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Vorlage - 103/08  

 
 
Betreff: Neubau / Sanierung des Gebäudes Frauenklinik am Ostalb-Klinikum Aalen
Status:öffentlich  
Federführend:Ostalb-Klinikum   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kliniken und Gesundheit Entscheidung
15.07.2008 
Sitzung des Krankenhausausschusses ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung

 

1.     Der Krankenhausausschuss stimmt der Variante C
- Neubau für die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Sanierung der Bauteile 5 und 6
- ersatzloser Abriss des Bauteils 7
als weitere Planungsgrundlage für den Neubau / Sanierung des Gebäudes Frauenklinik am Ostalb-Klinikum zu.

 

2.     Die Betriebsleitung wird beauftragt, ein 2-stufiges VOF-Verfahren für die Planungsleistungen durchzuführen. Das VOF-Verfahren soll sofort eingeleitet werden, damit die Planungen Ende 2008 beginnen können.

 

 

Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung

 

1. Ausgangslage.

 

Die Sanierung des Gebäudes „Frauenklinik“ (Baujahr 1964) steht seit Längerem zur Diskussion. In der Krankenhausausschusssitzung am 23. Juli 2007 hat die Betriebsleitung erstmals konkret über die verschiedenen Schwachpunkte des Gebäudes berichtet:

 

  • Erhebliche Verschleißerscheinungen
  • Technische Defizite, z.B. bei den Wärme-, Heizungs- und Sanitärinstallationen oder der Wärmedämmung
  • Raum- und Stationszuschnitte, mit denen ein rationelles Arbeiten auf aktuellem Stand nicht möglich ist
  • Art und Anzahl der Sanitäranlagen, Aufenthalts- und Wartebereiche sowie der Zuschnitt der Zimmer entsprechen in keinster Weise den Anforderungen an eine patientenorientierte Krankenhausversorgung im Jahr 2008

 

Bedingt durch die technischen Defizite verursachen die betroffenen Gebäudeteile erhebliche Betriebskosten. Daneben ist auch ein wirtschaftlicher Personaleinsatz durch die aus heutiger Sicht „falschen“ Stationszuschnitte nicht möglich.

 

2. Bisheriges Vorgehen

 

  • Der Krankenhausausschuss hat in der Sitzung vom 23. Juli 2007 der Betriebsleitung den Auftrag erteilt, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie weitere Grundlagen zu ermitteln.

 

  • Das Projekt „Sanierung Gebäude Frauenklinik“ wurde gemeinsam mit dem Projekt „Sanierung Endoskopie“ in den Vermögensplan 2008 aufgenommen.

 

  • Das Büro Isin, Aalen, hat im ersten Quartal 2008 eine Machbarkeitsstudie erstellt. Ergebnisse dieser Studie wurden in der Krankenhausausschusssitzung am 21. April 2008 vorgestellt.

 

  • Der Krankenhausausschuss hat in der Sitzung am 21. April 2008 nochmals eine ausführliche Begehung der betroffenen Gebäudeteile vorgenommen.

 

 

 

 

  • Der Krankenhausausschuss hat in der Sitzung vom 21. April 2008 die Betriebsleitung beauftragt, bis zur nächsten Sitzung die vorgestellte Variante C
    - Neubau für die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    - Sanierung der Bauteile 5 und 6
    - ersatzloser Abriss des Bauteils 7
    detaillierter zu betrachten, insbesondere die Fragestellungen
    - Wie verändern sich die Betriebskosten durch die Baumaßnahmen?
    - Welche Nutzungen werden in den sanierten Bereichen der Bauteile 5 und 6 untergebracht?

 

3. Aktueller Sachstand

 

Neubau für die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Das vorgesehene Baufenster reicht definitiv aus, um die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

  • 1 Station für Gynäkologie und Onkologie mit 38 Betten
  • 1 Entbindungsstation mit 26 Betten
  • Kreißsaalbereich
  • 1 neonatologische Intensivstation mit 13 Plätzen
  • Ambulanzräume
  • Elternschule

im neuen Gebäude mit den erforderlichen Flächen unterzubringen.

Die notwendigen Gründungsarbeiten, die teilweise den Bestand tangieren, sind technisch ausführbar.

 

Gebäudeteil 5

Der Gebäudeteil 5 muss saniert werden. Es sind neue Einbauten und teilweise veränderte Zugänge notwendig.

 

Gebäudeteil 6

Der Gebäudeteil 6 muss mit hohem Aufwand saniert werden. Dieser Gebäudeteil aus dem Jahr 1964 ist insbesondere energetisch in einem sehr schlechten Zustand. Die Firma e-con AG hat zu diesen Fragen ein Gutachten erstellt, Zitat:

 

„Man erkennt schnell, dass die Gebäude im Allgemeinen stark von den heute anstrebenswerten U-Werten [U = Wärmedurchgangskoeffizient; je größer der Wert, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft] von 0,35 Watt/m² x Kelvin (W/m2K) abweichen . Bei den Gebäuden muss man also mit einem 2 bis 6-fach so hohen Wärmeverbrauch gegenüber einem neuen Gebäude rechnen.

 

Das Gebäude 5 erreichte einen U-Wert von 0,5 W/m²K und ist damit das Beste. Die Gebäude 7 und 6 sind die schlechtesten. Vor allem am Gebäude 6 im Bereich der Balkons werden sehr schlechte U-Werte erreicht.

Besonders auffällig sind Beschädigungen der Gebäudehülle im westlichen Bereich des Gebäudes 7. Zehn bis zwanzig Zentimeter große Löcher zieren hier die Fassade. Auf den Thermografie-Grafiken sind die Wärmebrückeneigenschaften deutlich zu erkennen.“

 

Dieser Zustand ist angesichts der extrem steigenden Energiepreise nicht mehr zu verantworten.

 

Zukünftige Nutzung des Gebäudeteils 6:

  • Die mit Ausnahme der Außenfassade im Jahr 2002 für die Psychosomatik generalsanierte Ebene 5 im Gebäudeteil 6 kann so erhalten bleiben.
  • Die Ebenen 3 und 4, in denen heute die Stationen der Frauenklinik untergebracht sind, werden für Untersuchungs-, Behandlungs-, und Büroräume umgenutzt. Nasszellen werden hierfür nicht benötigt.
  • In Ebene 2 ist heute die neonatologische Intensivstation untergebracht. Diese wird zukünftig im Neubau in unmittelbarer Nähe zu den Kreißsälen lokalisiert sein. Die frei werdende Fläche grenzt direkt an die internistisch/neurologische Intensivstation welche dann optimal um 4-6 Betten für die Regionale Schlaganfalleinheit erweitert werden kann, welche zurzeit aus Platzgründen der Operativen Intensivstation angegliedert ist. Dies ist medizinisch nicht optimal und kann durch diese Rochade gelöst werden. In die verbleibenden Räume der Neonatologie kann das Zentrallabor integriert werden, dessen heutige Lage wiederum ideal für die Endoskopie ist.

 

Gebäudeteil 7

Der Gebäudeteil 7 ist nach Fertigstellung des Neubaus und der Sanierung der Gebäudeteile 5 und 6 entbehrlich und kann abgerissen werden.

 

4. Fazit

 

Die intensivere Analyse der Variante C sowie die Erkenntnisse der energetischen Bewertung geben uns die Sicherheit, mit der vorgeschlagenen Variante den richtigen Weg zu wählen. Die Variante C ist technisch machbar, energetisch sinnvoll und die frei werdenden Flächen im Bauteil 6 können gut genutzt werden. Der Abriss des Bauteils 7 eröffnet ideale Optionen für die Zukunft. Auch das erste Informationsgespräch mit den Verantwortlichen im Sozialministerium hat deutlich signalisiert, dass auch von Seiten der Fachbehörde die Variante C als die langfristig Richtige angesehen wird.

 

5. VOF-Verfahren

 

Die Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) regelt die Vergabe von freiberuflichen Dienstleistungsaufträgen, die nicht eindeutig und erschöpfend beschreibbar sind und die oberhalb der Schwellenwerte liegen. Planerische Leistungen von Architekten und Ingenieuren fallen unter die VOF. Der Schwellenwert oberhalb dessen ein europaweit ausgeschriebenes VOF-Verfahren durchzuführen ist, beträgt zurzeit netto 200.000 €. Dieser Wert wird bei der Baumaßnahme „Sanierung Gebäude Frauenklinik“ mit Sicherheit überschritten, sodass ein europaweit ausgeschriebenes VOF-Verfahren durchzuführen ist.

 

Finanzierung und Folgekosten

Finanzierung / Folgekosten:

 

Die Kosten des VOF-Verfahrens in Höhe von ca. 50.000 € sind im Wirtschaftsplan 2008 des Ostalb-Klinikums enthalten.

Anlagen

Anlagen

 

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Sichtvermerke

 

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Janischowski


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Dezernat II

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Hubel

Landrat

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Pavel