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Vorlage - 016/2026  

 
 
Betreff: Transferstrategie 2035: Beauftragung der Prozessbegleitung
Status:öffentlich  
Federführend:Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Europabüro, Kontaktstelle Frau und Beruf   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung Entscheidung
24.02.2026 
Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Bildung und Digitalisierung ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung beschließt, den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. mit der Prozessbegleitung zur Erstellung der "Transferstrategie 2035" zu beauftragen.

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Ausgangslage und bisherige Beschlusslage

 

Mit Beschluss vom 29.07.2025 hat der Kreistag die Verwaltung beauftragt, in enger Abstimmung mit den regionalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen den Prozess zur Erstellung der "Transferstrategie 2035" vorzubereiten und hierfür eine externe Prozessbegleitung auszuschreiben. Die strategische Notwendigkeit, die bestehenden Aktivitäten der Wirtschaftsförderung zu bündeln, zu fokussieren und auf künftige Förderlogiken auszurichten, wurde damit grundlegend anerkannt. Die vorliegende Sitzungsvorlage dient der Entscheidung über die Vergabe dieser externen Prozessbegleitung und damit der Operationalisierung des damaligen Grundsatzbeschlusses.

 

 

Ziele des Strategieprozesses

 

Mit dem regionalen Masterplan „Zukunft Ostwürttemberg“ wurde zum Jahresende 2025 ein gemeinsamer strategischer Rahmen für die Weiterentwicklung der Region definiert. Der

Ostalbkreis übernimmt darin die Verantwortung für das Handlungsfeld 1 („Innovationsökosystem“) und damit für die systematische Weiterentwicklung von Wissenstransfer, Forschung und Innovation in der Region. Die Transferstrategie 2035 ist ein zentrales Instrument zur inhaltlichen Vorbereitung und Ausgestaltung dieses Handlungsfelds. Sie verfolgt dabei folgende Prozess- und Steuerungsziele:

 

  • Systematisierung der in den vergangenen Jahren entstandenen Innovations- und Transferinfrastrukturen sowie der Förderprojekte in einer integrierten regionalen Transferarchitektur,
  • Priorisierung von Handlungsfeldern und Maßnahmen vor dem Hintergrund knapper werdender Eigen- und Drittmittel,
  • Klärung von Rollen und Zuständigkeiten zwischen Verwaltung, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und einzelnen Förderprojekten sowie ihrer strukturellen Verankerung,
  • Verbesserung der Effektivität und Durchlässigkeit der Transferprozesse zwischen Hochschulen und Wirtschaft durch eine gezielte Optimierung der Schnittstellen und Abläufe,
  • Ausrichtung zukünftiger Projekte an veränderten Förderlogiken auf EU-, Bundes- und Landesebene,
  • Schaffung belastbarer Entscheidungsgrundlagen für politische Gremien zur Weiterentwicklung der regionalen Innovations- und Transferpolitik.

Die Absicht, die Transferstrategie in einem strukturierten Prozess zu entwickeln, wurde mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg abgestimmt. Damit wird sichergestellt, dass der Prozess anschlussfähig an landesweite Förder- und Strukturentwicklungen im Wissenschafts- und Innovationsbereich ist.


Bisherige Entwicklung

 

Der Ostalbkreis hat in den vergangenen Jahren die EU-, Bundes- und Landesförder-programme - insbesondere EFRE und RegioWIN - konsequent genutzt und auf dieser Basis wichtige Innovations- und Transferstrukturen aufgebaut (u. a. Innovationszentrum an der Hochschule Aalen, Zentrum Technik für Nachhaltigkeit, KI-Werkstatt Mittelstand, Creative Hall Assisted Living, KI-Allianz Baden-Württemberg, Digitalisierungszentrum Ostwürttemberg und Welcome Center Ostwürttemberg). Diese Infrastrukturen bilden heute eine tragfähige Grundlage für Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Gleichzeitig ist die Projektlandschaft heterogen gewachsen und bislang nur begrenzt strategisch zusammengeführt.

 

 

Veränderte Förderlogiken und Ressourcenknappheit

 

Die Neuausrichtung der europäischen Kohäsionspolitik nach 2027 sowie die Einführung der „Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne“ werden als Schritt zu einer Renationalisierung der EU-Finanzpolitik bewertet und können die Rolle sowie die Gestaltungsmöglichkeiten der regionalen Ebene potenziell schwächen. Parallel dazu sind auch auf kommunaler Ebene die finanziellen Spielräume deutlich enger geworden. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, die mit EFRE- und RegioWIN-Mitteln gewachsene Projektlandschaft des Ostalbkreises zu konsolidieren und in klar profilierte und dauerhaft tragfähige Strukturen zu überführen, um Synergien zu heben und mittel- und langfristige Finanzierbarkeit sicherzustellen.

 

Notwendigkeit einer externen Prozessbegleitung

 

Die Entwicklung der Transferstrategie erfordert eine koordinierte Einbindung strategischer Akteure sowie eine enge Abstimmung mit übergeordneten Strategieprozessen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Die Verwaltung verfügt über fachliche Expertise, kann jedoch die notwendige Prozesssteuerung, neutrale Moderation und methodische Begleitung nicht im erforderlichen Umfang aus eigenen Ressourcen leisten. Die externe Prozessbegleitung ist daher Voraussetzung für die sachgerechte, strukturierte und zeitgerechte Umsetzung des Kreistagsbeschlusses.

 

Vergabe

 

Auf Basis der in der Sitzung vom 29.07.2025 beschlossenen Vorgehensweise hat die Verwaltung ein Vergabeverfahren zur externen Prozessbegleitung vorbereitet. Bis zum Stichtag am 19.01.2026 gingen drei Angebote ein. Die Wertung erfolgte nach den festgelegten Zuschlagskriterien (40 % Preis, 60 % Qualitätskriterien). Auf dieser Grundlage ging der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. als bestbewerteter Anbieter aus dem Verfahren hervor.

 

 


 

 

Finanzierung und Folgekosten

 

Die Prozessbegleitung zur Erstellung der "Transferstrategie 2035" erfordert einen Kostenaufwand in Höhe von 59.500 € inkl. Mehrwertsteuer. Die Ausgaben sind im Finanzhaushalt unter der Kostenstelle 5710010000 Kostenart 42910000 gedeckt.

 


Anlagen

 

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Sichtvermerke

 

gez. Hahn, Stabsstelle 02

gez. Haverkamp, Stabsstelle 02

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat