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Antrag der Verwaltung
Der Ausschuss für Bildung und Finanzen nimmt den Bericht zur Kenntnis und erwartet, dass alles unternommen wird, um die Lehrerunterversorgung durch weitere Deputate abzubauen. Sachverhalt/Begründung
In seiner Sitzung am 27. Februar 2007 hat der Kreistag des Ostalbkreises folgenden einstimmigen Beschluss gefasst: „Der Kreistag sieht mit großer Sorge die Entwicklung der Lehrerversorgung an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis und fordert das Land dringend auf, im Rahmen einer offensiven Bildungspolitik eine ausreichende Lehrerversorgung an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises im Schuljahr 2007/2008 und in den Folgejahren sicher zu stellen.“
Auch in diesem Jahr hat aufgrund der Beratung im Kreistag am 10. März 2009 Landrat Pavel rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres 2009/2010 mit Schreiben vom 19. März 2009 diese Sorge und Forderung erneut gegenüber Herrn Kultusminister Helmut Rau MdL zum Ausdruck gebracht und betont, dass eine ausreichende Lehrerversorgung an den Beruflichen Schulen des Ostalbkreises auch für das kommende Schuljahr höchste Priorität hat. Dies auch unter dem Aspekt, dass dank der großzügigen Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg der Ostalbkreis in den zurückliegenden Jahren über 50 Mio. € in die Erweiterung, Umbau und Ausstattung von Lehr- und Unterrichtsmitteln an den Beruflichen Schulen in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd investiert hat.
Mit Schreiben vom 3. Mai 2009 hat Herr Kultusminister Rau u. a. mitgeteilt, dass seitens des Landes im Lehrerbereich immense Anstrengungen unternommen wurden, damit die Gesamtunterrichtsversorgung der Beruflichen Schulen kontinuierlich und deutlich verbessert werden konnte - trotz insgesamt angestiegener Schülerzahlen bei gleichzeitig starker Zunahme im ressourcenintensiven Vollzeitbereich. So wurden in den Jahren 2000 bis 2006 insgesamt über 1.800 zusätzliche Stellen bereitgestellt und im Jahre 2007 nochmals 100 Stellen aus anderen Schularten zugunsten der Beruflichen Schulen umgeschichtet. Im Jahr 2008 wurden alle freigewordenen Stellen wiederbesetzt und im Schuljahr 2009/2010 werden nicht nur die allgemein bildenden, sondern auch die Beruflichen Schulen von Verbesserungen im Zuge der Qualitätsoffensive Bildung profitieren - seien es die Ingenieurszuschläge im Metall- und Elektrobereich, die Erhöhung der Leitungszeit für Schulleiter oder die zusätzlichen Stellen für den Ausbau der Betreuung Unter-Dreijähriger. Diese Anstrengungen spiegeln sich auch im Ausbau der vollzeitschulischen Bildungsgänge wider. Gerade die Beruflichen Gymnasien wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut; die Zahl der Schülerinnen und Schüler stieg landesweit von über 37.000 im Schuljahr 2000/2001 auf über 46.300 im Schuljahr 2008/2009, also um 9.300 bzw. um ein Viertel. Entsprechend wurden im selben Zeitraum rund 100 zusätzliche Eingangsklassen eingerichtet.
Daher hat das Kultusministerium im April entschieden, die bislang vorgesehene Umschichtung von 45 der rechnerisch frei werdenden über 200 Stellen zulasten der Beruflichen Schulen nicht vorzunehmen, sondern im Bereich der Beruflichen Schulen zu belassen. Diese Stellen konnten noch im Zuge des Hauptausschreibungsverfahrens im Monat April zur Stellenausschreibung freigegeben werden.
Der Schul- und Kulturausschuss des Kreistags hat am 19. Mai 2009 erneut ausführlich dieses Thema beraten und das Land und alle gesellschaftlichen Kräfte aufgerufen, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine ausreichende Klassen- und Lehrerversorgung an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis sicherzustellen.
Der Ministerrat hat im Mai 2009 zugestimmt, dass zum neuen Schuljahr 2009/2010 die Beruflichen Schulen 100 zusätzliche Lehrerstellen erhalten.
Eine Umfrage bei den Schulleitungen an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis hat ergeben, dass für das Schuljahr 2009/2010 noch ein voraussichtliches Lehrerdefizit von 26,1 Stellen besteht. Die Aufschlüsselung nach Schulen ist der Vorlage als Anlage beigefügt. Dieses Defizit kann sich noch geringfügig nach oben oder unten verändern. Positiv zu werten ist, dass gegenüber dem Stand April 2009 (41,7) sich das Defizit um 15,6 Deputate reduziert hat. Auch im Vergleich mit den Erhebungen vom September 2007 (35,2) hat sich das Defizit um 9,1 Deputate reduziert. Ein positiver Trend ist zu erkennen. Die Zahlen belegen aber auch, dass aufgrund einer Lehrerunterversorgung der Unterricht immer noch nicht in vollem Umfang erteilt werden kann.
Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass Regierungspräsidium und Schulen Probleme haben, freie Stellen mit geeigneten Bewerbern, insbesondere im Höheren Dienst, zu besetzen. Trotz aller Anstrengungen der Beruflichen Schulen den Unterricht sicherzustellen, gefährdet ein verkürzter Unterricht einen erfolgreichen Schulabschluss. Eine weitere Erhöhung der Überstunden ist aufgrund der schulinternen Krankheitsvertretung der Lehrer (keine Krankheitsreserve für Berufliche Schulen) nicht mehr möglich.
Trotz der Zuweisung von rund 19 Neustellen ist es auch zukünftig unabdingbar, auf allen Ebenen verstärkt auf die Lehrerunterversorgung an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis hinzuweisen, um gezielt weitere Deputate zu erhalten.
Finanzierung und Folgekosten
Keine
Anlagen
Lehrerunterversorgung an den Beruflichen Schulen im Ostalbkreis
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