Sachverhalt/Begründung
Der demografische Wandel verändert Deutschland so tiefgreifend wie kaum eine andere gesellschaftliche Entwicklung. Die Alterung der Bevölkerung, deren wachsende Vielfalt und das Nebeneinander von Wachstum und Bevölkerungsverlust einzelner Regionen sind die zentralen Merkmale des demografischen Wandels in Deutschland.
Erfreulicherweise leben wir länger, sind gesünder und mobiler als alle Generationen vor uns. Gleichzeitig haben wir weniger Kinder als früher. Die Geburtenzahl in Deutschland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf einem niedrigen Niveau. Wie sich die Bevölkerungszahl zukünftig entwickeln wird, ist auch vor dem Hintergrund des Migrationsgeschehens nicht abschließend einzuschätzen. Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel haben seit 2020 mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge (sog. Babyboomer) aus dem Erwerbsleben weiter zugenommen.
Der demografische Wandel ist auch im Ostalbkreis längst angekommen. Im Jahr 2035 wird voraussichtlich jede vierte Person älter als 65 Jahre sein. Heute ist es etwa jede Fünfte. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen im Ostalbkreis von 15.804 Personen im Jahr 2025 auf 19.066 im Jahr 2040 ansteigen wird. Das entspricht einer Zunahme in den kommenden 15 Jahren um 20,6 %. Etwa ein Drittel davon ist auf professionelle Hilfe in Form von ambulanter oder stationärer Pflege angewiesen.
Der Ostalbkreis hat sich schon frühzeitig den Herausforderungen gestellt, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben, z. B. mit dem Seniorenpolitischen Gesamtkonzept, der Pflegebedarfsplanung, dem Pflegestützpunkt, der Pflegekonferenz, aber auch mit der Pflegekampagne „Herz Plus Ostalb“ oder dem Ostalbkreis-Bündnis zur Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte.
Darüber hinaus gilt es auch zukünftig, den Herausforderungen verstärkt mit entsprechenden Handlungsstrategien und innovativen Lösungsansätzen zu begegnen und ein bedarfsgerechtes Unterstützungsangebot zur Verfügung zu stellen. Landkreis und Kommunen sind hier gleichermaßen gefordert. Nur im engen Schulterschluss wird es gelingen, die erforderlichen Angebote für Menschen, die auf Unterstützung und Pflege angewiesen sind, rechtzeitig bereitzustellen. Damit einher gehen auch die Bemühungen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Der Ostalbkreis sieht sich in der Rolle, Projekte anzustoßen und zu initiieren und wird dabei auch von den Trägern der Altenhilfe mit großem Engagement unterstützt.
Das Ziel aller Bemühungen muss es sein, den Ostalbkreis noch seniorengerechter zu gestalten und den Bürgerinnen und Bürgern ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben und Wohnen im Alter zu ermöglichen.