Bürgerinformationssystem

Vorlage - 169/2010  

 
 
Betreff: Anträge der Gemeinden Abtsgmünd und Leinzell auf Förderung von Schulsozialarbeit
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Kenntnisnahme
09.12.2010 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Bildung und Finanzen Kenntnisnahme
14.12.2010 
Sitzung des Ausschusses für Bildung und Finanzen ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Antrag der Gemeinde Abtsgmünd vom 28.07.2010
Antrag der Gemeinde Leinzell vom 07.09.2010

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung

 

Der Jugendhilfeausschuss beschließt als Empfehlung an den Ausschuss für Bildung und Finanzen:

 

Der Antrag der Gemeinde Abtsgmünd auf Förderung der Schulsozialarbeit an der Friedrich-von-Keller-Schule Abtsgmünd und der Antrag der Verbandsgemeinden des Verwaltungsverbandes Leintal-Frickenhofer Höhe auf Förderung der Schulsozialarbeit am Schulzentrum Leinzell werden unter Berücksichtigung der schwierigen Haushaltssituation des Ostalbkreises zurückgestellt.


 

Sachverhalt/Begründung

 

I. Ausgangssituation und Allgemeines

 

Schulsozialarbeit ist - kurz gesagt - die sozialpädagogische Arbeit von Fachkräften der Jugendhilfe an Schulen. Im Kinder- und Jugendhilfegesetz hat die Schulsozialarbeit keinen eigenen Leistungsparagraphen. Sie wird hauptsächlich dem §  13 „Jugendsozialarbeit“ zugeordnet und dort inhaltlich wie folgt beschrieben: „Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligung oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.“

 

Schulsozialarbeit versteht sich auch als präventive Jugendhilfe zur Förderung von jungen Menschen im schulpflichtigen Alter. Als aufsuchende Form der Jugendhilfe begibt sie sich ähnlich wie Streetwork und Sozialpädagogische Familienhilfe unmittelbar in das Lebensfeld der jungen Menschen, d.h. in die Schule als Ort, an dem Kinder einen großen Teil ihrer Zeit verbringen, wo wesentliche Entscheidungen über ihre Zukunftschancen fallen und wo Probleme von Kindern und Jugendlichen frühzeitig sichtbar werden.

 

Seit dem 01.10.2000 und insbesondere auf der Grundlage der im Juni 2008 vom Kreistag verabschiedeten Konzeption zur Schulsozialarbeit wurde inzwischen an 18 Schulen bzw. Schulzentren im Ostalbkreis Schulsozialarbeit mit einem Stellenumfang von insgesamt 13,5 Stellen eingerichtet.

 

 

II. Anträge der Gemeinden Abtsgmünd und Leinzell

 

Mit Schreiben vom 28.07.2010 beantragte Bürgermeister Georg Ruf die Förderung von Schulsozialarbeit an der Friedrich-von-Keller-Schule Abtsgmünd ab dem Schuljahr 2011/2012. In Abtsgmünd seien insbesondere durch die Eröffnung des Katholischen Freien Gymnasiums in den nächsten Jahren deutliche Zuwächse bei den Schülerzahlen zu erwarten. Die pädagogische Situation an der Schule habe sich bereits in den letzten Jahren zusehends verändert. Nach Einschätzung der Schulleitungen bedürften im Schnitt 3 bis 4 Kinder pro Klasse der besonderen Förderung durch die Schulsozialarbeit. Eine weitere Herausforderung wird bei Kindern gesehen, die aus besonders belasteten Familiensituationen, wie beispielsweise Trennung, Scheidung und Todesfälle kommen. Zunehmend würden soziale Probleme auftreten, die von den Lehrerinnen und Lehrern nicht mehr alleine bewältigt werden könnten.

 

Für die Gemeinde Leinzell und alle Verbandsgemeinden des Verwaltungsverbandes

Leintal-Frickenhofer Höhe beantragte Bürgermeister Ralph Leischner am 07.09.2010 die Förderung von Schulsozialarbeit durch den Ostalbkreis an der Realschule und Werkrealschule Leinzell. Bürgermeister Leischner verweist auf eine Bedarfseinschätzung des Staatlichen Schulamtes in Göppingen, das die Einrichtung von Schulsozialarbeit in Leinzell ausdrücklich befürwortet habe. Die Schulleitungen der Realschule und der Werkrealschule bekräftigten den Antrag mit der Schilderung einer Reihe von markanten Fallbeispielen.

 

III. Stellungnahme der Verwaltung

 

Unter Berücksichtigung der bereits erwähnten kreiseigenen Fachkonzeption sieht die Verwaltung die Voraussetzungen für die Einrichtung von Schulsozialarbeit an beiden Schulen für gegeben. Insbesondere sind dabei die wachsenden Zahlen von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten und besonderem, individuellem Förderbedarf, die Kinder aus Familien mit besonderen Belastungsfaktoren und der zunehmende Beratungs- und Unterstützungsbedarf von Eltern zu berücksichtigen.

 

Die jeweils großen Einzugsgebiete der beiden Schulen spiegeln sich in den Schülerzahlen wider. Die Friedrich-von-Keller-Schule in Abtsgmünd besuchen derzeit insgesamt 720 Schüler. In den nächsten Jahren wird unter Berücksichtigung des Katholischen Freien Gymnasiums ein starker Zuwachs erwartet. Die Gesamtschülerzahl wird dann auf rund 1.300 ansteigen. Das Schulzentrum Leinzell hat derzeit rund 800 Schülerinnen und Schüler.

 

Die Verwaltung kann die Begründungen für die gewünschte Einrichtung von Schulsozialarbeit an beiden Schulen inhaltlich nachvollziehen. Auch im Vergleich zu anderen Schulen, an denen Schulsozialarbeit mit finanzieller Beteilung des Ostalbkreises eingesetzt wird, wäre eine Förderung gerechtfertigt. Gleichwohl waren sich Verwaltung und Kreistag bei allen maßgeblichen Entscheidungen der Vergangenheit darüber im Klaren, dass ein weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel möglich ist. Diese Einschränkung ist auch in der Fachkonzeption vom Juni 2008 ausdrücklich vermerkt.

 

Die Beratungen zum Kreishaushalt 2011 werden wesentlich vom Maßnahmenpaket zur Umsetzung von Einspar- und Optimierungspotentialen bestimmt. Der Jugendhilfehaushalt 2011 liegt 300.000 € unter dem Ansatz des Jahres 2010. Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es größter Anstrengungen des Geschäftsbereiches Jugend und Familie und einer konsequenten Fortsetzung des kinder- und jugendhilfepolitischen Weges, der insbesondere präventive und familienunterstützende Ansätze verfolgt. Zusätzliche Aufgaben und Ausgaben können angesichts dieser schwierigen Rahmenbedingungen nicht geschultert werden.

 

 

 

Finanzierung und Folgekosten

Finanzierung und Folgekosten

 

Der Ostalbkreis fördert im Haushaltsjahr 2011 die Schulsozialarbeit mit insgesamt 337.300 €. Grundsätzlich umfasst der Finanzierungsanteil des Landkreises 50 % der Personalkosten. Die übrigen Personalkosten und Sachkosten werden von den Schulträgern finanziert. Der Ostalbkreis hat mit die höchste finanzielle Förderung aller Landkreise in Baden-Württemberg.

Anlagen

Anlagen

 

Antrag der Gemeinde Abtsgmünd vom 28.07.2010

Antrag der Gemeinde Leinzell vom 07.09.2010

 

 

 

 

Sichtvermerke

 

Geschäftsbereichsleiterin

__________________________________________

 

Funk

 

 

Dezernent/in

__________________________________________

 

Rettenmaier

 

 

Dezernat II

__________________________________________

 

Kurz

 

 

Landrat

__________________________________________

 

Pavel

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Antrag der Gemeinde Abtsgmünd vom 28.07.2010 (113 KB)    
Anlage 2 2 Antrag der Gemeinde Leinzell vom 07.09.2010 (882 KB)