Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Kenntnisnahme. Sachverhalt/Begründung
1. Ausgangslage:
Als Fortführung der 2006 begonnenen Information über die Entwicklung der Schülerzahlen im Vollzeit- und Teilzeitbereich an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis wird auch 2014 diese Sitzungsvorlage dem Ausschuss für Bildung und Finanzen zur Kenntnis gegeben. 2. Schülerzahlen:
Die Schülerentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich hat sich vom Jahr 2000 an wie folgt entwickelt:
Siehe hierzu auch die beigefügte Grafik.
Nach mehreren Jahren des kontinuierlichen Anstiegs der Schülerzahlen im Teilzeitbereich musste im Jahr 2010 erstmals ein Rückgang in diesem Bereich verzeichnet werden. Dieser hat sich bis heute auf niedrigem Niveau fortgesetzt. In allen Bereichen der Wirtschaft wird aktuell auf einem hohen Niveau ausgebildet. Vermehrt haben die Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. In Zusammenarbeit mit den Beruflichen Schulen und der Agentur für Arbeit Aalen führt der Ostalbkreis jährlich eine Ausbildungsplatzmesse in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd durch. Auch viele Städte und Gemeinden, allgemein bildende Schulen und Betriebe führen Veranstaltungen zur Berufsorientierung und zur Kontaktaufnahme mit den Ausbildungsbetrieben und den Beruflichen Schulen durch. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Schulabgänger rechtzeitig über Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungsangebote informieren können. Durch Schnupperpraktika wird den Schülern darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, ihre Fähigkeiten und Neigungen auszuloten. Die Beruflichen Schulen des Ostalbkreises haben wiederum flexibel auf die veränderte Situation reagiert und neue Ausbildungsgänge eingerichtet. So wurde an der Technischen Schule Aalen und an der Justus-von-Liebig-Schule Aalen ein neuer einjähriger, vollschulischer Bildungsgang im Übergangsbereich der Beruflichen Schulen mit der Bezeichnung AV dual (duale Ausbildungsvorbereitung) als Schulversuch eingerichtet. Zielgruppe von AV dual sind Jugendliche, die im Anschluss an die allgemeine Schulpflicht noch Förderbedarf haben, um eine Ausbildung beginnen zu können. AV dual soll im Wesentlichen die bisherigen Bildungsgänge VAB bzw. BVJ und BEJ ersetzen. AV dual zeichnet sich durch ein neues pädagogisches Konzept und eine intensivierte Durchführung von Betriebspraktika aus, bei dem eine bestmögliche individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler dazu beitragen soll, den schnellen Übergang in eine duale Ausbildung zu gewährleisten. Ein Übergang von AV dual in eine betriebliche Ausbildung ist jederzeit möglich. Folgende neue Ausbildungsgänge wurden eingerichtet bzw. Änderungen vorgenommen: Technische Schule Aalen AV dual (Arbeitsvorbereitung dual)
Justus-von-Liebig-Schule Aalen Berufsoberschule, Fachrichtung Sozialwesen (Sozialoberschule) AV dual (Arbeitsvorbereitung dual)
Agnes-von-Hohenstaufen Schule 1-jähriges Berufskolleg Profil Gesundheit und Schwäbisch Gmünd Pflege II 1-jährige Berufsfachschule für Altenpflegehilfe (in Teilzeitform)
Kaufmännische Schule 2-jähriges Berufskolleg Fremdsprachen Schwäbisch Gmünd
Die Schülerzahlen im Vollzeitbereich sind im Vergleich zum Vorjahr minimal um 25 Schüler auf 4.682 Schüler zurückgegangen. Damit liegen sie mit 310 Schülern unter dem Spitzenwert von 2007 mit 4.992 Vollzeitschülern. Die Eingangsklassen der Beruflichen Gymnasien im Ostalbkreis sind auch in diesem Schuljahr wieder gut belegt. Nach Aussage der Schulleitungen gibt es keine Warteliste mehr. Es hat sich erneut gezeigt, dass es im Bewerbungsverfahren für die Beruflichen Gymnasien wieder viele Mehrfachbewerber gab. Dies stellte sich in dem aufwendigen Vergabeverfahren, welches die Beruflichen Gymnasien des Ostalbkreises jedes Jahr durchführen, heraus. So werden bereits im März eines jeden Jahres die Halbjahreszeugnisse der Bewerber gesichtet, die Bewerbungen unter allen Beruflichen Gymnasien im Ostalbkreis nach den angegebenen Prioritäten abgestimmt und bei Vorliegen der Voraussetzungen eine vorläufige Zusage an die Bewerber heraus gegeben. Nach Vorlage der Abschlusszeugnisse findet Ende Juli eines jeden Jahres die finale Abstimmungsrunde der Beruflichen Gymnasien statt. Danach werden die endgültigen schriftlichen Zusagen an die Bewerber versandt. Für das kommende Schuljahr plant das Regierungspräsidium Stuttgart in einer Modellregion, bestehend aus den Landkreisen Göppingen, Heidenheim und dem Ostalbkreis, die Schüleraufnahme in den Beruflichen Gymnasien EDV-gestützt durchzuführen. Das Regierungspräsidium Stuttgart beabsichtigt damit, Doppelbewerbungen schneller zu erkennen und eine raschere Übersicht darüber zu bekommen wieviele gymnasiale Eingangsklassen gebildet werden müssen. Nähere Einzelheiten sind dem Ostalbkreis und den betroffenen Schulen allerdings noch nicht bekannt. Im aktuellen Schuljahr setzen sich die Schülerzahlen im Vollzeitbereich wie folgt zusammen:
Von Seiten der Agentur für Arbeit Aalen wird mitgeteilt, dass in der Summe im Ostalbkreis in diesem Vermittlungsjahr 127 Ausbildungsplätze mehr (+ 4,8 %) zur Verfügung stehen und dass es derzeit noch ca. 595 nicht besetzte Ausbildungsstellen gibt. Dagegen sank die Zahl der Bewerber gegenüber dem Vorjahr um 178 Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres, Anfang September, berichtet die IHK Ostwürttemberg, dass die bei ihr eingetragenen Ausbildungsverträge für den Bereich des Ostalbkreises um 71 (- 5,8 %) auf 1.149 zurückgegangen sind. Dies führt die IHK darauf zurück, dass bereits in den Vorjahren die IHK-Mitgliedsunternehmen auf Rekordniveau ausgebildet haben. Die Zahlen der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse im Jahr 2012 waren das zweitbeste Ergebnis der letzten 20 Jahre. Weitere Faktoren sind der demografische Wandel und der wachsende Trend der Jugendlichen hin zum Studium. Wie die Kreishandwerkerschaft Ostalb berichtet, sind für den Bereich des Ostalbkreises bei der Handwerkskammer Ulm insgesamt 511 neue Ausbildungsverträge eingegangen. Im vorangegangenen Ausbildungsjahr beliefen sich die neueingetragenen Ausbildungsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt auf 508. Dies stellt eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass zum Ende des Vermittlungsjahres, Ende September 2014, noch in geringem Umfang weitere Ausbildungsverhältnisse eingegangen werden. 3. Lehrerversorgung: Zu Beginn des neuen Schuljahres führte die Verwaltung bei den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises eine Umfrage bezüglich der Lehrerversorgung durch. Von den Schulen wurden die in der Anlage 2 aufgeführten Zahlen zur Lehrerversorgung mitgeteilt. Aus der Übersicht ergibt sich, dass aufgrund weiterer Stellenzuweisungen sich das Deputatedefizit im neuen Schuljahr, im Vergleich mit dem Vorjahr, verringert hat. Insgesamt fehlen noch rd. 9,3 Deputate (Vorjahr: 13,4 Deputate) an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises für eine vollständige Unterrichtsversorgung. Allgemein haben die Schulen immer noch Probleme geeignete Bewerber zu finden. Im Oberstufenbereich der beruflichen Gymnasien sind die Fächer Englisch, Mathematik und Physik schwer zu besetzen. In den anderen Bereichen der beruflichen Schulen sind auch für die Bereiche Pädagogik und Psychologie nicht in ausreichender Zahl geeignete Bewerber vorhanden. 4. Fazit: Nach den vorliegenden Zahlen hat sich die Ausbildungsplatzsituation für Ausbildungsplatzsuchende im Ostalbkreis weiter deutlich verbessert. Erfreulicherweise ist festzustellen, dass die Zahl der nicht vermittelten Bewerber voraussichtlich wieder auf nahezu Null zurückgehen wird und dass durch die weitsichtige und vorausschauende Planung des Ostalbkreises und seiner Beruflichen Schulen alle Schüler in schulischen Angeboten versorgt und einer verbesserten Qualifizierung zugeführt werden können. Leider muss aber auch festgestellt werden, dass der demografische Wandel den Ostalbkreis noch mehr erfasst hat und die Betriebe Schwierigkeiten haben, die angebotenen Ausbildungsplätze mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Es ist festzustellen, dass im Ostalbkreis der Zenit bei den Schülerzahlen in den Beruflichen Schulen im Schuljahr 2009/2010 erreicht wurde. Es ist zu hoffen, dass auch zukünftig die Wirtschaft ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt und die Sondermaßnahmen aller, an der beruflichen Bildung beteiligten Akteure, greifen, um einen Fachkräftemangel möglichst gering zu halten. Auch zukünftig wird in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, den Kammern, den Innungen und den Schulleitungen dafür Sorge getragen, dass die Jugendlichen einen Ausbildungs- bzw. einen Schulplatz erhalten, um eine erfolgreiche Ausbildung starten zu können. Finanzierung und Folgekosten
Keine. Anlagen
Schülerentwicklung im Teilzeit- und Vollzeitbereich im Ostalbkreis Übersicht zur Lehrerversorgung
Sichtvermerke
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