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| Betreff: |
Förderung von Projekten in der Dritten Welt und Osteuropa |
| Status: | öffentlich | | |
| Federführend: | D e z e r n a t V |
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| Beratungsfolge: |
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Antrag der Verwaltung: - Kenntnisnahme zu I. und II.
- Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III.
Sachverhalt/Begründung
Sachverhalt/Begründung: I. Ausgangssituation und Allgemeines Im Kreishaushalt 2013 sind zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa wiederum 50.000 € eingestellt. Unter Berücksichtigung eines Haushaltsrestes aus dem Jahr 2012 in Höhe von 150 €, standen zum Jahresbeginn 2013 insgesamt 50.150 € an Fördermitteln zur Verfügung. In der Sitzung am 09.07.2013 bewilligte der Kreissozialausschuss Fördermittel für folgende Träger: - „Aktion Tschernobyl-Kinder Aalen - Hilfsgütertransporte“ (2.000 €)
- LIONS-Hilfswerk Aalen e. V. für eine Elementarschule in Atigba/Togo (8.000 €)
- Heuchlinger Helferkreis für ein Schulprojekt in Basauni in Indien (6.000 €)
- Verein zur Förderung des Schulprojekts Cartagena e. V. in Kolumbien (5.000 €)
- Frau Christel Trach-Riedesser für ein Hilfsprojekt in Burkina Faso (5.000 €)
- Verein „Haus der Hoffnung - Hilfe für Nepal e. V.“ für ein Schulprojekt (5.000 €)
- Deutsch-Mosambikanische-Gesellschaft e. V. für ein Frauenprojekt in Mosambik (2.500 €)
Somit stehen aktuell noch Restmittel in Höhe von 16.650 € zur Verfügung. II. Neue Förderanträge Derzeit liegen der Verwaltung folgende neue und entscheidungsreife Zuwendungsanträge vor: - Antrag der Kolpingsfamilie Abtsgmünd auf Unterstützung bei der Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen für eine Medizinstation in Peru
- Antrag der Peru Gruppe Heubach e. V. auf Unterstützung des Sanierungsprojektes „SanCom“, einer Volksküche in Laderas/Lima
- Antrag des Missionskreises der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen auf Unterstützung von Hilfsprojekten in Tansania und Indien
III. Stellungnahme der Verwaltung zu den vorliegenden Anträgen und Förderempfehlung - Antrag der Kolpingsfamilie Abtsgmünd
Seit 1982 unterstützt die Kolpingsfamilie Abtsgmünd soziale und medizinische Projekte in Peru. Neben dem finanziellen Engagement werden regelmäßig Hilfsgüter an verschiedene Kindertagesstätten und medizinische Stationen nach Arequipa, Lima und in das südliche Hochland von Peru geschickt.
Eine Schwerpunktaufgabe sieht die Kolpingsfamilie Abtsgmünd im Ausbau der medizinischen Versorgung. Zwischenzeitlich wurden mit ihrer Unterstützung mehrere Polikliniken eingerichtet, die oft die einzige Möglichkeit für die Bevölkerung darstellen, ärztliche Hilfe preiswert oder kostenlos zu erhalten. In diesen Kliniken befinden sich Behandlungs- und Untersuchungsräume von Allgemeinärzten, Fachärzten, Röntgeneinrichtungen, Labore, OP-Räume und Apotheken unter einem Dach. Oftmals werden täglich bis zu 1.000 Patienten behandelt. Die Stationen wurden zwischenzeitlich aufgrund steigender Nachfrage mehrmals umgebaut und erweitert.
Für das jüngste Projekt, einen Neubau einer medizinischen Station in Arequipa, bittet die Kolpingsfamilie Abtsgmünd um Unterstützung bei der Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen für 28 Sprechzimmer. Es geht dabei konkret um die Grundausstattung, also Untersuchungsliegen, Gerätewagen, spezielle Beleuchtungen, Stühle usw. Nach der vorliegenden Aufstellung ist mit Kosten für diese Anschaffungen in Höhe von ca. 15.000 € zu rechnen.
„Hilfe über Kontinente“, so bezeichnet die Kolpingsfamilie Abtsgmünd ihre vorbildlichen Unterstützungsleistungen für Peru, die in besonderer Weise mit Pater Josef Schmidpeter von den Comboni-Missionaren verknüpft sind.
Die Verwaltung schlägt vor, für die geplanten Anschaffungen der Medizinstation in Arequipa 5.000 € zur Verfügung zu stellen.
- Antrag der Peru-Gruppe Heubach e. V.
Die Peru-Gruppe Heubach e. V. unterstützt mit beispielhaftem Engagement ihrer Mitglieder und vieler anderer Förderer Hilfsprojekte in Laderas am Rande von Lima in Peru. Mit Geldspenden aus verschiedenen Aktionen wird insbesondere die Arbeit von peruanischen Selbsthilfegruppen gefördert, deren Tätigkeiten sich im Wesentlichen auf die Arbeitsfelder „Medizinische Grundversorgung“, „Behindertenhilfe“, „Schulbildung“ und „Hauswirtschaftliche Versorgung“ konzentrieren. Ganz überwiegend sind die Projekte der Peru-Gruppe Heubach Überlebenshilfen.
Immer mehr Menschen siedeln sich in armseliger Weise in Basthütten an den Berghängen in Laderas an. Innerhalb von 15 Jahren hat sich allein diese, von der Peru-Gruppe Heubach betreute Gemeinde, von 20.000 auf mehr als 70.000 Einwohner entwickelt.
Bis heute hat der Verein über 300.000 € für Hilfeleistungen in Laderas aufgebracht.
Aktuell ist der Zustand der Volksküche, in der täglich mehr als 400 Essen für Kinder und Familien ausgegeben werden, zunehmend besorgniserregend. Die hygienischen, arbeitstechnischen und auch die gesundheitlichen Bedingungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, sind nicht mehr zumutbar. Wenn die Volksküche erhalten werden soll, ist eine grundsätzliche Sanierung notwendig.
Die Vorstandschaft der Peru-Gruppe Heubach hat sich deshalb entschlossen, dieses Sanierungsprojekt in Angriff zu nehmen, auch wenn es eine große Herausforderung darstellt. Neben den laufenden jährlich unterstützen Projekten mit über 30.000 € Aufwand, kommen für die Sanierung der Küche im kommenden Jahr nochmals ca. 30.000 € hinzu. Für das Sanierungsprojekt „SanCom“ bittet die Peru-Gruppe Heubach um Unterstützung des Ostalbkreises.
Die Verwaltung schlägt vor, das Hilfsprojekt der Peru-Gruppe in Laderas/Lima mit 7.000 € zu unterstützen.
- Antrag des Missionskreises der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen
Seit 16 Jahren unterstützt der Missionskreis der Katholischen Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen insbesondere mit Missionsbasaren humanitäre Hilfsprojekte in Tansania und Indien.
Die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal ist Projektträger von 20 Krankenstationen im Südwesten von Tansania, in dem aktuell 5 Deutsche und 215 einheimische Schwestern gemeinsam arbeiten. Auf einer Station war bis vor Kurzem Schwester Raphaelis tätig, die aus Neresheim-Elchingen stammt.
Eine zufriedenstellende medizinische Versorgung ist in Tansania nur in den großen Städten und in einigen Missionskrankenhäuser auf dem Land gewährleistet. Die meisten Menschen sind weit entfernt von einer gesundheitlichen Grundversorgung. Vor allem die Armen sind auf Initiativen von Kirchen, Missionen und privaten sozialen Institutionen angewiesen. Die Kindersterblichkeitsrate beträgt rund 100 Sterbefälle pro 1.000 Lebendgeburten. Durch den Mangel an qualifiziertem medizinischem Personal wird nicht einmal die Hälfte aller Geburten fachlich betreut. Ein großes Problem stellt zu dem die untergeordnete Stellung der Frauen dar. Sie dürfen oft nicht selbst darüber entscheiden, ob sie eine medizinische Behandlung in Anspruch nehmen.
Schwester Raphaelis war viele Jahre in der Krankenstation St. Vinzent in Mbinga tätig. Dort werden täglich zwischen 60 und 80 Patienten behandelt. Die Station bekommt keinerlei Unterstützung durch den Staat. Sie wird zu 100 % von der Gemeinschaft der Vinzentinerinnen getragen. Die Katholische Kirchengemeinde St. Otmar in Neresheim-Elchingen hat die Station von Beginn an unterstützt.
Neben diesem beispielhaften Engagement in Tansania fördert die Katholische Kirchengemeinde St. Otmar Elchingen über ihren Missionskreis weitere Projekte in Indien. Aktuell werden Spendengelder für einen Schulhausneubau in Andrah Pradesh eingesetzt.
Es wird vorgeschlagen, die Hilfsaktivitäten des Missionskreises Neresheim-Elchingen mit 4.000 € zu unterstützen.
Finanzierung und Folgekosten: Die Zuwendungen werden aus dem Kreishaushalt 2013 finanziert.
Anlagen: --- Sichtvermerke | | Dezernent/in | __________________________________________ | | Rettenmaier | | | Dezernat II | __________________________________________ | | Kurz | | | Landrat | __________________________________________ | | Pavel |
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