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Vorlage - 053/2014  

 
 
Betreff: Fachkräfteallianz - berufliche Integration Älterer in Ostwürttemberg
Status:öffentlich  
Federführend:Jobcenter Ostalbkreis Beteiligt:D e z e r n a t V
Beratungsfolge:
Ausschuss für Arbeit und Grundsicherung Kenntnisnahme
13.05.2014 
Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Grundsicherung zur Kenntnis genommen   

Antrag der Verwaltung

 

Kenntnisnahme

Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung

 

I. Ausgangssituation und Allgemeines

 

In der Fachkräfteallianz Ostwürttemberg haben sich 19 Partner zusammengeschlossen. Die Eröffnungsveranstaltung fand am 04. Oktober 2012 statt. Das gemeinsame Ziel ist die Sicherung der Fachkräftebasis der Arbeitgeber am Standort Ostwürttemberg. Das bedeutet neben der Erschließung von Potentialen aus der Region muss Ostwürttemberg auch attraktiv für Beschäftigte von außerhalb werden. Die Aktivitäten werden von Seiten der IHK Ostwürttemberg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostwürttemberg gemeinsam mit den Unternehmen koordiniert. Aktuell wurden 28 Projekte auf den Weg gebracht.

Als gemeinsame Projektidee wird von der Agentur für Arbeit Aalen und den beiden Jobcentern Heidenheim und Ostalbkreis die „Berufliche Integration Älterer in Ostwürttemberg“ umgesetzt, da in Ostwürttemberg der Anteil älterer Arbeitsloser über 50 Jahre mit 34,8 % weitaus höher ist wie in Baden-Württemberg  mit 32,3 % bzw. im Bund mit nur 31,5 %. Ältere haben ein höheres Risiko, arbeitslos zu bleiben. So liegt die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit bei dieser Altersgruppe bei 536 Tagen, bei den unter 50-Jährigen nur bei 288 Tagen. Die vergleichsweise geringen Chancen der Älteren, die Arbeitslosigkeit wieder zu beenden, wirken sich auf deren Anteil an den Langzeitarbeitslosen aus. Der Anteil der 50- bis 65-Jährigen unter den Langzeitarbeitslosen beträgt 50,6 %. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, wurde das gemeinsame Projekt konzipiert. 

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften in bestimmten Branchen und Berufsgruppen (Handwerk, Pflege, Dienstleistungen und der KMU-Betriebe im Zuliefererbereich der Kraftfahrzeugindustrie und im Maschinenbau), drängte sich geradezu die Nutzung dieser vorhandenen Personalressourcen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen über 50 Jahren auf. Und dies umso mehr, da eine Potentialanalyse ergab, dass ca. 1.100 marktnahe Menschen bei der Arbeitsagentur und den beiden Jobcentern Anfang 2013 arbeitslos gemeldet waren.

 

II. Aktueller Stand der Umsetzung

 

Seit Juli 2007 ist das Jobcenter Ostalbkreis mit 25 weiteren Jobcentern in Baden-Württemberg Mitglied im regionalen Beschäftigungspakt „Silverstars“. Das Jobcenter Ostalbkreis erhält deshalb jeweils für die Jahre 2014 und voraussichtlich 2015 568.000 Euro aus dem Bundesprojekt „Perspektive 50plus“. Die bewilligten Finanzmittel werden jährlich mit 220.000 Euro für die Personal- und Sachausgaben für drei Integrationsfachkräfte und zur Finanzierung von Eingliederungsleistungen in Höhe von  348.000 Euro verwendet. Die Mittelzuteilung orientiert sich an den im jeweiligen Jahr prognostizierten Integrationen von über 50-jährigen arbeitslosen Menschen. Für das Jahr 2014 sind dies 120 Integrationen.

Abb. 1 Bestand an Arbeitslosen insgesamt und 50plus

 

Von jedem der drei Projektpartner wurden Maßnahmekataloge erstellt. Sie setzen dafür insgesamt 12 Projektvermittler und -vermittlerinnen ein und stellen ein Budget von ca. 1.055.000 € für die aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung. Die Gesamtinvestitionen betragen somit rund 1.878.000 €.

 

Das Jobcenter Ostalbkreis hat dafür zwei qualifizierte Arbeitsvermittler angesetzt, die eine erhöhte Kontaktdichte zu den marktnahen Bewerbern über 50 Jahre halten, sie intensiv betreuen und aktivieren. Darüber hinaus kommen spezielle Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung, u.a. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zum Einsatz.

Der Firmenkundenservice analysiert bei den gemeldeten Stellenangeboten die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen, sich auf ältere Arbeitnehmer einzulassen. Er sensibilisiert die Arbeitgeber zum Handlungsfeld und zu den Fördermöglichkeiten, betreibt bewerberorientierte Arbeitsvermittlung und identifiziert ständig neue Betriebe, die bereit sind, das Potential der über 50-Jährigen auszuschöpfen.

 

 

Abb. 2 Gemeinsame Zielfestlegung Soll/Ist Integrationen 50plus

 

 

Als gemeinsames Ziel haben sich die drei Kooperationspartner vorgenommen, von April 2013 bis zum März 2014 insgesamt 782 Menschen in den 1. Arbeitsmarkt zu integrieren. Bis zum Februar 2014 konnten bereits 944 Integrationen gezählt werden.

Voraussichtlich wird das vorgenommene Ziel mit über 1.000 Integrationen zum Ende der Projektlaufzeit übertroffen.

 

Mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Heidenheim wird das erfolgreiche Projekt um weitere zwölf Monate fortgesetzt.

 


Finanzierung und Folgekosten:

 

r die Beteiligung an der Fachkräfteallianz entstehen dem Jobcenter Ostalbkreis keine weiteren Kosten.

 

 

 


Anlagen

 

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Sichtvermerke

 

Geschäftsbereichsleiter

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Koch

 

 

Sozialdezernent

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Rettenmaier

 

 

Dezernat II

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Kurz

 

 

Landrat

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Pavel