Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Kliniken und Gesundheit beschließt:
Sachverhalt/Begründung
Ausgangssituation:
Die Wärmeversorgung des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd ist momentan wie folgt ausgestaltet:
- 2 heizöl-/erdgasbefeuerte Dampfkessel (Baujahr 1982, jeweils 2 t/h Dampfleistung
- 1 Holzhackschnitzelkessel (Baujahr 2003, 2.500 kW Wärmeleistung)
- 1 heizöl-/erdgasbefeuerter Heizkessel (Baujahr 2003, 1.400 kW Wärmeleistung, Spitzenlastkessel)
Der Wärmeverbrauch des Stauferklinikums lag im Jahr 2015 insgesamt bei rund 10.700.000 kWh, davon ca. 2.500.000 kWh (23 %) Wärme aus Holz, ca. 7.900.000 kWh aus Erdgas (74 %) und ca. 300.000 kWh (3 %) aus Heizöl.
Die Wärmekosten beliefen sich im Jahr 2015 auf 473.512 €.
Der Stromverbrauch des Stauferklinikums lag im Jahr 2015 bei 6.052.157 kWh und der Kostenaufwand hierfür lag bei 1.078.497 €.
Berücksichtigung von baulichen und technischen Entwicklungen
In den nächsten Jahren ist am Stauferklinikum nur mit einem geringen zusätzlichen Bedarf an Wärmeenergie (Neubau Zentrale Notaufnahme) durch Einsparungen in Folge von Energiesparmaßnahmen wie z. B. Fassadensanierung mit baulichem Wärmeschutz zu rechnen. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand kann davon ausgegangen werden, dass dieser Zuwachs durch die Fortsetzung der Fassadensanierungsmaßnahmen im Bestand ganz oder teilweise kompensiert werden kann.
Vor diesem Hintergrund und um Energie und Kosten zu sparen, wurden im Rahmen einer im Jahre 2015 erstellten Machbarkeitsstudie mögliche Energieeinsparmaßnahmen in der Heizungsanlage betrachtet und verschiedene Energiekonzepte zur künftigen Wärmeerzeugung (Ertüchtigung bestehender Wärmeerzeugungsanlagen) und Errichtung eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) untersucht und bewertet. Des Weiteren wurden Einsatzmöglichkeiten für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung überschlägig betrachtet.
Mit der Erstellung dieses Energiekonzepts für die Zukunft der Wärmeversorgung am Stauferklinikum wurde das in Stuttgart ansässige Fachbüro Eproplan beauftragt. Das Ingenieurbüro Eproplan entwickelte vier Konzeptvarianten, welche nachfolgend in Kurzfassung dargestellt sind.
Abbildung 1: Gesamtüberblick Varianten 1 - 4
Abbildung 2: Wirtschaftlichkeitsvergleich Varianten 1 - 4 bei Erdgaspreis bzw. Strompreis Mit dem Inkrafttreten der Novelle des KWK-Gesetzes zum 01.01.2016 entfällt zwar die Förderung des mit einem BHKW erzeugten Stromes. Die dynamische Amortisationszeit erhöht sich dadurch bei Variante 3 jedoch nur geringfügig auf ca. 4,5 Jahre.
Die Maßnahmen zur Ertüchtigung und hydraulischen Optimierung der bestehenden Wärmeverteilungsanlagen sind in obiger Vergleichsbetrachtung enthalten. Diese Maßnahmen mit geschätzten Kosten von 232.000 € sind bei allen Konzepten durchzuführen, um bestehende Mängel und Schwachstellen bei der Wärmeverteilung zu beseitigen. Sie sind auch Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb eines BHKWs.
Empfehlung der Verwaltung:
In der Abwägung der seitens des Ing. Büros Eproplan vorgeschlagenen Varianten wird nach gründlicher Diskussion mit der Beratungsfirma und auch unter Einbeziehung des Fachwissens der Abteilung Gebäudemanagement beim Landratsamt die Umsetzung der Variante 3 „Weiterbetrieb vorhandener Wärmeerzeuger und Einbau eines Blockheizkraftwerkes“ empfohlen.
Hierzu folgende weitere Erläuterung:
Einsatz eines Blockheizkraftwerkes
Aufgrund des ganzjährigen Wärmebedarfs (neben Gebäudeheizung v. a. dezentrale Trinkwassererzeugung im Sommer) sowie einer hohen Grundlast an Strom wurde der Einsatz eines BHKWs untersucht.
Die bestehenden Heizkessel in der Energiezentrale des Stauferklinikums werden weiter betrieben. Zusätzlich wird ein Erdgas-Blockheizkraftwerk bestehend aus 1 Modul
Der mit dem BHKW erzeugte Strom wird in das Niederspannungsnetz bzw. über bestehende Trafoanlagen in das Mittelspannungsnetz des Stauferklinikums eingespeist und im Wege des Direktverbrauchs auf dem Gelände des Stauferklinikums genutzt. Um einen möglichst hohen Direktverbrauchsanteil des erzeugten Stroms vom BHKW zu ermöglichen, müssen voraussichtlich alle Niederspannungshauptverteilungsanlagen mit dem BHKW verbunden werden.
Die gekoppelte Erzeugung von Wärme und Strom durch das Erdgas-Blockheizkraftwerk ist besonders energieeffizient und führt zu einem hervorragenden Gesamtwirkungsgrad der Anlage von 87 %. Zum Ausgleich von Schwankungen beim Wärmebedarf und um häufiges Ein- und Ausschalten des BHKWs mit erhöhtem Verschleiß zu vermeiden, wird zusätzlich ein Wärmespeicher mit 50 m³ Wasserinhalt aufgebaut.
Das BHKW kann in einem neu zu errichtenden Anbau, angrenzend an die Energiezentrale, untergebracht werden. Der zugehörige Wärmespeicher kann neben der Energiezentrale im Freien aufgestellt werden (siehe Anlage). Der Flächenbedarf für BHKW und Wärmespeicher beträgt ca. 50 m².
Wesentliche Merkmale dieser Variante sind:
Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zeigte folgende Ergebnisse:
Bei einer Umsetzung dieses Vorschlages ist eine Förderung nach dem CO2-Minderungsprogramm - Krankenhäuser des Landes Baden-Württemberg - erreichbar und zwar in Summe einer Förderhöhe von rd. 172.000,00 €.
Abbildung 3: Primärenergiebedarf und CO2-Emissionen der Konzeptvarianten 1 - 4
Untersuchung Einsatz regenerativer Energie (Photovoltaikanlage)
Die Untersuchung zeigt, dass eine Amortisation einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage, 50 kWpeak, 320 m² Kollektorfläche) erst in ca. 13,5 Jahren möglich ist.
Der jährliche Solarertrag würde bei etwa 48.000 kWh liegen. Bei einem jährlichen Strombedarf des Stauferklinikums von ca. 6.100.000 kWh kann mit einer PV-Anlage bei der konzipierten Anlagengröße lediglich ca. 0,8 % des Strombedarfs gedeckt werden. Insofern soll eine Realisierung innerhalb dieses Energiekonzeptes im Moment nicht weiter verfolgt werden.
Zeitliche Umsetzung der Optimierung der Wärmeversorgung:
Bei Zustimmung des Ausschusses für Kliniken und Gesundheit wird während des Jahres 2016 die vorbereitende Planung intensiviert. Für die Jahre 2017/2018 ist, so die derzeit bestehende mittelfristige Finanzplanung, die Realisierung vorgesehen.
Finanzierung und Folgekosten
Entsprechend der Kostenberechnung des Planungsbüros ist mit 1.377.000 € Kosten zu rechnen. Hiervon entfallen 232.000 € auf Ertüchtigung und hydraulische Optimierung der bestehenden Wärmeverteilungsanlagen (Pumpenwarmwasser). Der Einbau eines BHKW nach Variante 3 verursacht Kosten in Höhe von 1.144.800 €, so dass vorgenannte Gesamtkosten entstehen.
Für das Jahr 2016 stehen 112.500 € an Trägermitteln (Planungsmittel) bereit. Die Finanzierung der restlichen Kosten ist entsprechend der mittelfristigen Finanzplanung in den Jahren 2017 bis 2019 vorgesehen. Wie schon ausgeführt wird ein weiterer Finanzierungsbeitrag aus dem Landesprogramm „Klimaschutz Plus“ mit einem Volumen von rd. 172.000 € resultieren.
AnlageLageplan künftiges BHKW
Sichtvermerke
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