Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Kenntnisnahme
Sachverhalt/Begründung
1. Ausgangslage Die Integration von neuzugewanderten Menschen in Bildung, Ausbildung und Arbeit erfordert eine transparente Angebotsstruktur, klar definierte AnsprechpartnerInnen und das konstruktive Zusammenwirken aller Bildungsakteure und (ehrenamtliche) Unterstützungssysteme vor Ort, aber auch genügend Zeit, um sich die nötigen Sprach- und Fachkenntnisse anzueignen. Um diese Prozesse in den Kommunen zu unterstützen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das zweijährige Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ gestartet, welches sich an die Kommunalverwaltungen richtet und je nach Größe bis zu drei BildungskoordinatorInnen voll finanziert. Im Rahmen dieses Projektes sind seit dem 1. Juli 2016 zwei Bildungskoordinatorinnen damit beauftragt, im Ostalbkreis Transparenz über vorhandene Bildungsangebote herzustellen, haupt- und ehrenamtliche Akteure zu vernetzen und Prozesse zu koordinieren. Ziel des Projektes ist es, über die Identifikation von Angebotslücken und Doppelstrukturen und dem Zusammenwirken aller beteiligten Akteure, die Bildungspartizipation von Neuzugewanderten zu verbessern und so die bestmöglichen Lösungen für den Ostalbkreis zu schaffen. Die Bildungskoordinatorinnen sind im Bildungsbüro des Landratsamtes angesiedelt. Die zentrale und übergeordnete Koordinierungs- und Kontaktstelle ist für die Vernetzung und alle Fragen zur Bildung und Weiterbildung im Ostalbkreis zuständig und hat die übergeordnete Aufgabe, die Akteure aus den Bereichen Schule, außerschulische Bildung, Jugend, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft zu vernetzen und die Bildungsqualität für alle Menschen im Ostalbkreis permanent zu verbessern.
2. Vorgehen Die im Juli 2016 durchgeführte IST-Analyse bezüglich der Bildungsangebote für Neuzugewanderte und der Bildungspartizipation von Neuzugewanderten im Ostalbkreis diente sowohl der Identifizierung der haupt- und ehrenamtlichen Akteure, Arbeitskreise und Bedingungen vor Ort sowie der vorhandenen Angebotsstruktur (frühkindliche und schulische Bildung, Ausbildung, Studium, außerschulische Bildung) als auch zum Aufzeigen von Lücken und Doppelstrukturen.
3. Maßnahmen und Ergebnisse Im Folgenden werden die Maßnahmen und deren Ergebnisse dargestellt. 3.1 Transparenz
Im Ostalbkreis beschäftigen sich zahlreiche Akteure speziell mit den Belangen von neuzugewanderten Bürgerinnen und Bürgern. Aufgrund der Vielzahl der Akteure und deren Zuständigkeiten stehen Haupt- wie Ehrenamtliche häufig vor der Frage, wer für welches Thema die oder der richtige AnsprechpartnerIn ist. Vor diesem Hintergrund wird die Akteursvielfalt im Ostalbkreis, in Absprache mit den zuständigen Ämtern, Städten und Gemeinden, in der Handreichung transparent dargestellt. Sie richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche der Integrations-, Migrations-, und Flüchtlingsarbeit. Die Handreichung wurde an Städte und Gemeinden, Arbeitskreise, Beratungsstellen und Einzelpersonen zur weiteren Verteilung und Verbreitung versandt. Sie wird laufend aktualisiert, bei Veranstaltungen verteilt und auf der Homepage des Landratsamtes zum Download zur Verfügung gestellt. Die Handreichung wird oft abgerufen und daher in hohen Druckauflagen nachgedruckt.
Im Auftrag des kreisweiten Runden Tisches „Schule und Flüchtlinge“, unter der Federführung des Schulamtes, erstellten die Bildungskoordinatorinnen eine FAQ-Liste zur Integration von neuzugewanderten SchülerInnen in das Schulsystem. Diese Handreichung wird den Anforderungen ständig angepasst. Inhalte sind: die Bereiche frühkindliche Bildung, Berufsorientierung, Übergang Schule-Beruf sowie Ausbildung und Studium. Die Handreichung ist für haupt- und ehrenamtliche Akteure gedacht, da sie wesentliche Fragen zu Rechten und Pflichten von Neuzugewanderten im Bildungswesen aufgreift, Hintergrundinformationen vermittelt und praktische Anregungen für die Unterstützung Neuzugewanderter im Alltag gibt.
Das Bildungsportal bündelt alle Bildungseinrichtungen im Ostalbkreis auf einer zentralen Website und bietet einen Überblick über die Bildungsangebote in allen 42 Städten und Gemeinden des Landkreises sowie über die unterschiedlichsten Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Die Integration von Geflüchteten in qualifizierte Ausbildungen stellt eine wichtige gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. In der Öffentlichkeit wird jedoch vermehrt über Ausbildungsabbrüche und fluchtspezifische Problemstellungen in Betrieben und Beruflichen Schulen berichtet. Dafür gibt es bislang keine belastbare Datengrundlage, weder was die genauen Zahlen, noch was die spezifischen Problemstellungen bei der Thematik Ausbildung angeht. Das Bildungsbüro hat für das vergangene Ausbildungsjahr eine Datenbasis und Grundlage für den Ostalbkreis geschaffen und ergänzt, um Maßnahmen daraus abzuleiten, wie Auszubildende und Betriebe frühzeitig unterstützt werden können, um den erfolgreichen Ausbildungsabschluss zu sichern. Erste Erkenntnisse sind: - Der Großteil der Auszubildenden mit Fluchthintergrund wird in kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben ausgebildet. - Weniger als ein Viertel der Auszubildenden mit Fluchthintergrund kommt aus Ländern mit sicherer Bleibeperspektive (Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia), während etwa 40% aus Subsahara-Afrika (z.B. Gambia, Kamerun und Nigeria) stammen. - Nur ein Drittel der Auszubildenden mit Fluchthintergrund hat einen sicheren Aufenthaltstitel, während die meisten in Gestattung oder Duldung sind. - Es dauert drei bis vier Jahre bis Zugewanderte mit Fluchthintergrund über ausreichende Sprachkenntnisse für eine Berufsausbildung verfügen. - Es gibt externe Gründe für Ausbildungsabbrüche (z.B. Arbeitsverbot) und fachliche Gründe (mangelnde Deutsch- und Mathematikkenntnisse). Da die Herkunftsländer meist nicht über die im deutschen dualen Ausbildungssystem entsprechenden Ausbildungsberufe verfügen, ist die Berufsorientierung für Neuzugewanderte zur Vermeidung von Abbrüchen besonders wichtig.
Die MitarbeiterInnen des Bildungsbüros verfügen über einen Gesamtüberblick zu aktuellen Bildungsangeboten, Zugangsvoraussetzungen und Unterstützungssysteme. Um dieses Wissen an haupt- und ehrenamtliche Akteure weiterzugeben, sind sie als ReferentInnen auf verschiedenen Veranstaltungen tätig und können als solche jederzeit angefragt werden. Das Ziel der Veranstaltungen liegt in der Weiterqualifizierung der Beteiligten, indem Beratungskompetenzen ausgebaut und professionalisiert werden. Der Inhalt der Fortbildungen reicht von der frühkindlichen Bildung hin zu Schulbildung, Beruflicher Orientierung, dem Übergang Schule-Beruf sowie dem Studium. Daher kommen Anfragen zu verschiedenen Veranstaltungen und Themen, wie z.B. Flüchtlingspatenkursen in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich Integration und Versorgung oder der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.
Die Nachfrage von Geflüchteten zu Studienmöglichkeiten in Baden-Württemberg steigt. Die beratenden Institutionen werden immer häufiger mit Fragen zu den Zugangsvoraussetzungen, sowie zu den Studien- und Finanzierungsmöglichkeiten konfrontiert. Der vom Bildungsbüro organisierte Fachvortrag wurde von der Regionalkoordinatorin Frau Tröster gehalten und richtete sich u. a. an MitarbeiterInnen der Migrationsdienste, des Jobcenters, der Arbeitsagentur, den Auslandsämtern der Hochschulen und SozialpädagogInnen der Flüchtlingsarbeit. Thematisch aufbereitet wurden die Bildungssysteme in den Herkunftsländern der Geflüchteten, die Zugangsvoraussetzungen zum Studium in Deutschland, die Studienfinanzierung und die Situation im Ostalbkreis.
Als ein Ergebnis der Fachkonferenz „ElternMITwirkung“ (siehe 3.3) wurde festgehalten, dass es für eine gelingende Elternarbeit mit neuzugewanderten Eltern wichtig ist, einen Perspektivwechsel einzunehmen und deren Bildungshintergründe sowie Erwartungen an die Zusammenarbeit mit der Schule zu verstehen. Daher wurde ein Vortrag erarbeitet, der im Rahmen von Lehrveranstaltungen für Lehramtsstudierende sowie Fortbildungen für Lehrende, ElternvertreterInnen und Ehrenamtliche durch die BildungskoordinatorInnen angeboten wird. So werden Vorträge zu ausländischen Schulsystemen im Rahmen von Lehrveranstaltungen der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd gehalten. Auch Vorträge für Haupt- und Ehrenamtliche sind geplant. Ziel ist es, andere Schulsysteme kennenzulernen, damit die Lehrer beispielsweise wissen, auf welchem Wissensstand sie in welcher Jahrgangsstufe aufbauen können.
3.2 Vernetzung
z. B. Runder Tisch Asyl in Aalen und Gmünd, Integrationsausschuss, Runder Tisch Schule und Flüchtlinge, kreisweites Ehrenamtskoordinatorentreffen, Netzwerk für Integrationskurse im Ostalbkreis (NIKO), Netzwerk Frau und Beruf mit Migrationshintergrund, Helferkreissitzungen der Städte und Kommunen, Netzwerk Berufsbezogene Deutschkurse uvm. Im Ostalbkreis gibt es zahlreiche Runde Tische, Arbeitskreise und Gremien, auf städtischer Ebene sowie auf Landkreisebene, die zu allgemeinen und spezifischen Aspekten der Migrations- und Flüchtlingsarbeit arbeiten. Auf Anregung der BildungskoordinatorInnen wurden die Städte Aalen, Bopfingen und Ellwangen in einem Netzwerk Asyl-Treffen zusammengefasst und auch festgestellt, dass regelmäßige kreisweite Austauschtreffen zu Sprachmittlerprojekten nicht nötig sind. Die Teilnahme und Mitarbeit der Bildungskoordinatorinnen dient neben der Vernetzung der Akteure auch dem Wissenstransfer sowie der Verbreitung von auf Städteebene erarbeiteten Arbeitsmaterialien. So konnte z. B. eine auf lokaler Ebene in Schwäbisch Gmünd erarbeitete mehrsprachige Broschüre, welche über die frühkindliche Bildung und den Übergang in die Grundschule informiert, auch in anderen Kommunen eingeführt werden. Best-Practice-Beispiele und Ansätze werden somit flächendeckend bekannt gemacht und bei Bedarf umgesetzt.
DaZ bedeutet „Deutsch als Zweitsprache“. Es ist das Fach, welches LehrerInnen an den allgemein bildenden und Beruflichen Schulen unterrichten, um SchülerInnen mit Migrations- oder Fluchthintergrund Deutsch beizubringen. Dem Fach DaZ kam in den vergangenen Jahren eine immer größere Bedeutung zu. Dementsprechend werden von den Verlagen immer mehr und ausdifferenziertere qualifizierte Unterrichtsmaterialien und Lehrwerke veröffentlicht, so dass die einzelne Lehrkraft schnell einmal den Überblick verlieren kann. Zur Unterstützung und Beratung aller DaZ-Lehrenden im Ostalkreis haben das Landratsamt und das Staatliche Schulamt in den Kreismedienzentren des Ostalbkreises zwei Mediatheken eröffnet. Darin befinden sich als Präsenzbestand die aktuellsten und erprobtesten Lehrmaterialien; von klassischen Lehrwerken, über Lernkarten bis hin zu Materialien für die altbewährten LÜK-Kästen. Frau Simon als abgeordnete, fachkundige Lehrkraft des Schulamtes bietet zu festgelegten Zeiten individuelle Beratungen zu spezifischen Themen für alle Interessierten an. Das Angebot der DaZ-Mediathek wird von verschiedensten Zielgruppen stark nachgefragt. Neben den VKL- und VABO-Lehrkräften der Schulen informieren sich ehrenamtliche Sprachlehrkräfte, Lehrkräfte von Integrationskursen sowie Lehramtsstudierende. Für VertretungslehrerInnen stellt die Mediathek eine Möglichkeit dar, sich in kurzer Zeit über Materialien und deren Anwendungsmöglichkeiten zu informieren. Die DAZ-Mediatheken im Ostalbkreis sind in dieser Form einmalig, das Konzept wird von anderen interessierten Landkreisen angefragt. Zur Transparenz stehen Flyer zu diesem Angebot zur Verfügung.
Übergänge von SchülerInnen in andere Schul- und Ausbildungssysteme stellen immer Risikostellen in Bildungsbiographien dar. Dies gilt insbesondere auch für Neuzugewanderte, da sie häufig geringe Deutsch-Kenntnisse aufweisen, das Bildungssystem in Deutschland nicht kennen und weniger Unterstützung von ihren Familien erhalten. Das Bildungsbüro ist daher am Runden Tisch „Schule und Flüchtlinge“ beteiligt. Zu diesem lädt die Arbeitsstelle Migration des Staatlichen Schulamtes Göppingen die geschäftsführenden Schulleiter der allgemein bildenden Schulen mit VKL-Klassen sowie Beruflichen Schulen mit VABO/VABR-Klassen ein, um Transparenz über Schnittstellen am Übergang von allgemein bildenden zu Beruflichen Schulen herzustellen. Die Bildungskoordinatorinnen sind hierzu auch mit den BildungsbegleiterInnen an den Beruflichen Schulen vernetzt, da diese auch SchülerInnen in VABO-Klassen betreuen und der Anteil der SchülerInnen mit Fluchthintergrund in den AVdual-Klassen zunimmt. Der Übergangsprozess von allgemein bildenden an Berufliche Schulen ist im Ostalbkreis für alle SchülerInnen, ob mit oder ohne Migrations- oder Fluchthintergrund, gleich. Im Rahmen des Projekts Zukunft sind die BildungsbegleiterInnen der allgemein bildenden und der Beruflichen Schulen hierzu vernetzt.
Die Organisation von DolmetscherInnen stellt eine ständige Herausforderung für alle Beteiligten dar. Im Ostalbkreis gibt es verschiedenste Projekte und Maßnahmen, in denen DolmetscherInnen aus- und fortgebildet werden. Es gibt jedoch weder ein flächendeckendes Netz noch eine zentrale Ansprechperson, an die sich alle Beteiligten wenden könnten. Um der Frage nachzugehen, wie sich die Organisation von DolmetscherInnen einfacher und transparenter gestalten lässt, wurden alle beteiligten Akteure und Institutionen, namentlich die VHS Gmünd, DRK Kreisverband Aalen, Caritas Ostwürttemberg und die Familienbildungsstätte Aalen, an einem Runden Tisch zusammengebracht. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass sich eine kreisweite Koordination weder verwirklichen lässt, noch sinnvoll in der Umsetzung ist. Erfolgsversprechender hingegen erscheint eine Koordination auf Städteebene. Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen haben eigene Dolmetscherpools aufgebaut und erproben derzeit unterschiedliche Modelle der kommunalen Organisation von DolmetscherInnen.
Die Ausbildung von MigrantInnen und Geflüchteten stellt die Auszubildenden selber sowie die Betriebe und Beruflichen Schulen vor zahlreiche Herausforderungen. Ein Auftakttreffen des Bildungsbüros versammelte Akteure der verschiedensten Organisationen sowie VertreterInnen unterstützender Hilfesysteme, um die Thematik aus mehreren Perspektiven heraus zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war es, die spezifischen Herausforderungen zu beleuchten, bereits vorhandene Maßnahmen zu diskutieren und Lücken im Unterstützungssystem zu identifizieren. Daraufhin folgte die Präsentation der Unterstützungsangebote im Ostalbkreis im Bereich Übergang Schule-Beruf und bei der Ausbildung von Geflüchteten sowie die Kernergebnisse der Erhebung zu Auszubildenden mit Fluchthintergrund im Ostalbkreis bei der Jahresversammlung der Kreishandwerkerschaft. Dabei wurde der Bedarf eines Vernetzungstreffens der ausbildenden und interessierten Handwerksbetriebe festgestellt, welches zum Ziel hat, die Betriebe über bereits vorhandene Unterstützungsmaßnahmen des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit zu informieren und in der Ausbildung von Neuzugewanderten bereits erfahrenen Betriebe mit interessierten Betrieben zu vernetzen. Diese Veranstaltung ist im Frühjahr 2018 geplant.
3.3 Koordination
Die Flüchtlingskoordinatorin des Landkreises war mit der Erstellung eines kreisweiten Integrationskonzeptes beauftragt, welches im Frühjahr 2017 fertig gestellt werden konnten. Das Konzept gliedert sich in sechs Handlungsfelder, von welchen das Kapitel „Sprache und Bildung“ federführend vom Bildungsbüro ausgearbeitet wurde. Dieses Kapitel war unterteilt in die Themen Frühkindliche Bildung, Schulische Bildung, Ausbildung/Studium/Weiterbildung, Übergänge im Bildungssystem, Außerschulische Sprachförderung, Bildungsangebote für Familien und Eltern sowie außerschulische Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Die Bildungskoordinatorinnen erarbeiteten die Inhalte mit internen und externen Experten und verfassten die jeweiligen Texte. Darüber hinaus waren die Bildungskoordinatorinnen in weitere Expertengruppen involviert und mit der Erarbeitung einzelner Unterkapitel über das Regionale Übergangsmanagement und Best-Practice Beispiele im Ehrenamt betraut.
Pilotprojekte zwischen VKL-Klassen und Gymnasialklassen sind bereits gestartet.
Die Thematik Elternarbeit stellt einen Schwerpunkt der Arbeit des Bildungsbüros dar. In den letzten Jahren geriet insbesondere die Einbindung von Eltern mit Migrations- oder Fluchthintergrund in den Fokus des Interesses aller Beteiligten. Aufgrund der Nachfrage stellte der thematische Schwerpunkt der Fachkonferenz im Sommer 2017 die Elternarbeit im Migrationskontext dar. Nach einem Fachvortrag von Prof. Dr. Sacher beschäftigten sich die TeilnehmerInnen in Kleingruppen mit den Fragen: Wie funktioniert z. B. das syrische, türkische oder russische Schulsystem und welche Erwartungshaltungen können sich in Bezug auf das deutsche Schulsystem ergeben? Wie erreiche ich als LehrerIn oder BildungsbegleiterIn Eltern mit Migrations- oder Fluchthintergrund? Welche Zugangsbarrieren können wie abgebaut werden? Welche Rolle nehmen Eltern beim Berufsorientierungsprozess ein? Die Ergebnisse der Fachkonferenz wurden aufgearbeitet und Schulen sowie weiteren Interessenten in gedruckter Form und digital als PDF-Datei zur Verfügung gestellt. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen der Pädagogischen Hochschule für Lehramtsstudierende werden die Ergebnisse zu ausländischen Schulsystemen sowie zur Elternarbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund von den Bildungskoordinatorinnen präsentiert. Die Dokumentation der Fachkonferenz wurde in die Handreichung „Praxis-BO Zukunft“ eingebunden und somit den Schulen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen von Lehrerfortbildungen, die beim Bildungsbüro angefordert werden können, werden diese Ergebnisse ebenfalls vermittelt, so dass die LehrerInnen das Wissen auch an ElternvertreterInnen weitergeben und an Elternabenden nutzen können.
Die Bildungskoordinatorinnen werben an der Pädagogischen Hochschule Gmünd und der Hochschule Aalen für ein ehrenamtliches Engagement von Studierenden als SprachlehrerInnen an der LEA Ellwangen. Es konnten Studierende akquiriert werden, die sich ehrenamtlich in Deutschkursen der LEA engagieren. Aktuell läuft der erste A1-Kurs. Weitere Studierende, die sich zwar nicht an der LEA, aber wohnortnah (beispielsweise in Schwäbisch Gmünd) engagieren möchten, meldeten sich auch auf die Akquise hin und konnten entsprechend weiter vermittelt werden.
4. In Planung
Von den Bildungskoordinatorinnen wurde ein Mentoring-Konzept für besonders talentierte 8. bis 9.-KlässlerInnen mit Fluchthintergrund erstellt, damit diese durch den Kontakt zu Studierenden motiviert und ihnen der Weg zu einer Hochschulausbildung aufgezeigt wird. BildungsbegleiterInnen und LehrerInnen stellen den Kontakt von geeigneten SchülerInnen zur Hochschule Aalen her, welche diese mit Studierenden in Kontakt bringt, die die SchülerInnen zu Veranstaltungen an der Hochschule begleiten. Ein Pilotprojekt läuft im Schuljahr 2017/18. Finanzierung und Folgekosten
Die Bildungskoordinatoren werden über das Bundes-Förderprogramm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ zu 100%, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis Ende Juni 2018 gefördert. Ein Folgeantrag für weitere zwei Jahre (Juli 2018-Juni 2020) kann frühestens im Dezember gestellt werden. Es ist vorgesehen, dass das Bildungsbüro für die Förderperiode 2018-2010 einen Antrag für eine 100% Stelle „Bildungskoordination“ einreichen wird.
Anlagen---
Sichtvermerke
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