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Antrag der Verwaltung
Der Betriebsausschuss Klinikimmobilien empfiehlt / der Kreistag beschließt:
Die Umsetzung der geplanten Bauausführungen zur Erweiterung des Standortes Aalen zum Notfallschwerpunkt (Kopf, Herz, Trauma) im Rahmen des Restrukturierungs- und Übergangs-konzeptes mit Kosten in Höhe von ca. 2,79 Mio. € für die Erweiterung der Zentralen Notauf-nahme, mit Kosten in Höhe von 2,1 Mio. € für die Erweiterung der Intensivstation und mit Kosten in Höhe von 0,8 Mio. € für die Integration der Angiographieanlage.
Sachverhalt/Begründung
Mit Beschluss des Kreistags am 24.09.2024 (VO 126-2/2024) wurde das Medizinkonzept 2035 in Form der Variante 2plus beschlossen. Zusätzlich wurden verschiedene Restrukturierungs-maßnahmen (vgl. Anlage 2.1 zu o.g. Beschluss) beschlossen und der Vorstand mit ihrer Um-setzung beauftragt.
Die Restrukturierungsmaßnahmen sehen vor, die Klinikstandorte bis zur Inbetriebnahme des Regionalversorgers in 8 bis 10 Jahren in ihrer jeweils angedachten Leistungsbereitschaft aufrecht zu erhalten bzw. auszubauen und zu ergänzen (Vollauslastung der Standorte Aalen und Mutlangen). Der Standort Ellwangen wird bereits während der Übergangsmaßnahmen zum sektorenübergreifenden Versorger weiterentwickelt und der stationäre OP-Betrieb wird zeitnah eingestellt. Die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft der beiden großen Klinik-standorte ist Voraussetzung für eine optimale Patientenversorgung im Ostalbkreis während des mehrere Jahre dauernden Transformationsprozesses.
Im Wesentlichen werden bei den Restrukturierungsmaßnahmen Mehrfachvorhaltungen re-duziert und Zentren gebildet. Durch die Zusammenführung/ Konzentration von Fachberei-chen lassen sich Synergieeffekte im Bereich Fachkräftemangel und bei Struktur- und Perso-nalvorgaben erzielen, aber auch Einsparungen aufgrund von Doppelvorhaltungen werden erreicht. Die Zentrenbildung dient zudem der langfristigen Sicherstellung einer entspre-chenden Zuweisung von medizinischen Leistungsgruppen durch das Land Baden-Württemberg.
1. Großes Notfallzentrum für Herz-, Kopf- und Trauma-Fälle verbunden mit einer großen Intensivstation:
Medizinische Notfälle dulden keinen Aufschub und müssen schnellstmöglich behandelt wer-den. Das Zusammenspiel von verschiedenen medizinischen Fachbereichen (Notfall- und In-tensivmedizin, Chirurgie, Kardiologie, Innere Medizin, Stroke Unit etc.), einem geschulten Pflegeteam sowie der Einsatz modernster Medizintechnik (Herzkatheterlabor, CT, MRT so-wie Angiographieanlage) ermöglichen eine effiziente, hoch spezialisierte Behandlung mit rascheren Behandlungsverläufen und verbesserten Überlebenschancen.
Im Rahmen der Übergangsmaßnahmen der Kliniken Ostalb ist angedacht, am Standort Aalen den Notfallschwerpunkt (Kopf, Herz, Trauma) zu erweitern, die Intensivstation entsprechend anzupassen und eine Regionale Stroke Unit mit einer Neuroradiologie inkl. Angiographiean-lage für Thrombektomien bei Schlaganfällen zu etablieren. Notfälle aus Ellwangen werden zukünftig vermehrt in Aalen versorgt. Herzkatheter-Untersuchungen, die bisher auch am Standort Mutlangen möglich waren, werden ebenfalls in Aalen zusammengeführt. Die Kon-zentration einzelner Fachbereiche am Standort Aalen sowie die Schließung der Intensivstati-on in Ellwangen werden ebenfalls zu weiter steigenden Patientenzahlen am Standort Aalen führen. a) Bauliche Maßnahmen in der Zentralen Notaufnahme
Die interdisziplinäre Zentrale Notaufnahme mit ihren angeschlossenen Intensivüberwa-chungsplätzen am Ostalb-Klinikum Aalen stößt bereits heute räumlich an ihre Grenzen und muss, um ihre im Rahmen des Restrukturierungsprozesses angedachte Aufgabe (großes Not-fallzentrum und Vollauslastung Standort Aalen) bestmöglich erfüllen zu können, dringend erweitert werden. Hierbei müssen die in die Notaufnahme integrierten Notfall-Überwachungsbetten aus Platzgründen verlegt werden. Neben räumlichen Umstrukturierun-gen und Erweiterungen ist ein gemeinsamer Tresen zwischen Notaufnahme und Bereit-schaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg vorgesehen, um die Triagierung der Patienten nach der Dringlichkeit ihrer Erkrankung weiter zu optimieren und eine priorisierte Behandlung von schwersten Fällen sicherstellen zu können. Durch Weiterlei-tung von weniger dringlichen Fällen in ambulante Behandlungseinrichtungen wird eine Ent-lastung und Effizienzsteigerung der Notaufnahme erreicht und die Versorgungssicherheit für alle Patienten verbessert.
Mit Unterstützung durch die Beratungsfirma bcmed GmbH (Schwerpunkt in der Strategie-entwicklung für stationäre Notfallversorgung) wird aktuell ein Konzept für das Projekt „Not-fallzentrum“ entwickelt. Geplant ist, durch Module die beengten räumlichen Verhältnisse zu erweitern und die räumlichen Strukturen entsprechend der Neukonzeption umzugestalten (s. Anlage 1).
Folgende Maßnahmen sind aktuell in Planung: - Umwidmung einzelner Räume - Entstehung eines neuen Büro- und Wartebereichs - Verlegung der Beobachtungsstation - Integration einer Triage - Umzug des Bucky-Röntgenarbeitsplatzes - Verschiedene Sanierungs- bzw. Anschlussarbeiten (Bodenbelags-, Sanitär-, Maler- und Elektroarbeiten, Heizungsinstallationen, Brandschutzmaßnahmen)
Für die Umbaumaßnahmen ist ein Bauantrag erforderlich. Die Baumaßnahme muss in meh-reren Bauabschnitten durchgeführt werden, um den laufenden Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. Für die Durchführung verschiedener Gewerke sind externe Planungsleis-tungen erforderlich (z.B. Tragwerke und Elektro). Die Kostenschätzung liegt aktuell bei ca. 2,79 Mio. € ohne Einrichtungsgegenstände und EDV-Ausstattung. Aufgrund der externen Ex-pertise durch die Beratungsfirma bcmed und weiterer Konkretisierungen im Rahmen der Projektarbeit ergaben sich andere notwendige Bedarfe mit höheren Kosten, als im Grund-satzbeschluss 2024 geplant waren (Plankosten Erweiterung ZNA Schritt 1+2: 1,89 Mio. €). Die geschätzte Bauzeit liegt bei ca. 18 Monaten.
b) Erweiterung der Intensivstation und Einrichtung IMC-Bereich
Mit der Erweiterung der ZNA und der hierfür erforderlichen Verlegung der integrierten Not-fall-Überwachungsbetten werden zusätzliche Überwachungs-Kapazitäten erforderlich. Die angedachte Vollauslastung des Standortes Aalen durch die Zusammenführung verschiedener Funktionsbereiche und die Schließung der Intensivstation in Ellwangen generiert weitere Bedarfe für zu überwachende Patienten, so dass eine zeitnahe Erweiterung der bestehenden Überwachungskapazitäten unvermeidbar ist. Geplant ist, die aktuell nicht genutzte Station 43 (1995 ursprünglich als Intensivstation gebaut) zu sanieren und wieder als Intensivstation zu betreiben. Zusätzlich werden Notfall-Überwachungsmöglichkeiten integriert und ein abge-trennter IMC-Bereich mit Intermediate Care-Betten (IMC), als Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalstation, neu geschaffen (s. Anlage 2).
Notwendige bauliche Maßnahmen auf der ehemaligen Station 43: - Sanierungsmaßnahmen (Maler- und Sanitärarbeiten) - Austausch bestehender Deckenversorgungseinheiten (Altbestand - out of service) - Ertüchtigung der Lüftungsanlage - Ertüchtigung der IT-Überwachung - Ertüchtigung der Brandmeldeanlagen - Aktualisierung des Bandschutz- und Evakuierungskonzepts
Für die geplanten Baumaßnahmen ist kein Bauantrag erforderlich. Die Kostenschätzung für die Baumaßnahmen liegt bei ca. 2,1 Mio. €. Lt. Grundsatzbeschluss 2024 waren 1,53 Mio. € vorgesehen. Einzelne Lieferanten haben teilweise sehr lange Lieferzeiten (z. B. für IT- Über-wachung), so dass die Ausführungszeit der Maßnahmen mit ca. 9 Monaten kalkuliert wird.
c) Ausbau der allgemeinen Neurologie mit Regionaler Stroke Unit und Angiographieanlage
Im Rahmen der Übergangsmaßnahmen der Kliniken Ostalb ist angedacht, am Standort Aalen im Bereich der allgemeinen Neurologie (Kopfzentrum) eine Regionale Stroke Unit mit Thrombektomie (konservativ, operativ und interventionell) zu etablieren.
Wesentlicher Bestandteil einer Stroke Unit ist ein spezialisiertes Team aus Ärzten, Pflege-kräften, Therapeuten und anderen Fachkräften, das rund um die Uhr Schlaganfallpatienten schnell und fachgerecht versorgt, um die bestmöglichen Heilungschancen zu gewährleisten. Zudem gehören moderne Überwachungsgeräte (wie CT, MRT oder Angiographie), schnelle Diagnostik, spezielle Behandlungsprotokolle und eine enge Zusammenarbeit mit Rehabilita-tionsdiensten zu einer modernen, zeitgemäßen Stroke Unit. Ziel ist es, neurologische Schä-den zu minimieren und die Genesung bestmöglich zu fördern.
Eine Angiographieanlage spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Schlaganfällen. Blutgefäße im Gehirn können genau untersucht werden, um Blockaden, Blutungen oder an-dere Gefäßprobleme zu erkennen. Falls eine Verstopfung oder ein Gefäßverschluss vorliegt, kann die Angiographieanlage auch für minimal-invasive Eingriffe genutzt werden, wie zum Beispiel die Entfernung eines Thrombus (Thrombektomie) oder die Platzierung eines Stents. Hierdurch wird eine schnelle und gezielte Behandlung des Patienten ermöglicht.
Zum 01.07.2025 hat Herr Dr. Capatana seine Funktion als neuer Chefarzt der Radiologie am Standort Aalen aufgenommen. Er wird zum bestehenden Leistungsspektrum die Neuroradio-logie neu aufbauen, so dass künftig unter seiner Leitung Kopf- und Halsangiographien (insbe-sondere Thrombektomien) durchgeführt werden können. Patienten müssen somit nicht mehr nach Ulm oder Stuttgart verlegt werden. Der Beschluss des Verwaltungsrats Kliniken Ostalb gkAöR für die Anschaffung der biplanen Angiographieanlage erfolgte bereits am 07.04.2025 (VO 037/2025).
Insgesamt rundet die Integration einer biplanen Angiographieanlage das Behandlungsspekt-rum einer modernen interdisziplinären Notaufnahme sowie eines großen Notfallzentrums für Herz, Kopf und Trauma mit einer Regionalen Stroke Unit sinnvoll ab.
Räumliche Verortung der Angiographieanlage: Geplant ist der Umbau bestehender und nicht in Nutzung befindlicher Notarztwagengaragen in der Nähe der Zentralen Notaufnahme zu einem Eingriffsraum Raumklasse 2. Erforderlich sind räumliche Änderungen zur Schaffung eines Personalraums mit Umkleiden und WC, ei-nes Schaltraums, eines Vorbereitungsraums sowie des Eingriffsraums (s. Anlage 3). Aufgrund statischer und physikalischer Vorgaben zur Installation der Angiographieanlage müssen die Bodenbeläge entsprechend angepasst werden. Zur Erreichung der Raumklasse 2 ist außer-dem eine entsprechende Lüftungsanlage erforderlich.
Ein Bauantrag ist erforderlich. Die geplante Umsetzungszeit liegt bei ca. 10 Monaten. Die Kostenschätzung liegt bei ca. 0,8 Mio. €.
d) Aktueller Stand zum Neubau der OP-Module mit Anbindung und Umbau des Be-stands-OP am Ostalb-Klinikum Aalen
Am 23.12.2024 wurde die Vergabe der Generalplanerleistungen für den Neubau von OP-Modulen mit Anbindung und Umbau des Bestands-OP am Ostalb-Klinikum Aalen an die FG Architekten und Sachverständige GmbH aus Sonsthofen beschlossen.
In den letzten Monaten fand die in der Ausschreibung vorgesehene Variantenprüfung zur Verortung der OP-Module statt (Ziel: Optimierung Kosten und Zeit), bei der auch eine Prüfung des jeweiligen Tragwerks durch die Statiker vorgenommen wurde. Ergebnis der Prüfung ist die Verortung der OP-Module im Zugangsbereich des Klinikums. Derzeit findet noch die finale Abstimmung der Raumkonzeption zwischen Planern und Nutzern statt. Ziel ist, die Ausschreibung für die OP-Module im 4. Quartal 2025 vorzunehmen. Parallel werden auch die Ausschreibungen der Planerleistungen für Geologie und für Vermessung vorbereitet.
Finanzierung und Folgekosten
Die Einzelprojekte „Erweiterung ZNA“ mit Kosten in Höhe von ca. 2,79 Mio. € und „Erweite-rung der Intensivstation mit IMC-Bereich“ mit Kosten in Höhe von ca. 2,1 Mio. € werden beim Gesamtprojekt „Übergangskonzept Zentral-OP, IMC und Funktionsbereiche“ mit veran-schlagt.
Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat eine Zustimmung zu den aufgezeigten Rest-rukturierungsmaßnahmen und dem Übergangskonzept der Kliniken Ostalb signalisiert und Fördergelder in Höhe von ca. 25 % für Umbauten im Bestand in Aussicht gestellt. Zusätzlich ergeben sich aus den Restrukturierungsmaßnahmen finanzielle Einsparungen. Die verbleibenden Kosten sollen in den Wirtschaftsplänen 2026 ff. des Eigenbetriebs Immo-bilien Kliniken Ostalb über Kreditaufnahmen finanziert werden. Die Zins- und Tilgungslasten in den Folgejahren übernimmt der Ostalbkreis.
Der Umbau für die Angiographieanlage wird mit Kosten in Höhe von ca. 0,8 Mio. € geplant. Dieser Umbau soll über eine Kreditaufnahme im Eigenbetrieb noch im Wirtschaftsjahr 2025 finanziert werden. Zins- und Tilgungslasten trägt der Ostalbkreis. Bei dieser Maßnahme wird ebenfalls eine Förderung des Landes in Höhe von 25 % der Gesamtkosten veranschlagt. Anlagen
Anlage 1: Grundriss Zentrale Notaufnahme am Ostalb-Klinikum Aalen Anlage 2: Grundriss Station 43 am Ostalb-Klinikum Aalen Anlage 3: Grundriss für Verortung biplane Angiographieanlage am Ostalb-Klinikum Aalen
Sichtvermerke
gez. Rieß, Betriebsleiter gez. Kurz, Dezernat II gez. Dr. Bläse, Landrat |
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