Bürgerinformationssystem

Vorlage - 173/2024  

 
 
Betreff: Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten
Status:öffentlich  
Federführend:Jobcenter Ostalbkreis Beteiligt:D e z e r n a t V
Beratungsfolge:
Ausschuss für Arbeit und Grundsicherung Kenntnisnahme
08.10.2024 
Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Grundsicherung zur Kenntnis genommen   
Anlagen:
Broschüre_Zweite Heimat Ostalb – unsere Geschichte, unser Ankommen und unsere Zukunft

Antrag der Verwaltung

 

Kenntnisnahme

 

 

 

 


Sachverhalt/Begründung

 

Die berufliche Integration von Geflüchteten, insbesondere aus der Ukraine, ist nach wie vor sehr herausfordernd. Der im Herbst 2023 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ausgerufene Aktionsplan „Job-Turbo“ und die Strategien des Jobcenters zeigen inzwischen aber eine positive Wirkung. So konnten seit Beginn der Ukraine-Krise bereits 538 Geflüchtete in eine versicherungspflichtige Beschäftigung integriert werden. Mit dem Aktionsplan wird eine zeitnahe Arbeitsaufnahme nach dem Integrationskurs – auch ohne perfekte Deutschkenntnisse – angestrebt. Dabei wird der Fokus auf den Sprach- und Kompetenzerwerb bei Ausübung einer beruflichen Tätigkeit gelegt. Verzögerungen durch nicht notwendige Sprachkursketten sollen vermieden werden. Von den Geflüchteten wird ein aktives Mitwirken gefordert.

Die kritische These, dass die Arbeitsmarktintegration in anderen europäischen Ländern besser gelingt, wurde inzwischen durch einen Forschungsbericht es Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (iab) relativiert und teilweise widerlegt. Die Beschäftigungsquoten ukrainischer Geflüchteter in verschiedenen Ländern sind sehr heterogen. Mit einer Beschäftigungsquote von ca. 27 % im ersten Quartal 2024 liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld. Die Forschung hat zudem ergeben, dass soziale Transferleistungen nur einen kleinen, statistisch nicht signifikanten Einfluss auf die Beschäftigungsquoten hat. Die Erfahrungen mit den zwischen 2013 bis 2019 zugezogenen Geflüchteten haben gezeigt, dass eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Integrationsstrategie mit vorangestellter Sprachförderung längerfristig hohe Beschäftigungsquoten bei Geflüchteten nach sich zieht.

Die berufliche Integration ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der natürlich auch die Unternehmen, die Verbände, die Gewerkschaften und auch die unterschiedlichsten Geflüchteten-Communities benötigt werden.

 

Broschüre zum Thema „Zweite Heimat Ostalb – unsere Geschichte, unser Ankommen und unsere Zukunft“

 

Die veröffentlichte Broschüre zu diesem Thema beschreibt die Integrationsbemühungen des Jobcenters Ostalbkreis und seiner Netzwerkpartner und erzählt gleichzeitig die persönlichen Geschichten und Schicksale der Geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen in der neuen Heimat, insbesondere hinsichtlich der Sprachbarriere und der Anerkennung bisheriger Berufe, zu schaffen. In den vergangenen sechs Monaten wurden in regionalen Zeitungen sowie in den sozialen Medien insgesamt zehn positive Integrationsbeispiele veröffentlicht. Die Broschüre ermöglicht Einblicke in die Arbeit des Jobcenters und der beteiligten Netzwerkpartner und verdeutlicht, dass nachhaltige Integration Zeit erfordert.

 

Derzeit befinden sich im Rechtskreis SGB II (Stand Juni 2024) etwa 1.600 erwerbsfähige Erwachsene und Jugendliche über 18 Jahren sowie 980 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, insgesamt also fast 2.600 geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Während im Jahr 2023 insgesamt 166 geflüchtete Ukrainer auf dem Arbeitsmarkt integriert wurden, konnte diese Zahl bereits im ersten Halbjahr 2024 übertroffen werden.

 

 

 

 

 

Die positive Entwicklung ist nur dank eines auf die Bedürfnisse der Geflüchteten abgestimmten Netzwerks, dem raschen Ausbau der Integrationsangebote sowie dem Zugang zum Arbeitsmarkt durch Arbeitserlaubnisse möglich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters Ostalbkreis sorgten für eine schnelle Bearbeitung der beantragten Leistungen und begleiteten die Geflüchteten intensiv bei jedem Schritt der Integration. Nach Abschluss der ersten Integrationskurse rückte das Ziel einer schnellen Arbeitsmarktintegration bei gleichzeitigem Spracherwerb in den Fokus der Arbeit des Bereichs „Markt & Integration“. Der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingeführte „Jobturbo“ zeigte auch im Ostalbkreis Erfolge, während der Anspruch an eine nachhaltige Vermittlungsarbeit weiterhin hoch blieb. Zudem wurde im vergangenen Jahr die Verantwortung der Arbeitgeber deutlich, die bisherigen Arbeitsleistungen der geflüchteten Ukrainer anzuerkennen und zu bewerten.

 

Das Jobcenter unterstützte die Arbeitgeber hierbei durch geeignete Maßnahmen und Instrumente. Durch Zeugnisübersetzungen und -bewertungen, die Möglichkeit der Arbeitserprobung (MAG, Maßnahme bei einem Arbeitgeber) sowie den gezielten Einsatz von Eingliederungszuschüssen erhielten die Arbeitgeber notwendige Informationen und ausgleichende Leistungen für besonders zeitintensive Einarbeitungsprozesse. Die auffallend hohe Anzahl an Integrationen in den Bereichen Metall, Verkehr und Logistik sowie in der Baubranche zeigt jedoch, dass der Einstieg in Bereiche mit vergleichsweise geringen Anforderungen an Deutschkenntnisse derzeit leichter umzusetzen ist als in anderen Fachberufen.

 

Neben einer Übersicht zur Anzahl der auf der Ostalb lebenden Ukrainer erzählt die Broschüre vor allem die persönlichen Geschichten der Geflüchteten und schafft damit ein besseres Verständnis für Ihre Situation. Zugleich wird die Arbeit der Netzwerkpartner für die Allgemeinheit transparenter und nachvollziehbar dargestellt, was die Notwendigkeit der intensiven Zusammenarbeit verschiedener Netzwerkpartner im gesamten Integrationsprozess verdeutlicht.

 

     


Finanzierung und Folgekosten

 

--

     


Anlagen

 

Broschüre „Zweite Heimat Ostalb – unsere Geschichte, unser Ankommen und unsere Zukunft“

 

 

 

 

 

 

Sichtvermerke

 

gez. Wible, Stellvertretende Geschäftsführerin

gez. Urtel, Dezernat V

gez. Kurz, Dezernat II

gez. Dr. Bläse, Landrat

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Broschüre_Zweite Heimat Ostalb – unsere Geschichte, unser Ankommen und unsere Zukunft (4361 KB)