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Vorlage - 016-1/2013  

 
 
Betreff: Fortfhrung der Trgerschaft des Ostalbkreises fr das Energieberatungszentrum "Energiekompetenz Ostalb e.V. (EKO)" in Bbingen
Status:ffentlich  
Federfhrend:D e z e r n a t IV   
Beratungsfolge:
Ausschuss fr Umweltschutz und Kreisentwicklung Vorberatung
Kreistag Entscheidung
12.03.2013 
Sitzung des Kreistags ungendert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung

 

Der Ausschuss fr Umweltschutz und Kreisentwicklung empfiehlt/der Kreistag beschliet:
 

1.     Der Ostalbkreis fhrt die Trgerschaft fr das Energieberatungszentrum Energiekompetenz Ostalb e.V. (EKO) bis auf Weiteres fort. Eine Kndigung ist jhrlich mglich.
 

2.     Voraussetzung bleibt die nachhaltige finanzielle Beteiligung des Vereins Energiekompetenz Ostalb e.V. in Hhe von mindestens 50.000 jhrlich.
 

3.     Die begonnene Umsetzung des Konzepts zur Weiterentwicklung des Energieberatungszentrums wird fortgesetzt.
 

4.     Das EKO-Energieberatungszentrum berichtet jhrlich im Ausschuss fr Umweltschutz und Kreisentwicklung ber den Geschftsverlauf.

 

5.     Der Ostalbkreis wird ermchtigt, die zu besetzenden Personalstellen unverzglich zu besetzen.

 

 

 

Anmerkung

Der Antrag der Verwaltung wurde in der Sitzung des Ausschusses fr Umweltschutz und Kreisentwicklung am 26. Februar 2013 um die fett markierten Ergnzungen gendert.
Dem abgenderten Antrag der Verwaltung wurde bei einer Enthaltung zugestimmt.

Sachverhalt/Begrndung

Sachverhalt/Begrndung

 

?         Historie

 

Der Verein Energiekompetenz Ostalb e.V. wurde im Herbst 2004 als Gemeinschaftsprojekt des Ostalbkreises, des Landes Baden-Wrttemberg, der Kreishandwerkerschaft, der Architektenkammergruppe und der Gemeinde Bbingen gegrndet. Rund ein Drittel der Gemeinden des Ostalbkreises, einige Handwerkerinnungen sowie Betriebe, Finanzdienstleister und Gebudeenergieberater sind inzwischen Mitglieder oder Frdermitglieder des Vereins.

 

Ziele und Aufgaben des Vereins Energiekompetenz Ostalb e.V., nachstehend nur noch das EKO genannt, sind es, Manahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und die Nutzung von regenerativen Energien im Ostalbkreis zu frdern. Dies soll durch eine direkte, persnliche Informationsvermittlung, durch Fortbildungsveranstaltungen, durch Begleitung von Projekten und der Mitwirkung in Arbeitsgemeinschaften und Netzwerken erfolgen.

 

Die Teilnahme an und die Organisation von Informationsveranstaltungen fhren zu einem Gedanken- und Wissensaustausch, von dem die Brger, Firmen und Kommunen in Form von einer Netzwerkbildung direkt profitieren, so dass letztlich die Aktivitten des EKO auch die regionale Wirtschaft und das Handwerk strken knnen.

 

In erster Linie erhalten jedoch die Brger, die Kommunen und Firmen des Ostalbkreises eine kostenlose und unabhngige energetische Erstberatung im Beratungszentrum in Bbingen, einem Gebude, welches in Passivhausbauweise erstellt ist und somit direkt als Lehr- und Anschauungsobjekt dient.

 

Mit Beschluss des Kreistages vom 18. Mai 2010 - nach Vorberatung im Ausschuss fr Umweltschutz und Kreisentwicklung am 13.04.2010 - hat der Ostalbkreis die Trgerschaft des EKO-Energieberatungszentrum, zunchst befristet auf drei Jahre, bernommen. Voraussetzung fr diese bernahme war die jhrliche finanzielle Beteiligung des Vereins in Hhe von 50.000 an den Kosten, sowie die Umsetzung des Konzepts zur Weiterentwicklung des Energieberatungszentrums.

 

Der Kernpunkt dieses Weiterentwicklungskonzepts war und ist es, das EKO als unabhngige und kompetente Beratungsstelle (regionale Energieagentur) fr den Brger, die Kommunen und Firmen des Ostalbkreises im Gesamtthemenfeld Energieeinsparung und erneuerbare Energien zu erhalten und auszubauen. Somit wird der Ostalbkreis seiner gesellschaftspolitischen Aufgabe, auch im Hinblick auf die Klimaschutzziele des Landkreises, gerecht. Daher wird es weiterhin mit Hauptaufgabe des EKO bleiben, im Ostalbkreis kompetent und unabhngig ber Manahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und die vermehrte Nutzung von regenerativen Energien beim Betrieb von Liegenschaften, bei Neubau- und Gebudesanierungsvorhaben zu beraten.

 

 

?         Ttigkeiten

 

Seit Beginn der bernahme der Trgerschaft durch den Landkreis, die auch mit Personalabstellungen des Ostalbkreises an das EKO verbunden ist, war es in den vergangenen beiden Jahren mglich, die Beratungszahlen deutlich zu steigern und dieses Niveau zu halten, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

 

 

 

 

 

Die erfolgten Beratungen wurden zum Einem durch das fest angestellte Personal des EKO erbracht, andererseits engagieren sich auch ehrenamtliche Berater aus dem Verein in der Beratungsarbeit. Rein zahlenmig betrachtet wurden bis zu einem Drittel der Gesamtberatungen durch Ehrenamtliche erbracht. Dies zeigt die besondere Verknpfung des brgerschaftlichen Engagements in diesem Themenfeld auf.

 

Besonders erwhnenswert ist es, dass es dem EKO gelungen ist, fr diese energetischen Erstberatungen eine Kooperation mit der Verbraucherzentrale einzugehen. Dies strkt den neutralen und unabhngigen Ansatz und hat den Effekt, dass es fr die Brger im Ostalbkreis einen zentralen Ansprechpartner fr die Brger-Energieberatung gibt.

 

Entgegen der frheren Praxis haben wir fr diese Beratungen unser ortsfestes, passives Umfeld verlassen und sind zustzlich aktiv in der Flche des Ostalbkreises in den Stdten und Gemeinden fr die Brger regelmig prsent. Neben dem Beratungszentrum in Bbingen bietet das EKO in acht weiteren Stdten/Gemeinden feste monatliche Beratungstermine in sogenannten Beratungssttzpunkten (Rathuser oder Kundenzentren der Stadtwerke) an.

 

berschlgig kann festgehalten werden, dass mittlerweile rd. zwei Drittel der energetischen Erstberatungen/persnlichen Basisberatungen im Energieberatungszentrum in Bbingen stattfinden, das weitere Drittel der Beratungen wird in der Flche des Ostalbkreises abgeleistet. Somit erreicht das EKO nahezu flchendeckend die Brgerschaft im Ostalbkreis. Die Ratsuchenden knnen dabei frei whlen, ob Sie einen kurzfristigen Beratungstermin im Energieberatungszentrum in Bbingen oder eine eventuell rumliche nhere Beratung in den Beratungssttzpunkten wahrnehmen mchten.

 

Aus der nachfolgenden Grafik ist ersichtlich, an welchen Beratungsorten das EKO monatlich prsent ist (rot dargestellt) und wo Beratungen vor Ort bedarfsorientiert angeboten wurden (grn dargestellt: Gschwend, Unterschneidheim):

 

 

 

Die Lage eines Beratungssttzpunkts orientiert sich primr an der Flchenabdeckung des Landkreises und ist nicht zwangslufig an eine Mitgliedschaft im Verein Energiekompetenz Ostalb e. V. gebunden, auch wenn dies wnschenswert wre. Zurzeit sind folgende Kommunen Mitglied im EKO:

 

?     Ostalbkreis

?     Stadt Aalen

?     Gemeinde Bbingen

?     Stadt Ellwangen

?     Gemeinde Gggingen

?     Stadt Heubach

?     Gemeinde Iggingen

?     Stadt Lauchheim

?     Stadt Lorch

?     Gemeinde Leinzell (Untersttzer)

?     Gemeinde Mgglingen

?     Gemeinde Mutlangen (ab 2013)

?     Stadt Oberkochen (Frdermitglied)

?     Gemeinde Rainau

?     Gemeinde Riesbrg

?     Gemeinde Unterschneidheim

 

Durch diese Mitgliedschaft erhalten die o.g. Kommunen erhhte Frderbetrge aus dem kommunalen Anteil des Klimaschutz-Plus-Programms des Landes. Hier erhht sich der Zuschussbetrag von anteilig 20% auf 30%. Eine Amortisierung des EKO-Mitgliedsbeitrags ist damit sichergestellt. Die Stdte und Gemeinden wurden hierzu gesondert durch das EKO angeschrieben.

 

Im Jahr 2012 erhielt der Ostalbkreis z.B. nach dem Bericht des Geschftsbereichs Gebudemanagement in der Frderperiode 2012 im Rahmen des Landesprogramm Klimaschutz-Plus insgesamt Investitionszuschsse in Hhe von 204.406 (30 % Zuschusshhe). Ohne diese finanzielle Untersttzung des Ostalbkreises fr das EKO htte der Ostalbkreis nur 20 % oder 136.271 erhalten. Die Einnahmen von 68.135 im Kreishaushalt knnen somit indirekt dem Engagement fr das EKO zugeordnet werden.

 

Insgesamt gesehen entwickeln sich die Mitgliedschaften im Verein Energiekompetenz Ostalb e.V. positiv auf einem moderaten Niveau. Frdermitgliedschaften einzelner Brger/Untersttzer, die einen Jahresbeitrag von 10 bedingen, werden entgegen aller Erwartungen kaum angenommen.

 

Die Mitgliederentwicklung der letzten Jahre ist in der nachfolgenden Darstellung zusammengefasst:

 

 

 

 

 

Neben den oben beschriebenen Beratungen war das EKO zudem in der Flche des Landkreises auf Messen, Leistungsschauen, Bauherrenabenden, Vortrgen etc. prsent, wie die nachfolgende Abbildung zeigt. Leider konnten nicht alle Anfragen fr eine Teilnahme an Messen/Leistungsschauen positiv beantwortet werden.

 

 

 

 

 

Ergnzend zu den vorgenannten Ttigkeiten wurden im EKO-Energieberatungs-zentrum sogenannte Infoabende zu fachspezifischen Themen durchgefhrt. Diese Art der ffentlichkeitsarbeit gilt es weiterhin zu intensivieren, denn Ziel muss es bleiben, den Themenverbund Klimaschutz, Energieeinsparung und regenerative Energien bei den Brgern im Ostalbkreis im Bewusstsein zu verankern. Dabei gilt es, Betroffenheit und Verantwortungsgefhl fr zuknftige Generationen zu erzeugen. In diesem Zusammenhang wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Schulprojekte durch das EKO initiiert und umgesetzt, wie die folgende Grafik veranschaulicht.

 

 

 

 

 

Die Stand-by-Schulprojekte werden ber das Klimaschutz-Plus-Programm des Landes voll finanziert und im Windhundprinzip vergeben. Dadurch konnten auch nicht alle Anfragen aus dem Ostalbkreis positiv beschieden werden. Fr 2013 sind solche Schulprojekte in Leinzell, Bbingen, Mgglingen, Lorch und Aalen geplant. Trotz Kostendeckelung des Landes ist hier die Finanzierung gesichert.

 

Zur Projektarbeit des EKO gehrt auch das KlimaFORUM OSTALB, welches jhrlich zusammen mit dem EUROPoint Ostalb im Landratsamt Aalen organisiert wird. In der Vorbereitung, Ausschreibung und Ausarbeitung des Klimaschutzkonzepts fr den Ostalbkreis hat das EKO ebenfalls mageblich mitgewirkt.

 

Die jhrlichen Ttigkeitsberichte des EKO wurden im Ausschuss fr Umweltschutz und Kreisentwicklung vorgetragen.

 

 

?         Personal

 

Da die Erhhung der Prsenz des EKO in der Flche in Stdten und Gemeinden, die erforderliche zunehmende aktive Teilnahme an Messen und Ausstellungen im Kreisgebiet, verbunden mit der Intensivierung der ffentlichkeitsarbeit und der aktiven Projektarbeit nur mit ausreichenden personellen und materiellen Ressourcen leistbar ist, hat der Kreistag im Zusammenhang mit der bernahme der Trgerschaft folgenden Personalansatz fr das EKO beschlossen:

 

?         Geschftsfhrer 100 %-Stelle
 

?         Energieberater/in mit Vertiefung Gebudehlle/Bautechnik 100 %-Stelle
 

?         Energieberater/in mit Vertiefung Gebudetechnik/Regenerative Energien
100 %-Stelle

?         Sekretariat/Geschftsstelle 50 %-Stelle
 

 

Seit der bernahme der Trgerschaft sind die Stellen des Geschftsfhrers und die Stelle der Verwaltungsangestellten im Sekretariat, derzeit durch Herrn Bodamer und Frau Kluge, besetzt.

 

Im November 2010 konnte mit Herrn Hrmann, Gebudeenergieberater des Handwerks, ein geeigneter Berater fr die erste Energieberaterstelle gefunden werden. Herr Hrmann hat jedoch sein Arbeitsverhltnis zum 31.03.2013 gekndigt, da er sich beruflich verndern wird.

 

Die zweite Energieberaterstelle konnte bisher nicht besetzt werden, da die vorgegebene kostenneutrale Besetzung aus dem Stellenplan der Landkreisverwaltung bisher nicht umgesetzt werden konnte.

 

Somit konnten und knnen die jetzigen und zuknftigen Aufgaben des EKO nur eingeschrnkt wahrgenommen werden. Eine grere Einbindung der ehrenamtlichen Berater ber das jetzige Ma hinaus ist nicht realistisch, da der Einsatz der ehrenamtlichen Berater nur bedingt planbar ist. Die ehrenamtlichen Berater sind nur zeitlich begrenzt verfgbar und knnen zudem aufgrund ihrer fachlicher Spezialisierung nicht fr alle Beratungen eingesetzt werden. Eine rasche Neu- und Nachbesetzung der Energieberaterstellen ist daher zwingend erforderlich.

 

 

 

?         Finanzen

 

Mit der bernahme der Trgerschaft des Ostalbkreises fr das EKO-Energiebe-ratungszentrum hat sich der Verein Energiekompetenz Ostalb e.V. im Gegenzug verpflichtet, eine Kostenbeteiligung in Form einer jhrlichen Zahlung an den Ostalbkreis in Hhe von 50.000 zu leisten. Obwohl diese Summe fr den Verein nicht alleine aus Mitgliedsbeitrgen zu erwirtschaften ist und war, konnten die bisherigen Zahlungen geleistet werden, da entsprechende Projekteinnahmen erzielt wurden.

 

In den letzten beiden Jahren war das EKO eigenstndig im Haushalt des Ostalbkreises abgebildet. Die Haushaltsanstze fr 2011 und 2012 lagen dabei bei rund 203.000 bzw. 212.000 . In 2013 sind rd. 225.000 Euro angesetzt. Hierin sind Personalkosten in Hhe von ca. 171.000 enthalten.

 

Es kann also vereinfacht abgeleitet werden, dass der Verein Energiekompetenz Ostalb fr die Kosten des operativen Geschfts der Energieberatung aufkommt, whrend die Landkreisverwaltung die Personalkosten trgt.

 

Als Einnahmen konnte der Verein Energiekompetenz Ostalb e.V. neben den Mitgliedsbeitrgen auch durch das EKO-Team generierte Einnahmen aus Projekten und Beratungsleistungen sowie Spenden und Sonstiges verbuchen. Hierbei fielen in 2012 die Einnahmen aus den Schulprojekten berdurchschnittlich hoch aus, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

 

 

 

 

 

Durch die o.g. operative Projektarbeit des EKO wurden zustzliche Einnahmen generiert, die die vollstndige Aufwendung des Zahlbetrags von 50.000 an den Ostalbkreis sicher stellten und dem Verein den notwendigen finanziellen Spielraum offen hielt, weiterhin vereinsinterne und -gesttzte Projekte und Vorhaben (z.B. ffentlichkeitsarbeit, Internetauftritt, Werbung, Ausstattung, Betrieb) zu ermglichen.

 


?         Fazit

 

Das EKO hat sich als unverzichtbarer Baustein in den Klimaschutzaktivitten des Ostalbkreises fest etabliert und wird durch die Brgerschaft als kompetente Beratungseinrichtung angenommen.

 

Der vom Kreistag am 18. Mai 2010 gefasste Beschluss zur bernahme der Trgerschaft fr das EKO-Energieberatungszentrum in Bbingen trgt sicher und hat sich sprbar bei der Verbesserung der flchendeckenden Beratungsleistung fr die Brgerschaft im Ostalbkreis ausgewirkt.

 

Der Verein Energiekompetenz Ostalb e.V erfllt zuverlssig die finanziellen Verpflichtungen gegenber dem Ostalbkreis.

 

Auf Grund der knappen Personalsituation konnte die Weiterentwicklung des EKO jedoch nicht vollstndig umgesetzt werden.

 

Die erfolgreiche Weiterentwicklung des EKO in Verbindung mit den erforderlichen Personalmanahmen sollte durch Fortfhrung der Trgerschaft durch den Ostalbkreis weiterhin sicher gestellt werden.

 

 

 


Finanzierung und Folgekosten

 

     

 

 

Anlagen

Anlagen

 

     

 

 

 

Sichtvermerke

 

Geschftsfhrer

__________________________________________

 

Bodamer

 

 

Dezernentin

__________________________________________

 

Seefried

 

 

Dezernat II

__________________________________________

 

Kurz

 

 

Landrat

__________________________________________

 

Pavel