermeister/-in oder Maurer-/Betonbauermeister/-in Innerhalb dieses Kurses findet die Vorbereitung auf Teil 1 der Meisterprüfung statt.
Teil 1: Verrichtung der gebräuchlichen Arbeiten (Fachpraktische Prüfung) Planung eines Meisterprüfungs-Bauprojekts und ein darauf bezogenes Fachgespräch. Praktisches Werkstück aus dem jeweiligen Bereich. Fehler und Schadensdokumentation sowie Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten. Weitere Inhalte werden im Rahmen des Unterrichtes an der Technikerschule vermittelt: Teil 2: fachtheoretische Kenntnisse Teil 3: betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse Entwicklung der SchülerInnenzahlen
Seit Jahren verzeichnen die Technikerschulen Bautechnik einen starken Rückgang der SchülerInnenzahlen im Bereich der Fachkräfte im Maurer- und Stahlbetonbauerbereich. Grund dafür sind die trotz großer Anstrengungen der Innungen, Betriebe und Schulen geringen Ausbildungszahlen in diesem Bereich. Anfang der 2000-er Jahre bestanden die Technikerklassen noch mindestens zu einem Drittel aus diesem Personenkreis. Zusätzlich haben zahlreiche Fachkräfte aus dem Baubereich in die Industrie gewechselt. Der Rückgang konnte zum großen Teil durch eine größere Anzahl von Bewerbern im Bereich Bauzeichnerinnen / Bauzeichnern kompensiert werden. Dennoch ist die Bildung einer Bautechnikerklasse alle zwei Jahre auf mittlere Sicht gesichert, obwohl die Bewerberzahlen insgesamt rückläufig sind.
Teilzeittechnikerklasse im Bereich Bautechnik
Im Gegensatz zur Industrie zeichnet sich eine Tätigkeit im Baubereich stark durch eher unregelmäßige, auch längere Arbeitszeiten sowie die Tätigkeit auf weit entfernten Baustellen dar. Häufig ist die Tätigkeit von HandwerkerInnen körperlich sehr anstrengend. Nach Rückfragen bei Bautechnikerschülerinnen und-schülern kommt aus diesen Gründen häufig eine Teilzeitausbildung nicht in Frage. Vor dem Hintergrund der Einführung des Teilzeittechnikers im Bereich Maschinentechnik wird die Schulleitung nach ersten Erfahrungen dies auch für den Bereich Bautechnik prüfen.
Zusammenfassende Beurteilung
Die Zusatzqualifikationen verlangen auch zeitlich ein PLUS an Engagement, zusätzlich zum Pflichtunterricht. Eine Umsetzung ist nur im Rahmen einer Vollzeitschule sinnvoll. Die Einschätzung der zu erwartenden SchülerInnenzahlen legt den Schluss nahe, dass eine Klassenbildung beim Angebot einer Teilzeitausbildung sehr schwierig ist. Aktuell prüft die Technische Schule Aalen, inwieweit der Technikerabschluss im Bereich Bautechnik auch auf die Studienzeit angerechnet werden kann.
Bauingenieurwesen
Nach der Statistik des Statistischen Landesamtes waren im Wintersemester 2024/2025 in Baden-Württemberg insgesamt 6.007 Studierende im Studiengang „Bauingenieurwesen“ eingeschrieben. 30% der Studierenden sind Frauen. Die Bauingenieurinnen und Bauingenieure studieren überwiegend (zu 52%) an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Ein Drittel (37%) der Studierenden ist an den Universitäten, weitere 10% an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg eingeschrieben.
Das Studienangebot des Landes Baden-Württemberg im Studienbereich „Bauingenieurwesen“ kann den Tabellen 1 (Bachelor-Studiengänge) und Tabelle 2 (Master-Studiengänge) entnommen werden. Die Ausbildung im Fach Bauingenieurwesen konzentriert sich demnach auf die Studienorte Stuttgart, Karlsruhe, Biberach, Mosbach, Heilbronn und Konstanz.
Im Ostalbkreis besteht derzeit kein Studienangebot im Bauingenieurwesen; die nächstgelegenen Studienstandorte liegen damit in Stuttgart, Biberach, Mosbach und Heilbronn. Zur Einrichtung eines Studiengangs wären – neben einem belastbaren Bedarfs- und Nachfragekonzept – die Bereitstellung entsprechender personeller Ressourcen (Professuren und wissenschaftliches Personal), geeigneter Labor- und Lehrinfrastruktur sowie die hochschul- und landesseitige Genehmigung einschließlich Akkreditierung erforderlich.
Finanzierung und Folgekosten
Keine. Anlagen
Studienangebot im Fach „Bauingenieurwesen“ im Land Baden-Württemberg
Sichtvermerke
gez. Freytag, Geschäftsbereichsleitung gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat
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