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Vorlage - 092/2025  

 
 
Betreff: Jahresabschluss der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH für das Geschäftsjahr 2024
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Kämmerei Beteiligt:GOA
Beratungsfolge:
Kreistag Entscheidung
24.06.2025 
Sitzung des Kreistags ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2024
Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung 2024

Antrag der Verwaltung

 

I.               Der Kreistag nimmt den Jahresabschluss 2024 der GOA zustimmend zur Kenntnis.

 

II.               Der Kreistag beauftragt und ermächtigt den Vertreter des Ostalbkreises in der Gesellschafterversammlung der GOA
  

a)                    den testierten Jahresabschluss zum 31.12.2024 mit einem Jahresüberschuss 

von 2.650.471,85 € festzustellen und zu genehmigen,
 

b)                    der Verwendung des Jahresüberschusses 2024 in Höhe von 2.650.471,85 € wie folgt zuzustimmen:

Vorabgewinnausschüttung am 17.01.2025 mit  1.500.000,00 €

weitere Gewinnausschüttung mit 500.000,00 €

Gewinnvortrag auf neue Rechnung mit   650.471,85 €

 

c)                    der Entlastung der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 zuzustimmen.

 

d)        entsprechend dem Vorschlag des Aufsichtsrates der GOA die Firma Dr. Erhart GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bad Wörishofen, mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2025 sowie mit der Prüfung nach § 53 HGrG zu beauftragen.

 

 

Der Aufsichtsrat berät in seiner Sitzung am 04.06.2025 über den Jahresabschluss 2024. Über das Ergebnis der Beschlussfassung wird in der Sitzung des Kreistages mündlich berichtet.


 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

zu I. Jahresabschluss 2024

 

1. Allgemeines

 

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat vor Augen geführt, wie stark Deutschland von Energie- und Rohstoffimporten abhängig ist und wie schnell Störungen in den Lieferketten zu Problemen bei der Versorgung mit wichtigen Gütern führen können. Die Abfallwirtschaft kann sowohl durch die Kreislaufführung von Rohstoffen als auch durch die energetische Verwertung wichtige Beiträge zur Reduzierung dieser Abhängigkeiten leisten.

 

Aus wirtschaftlicher Sicht war das vergangene Jahr für die GOA sehr zufriedenstellend und konnte mit einem positiven Ergebnis von 2.650 T€ abgeschlossen werden. Der Umsatz stieg insbesondere durch Mengenausweitungen beim Gewerbeabfall und kommunalen Samm-lungen. Des Weiteren ergab sich aufgrund von Hochwasserkatastrophen ein Sondereffekt beim Gewerbeabfallaufkommen. Ergebnisbelastend wirkten gestiegene Entsorgungs- und Transportkosten, wobei die Erhöhung der Lkw-Maut sowie die CO2-Steuer auf thermische Abfälle bei Preisanpassungen berücksichtigt werden konnten.

 

Zum 01.10.2024 erfolgte mit der Einführung der Biobeuteltonne eine bedeutende Umstellung der Bioabfuhr. Aufgrund einer Gesetzesänderung ist die Einsammlung von Bioabfällen in Plastikbeuteln ab 01.05.2025 nicht mehr zulässig. Die Umstellung stellte die GOA in der Anfangszeit vor Herausforderungen, welche zwischenzeitlich bewältigt werden konnten, so dass eine reibungslose Bioabfuhr möglich ist. Hinsichtlich der Biobeutel werden noch mögliche Anpassungen geprüft.

 

Der Aufsichtsrat wurde im Geschäftsjahr ständig und zeitnah in vier Sitzungen über den allgemeinen Geschäftsverlauf durch die Geschäftsleitung informiert. Alle Entscheidungen, die in seine Zuständigkeit fallen, wurden vom Aufsichtsrat umfassend beraten und die anstehenden Beschlüsse gefasst.

 

Der Jahresabschluss und der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2024 wurden dem Aufsichtsrat von der Geschäftsleitung vorgelegt.

 

 

2. Darstellung des Geschäftsverlaufs

 

2.1 Umsatz- und Auftragsentwicklung

 

Der Umsatz betrug im Berichtsjahr 52.534 T€ (Vj. 45.490 T€). Der Umsatz stieg insbesondere durch Mengenausweitungen beim Gewerbeabfall und kommunalen Sammlungen. Des Weiteren ergab sich aufgrund von Hochwasserkatastrophen ein Sondereffekt beim Gewerbe-müllaufkommen. Ergebnis belastend wirkten gestiegene Entsorgungs- und Transportkosten, wobei die Erhöhung der Lkw-Maut sowie die CO2-Steuer auf thermische Abfälle über Preis-anpassungen an die Kunden weitergegeben wurden. Der Umsatzanteil des Ostalbkreises reduzierte sich auf einen relativen Anteil von 42,0 % (Vj. 44,9 %).

 


2.2 Investitionen

 

Im Geschäftsjahr 2024 wurden Investitionen in immaterielle Wirtschaftsgüter und Sachanlagen in Höhe von insgesamt 11.937 T€ vorgenommen. Es wurde vorrangig in neue Fahrzeuge hinsichtlich der Einführung der Biobeuteltonne, in Biotonnen, in eine Klärschlammverbrennungsanlage auf der Deponie Ellert und in eine neue Halle auf der Deponie Reutehau investiert. Weiter wurde im Dezember die erste Anzahlung in die Erneuerung der Gewerbeabfallaufbereitungsanlage getätigt.

 

 

2.3 Finanzierungsmaßnahmen

 

Die Finanzierung der Investitionen erfolgte über Bankkredite und über den Cashflow.

 

 

2.4 Personal- und Sozialbereich

 

Die Zahl der Mitarbeitenden (ohne Aushilfen und Auszubildende) betrug zum Ende des Berichtsjahres 361 (Vj. 361). Im Berichtsjahr wurden 9 (Vj. 11) junge Menschen als Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Berufskraftfahrer und Kfz-Mechatroniker ausgebildet. Weitere 55 Mitarbeitende waren auf den Wertstoffhöfen, im Reinigungsdienst und saisonal zusätzlich weitere 36 Mitarbeitende für die Betreuung der Grünabfallcontainer als Aushilfen geringfügig beschäftigt.

 

Für die Aus- und Fortbildung der Mitarbeitenden wurden rd. 116 T€ (Vj. 119 T€) aufge-wendet. An den insgesamt 60 (Vj. 63) Schulungsveranstaltungen haben insgesamt 344

(Vj. 310) Mitarbeitende teilgenommen.

 

 

3. Lage des Unternehmens

 

3.1 Vermögenslage

 

Das Eigenkapital beläuft sich zum 31.12.2024 auf 19.515 T€ (Vj. 18.365 T€). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Jahresüberschuss 2024 in Höhe von 2.650 T€ sowie einer Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 1.500 T€ für 2024. Die Eigenkapitalquote beträgt 39,7 % (Vj. 46,6 %).

 

Der Deckungsgrad B (herangezogen wurden alle Bankdarlehen plus 50 % der Rückstellungen) beträgt 99,2 % (Vj. 100,7 %).

 

Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. In wenigen Ausnahmefällen wurde, abweichend von der linearen AfA, mengenmäßig bezogen auf das Verfüllvolumen der Deponien sowie auf ein langfristiges Anlieferkontingent abgeschrieben.


3.2 Finanzlage

 

Die Gesellschafter und die Geschäftsleitung legen Wert auf eine gute Kapitalausstattung, welche für Stabilität und nachhaltige Finanzstrukturen sorgt. Einvernehmlich werden deshalb kontinuierlich Teile der Jahresüberschüsse thesauriert. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde in der Gesellschafterversammlung eine Vorabgewinnausschüttung in Höhe von

1.500 T€ beschlossen.

 

Die Liquidität 2. Grades betrug zum Ende des Berichtsjahres 89,4 % (Vj. 87,4 %). Die Zahlungsfähigkeit war stets uneingeschränkt sichergestellt.

 

Der Cashflow (Gewinn nach Steuern + AfA) beläuft sich auf 6.699 T€ (Vj. 4.360 T€).

 

 

3.3 Ertragslage

 

Das Ergebnis 2024 weist einen Gewinn von 2.650 T€ (Vj. -1.898 T€) nach Steuern aus.

 

Ergebnis des laufenden Betriebs   + 3.418 T€

Sonstige betriebliche Aufw./Erträge  +    288 T€

Finanzergebnis   -     258 T€

Steuern vom Einkommen und Ertrag                  -     798 T€

Jahresüberschuss  + 2.650 T€

 

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen/Erträgen sind folgende größere Posten enthalten:

 

Erträge aus Anlagenverkäufen +     352 T€

Entnahmen sonstige Leistungen +       72 T€

Sonstige Nebenerlöse +       51 T€

Schadensausgleiche -      141 T€

 

 

4. Ausblick

 

Der Start ins Jahr 2025 verlief für die GOA nicht zufriedenstellend. Neben den rückläufigen Mengenanlieferungen im gewerblichen Bereich war der Januar vor allem durch die harten Verhandlungsrunden mit der Gewerkschaft ver.di hinsichtlich einer Einigung im Tarifstreit und den sich ergebenden Streikfolgen geprägt. Ende Januar 2025 konnten sich beide Seiten auf einen neuen Haustarifvertrag einigen.

 

In den kommenden Jahren wird die strategische Ausrichtung der Firma stark von der Digitalisierung und Innovation geprägt sein. Durch Investitionen in moderne Technologien und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen wird die GOA ihre Marktposition stärken. Die Expansion in neue Märkte und die Diversifikation des Portfolios werden ebenfalls eine zentrale Rolle spielen.


Risiken bestehen durch Marktvolatilitäten und globale wirtschaftliche Unsicherheiten. Durch proaktives Risikomanagement und die Diversifikation des Geschäfts möchte die GOA diesen Herausforderungen begegnen.

 

Zu den finanziellen Auswirkungen der genannten Risiken kann zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichtes keine verlässliche Angabe gemacht werden. Stand Anfang April 2025 stuft die Geschäftsführung die aktuelle Situation wegen des breiten Dienstleistungsangebotes als grundsolide ein.

 

Chancen ergeben sich aus der Adaption neuer Technologien und der Erschließung neuer Märkte. Dazu gehören:

 

-       Umsetzung der neuen Organisationsstruktur, die Ende März 2025 vorgestellt wurde

-       Optimierung der neuen Biobeuteltonnensammlung nach der Einführung im Oktober 2024

-       Fertigstellung der Lagerhalle auf der Deponie Reutehau inklusive Installation einer PV-Anlage

-       Neubau der Gewerbeabfallaufbereitungsanlage auf der Deponie Ellert

-       Verstärkte Vertriebsaktivitäten, vor allem in den Bereichen Gewerbeabfälle und Schadstoffe

-       Verstärkte Maßnahmen im Bereich Personalgewinnung und -entwicklung

-       Umsetzung der Digitalisierungsstrategie in allen Bereichen des Unternehmens insbesondere durch die Anpassung des ERP-Systems und der Einführung einer Mitarbeiter-App

-       Erweiterung der Deponien für DK I - Material

-       Einbau von weiteren Unterflurcontainern, vor allem im Wohnungsbausektor

-       Fortsetzung des Projekts „Saubere Ostalb“

-       Stärkere interne und externe Ausrichtung als Dienstleistungsunternehmen

 

Unter Einbeziehung und Bewertung aller vorgenannten Aspekte geht die Geschäftsleitung für 2025 von gleichbleibenden Umsätzen und aufgrund des höheren Tarifabschlusses als geplant von einer leicht rückläufigen Gewinnentwicklung aus.

 

 

zu II.

 

zu a) und b)  Feststellung des Jahresabschlusses 2024 und Zustimmung zur Verwendung               des Jahresüberschusses 2024

 

Der Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - wurde unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts, unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Durchführung von Abschlussprüfungen, geprüft und am 17. April 2025 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Außerdem wurde die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 53 Haushaltsgrundsätzegesetz durchgeführt. Nach dem Ergebnis der Prüfung sind gegen den Jahresabschluss keine Einwendungen zu erheben.

 

Nach § 12 Abs. 1 Nr. 8 des Gesellschaftsvertrages der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH ist die Gesellschafterversammlung für die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Jahresergebnisses zuständig.


Der Jahresabschluss der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH zum 31.12.2024 weist eine Bilanzsumme von 49.179.513,05 € sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.650.471,85 € aus.

 

Der Gesellschafterversammlung wird empfohlen, den Jahresabschluss festzustellen. Der Jahresüberschuss in Höhe von 2.650.471,85 € soll wie folgt verwendet werden:

-       Vorabgewinnausschüttung mit            1.500.000,00 €

-       weitere Gewinnausschüttung mit    500.000,00 €

-       Gewinnvortrag auf neue Rechnung mit   650.471,85 €

 

Der Kreistag des Ostalbkreises übt sein Weisungsrecht an den Vertreter des Landkreises aus und wird um Zustimmung gebeten.

 

 

zu c) Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2024

 

Gemäß § 12 Abs. 1 Nr. 6 des Gesellschaftervertrages der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH ist die Gesellschafterversammlung für die Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates zuständig. Der Kreistag des Ostalbkreises übt sein Weisungsrecht an den Vertreter des Landkreises aus und wird gebeten, die Entlastung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu befürworten.

 

 

zu d) Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2025

 

Gemäß § 12 Abs. 1 Nr. 9 des Gesellschaftsvertrages der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH beschließt die Gesellschafterversammlung über die Bestellung des Abschlussprüfers. Mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2025 soll wiederum die Firma Dr. Erhart GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bad Wörishofen beauftragt werden.

Der Kreistag des Ostalbkreises übt sein Weisungsrecht an den Vertreter des Landkreises aus und wird gebeten, die Bestellung des Abschlussprüfers für das Jahr 2025 zu befürworten.


Finanzierung und Folgekosten

 

-

 


Anlagen

 

Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2024

Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung 2024


Sichtvermerke

 

gez. Bernhard, Geschäftsbereich

gez. ppa. Kuhn, GOA mbH

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2024 (44 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung 2024 (64 KB)