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Vorlage - 105/2025  

 
 
Betreff: Neu gegründetes "Bündnis Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd" zur Gestaltung der Bildungslandschaft im Ostalbkreis
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Bildung und Kultur   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung Kenntnisnahme
14.07.2025 
Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Bildung und Digitalisierung zur Kenntnis genommen   

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss für Finanzen, Bildung und Digitalisierung nimmt die Gründung und die Zielsetzungen des „Bündnis Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd“ als innovative, regionale Bildungskooperation zur Kenntnis.

 

Er unterstützt die enge Zusammenarbeit relevanter Bildungsinstitutionen, die praxisnahe Weiterentwicklung der Lehrerbildung in allen drei Phasen sowie die Umsetzung zukunftsorientierter pädagogischer Konzepte zur nachhaltigen Qualitätssicherung und -steigerung im Bildungsbereich des Ostalbkreises.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Das Bündnis „Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd“ ist eine strategische Bildungskooperation zwischen dem Landratsamt Ostalbkreis, der Stadt Schwäbisch Gmünd, der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, der Regionalstelle Schwäbisch Gmünd des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL), den Lehrerbildungsseminaren Schwäbisch Gmünd (GWHRS sowie Fachseminar für Sonderpädagogik), der Abteilung 7 „Schule und Bildung“ des Regierungspräsidiums Stuttgart, dem Staatlichen Schulamt Göppingen sowie dem Verein für nachhaltige Bildung und Schulentwicklung (nbs e.V.) mit SCORA (Schools Opposing Racism and Antisemitism).

 

Das Bündnis ist in seiner Struktur und Ausrichtung landesweit einzigartig: An kaum einem anderen Ort in Baden-Württemberg sind alle drei Phasen der Lehrkräftebildung - von der universitären Ausbildung über das Referendariat bis hin zur berufsbegleitenden Fortbildung - so eng an einem Standort miteinander verknüpft wie in Schwäbisch Gmünd. Diese räumliche und institutionelle Nähe ermöglicht einen kontinuierlichen, phasenübergreifenden Austausch und begünstigt die Entwicklung tragfähiger, praxisnaher Bildungsinnovationen. Der Ostalbkreis fungiert damit als Modellregion für das gesamte Land - die im Bündnis erarbeiteten Konzepte und Impulse sollen überregional ausstrahlen und als Vorbild für andere Regionen Baden-Württembergs dienen.

 

Zielsetzung

Das Bündnis verfolgt das gemeinsame Ziel, die schulische Bildungslandschaft in Schwäbisch Gmünd und im Ostalbkreis nachhaltig weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Förderung innovativer pädagogischer Ansätze, die Stärkung der Lehrerbildung in allen drei Phasen (Studium, Referendariat, Fortbildung) sowie die praxisnahe Umsetzung neuer Konzepte im Schulalltag. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche umfassend auf gesellschaftliche Herausforderungen und Transformationsprozesse vorzubereiten.

 

Struktur und Steuerung

Die Bündnisarbeit wird durch eine vom Landratsamt Ostalbkreis koordinierte Geschäftsstelle gesteuert. Unterstützt wird diese durch eine Steuerungsgruppe, in der die Leitungspersonen der beteiligten Institutionen vertreten sind. Für die Organisation des jährlich stattfindenden Bildungsforums wird eine themenspezifische Kommission eingesetzt. Diese organisatorische Struktur gewährleistet eine zielgerichtete Umsetzung der Maßnahmen und eine effektive Abstimmung zwischen den Partnern.

 

Kernelemente der Zusammenarbeit

 

  1. Bildungsforum:


Ein zentrales Instrument der Kooperation ist das jährlich stattfindende Bildungsforum. Es dient als Plattform für den Austausch über bildungspolitische und pädagogische Entwicklungen. Das Bildungsforum vernetzt Akteure aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis und bietet Raum für Diskussion, Reflexion und neue Impulse. In das Forum ist die Bildungskonferenz der Bildungsregion Ostalbkreis integriert. Im Jahr 2025 steht das Forum unter dem Titel „Die Zukunft ist jetzt - und was tun wir damit?“ und fokussiert das Konzept Futures Literacy als Schlüsselkompetenz für die Gestaltung von Zukunft in der schulischen Bildung.

 

  1. Maßnahmen in der Lehrerbildung:

 

  • Phase 1:
    Die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd entwickelt und begleitet didaktische Konzepte wissenschaftlich und unterstützt deren Erprobung und Evaluation an Kooperationsschulen.
     
  • Phase 2:
    Die Lehrerbildungsseminare integrieren diese Konzepte in die Ausbildung von Lehramtsanwärter/innen durch Praxisbezug und aktive Beteiligung an Schulentwicklungsprozessen.
     
  • Phase 3:
    Die ZSL-Regionalstelle organisiert Fortbildungen für Lehrkräfte, um neue pädagogische Erkenntnisse in den Schulalltag zu überführen.

 

  1. Umsetzung in der Praxis:


Neue Konzepte werden direkt an Schulen in Schwäbisch Gmünd und im Ostalbkreis erprobt. Dabei arbeiten Studierende, Lehramtsanwärter/innen und erfahrene Lehrkräfte eng zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich zurück in alle Phasen der Lehrerbildung und dienen der qualitativen Weiterentwicklung von Unterricht und Schulentwicklung.

 

 

Thematische Schwerpunkte

Das Bündnis adressiert zentrale Zukunftsthemen der schulischen Bildung, darunter:

 

  • Demokratiebildung und Partizipation
  • Begabtenförderung und individualisierte Lernangebote
  • Digitale Bildung inkl. Einsatz von Künstlicher Intelligenz
  • soziale und emotionale Kompetenzen
  • Elternarbeit und Inklusion
  • Diskriminierungskritische Bildung (z.B. durch das SCORA-Programm)

 

Diese Ansätze werden im Rahmen von Projekten und Veranstaltungen weiterentwickelt und auf ihre Praxistauglichkeit hin erprobt.

 

Bedeutung für den Ostalbkreis

Mit dem Bündnis „Schule der Zukunft Schwäbisch Gmünd“ entsteht ein innovatives Modell regionaler Bildungskooperation, das sowohl der Stadt Schwäbisch Gmünd als auch dem gesamten Ostalbkreis zugutekommt. Die Bündelung institutioneller Stärken, die Verzahnung von Lehrerbildung und Schulpraxis sowie der direkte Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Schulen tragen nachhaltig zur Qualitätssicherung und -steigerung im Bildungsbereich bei. Die aktive Rolle des Landratsamts in der Koordination unterstreicht den Stellenwert des Themas Bildung für die Zukunftsfähigkeit der Region.


Finanzierung und Folgekosten

 

Die Finanzierung erfolgt durch abgestimmte Beiträge und Ressourcen der beteiligten Partner. Neben finanziellen Mitteln werden auch personelle, fachliche und organisatorische Kapazitäten eingebracht. Die Öffentlichkeitsarbeit wird gemeinschaftlich gestaltet, federführend koordiniert durch die Geschäftsstelle beim Landratsamt Ostalbkreis.


Anlagen

 

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Sichtvermerke

 

gez. Schilde, Leitung der Bildungsregion

gez. Freytag, Geschäftsbereichsleitung

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat