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Vorlage - 156/2025  

 
 
Betreff: Bericht über die Schüleranmeldezahlen für das Schuljahr 2025/2026 im Vollzeit- und Teilzeitbereich und über die Lehrkräfteversorgung an den
Beruflichen Schulen des Ostalbkreises
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Bildung und Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung Kenntnisnahme
14.10.2025 
Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Bildung und Digitalisierung zur Kenntnis genommen   
Anlagen:
Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis
Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt den Bericht über die Schüleranmeldezahlen für das Schuljahr 2025/2026 im Vollzeit- und Teilzeitbereich und über die Lehrkräfteversorgung an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises zur Kenntnis.

 

 

 

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

1. Ausgangslage

 

Als Fortführung der 2006 begonnenen Information über die Entwicklung der Schülerzahlen im Vollzeit- und Teilzeitbereich an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises wird auch 2025 diese Sitzungsvorlage dem Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung zur Kenntnis gegeben. Zum elften Mal werden auch die Schülerzahlen der vier Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) dargestellt.

 

2. Schülerzahlen der Schulen in der Trägerschaft des Ostalbkreises im Einzelnen:

 

a) Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)

 

Die Schülerzahlen haben sich vom Jahr 2010 an wie folgt entwickelt:

 

Jahr

Insgesamt

2010

561

2011

541

2012

523

2013

526

2014

493

2015

495

2016

549

2017

572

2018

607

2019

622

2020

638

2021

636

2022

629

2023

650

2024

672

Vorläufige Zahlen 2025

698

 


Der Trend der steigenden Schülerzahlen im Bereich der SBBZ‘en setzt sich weiterhin fort. Die Schulleitungen unserer SBBZ stellen fest, dass die Eltern die Fördermöglichkeiten für ihre Kinder in einem SBBZ erkennen und deshalb die Beschulung in einem SBBZ der inklusiven Beschulung bevorzugen.

 

 

b) Berufliche Schulen

 

Die Schülerentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich hat sich vom Jahr 2009 an wie folgt entwickelt:

 

 

Jahr

Teilzeit

Vollzeit

Insgesamt

2009

7.046

4.884

11.930

2010

6.854

4.773

11.627

2011

6.568

4.545

11.113

2012

6.459

4.510

10.969

2013

6.529

4.707

11.236

2014

6.323

4.745

11.068

2015

6.304

4.776

11.080

2016

6.121

4.729

10.850

2017

6.086

4.613

10.699

2018

6.003

4.347

10.350

2019

6.088

4.159

10.247

2020

5.958

4.143

10.101

2021

5.641

3.989

  9.630

2022

5.462

3.958

  9.420

2023

5.510

3.924

  9.434

2024

5.514

3.738

  9.252

vorläufige Zahlen 2025

5.420

3.842

  9.262

 

Siehe hierzu auch die beigefügte Grafik (Anlage 1).

 

Teilzeitbereich

 

Der seit 2010 anhaltende kontinuierliche Rückgang der Schülerzahlen im Teilzeitbereich setzt sich weiterhin fort. Die derzeitigen Anmeldezahlen liegen bei insgesamt 5.420 Auszubildenden (-94 zum Vj.). Da zum aktuellen Ausbildungsbeginn weiterhin neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, wird jedoch davon ausgegangen, dass sich das Defizit zum Vorjahr noch etwas verringert.

 

Immer noch haben die Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Bewerber/innen zu finden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen können ihre Ausbildungsplätze immer schwerer besetzen. Dies zeigen auch die Ausbildungszahlen im Bereich der IHK und im Bereich des Handwerks. In Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen und der Agentur für Arbeit

Aalen führt der Ostalbkreis jährlich Ausbildungsplatzmessen in Aalen und Ellwangen durch. Von Seiten der ausstellenden Betriebe erfahren diese Messen eine immer größer werdende Nachfrage. Auch viele Städte und Gemeinden, allgemeinbildende Schulen und Betriebe führen Veranstaltungen zur Berufsorientierung und zur Kontaktaufnahme mit den Ausbildungsbetrieben und den Beruflichen Schulen durch. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Schulabgänger/innen rechtzeitig über Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsangebote informieren können. Durch Schnupperpraktika wird den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten und Neigungen auszuloten.

 

AVdual

 

Der Ostalbkreis war bereits 2014 eine der ersten Modellregionen, die AVdual an den Beruflichen Schulen und ein Regionales Übergangsmanagement eingerichtet haben. AVdual-Begleiter/innen unterstützen die Lernbegleiter/innen an den Schulen.

 

Der einjährige, vollschulische Bildungsgang im Übergangsbereich der Beruflichen Schulen mit der Bezeichnung AVdual (duale Ausbildungsvorbereitung) wird seit dem Schuljahr 2017/2018 flächendeckend im Ostalbkreis angeboten. Zielgruppe von AVdual sind Jugendliche, die im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht noch Förderbedarf haben, um eine Ausbildung beginnen zu können. Die Schülerzahlen im AVdual sind insgesamt stabil.

 

Der Ostalbkreis erhält hierfür vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus für das Schuljahr 2025/2026 eine Förderung der AVdual-Begleiter/innen in Höhe von 160.500 Euro und für das Regionale Übergangsmanagement 42.000 Euro.

 

 

Änderungen bei den Bildungsangeboten

 

Zum Schuljahr 2025/2026 bestehen an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises folgende neue Ausbildungsangebote, die auf zukunftsfähige Berufe ausgerichtet sind:

 

Technische Schule Aalen

An der Technischen Schule Aalen wurde zum Schuljahr 2025/2026 eine weitere Klasse der Technikerschule - Automatisierungstechnik, Mechatronik in Vollzeit (FTA1) eingerichtet. Außerdem wurde die Ausbildung zum Feinoptiker bzw. zur Feinoptikerin um die Ausbildungsmöglichkeit: Staatlich geprüfter Berufskollegiat und Kooperation mit der Glasfaserschule Zwiesel erweitert.

 

Kaufmännische Schule Aalen

An der Kaufmännischen Schule Aalen wurde zum Schuljahr 2025/2026 der Bildungsgang Fachpraktiker bzw. Fachpraktikerin für Büromanagement (Sonderberufsschule Wirtschaft) eingerichtet.


Einsatz von Künstlicher Intelligenz - KI

 

Die KI-Plattform „Fobizz“ wurde für alle Beruflichen Schulen zugänglich gemacht. Das Programm wird von immer mehr Lehrerinnen und Lehrer genutzt. Pädagogische Tage wurden in unterschiedlicher Länge und Umfang an die Schulen zur Nutzung dieser KI durchgeführt bzw. sind geplant. Mithilfe dieser Plattform können Lehrerinnen und Lehrer KI für das Schreiben von Texten, die Entwicklung von Konzepten (BNE-Konzept; Einführung neuer Lehrkräfte)

oder die Organisation von Veranstaltungen verwenden. Zudem finden fortlaufend verschiedene Lehrerfortbildungen durch das ZSL zum Thema KI statt. Dazu erfolgt verstärkt die Auseinandersetzung in den einzelnen Fachschaften.

 

Alle Schülerinnen und Schüler und alle Lehrkräfte können den KI-gestützten Chatbot Copilot zu Recherchen und Bildgenerationen usw. nutzen.

 

Inhaltlich spielt das Thema KI insbesondere bei technischen Themen und bei der Programmierung und Bedienung von Maschinen und Geräten eine immer wichtigere Rolle. So sind beispielsweise bei der Vergabe der Themen für die Technikerarbeiten auch Inhalte bezüglich KI zu bearbeiten. Vor- und Nachteile, Folgen der Weiterentwicklung von KI und deren Anwendungen sind Themen in den allgemeinbildenden Fächern wie Gemeinschaftskunde oder Wirtschaftskompetenz.

 

KI wird im EDV-Unterricht als Thema des Mediencurriculums behandelt oder im Fach Deutsch beim Vergleich einer Erörterung bzw. zum Erzeugen von Stilmitteln. In Mathematik kann durch KI Übungsmaterial selbst erstellt und als Ergänzung zum Buch oder anderen Arbeitsmaterialen verwendet werden.

 

In den industriell-technischen Ausbildungsberufen werden die Auszubildenden an Industrie 4.0-fähigen Maschinen ausgebildet, damit sie auf dem neuesten Stand der Technik im Bereich von vernetzten und KI-gesteuerten Arbeitsprozessen vorbereitet sind.

Das umfasst nicht nur die praktische Anwendung, sondern auch die Vermittlung von theoretischem Wissen und Kompetenzen was vor allem durch die erweiterte Lernfabrik ermöglicht wird. Sowohl in den Profilfächern der Vollzeitklassen als auch im Laborunterricht erleben die Schülerinnen und Schüler, wie KI-gesteuerte Produktionsprozesse definiert werden und welche Anforderungen bedacht werden müssen.

 

Auch wird zwischenzeitlich bereits ein KI-Zertifikat für Auszubildende angeboten.

 

Vollzeitbereich

 

Die Anzahl der Anmeldungen im Vollzeitbereich ist im Vergleich zum Vorjahr um 104 Schülerinnen und Schüler auf 3.842 Schülerinnen und Schüler gestiegen. Vor allem war ein Anstieg an der zweijährigen Berufsfachschule, im zweijährigen Berufskolleg und teilweise an den Beruflichen Gymnasien zu verzeichnen.

 

Die Anzahl der Eingangsklassen an den Beruflichen Gymnasien im Ostalbkreis entspricht ca. der des Vorjahres. Für die Bewerberinnen und Bewerber für die Beruflichen Gymnasien und der Berufskollegs wurde wiederum das „Online-Bewerberverfahren (BewO) im Ostalbkreis durchgeführt. So wurden bereits im Frühjahr die Halbjahreszeugnisse der Bewerberinnen und Bewerber gesichtet und bei Vorliegen der Voraussetzungen eine vorläufige Zusage herausgegeben. Nach Vorlage der Abschlusszeugnisse wurden Ende Juli die endgültigen schriftlichen Zusagen an die Bewerberinnen und Bewerber versandt.

 

Im aktuellen Schuljahr setzen sich die Schülerzahlen im Vollzeitbereich wie folgt zusammen:

 

Berufliches Schulzentrum Aalen

 


Berufliches Schulzentrum Schwäbisch Gmünd

 


Kreisberufsschulzentrum Ellwangen

 

 

 

Von Seiten der Agentur für Arbeit Aalen wird mitgeteilt, dass in der Summe im Ostalbkreis seit Beginn des Berichtsjahres 2024/2025 bislang 2.805 Ausbildungsplätze gemeldet wurden. Dies sind 212 Ausbildungsplätze weniger (- 7,0 %) als im Berichtsjahr zuvor. Im gesamten vorigen Vermittlungsjahr standen im Ostalbkreis 3.017 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Derzeit gibt es noch 1.109 (Vorjahr: 1.452) nicht besetzte Ausbildungsstellen. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber (1.528) reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 42. Nach Einschätzung der Agentur für Arbeit setzt sich der Trend fort, dass viele offene Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können. Ein endgültiges Ergebnis kann jedoch erst Ende Oktober vorgelegt werden, da erst dann das Berichtsjahr der Agentur für Arbeit endet.

 

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres, Anfang September, berichtet die IHK Ostwürttemberg, dass die bei ihr eingetragenen Ausbildungsverträge für den Bereich des Ostalbkreises um 181 (- 15,4 %) auf 998 (Vj.1.179) zurückgegangen sind. Die Ausbildungszahlen sind nur vorläufig zu verstehen, denn die IHK verzeichnet nach wie vor einen Eingang an Ausbildungsverträgen.

 

Wie die Kreishandwerkerschaft Ostalb berichtet, sind für den Bereich des Ostalbkreises bei der Handwerkskammer Ulm zum 31.08.2025 insgesamt 549 neue Ausbildungsverträge eingegangen. Im vorangegangenen Ausbildungsjahr beliefen sich die neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt auf 555. Dies stellt einen Rückgang um 1 % gegenüber dem Vorjahr dar. Diesen 549 neu eingegangenen Ausbildungsverhältnissen stehen im Ostalbkreis aktuell noch 78 (Vj. 142) offene Stellen im Handwerk gegenüber.

 

 

3. Lehrkräfteversorgung:

 

Zu Beginn des neuen Schuljahres führte die Verwaltung bei den Beruflichen Schulen des Ost-albkreises eine Umfrage bezüglich der Lehrkräfteversorgung durch. Von den Schulen wurden die in der Anlage 2 aufgeführten Zahlen zur Lehrkräfteversorgung mitgeteilt. Aus der Übersicht ergibt sich, dass sich im Vergleich zum Vorjahr das Deputatdefizit im neuen Schuljahr reduziert hat. Insgesamt fehlen 6,5 Deputate an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises für eine vollständige Unterrichtsversorgung.

 

Die vier Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des Ostalbkreises berichten von einer Lehrkräfteversorgung im aktuellen Schuljahr, die weitgehend den Pflichtbereich abdeckt. Die Unterrichtsversorgung konnte, annähernd auf Vorjahresniveau, aufrechterhalten werden. Die Lehrerversorgung hat sich dennoch dahingehend verschlechtert, dass freiwerdende Stellen nur durch Personen ohne Lehrbefähigung besetzt werden konnten. Die Belastungsfaktoren erhöhen sich durch eine wachsende Zahl an Kindern mit Autismus, psychischen oder chronischen Erkrankungen.

 

 

4. Fazit:

 

Nach den vorliegenden Zahlen sind vor allem im Bereich der dualen Ausbildung noch viele freie Ausbildungsstellen zu verzeichnen. Durch die intensive Unterstützung der Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter im Ostalbkreis wird beim Übergangsprozess in den Beruf oder in eine weitere schulische Laufbahn die bestmögliche Richtung für die Schülerinnen und Schüler gesucht. Durch das individuelle und vielseitige Angebot an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis kann somit für jeden jungen Menschen ein passender Weg gefunden werden.

 

Weiterhin ist es immens wichtig, dass alle an der beruflichen Bildung beteiligten Akteure bemüht sind, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

 

Auch zukünftig wird der Ostalbkreis in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, den Kammern, den Innungen und den Schulleitungen dafür Sorge tragen, dass die Jugendlichen einen Ausbildungs- bzw. einen Schulplatz erhalten, um eine erfolgreiche Ausbildung starten zu können.


Finanzierung und Folgekosten

 

Keine.


Anlagen

 

Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis

Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung


Sichtvermerke

 

gez. Freytag, Geschäftsbereichsleiterin

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1: Schülerzahlentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis (29 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2: Übersicht über die Lehrkräfteversorgung (50 KB)