Sachverhalt/Begründung
I. Ausgangssituation und Allgemeines
Im Kreishaushalt 2016 sind zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa wiederum 50.000 € eingestellt. Unter Berücksichtigung von Restmitteln aus dem Vorjahr in Höhe von 2.650 €, standen zu Jahresbeginn 2016 insgesamt 52.650 € an Fördermitteln zur Verfügung. Bislang wurden im laufenden Jahr Zuschüsse an folgende Träger bewilligt und ausbezahlt:
- Förderorganisation „El Pueblo Unido e. V.“, mit Sitz in Mutlangen (Förderung eines Schulprojektes in Peru mit 6.000 €)
- Verein „Hilfe für Togo e. V.“ mit Sitz in Waldstetten (Förderung eines Ausbildungsprojektes in Togo mit 7.000 €)
- Missionsprojekt „Santa Maria de la Esperanza“ in Ecuador (Zuschuss für ein Kinderheim mit 4.000 €)
- Apostolisches Vikariat von Esmeraldas/Ecuador bzw. Entwicklungshelfer Mike Zipf (Förderung einer Gesamtschule mit 6.000 €)
- Arbeitskreis SOLWODI - Ostalb (Förderung eines Mädchenprojektes in Kenia mit 2.500 €)
- Förderverein „Nova Canaa“ mit Sitz in Waldstetten (Förderung eines Ausbildungszentrums in Nova Canaa/Brasilien mit 3.000 €)
- Evangelischer Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd (Unterstützung eines Stipendienprojektes in Südindien mit 4.000 €)
- Frau Christel Trach-Riedesser, Hüttlingen (Förderung eines Bildungsprojektes in Burkina Faso mit 5.000 €)
- Kolpingsfamilie Abtsgmünd (Förderung einer Medizinstation in Lima/Peru mit 1.000 €)
- Peru-Grupp Heubach anlässlich des 20-jährigen Gründungsjubiläums (Förderung eines Waisenhausprojektes mit 1.000 €)
- „Küche der Barmherzigkeit“ mit Sitz in Schwäbisch Gmünd (Unterstützung des Hilfsprojektes in Armenien, anlässlich des Besuchs von Landrat Pavel und Oberbürgermeister Arnold im Oktober 2016 mit 1.000 €)
Somit stehen aktuell noch Restmittel in Höhe von 12.150 € zur Verfügung.
II. Neue Förderanträge
Derzeit liegen der Verwaltung folgende neue Zuwendungsanträge vor:
- Förderantrag der Govinda Entwicklungshilfe e. V. Aalen für ein Mädchenprojekt in Nepal
- Förderantrag des Freundeskreises „Indische Mission“, Aalen für Behindertenprojekte im Indischen Bundesland Andhra Pradesh
- Antrag des Missionskreises der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen für ein Bildungsprojekt in Indien
- Antrag des Vereins Charis e. V., Böbingen, für ein Behindertenprojekt in Bangalore (Indien)
- Antrag des Vereins „Haus der Hoffnung“, Schwäbisch Gmünd, für ein Waisenhausprojekt in Nepal
III. Stellungnahme der Verwaltung und Förderempfehlung
- Antrag der Govinda Entwicklungshilfe e. V. Aalen
Die Govinda Entwicklungshilfe e. V. wurde 1998 von 5 Krankenpflegern/innen in Aalen gegründet. Mittlerweile gibt es neben ca. 600 Mitgliedern und Paten viele junge aktive Mitglieder in den deutschen Städten Aalen, Berlin, Leipzig, Stuttgart, Ulm, Würzburg sowie in der Schweiz und Österreich. Insgesamt hat die Organisation derzeit mehr als 2.000 Unterstützer und Förderer. Gemeinsam mit dem nepalesischen Partnerverein „Shangri-La Association“ setzt sich Govinda insbesondere für Waisenkinder und Benachteiligte in Nepal ein. Die Projekte unterstützen insgesamt rund 5.000 Menschen. In verschiedensten Bereichen arbeiten zwischenzeitlich 70 nepalesische Angestellte.
Der neuste Projektantrag der Govinda Entwicklungshilfe e. V. Aalen, bezieht sich auf ein Bildungs- bzw. Unterbringungsprojekt für Mädchen. Die Schulen in den ländlichen Gebieten liegen häufig in bis zu 2 Stunden Laufdistanz von den Wohnorten der Schülerinnen entfernt. Obwohl der Schulbesuch in Nepal kostenlos ist, können sich die meisten Eltern nicht die notwendigen Schulmaterialien, die Schuluniformen oder ein Mittagessen für ihre Kinder leisten. Dementsprechend liegt die Quote bei den Schulabbrüchen sehr hoch. Die meisten Lehrer unterrichten ohne entsprechende pädagogische Ausbildung. Durch die fehlende Bildung haben viele Menschen keinen Zugang zu qualifizierten Berufen.
Govinda plant konkret den Bau eines Wohngebäudes für ca. 10 Mädchen, das an eine bestehende Schule angegliedert werden soll. Die Elternhäuser der unterzubringenden Mädchen liegen so sehr abgelegen, dass sie den täglichen Fußweg nicht bewältigen können. Die Kosten für die Unterbringung und die Versorgung der Mädchen, einschließlich aller Aufwendungen für Schulkleidung, Essen und was sonst für den Lebensunterhalt erforderlich ist, betragen pro Jahr ca. 5.000 €. Der Ostalbkreis wird zur Finanzierung um einen Zuschuss gebeten.
Die Verwaltung schlägt vor, dieses Bildungs- und Unterbringungsprojekt der Govinda Entwicklungshilfe e. V. Aalen mit 2.000 € zu unterstützen.
- Förderantrag des Freundeskreises „Indische Mission“ Aalen
Herr Friedrich Hägele aus Aalen-Hofherrnweiler, ein früherer Sonderschullehrer betreut einen Freundeskreis, der seit 1988 humanitäre Projekte im südindischen Bundesland Andhra Pradesh organisiert und unterstützt. Die Mitglieder des Freundeskreises stammen weitestgehend aus Städten und Gemeinden der Raumschaften Aalen und Ellwangen. Der Kreis wird auch von verschiedenen Kirchengemeinden und Schulen unterstützt. Herr Hägele war selbst mehrmals in Indien, um sich persönlich ein Bild von der Wirksamkeit der Hilfen zu machen.
Der Helferkreis engagiert sich insbesondere für die Grundversorgung von Menschen der untersten Kasten in Indien und für den Bau und Betrieb von Schulen, in denen vorwiegend Ordensschwestern unterrichten. Im aktuellen Förderantrag bittet Herr Hägele um Unterstützung eines Zentrums für geistig Behinderte in Gopavaram. Dort werden Kinder mit Down-Syndrom und mit anderen geistigen Behinderungen betreut. Anders als in allen anderen Einrichtungen und Schulen des Freundeskreises, können die Schülerinnen und Schüler nach der Schulzeit nicht ins normale Berufsleben eingegliedert werden. Sie werden in einer „Beschützenden Werkstatt“ weiter betreut.
Das Zentrum war ursprünglich für ca. 100 Kinder und Jugendliche konzipiert. Zwischenzeitlich werden dort mehr als 150 Kinder und Jugendliche betreut, so dass weitere Klassenräume angebaut werden sollen. Die Gesamtkosten dafür liegen bei ca. 15.000 €. Nach Abzug von Spendengelder eines Katholischen Ordens in Höhe von ca. 5.000 € werden vom Freundeskreis rund 10.000 € an Unterstützungsleistungen erwartet.
Es wird vorgeschlagen, den Schulhausanbau mit 2.000 € zu fördern.
- Antrag des Missionskreises der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen
Seit 18 Jahren unterstützt der Missionskreis der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen insbesondere mit Missionsbasaren humanitäre Hilfsprojekte in Tansania, Indien und Ecuador. Dazu findet eine enge Kooperation mit Partnerorganisationen vor Ort statt, die einen zuverlässigen Mitteleinsatz garantieren.
Mit Hilfe des Missionskreises St. Ottmar Neresheim-Elchingen war es möglich, im indischen Bundesland Andhra Pradesh eine Schule zu bauen. Das Gebäude wurde im Sommer 2015 eingeweiht. Allerdings wurden aus Kostengründen bislang nur 2 der geplanten 3 Stockwerke gebaut. Für den vollständigen Ausbau der Schulräume und für den dringend erforderlichen Aufbau des dritten Stockwerks, werden weitere 30.000 € benötigt. Der Elchinger Missionskreis möchte dazu beitragen und hat den Landkreis um eine weitere Unterstützung gebeten.
Die Verwaltung schlägt vor, das Schulprojekt mit 2.000 € zu unterstützen.
- Förderantrag des Vereins Charis e. V.
Zusammen mit ihrem Mann und einigen Freunden hat Frau Inge Heinz aus Böbingen im Jahr 2008 den Verein Charis e. V. - Chancen für Kinder auf dem indischen Subkontinent - gegründet. Hauptanliegen des Vereins ist die Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen, denen eine qualifizierte Ausbildung ermöglicht werden soll.
Charis arbeitet in den indischen Bundesstaaten Kerala und Andhra Pradesh. Durch Schulbildung, Ausbildung und Therapie sollen die ansonsten chancenlosen Mädchen und Frauen in die Lage versetzt werden, die besonders schwierigen Herausforderungen ihres Lebens zu meistern.
Aktuell bittet der Verein den Ostalbkreis um Unterstützung einer Kindertagesstätte und eines Wohnheimes für behinderte Mädchen. Charis e. V. finanziert die Kindertagesstätte mit Gesamtaufwendungen von ca. 6.000 € pro Jahr und unterstützt auch das Wohnheim.
Die Verwaltung schlägt vor, die Hilfsprojekte des Vereins Charis e. V. mit 2.000 € zu fördern.
- Antrag des Vereins „Haus der Hoffnung - Hilfe für Nepal e. V.“ Schwäbisch Gmünd
Der Verein „Haus der Hoffnung - Hilfe für Nepal e. V.“ mit Sitz in Schwäbisch Gmünd ist eine von Frau Ellen Dietrich, der früheren Leiterin der Agnes-von-Hohenstaufen-Schule Schwäbisch Gmünd - Hauswirtschaftliche Schule - initiierte Privatinitiative, die seit 1998 insbesondere schulische und ausbildungsbezogene Projekte in Nepal unterstützt. Der Verein betreut und versorgt zusammen mit einer französischen Partnerorganisation derzeit etwas mehr als 100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 20 Jahren, die Voll- bzw. Halbwaisen sind oder aus bedürftigen Familien stammen. Die Kinder kommen aus sehr entlegenen Gegenden Nepals. Viele leben in 2 vom Verein angemieteten Häusern in Kathmanbu. Ziel des Vereins ist es, den Kindern eine Schulbildung bzw. Ausbildung zu vermitteln, die sie befähigt, sich als Erwachsene selbst zu versorgen.
Für Miete, Nebenkosten und Reparaturen, Verpflegung der Kinder und Jugendlichen, Gehälter für die Betreuer und Helfer, sowie für das Schulgeld und Unterrichtsmaterialien und die medizinische Versorgung, bringt der Verein pro Jahr mehr als 100.000 € auf.
Die Lebenssituation vieler Menschen in Nepal hat sich durch die Erdbebenkatastrophe vom April/Mai 2015 verschärft. Der Verein „Haus der Hoffnung - Hilfe für Nepal e. V.“ hat seine Unterstützungsleistungen vor diesem Hintergrund ausgebaut. Allein in den letzten Monaten wurden 27 Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern verloren haben, neu aufgenommen. Der Gesamtaufwand des Vereins wird dadurch nochmals deutlich ansteigen.
Die Verwaltung schlägt vor, den Verein mit 2.000 € zu unterstützen.
- Förderung des Freundeskreises „Küche der Barmherzigkeit“ Schwäbisch Gmünd
Der Freundeskreis „Küche der Barmherzigkeit“ aus Schwäbisch Gmünd betreibt seit vielen Jahren das Hilfsprojekt „Suppenküche in Jerewan“. Das Projekt hilft alten Menschen in einem Stadtteil in der armenischen Hauptstadt, eine gesicherte Nahrungsversorgung zu erhalten und bietet ihnen gleichzeitig Schutz vor Verelendung.
Geringe Renten, unzureichende Nahrungsmittelversorgung, mangelnde medizinische Versorgung und ein hoher Anteil an pflegebedürftigen, alten und alleinstehenden Personen, kennzeichnen die aktuelle Situation. Das Projekt wird im Wesentlichen durch die im „Haus der Hoffnung“ eingerichtete Suppenküche getragen. In den Monaten Januar bis April sowie Oktober bis Dezember werden im „Haus der Hoffnung“ werktäglich Hunderte alte Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, mit Nahrung versorgt. Für bettlägerige oder gebrechliche Menschen werden die Mahlzeiten in die Wohnungen gebracht.
Landrat Klaus Pavel, Oberbürgermeister Richard Arnold und 4 Stadträte aus Schwäbisch Gmünd haben bei einem Besuch in Armenien vor wenigen Wochen die 23. Saison der Suppenküche eröffnet und konnten sich dabei selbst ein Bild von der bedrückenden Situation der vielen notleidenden Menschen machen. Die Folgen des verheerenden Erdbebens von 1988 sind noch lange nicht bewältigt. Die große Not, die allerorten zu sehen und zu spüren war, hat die Besuchergruppe aus dem Ostalbkreis erschüttert, gleichzeitig jedoch auch veranlasst, der „Küche der Barmherzigkeit“ weitere Unterstützung zuzusagen.
Auch die Verwaltung sieht die Situation vieler Menschen in Armenien als „Brennpunkt der Not“ und schlägt deshalb vor, das Projekt „Suppenküche“ mit 2.000 € zu unterstützen.