Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung
Sachverhalt/Begründung
Die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik an der St. Anna-Virngrund-Klinik in Ellwangen stellt seit Juli 2003 die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit allen behandlungsbedürftigen Störungsbildern für die Region Ostwürttemberg (Ostalbkreis und Landkreis Heidenheim) mit ca. 430.000 Einwohnern, hiervon ca. 80.400 Kinder und Jugendliche, sicher.
Hierbei wurde ausgehend vom stationären Angebot mit 20 Plätzen (jeweils 10 für Kinder und Jugendliche) sukzessive auch eine ambulante Versorgung über Psychiatrische Institutsambulanzen aufgebaut, weil die ambulante Versorgung über niedergelassene Fachärzte mit lediglich einem Facharzt in Heidenheim und einer niedergelassenen Fachärztin in Schwäbisch Gmünd für das Versorgungsgebiet völlig unzureichend war bzw. ist. So wurde bereits im Herbst 2005 die erste Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) am Standort Ellwangen etabliert. Bereits im Januar 2006 konnte die ambulante Versorgung mit der Einrichtung der PIA in Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit der Jugendhilfeeinrichtung St. Canisius deutlich verbessert werden. Der nächste Ausbauschritt erfolgte mit der PIA in Aalen aufgrund der erschwerten Personalrekrutierung zum damaligen Zeitpunkt erst im Januar 2011 im Reichsstädter Markt. Durch den dezentralen Ausbau kann nunmehr eine wohnortnahe, patientenorientierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Ostalbkreis sichergestellt werden. Mittelfristig ist auch die Etablierung einer Außenstelle in Heidenheim geplant.
Alle Psychiatrischen Institutsambulanzen konnten hervorragend an bestehende Angebotsstrukturen mit Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Kliniken und anderen Leistungserbringern angebunden werden, sind multiprofessionell organisiert und erfreuen sich einer hohen Wertschätzung und Nachfrage, sowohl in den Fachkreisen als auch bei der Bevölkerung. Die Fallzahlen stiegen – wie bereits berichtet wurde – von 614 Behandlungsfällen im Jahr 2009 auf nunmehr 1.672 Behandlungsfälle im Jahr 2013. Dies zeigt einerseits eine Unterversorgung in der Vergangenheit und bestätigt einen erhöhten Bedarf für die Gegenwart und nähere Zukunft.
Die Psychiatrische Institutsambulanz am Standort Schwäbisch Gmünd wurde 2006 als Außenstelle in Kooperation mit der Jugendhilfeeinrichtung St. Canisius, einer Einrichtung der Franz-von-Assisi-Stiftung, eingerichtet. Hierbei stellen die St. Canisius-Beratungsstellen einen Raum im Canisius-Haus in der Heugenstraße in Schwäbisch Gmünd zur Verfügung in dem die Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung der St. Anna-Virngrund-Klinik mit eigenem Personal, einer Diplom-Psychologin mit fachärztlicher Supervision durch die Chefärztin oder einen Oberarzt, die entsprechenden Diagnostik-, Beratungs- und Therapieleistungen erbringt. Aufgrund der hohen Qualität der Behandlung, der tiefen Wertschätzung der Einweiser und des zunehmenden Bedarfs an ambulanten kinder- und jugendpsychiatrischen Angeboten ist die Erweiterung der Psychiatrischen Institutsambulanz am Standort Schwäbisch Gmünd dringend erforderlich. Die Raumkapazitäten beim bisherigen Kooperationspartner sind begrenzt. Daher wurden frühzeitig Alternativen geprüft.
Am Haus der Gesundheit Margaritenheim in Schwäbisch Gmünd konnte letztendlich eine interessante Option ausgemacht werden. Im Erdgeschoss am Standort der ehemaligen Cafeteria konnte gemeinsam mit dem Planungsbüro Conwick GmbH auf einer Gesamtfläche von ca. 161 Quadratmetern eine sinnvolles Konzept für einen Ausbau der Psychiatrischen Institutsambulanz mit 4 Behandlungsräumen, davon einem Gruppentherapieraum, sowie den erforderlichen Funktions- und Nebenräumen erschlossen werden. Die Erweiterung wird einen weiteren Meilenstein in der Verbesserung der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Versorgung im Ostalbkreis bringen, weil nicht zuletzt durch den großzügigen Gruppentherapieraum endlich neben Einzeltherapien auch Gruppentherapie-Angebote (Ergo-, Tanz- Musiktherapie usw.) etabliert werden können. Durch die Erweiterung des Teams von bislang einem auf zukünftig 3 bis 4 Kolleginnen und Kollegen kann auch der multiprofessionelle Charakter gestärkt und der interdisziplinäre Austausch verbessert werden. Durch die Anbindung an eine bestehende Infrastruktur und bereits etablierte Schnittstellenangebote (z. B. Zentrum für Psychiatrie Winnenden, eine Facharztgemeinschaft für Psychiatrie, eine Praxis für Kinder- und Jugendmedizin) ergibt sich ebenfalls ein Potenzial für Vernetzung und Kooperation zum Wohle unserer kleinen und großen Patienten.
Das Behandlungs- und Leistungsspektrum der Psychiatrischen Institutsambulanzen umfasst folgende Störungsbilder:
Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen Depressionen, akute Belastungsreaktionen Angststörungen (z.B. Schul-/ Trennungsangst, generalisierte Angststörungen mit oder ohne Panikstörungen) Zwangsstörungen Essstörungen (z.B. Magersucht, Bulimie) Selbstverletzenden Verhalten Umschriebene und tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismusspektrumsstörungen, z. B. Asperger-Autismus) Posttraumatische Belastungsstörungen
Die Diagnostik und Therapie erfolgt systematisch und leitliniengerecht durch auf der Basis der ICD-10 Klassifikation und der klassischen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Krankheitslehre
ausführliche Erhebung der Vorgeschichte und der Symptomatik Verhaltens- und Verlaufsbeobachtung psychiatrische sowie körperlich-neurologische Untersuchung (incl. apparativer Diagnostik – z.B. EEG, EKG - und laborchemische Verfahren) ausführliche psychologische Diagnostik mit testpsychologischen Verfahren alltagsnahen Einbezug aller Bezugspersonen Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team Verhaltenstherapie als psychotherapeutischer Schwerpunkt Einbeziehung familientherapeutischer Interventionen kreative und übungsorientierte Behandlungsmethoden Entspannungsverfahren Einzel- und gruppentherapeutische Angebote Regelmäßige Gespräche mit Eltern bzw. Sorgeberechtigten kurzfristige Behandlung bzw. Krisenintervention Unterstützung bei der Eingliederung und Teilhabe im Alltagsleben
Die konkrete bauliche Umsetzung der PIA kann den beigefügten Anlagen entnommen werden. Der Kostenrahmen für die Umbaumaßnahmen beläuft sich auf ca. 270.000,-€ und wurde im Rahmen der Investitionsplanung für das Jahr 2014 bereits berücksichtigt. Die finale Planungsabstimmung soll bis zum 26.04.2014 erfolgen. Der Baubeginn ist für Anfang Mai 2014 vorgesehen. Die Fertigstellung der Maßnahme und die Übergabe an die Nutzer ist bis nach den Schulferien 2014 – Mitte September 2014 – geplant.
Finanzierung und Folgekosten
Die Kosten für die erforderlichen Umbaumaßnahmen am Haus der Gesundheit in Schwäbisch Gmünd belaufen sich auf ca. 270.000,-€ und wurden bereits im Investitionsplan für das Haushaltsjahr 2014 berücksichtigt und werden durch den Landkreis finanziert. Die aktuelle Kostenplanung beläuft sich im definierten Rahmen. Die laufenden Kosten für Miete (9,70 €/qm) und Betriebskosten werden von der St. Anna-Virngrund-Klinik im Rahmen des Abteilungsbudgets finanziert.
Anlagen
Anlage 1: Übersichtspläne Anlage 2: Vorläufige Kostenübersicht
Sichtvermerke
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