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Vorlage - 263/09  

 
 
Betreff: Einrichtung eines Wirbelsäulenzentrums am Klinikum Schwäbisch Gmünd und Wahl des Chefarztes
Status:öffentlich  
Federführend:Klinikum Schwäbisch Gmünd   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kliniken und Gesundheit Entscheidung
16.06.2009 
Sitzung des Krankenhausausschusses geändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung

 

1.                 Der Krankenhausausschuss stimmt der künftigen Organisation des Wirbelsäulenzentrums am Klinikum Schwäbisch Gmünd als medizinisch selbständige Abteilung zu.

 

2.                 Der Krankenhausausschuss wählt den Leitenden Arzt Dr. med. Roland Rißel ab 01.07.2009 zum Chefarzt des Wirbelsäulenzentrums am Klinikum Schwäbisch Gmünd. Der Krankenhausdirektor wird ermächtigt, den Dienstvertrag mit Herrn Dr. Rißel abzuschließen.

 

 

 

Sachverhalt/Begründung

I Sachverhalt/Begründung

 

In den vergangenen 10 Jahren hat die differenzierte Behandlung von Wirbelsäulenleiden einen enormen Aufschwung erfahren und ist nicht mehr vergleichbar mit den früheren konservativen und operativen Verfahren. Vor allem die Operationstechniken unterlagen einer stürmischen Entwicklung und machen Heilungen in einem früher undenkbaren Ausmaß möglich.

 

Die Entwicklung vollzog sich in den folgenden drei Segmenten:

 

 

Traumatologie

 

In diesem Segment geht es um die differenzierte und zügige Behandlung von Brüchen oder sonstigen Verletzungen der Wirbelsäule. Ziel ist es dabei, die Stabilität der Wirbelsäule, die Achsenverhältnisse und die neurologische Situation vor dem Unfall wiederherzustellen. Dazu sind komplizierte Wirbelsäuleneingriffe entwickelt worden und werden stetig weiter entwickelt. Die in zunehmendem Maße gewünschten und vorangetriebenen Traumanetzwerke - das Klinikum Schwäbisch Gmünd und das Ostalb-Klinikum Aalen arbeiten im Traumanetzwerk der Universität Ulm mit - fordern heute die bestmögliche Behandlung von Patienten mit Wirbelsäulenverletzungen.

 

 

Onkologische Wirbelsäulenchirurgie

 

Der zweite Grund, weshalb die Behandlung von Wirbelsäulenleiden eine zunehmende Dynamik in den letzten Jahren erfahren hat, ist die Ausweitung der Onkologischen Schwerpunkte und die Zentrenbildung, im Ostalbkreis abgebildet als Zentren für Brust- und Darmkrebs.

 

Diese onkologischen Zentren benötigen die Wirbelsäulenchirurgie für die Behandlung von Tochtergeschwülsten in der Wirbelsäule mit Instabilitäten und neurologischen Störungen. Im Speziellen bedeutet dies z. B., dass Frauen mit metastasierendem Brustkrebs nach operativer Stabilisierung wieder in der Lage sind, das Bett zu verlassen, sie keine Schmerzen mehr haben und damit ein hohes Maß an Lebensqualität für die ihnen verbleibende Zeit zurückgewinnen. Auch die Vermeidung drohender Querschnittläsionen ist ein Segen für diese Patienten. Will man Onkologie suffizient betreiben, bedeutet dies konsequenterweise, personell und finanziell in die Wirbelsäulenchirurgie zu investieren.

 

 

Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule

 

Der bezüglich der Zahl der Patienten bedeutendste Teilbereich der Wirbelsäulenchirurgie sind die degenerativen Schäden der Wirbelsäule. Menschen mit chronischen, immobilisierenden, äußerst schmerzhaften Wirbelsäulenleiden konnten bisher nur mit unzureichenden Maßnahmen (Krankengymnastik, Bäderbehandlung, Injektionen, Schmerzmitteln, usw.) behandelt werden.

 

 

 

Subtile operative Maßnahmen zur Erweiterung der Nervendurchtrittsräume, aber auch zur Stabilisierung instabiler Wirbelsäulensegmente, standen nicht zur Verfügung. Die Patienten suchten oft mehrere verschiedene Ärzte auf, ohne eine zufriedenstellende Linderung ihrer Beschwerden zu erreichen.

 

Mit überschaubaren, sehr gezielten Eingriffen, oft in minimal-invasiver Technik, ist es heute möglich, diesen Patienten wieder Lebensqualität zurück zu geben. Nicht nur die demografische Entwicklung spricht dafür, dass sich in diesem Segment eine starke Nachfrage nach klinischen Angeboten entwickeln wird.

 

 

II. Entwicklung der Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Schwäbisch Gmünd

 

Das Klinikum Schwäbisch Gmünd hat innerhalb der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Wiedemann eine Subspezialisierung vorgenommen. Bereits im Oktober 2005 wurde ein Oberarzt mit der Schwerpunktbezeichnung „Wirbelsäulenchirurgie“ eingestellt, der sich ausschließlich diesem Fachgebiet widmete.

 

Nachdem dieser Arzt im Jahr 2007 eine Praxis übernommen hat, konnte mit Dr. Roland Rißel, Facharzt für Orthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie und spezielle Orthopädische Chirurgie, ein hoch kompetenter Nachfolger gewonnen werden. Er ist derzeit als Leitender Arzt in der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie eingegliedert, für den Bereich der Wirbelsäulenchirurgie aber medizinisch letztverantwortlich.

 

Im Jahr 2008 wurden über 400 große Wirbelsäuleneingriffe durchgeführt. Die behandelten Patienten stammen zu 98 % aus der Raumschaft Schwäbisch Gmünd. Regelmäßig sind 25 - 30 Betten der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie mit Patienten mit Wirbelsäulenleiden belegt. Die Ambulanzsprechstunden sind über Monate hinaus ausgebucht. Auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Wirbelsäulenchirurgie positiv zu bewerten, da sie nach DRG-Bedingungen hoch bewertet ist.

 

 

III. Zukünftige Struktur der Wirbelsäulenchirurgie im Ostalbkreis

 

Die Betriebsleitungen des Ostalb-Klinikums Aalen und des Klinikums Schwäbisch Gmünd haben ein gemeinsames Positionspapier zur Struktur der Wirbelsäulenchirurgie an den Kliniken des Ostalbkreises erarbeitet. Ergebnis der gemeinsamen Analyse und der Überlegungen zur künftigen Ausrichtung der Wirbelsäulenchirurgie ist, dass das Ostalb-Klinikum Aalen und das Klinikum Schwäbisch Gmünd aufgrund ihres Leistungsspektrums eine eigenständige Kompetenz im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie benötigen.

 

Die Analyse des Einzugsgebietes Ostalbkreis mit seinen knapp 320.000 Einwohnern zeigt, dass für beide Kliniken in der Wirbelsäulenchirurgie ein genügend großes Patientenpotenzial vorhanden ist, um eine leitliniengerechte, qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Leistungserbringung zu ermöglichen. Das Klinikum Schwäbisch Gmünd würde dabei schwerpunktmäßig den Altkreis Schwäbisch Gmünd und angrenzende

 

 

westliche und nördliche Regionen abdecken (ca. 160.000 Einwohner), das Ostalb-Klinikum Aalen den Altkreis Aalen und das östliche Umland, ebenfalls ein Einzugsgebiet von etwa 160.000 Einwohnern.

 

In dem gemeinsamen Positionspapier wird von der Betriebsleitung des Ostalb-Klinikums Aalen und des Klinikums Schwäbisch Gmünd einvernehmlich folgende Ausrichtung der Wirbelsäulenchirurgie empfohlen:

 

Im Ostalb-Klinikum wird durch die Wahl von Herrn Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Kröber, Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie, dieser Schwerpunkt unter dem Dach der Abteilung für Unfallchirurgie/Orthopädie angesiedelt, mit einer weiteren Oberarztstelle verstärkt und mit der Neurochirurgie verwoben.

 

Am Klinikum Schwäbisch Gmünd soll das Segment „Wirbelsäulenchirurgie“ aus der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie herausgelöst und ein organisatorisch selbständiges und chefarztgeführtes Wirbelsäulenzentrum eingerichtet werden. Diese Umstrukturierung wird der Bedeutung dieses medizinischen Schwerpunktes besser gerecht werden und sowohl die Innen- und Außendarstellung bei Ärzten und Patienten verbessern.

 

 

IV. Organisation des Wirbelsäulenzentrums am Klinikum Schwäbisch Gmünd

 

Patienten mit Wirbelsäulenleiden werden nicht nur operativ, sondern auch konservativ behandelt, so dass die neue Abteilung „Wirbelsäulenzentrum“ benannt werden soll. Die Betriebsleitung schlägt dem Krankenhausausschuss vor, den Leitenden Arzt Dr. Roland Rißel zum Chefarzt zu wählen, da er in den vergangenen 17 Monaten den Schwerpunkt zu seiner heutigen Bedeutung ausgebaut und bewiesen hat, eine optimale Patientenversorgung gewährleisten und das Zentrum leiten zu können. Die persönlichen Daten von Dr. Herrn Dr. Rißel sind aus der Anlage 1 ersichtlich.

 

Fest zugeordnet werden ihm ein Oberarzt, ein Funktionsoberarzt und eine Sekretärin. Das nachgeordnete Personal wird zusammen mit dem Zentrum für Unfallchirurgie/Orthopädie geteilt - dies in gegenseitiger Absprache und in fester Rotation. So können die Fertigkeiten des ärztlichen und sonstigen Personals erweitert werden. Weiterhin kann die volle Weiterbildung im Fach Unfallchirurgie/Orthopädie sowie den Modulen „Spezielle Unfallchirurgie“ und „Spezielle orthopädische Chirurgie“ abgebildet werden, ein wichtiges Signal zum Gewinn junge Ärzte zu Beginn ihrer praktischen Tätigkeit.

 

Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdienste werden vom Personal beider Zentren gemeinsam abgedeckt. Synergieeffekte gibt es auch durch den Einsatz des Ambulanzpersonals und des Schreibdienstes für beide Zentren sowie der gemeinsamen Belegung der Stationen. Das beiliegende Organigramm (Anlage 2) bildet die Strukturen ab.

 

 

 

 

 

 

 

Investitionen operativer und baulicher Art sind nicht erforderlich. Spezielle Röntgengeräte, Instrumentarien und Operationstische wurden bereits bei Einführung der Wirbelsäulenchirurgie vor 2 Jahren getätigt. Zur räumlichen Verbesserung wurden drei
Oberarztzimmer verlegt und Ambulanzräume eingerichtet. Arztdiensträume werden im Zuge der Umbaumaßnahmen eingerichtet. Durch Umschichtung im Operationsbereich, Verlängerung der Operationszeiten in den Abend hinein, Verlagerung des Ambulanten Operierens ins Margaritenhospital wurden und werden Operationskapazitäten geschaffen, die u. a. dem Wirbelsäulenzentrum zur Verfügung stehen, so dass dauerhaft keine Engpässe zu erwarten sind. Organisatorische Veränderungen im Bereich Intensiv und Aufwachraum werden Kapazitäten für die Nachbetreuung der Patienten schaffen.

 

Finanzierung und Folgekosten

 

 

Anlagen

Anlagen

 

1) Anlage 1: Persönliche Daten Herr Dr. med. Roland Rißel

2) Anlage 2: Organigramm

 

 


 

 

Sichtvermerke

 

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Weller (Stv. Krankenhausdirektor)


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Dezernat II

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Hubel

Landrat

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Pavel