Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Arbeit und Grundsicherung nimmt den Bericht zur Sonderberufsschule - Fachpraktikerberufsschule - neu denken zur Kenntnis.
Sachverhalt/Begründung
Der Ostalbkreis als Schulträger der Beruflichen Schulen in Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen hat im Jahr 2024 gemeinsam mit den Schulen, der IHK, der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit ein Schulentwicklungskonzept: Berufliche Schulen 2030 erarbeitet, das auch vom Kreistag verabschiedet wurde. Ziel dieses Schulentwicklungskonzepts ist es auch die Sonderberufsschulen zu stärken und neu zu denken. Es wird immer mehr angezeigt, dass viele Schülerinnen und Schüler eine reguläre Ausbildung aufgrund von Lernschwächen oder sonstigem Förderbedarf nicht oder nur schwer schaffen und Unterstützung bzw. eine theoriereduzierte Ausbildung benötigen.
Zielsetzung Mit der Sonderberufsschule sollen die Bildungschancen für benachteiligte Schülerinnen und Schüler in einer speziellen Fachklasse einer Sonderberufsschule mit geringem Klassenteiler erhöht werden. Hierdurch wird eine Bereitstellung von Fachkräften in der Region und eine direkte Integration in den ersten Arbeitsmarkt angestrebt. Außerdem ist eine Weiterführung der Ausbildung (nach Abschluss) in den einsprechenden Ausbildungsberuf unter Anrechnung und entsprechender Ausbildungsverkürzung möglich.
Begründung Eine "Sonderberufsschule" bezieht sich auf Berufsschulen, die auf die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Herausforderungen oder Lernbedürfnissen zugeschnitten sind, um ihnen einen Bildungs- oder Ausbildungsabschluss zu ermöglichen. Diese Schulen bieten neben einer theoriereduzierten auch eine individuelle Förderung und Unterstützung, um den Erfolg bei der beruflichen Orientierung und Ausbildung zu gewährleisten und häufige Abbrüche zu vermeiden.
Deshalb wurde gemeinsam mit der Agentur für Arbeit ein Konzept erarbeitet, wie passgenauere Angebote für Schülerinnen und Schüler gefunden werden können, wie der Förderbedarf identifiziert und auf die Bedürftigen zugeschnitten wird.
Konzept
In den AVdual-Klassen (Ausbildungsvorbereitung dual) und der 1BFS (Einjährige Berufsfachschule) wird mit einem Kompetenzteam aus Lehrerinnen und Lehrern, AVdual-Begleitern, Bildungsbegleitern, Berufsberatern und neu: Reha-Beratern der Agentur für Arbeit für Schülerinnen und Schüler je nach Bedarf bei der regulären Ausbildung unterstützt bzw. dahingehend beraten, dass diese den Weg zur Sonderberufsschule (neu: Fachpraktikerausbildung) unter Einbeziehung der Eltern einschlagen.
Das Konzept wurde im vergangen Schuljahr pilothaft getestet und wird weiter ausgefeilt.
Wichtig war, dass die Begrifflichkeiten angepasst wurden, um die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern dazu zu motivieren, die Angebote anzunehmen. Deshalb wurde die Sonderberufsschule mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart in eine Fachpraktikerberufsschule umbenannt. Als ein weiteres Ergebnis wird beispielsweise zur Vermeidung einer Stigmatisierung im Ostalbkreis bei Zeugnissen die Bezeichnung „Sonderberufsschule“ durch den Begriff „Fachpraktikerberufsschule“ ersetzt.
Das Ziel liegt in einer bedarfsgerechten Optimierung der Berufsberatung an den Berufsschulen und im speziellen in den AVdual-Klassen und den Einjährigen Berufsfachschulen. Darüber hinaus sollen dadurch die Wege in den Beruf für viele Schülerinnen und Schüler erleichtert werden, indem diese an die Möglichkeit einer theoriereduzierten Ausbildung herangeführt werden und dadurch eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt möglich wird.
Die richtige Beratung und Lenkung kann dabei nur im Zusammenspiel aller Netzwerkpartner gelingen und so zum Erfolg für die Schülerinnen und Schüler führen.
Neben den Bildungspartnern, wie z.B. BHW, BVW oder Kolping, die die Schülerinnen und Schüler während der Fachpraktikerberufsschule begleiten, braucht es Praktikumsplätze in „echten“ Betrieben, um den Schülerinnen und Schülern die reale Arbeitswelt zu zeigen. Die IHK und Handwerkskammer unterstützen hierbei. Durch den Einsatz in Praktikaplätzen soll ein „Klebeeffekt“ entstehen, d.h., die Möglichkeit, in diesen Betrieben die theoriereduzierte Ausbildung zu absolvieren. Die Betriebe werden hierbei von der Agentur für Arbeit bzw. dem gesamten Netzwerk unterstützt.
Arbeitstreffen fanden bereits mit allen Netzwerkpartnern statt und werden regelmäßig durchgeführt um das Projekt zu evaluieren und ggfs. anzupassen.
Stand
Derzeit werden Fachpraktiker an der techma Ellwangen (Metalltechnik/Zerspanungstechnik, Anlagenmechanik, Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik, Fahrzeugtechnik und KFZ-Mechatro-nik), an der Justus-von-Liebig-Schule Aalen (Hauswirtschaft), Technischen Schule Aalen (Maler/ Lackierer, Holzverarbeitung) und Kaufmännischen Schule Aalen (Verkauf und neu ab dem Schuljahr 2025/2026 Büromanagement) angeboten (siehe Anlage). Die IHK hat am 24.09.2024 nach Beschluss des Berufsbildungsausschusses die Ausbildungsregelung von Menschen mit Behinderung zum/zur Fachpraktiker /-in für Büromanagement erlassen. Finanzierung und Folgekosten
Keine. Anlagen
Übersicht der Fachpraktikerberufsschulen
Sichtvermerke
gez. Freytag, Geschäftsbereichsleiterin gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat
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