Bürgerinformationssystem
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Antrag der VerwaltungDie Arbeiten zur Belagserneuerung der Kreisstraße 3297 zwischen Elchingen und Hohenlohe werden an die Firma Kutter Spezialstraßenbau GmbH & Co.KG aus Ostfildern, zum nachgerechneten Bruttoangebotspreis von 354.881,80 € vergeben. Gleichzeitig wird der Kostenvoranschlag des Landratsamtes Ostalbkreis, Geschäftsbereich Straßenbau vom 09.06.2008 mit Gesamtkosten von 378.000 € genehmigt. Sachverhalt/BegründungDer Ostalbkreis als Straßenbaulastträger für Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von über 480 km hat die strukturpolitische Aufgabe, das Kreisstraßennetz im Rahmen sinnvoller Unterhaltungsmaßnahmen in einem verkehrsgerechten Zustand zu erhalten. Ein intaktes Straßennetz leistet einen erheblichen Beitrag zu einer erhöhten Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger, in dem es den Wirtschaftsstandort Ostalbkreis nachhaltig stärkt und einen hohen Sicherheitsstandard für den öffentlichen Personennahverkehr garantiert. Angesichts begrenzter Haushaltsmittel kommt neben dem Ausbau der Kreisstraßen den sogenannten Belagserneuerungen immer mehr Bedeutung zu, tragen sie doch dazu bei, den im Laufe der Jahre immer größer werdenden Unterhaltungsaufwand zu minimieren und die Verkehrssicherheit dauerhaft aufrecht zu erhalten. Klassische Belagserneuerungen (Auswechseln der Straßendeckschicht) werden fällig, wenn die „Substanz- und Gebrauchswerte“, die im Rahmen der Zustandsbewertung ermittelt wurden, der obersten Asphaltschicht so gemindert sind, dass durch Unebenheiten, Spurrinnen u. ä. die Verkehrssicherheit gefährdet ist und/oder die darunter liegenden Aufbauschichten der Straße in ihrer Substanz, also grundsätzlich, bedroht sind. Durch die allgemeine Überalterung des Straßennetzes und durch die ständig gestiegenen Verkehrsmengen, insbesondere aber durch den starken Zuwachs des LKW-Verkehrs mit seinen hohen und immer noch steigenden Achs- und Radlasten (z. B. „Gigaliner“) können die Straßen auch in ihren tieferliegenden Schichten geschädigt sein. Dies tritt vor allem bei Kreisstraßen auf, die in der Vergangenheit als Folge fehlender Haushaltsmittel nicht grundlegend saniert werden konnten. Notgedrungen wurde deshalb immer wieder versucht, durch einen sog. Dünnschichtbelag oder eine Oberflächenbehandlung den verkehrssicheren Zustand zu erhalten. Der so „gewachsene“, oftmals noch teerbelastete „Schichtenmix“ ist inhomogen und deshalb in seiner Tragfähigkeit sehr begrenzt. In diesen Fällen reicht im Sinne einer nachhaltigen Sanierung ein Austausch der obersten Deckschicht in der Regel nicht mehr aus, d. h. es wird eine ganz oder teilweise Oberbauerneuerung fällig. Dies bedeutet, dass unter Umständen alle Asphaltschichten erneuert werden müssen. Der Geschäftsbereich Straßenbau hat deshalb Überlegungen angestellt, welches Bauverfahren unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten in Zukunft für die oben beschriebenen Fälle geeignet ist. Aus Sicht des Geschäftsbereichs Straßenbau ist es wirtschaftlich sinnvoll, die sanierungsbedürftigen Schichten der Straßen nur insoweit abzutragen, als dies unbedingt nötig ist, und diesen Straßenaufbruch trotz eventueller Unzulänglichkeiten nicht zu entsorgen, sondern an Ort und Stelle wiederzuverwenden. Ein hierfür geeignetes Bauverfahren ist das sogenannte „Kaltrecycling“. Durch die Verwendung bereits vorhandener Baustoffe und das Wegfallen der Entsorgungskosten (Komplettrecycling) können im Vergleich zu einer konventionellen Belagserneuerung rund 10 % der Baukosten eingespart werden. Weitere Vorteile dieses Bauverfahrens sind die Schonung der natürlichen Ressourcen durch die Wiederverwendung von Baustoffen (kein Neumaterial erforderlich) und die Reduzierung der CO2-Belastung durch eine Minimierung der Transportwege im Zuge der Baumaßnahme. Das Kaltrecycling beinhaltet die folgenden Schritte: 1. Das Altmaterial wird mit einer Kaltfräse ausgehoben und durch Brechen in eine normgerechte Körnung gebracht. 2. Es können Zuschlagsstoffe wie Bindemittel zur Umhüllung von Schadstoffen (Teer) oder Mineralstoffe zur Erhöhung der Tragfähigkeit beigegeben werden. 3. Das neue Mischgut wird sofort wieder eingebaut und verdichtet. Das Umsetzen dieser Idee verlangt vom ausführenden Unternehmer große Erfahrung und einen besonderen Maschinenpark. Durch eine ausführliche Marktrecherche konnten durch den Geschäftsbereich Straßenbau zwei Spezialunternehmer, die Fa. Egli Straßenbau, Wetzikon (CH) sowie die Fa. Kutter Spezialstraßenbau GmbH & Co.KG, Ostfildern gefunden werden. Die seitens dieser Firmen angewandte Recyclingmethoden erscheinen aus Sicht des Geschäftsbereichs Straßenbau als technisch schlüssig, wirtschaftlich sinnvoll, nachhaltig und umweltgerecht. Obwohl sich das Bauverfahren der Fa. Egli in der Schweiz bereits bewährt hat, ist es in Deutschland noch relativ unbekannt. Positive Erfahrungsberichte liegen jedoch aus Bayern vor. Zudem hat das gemeinsame Kreisstraßenbauamt der Landkreise Göppingen und Esslingen das Bauverfahren schon erfolgreich eingesetzt. Auch das im Vergleich zum Verfahren der Fa. Egli als qualitätsmäßig etwas höher einzustufende Bauverfahren der Fa. Kutter Spezialstraßenbau wurde bereits in Deutschland außerhalb Baden-Württembergs mehrfach mit Erfolg angewandt. Der Geschäftsbereich Straßenbau möchte mit dieser „zukunftsträchtigen“ Bauweise Kaltrecycling“ eigene Erfahrungen sammeln, um sie bei Eignung eventuell im Ostalbkreis zu etablieren. Zu diesem Zweck sollen die Verfahren beider Firmen in der Praxis im Zuge von Belagserneuerungsmaßnahmen bei Kreisstraßen erprobt werden. Das Verfahren der Fa. Kutter Spezialstraßenbau soll dabei im Rahmen der im Sonderprogramm Straßenbeläge/Deckenverstärkungen enthaltenen Belagssanierung der Kreisstraße 3297 zwischen Elchingen und Hohenlohe zum Einsatz kommen. Diese Maßnahme wurde aufgrund der dort vorliegenden geographischen Verhältnisse und Witterungseinflüsse für repräsentativ gehalten und deshalb ausgewählt. Das gewählte Bauverfahren wird deutschlandweit nur von zwei Firmen, der Fa. Kutter Spezialstraßenbau GmbH & Co.KG, Ostfildern und der Fa. GMS Günter Meyer Gesellschaft für Fahrbahnsanierungen mbH, Merzenich-Girbelsrath angeboten. Aus diesem Grund hat der Geschäftsbereich Straßenbau nach Rücksprache mit dem Geschäftsbereich Rechnungsprüfung auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet und stattdessen eine „beschränkte Ausschreibung“ durchgeführt. Auf der Grundlage des Ausschreibungsergebnisses wurden die Gesamtkosten ermittelt.
Nach Prüfung und Wertung der Angebote schlägt der Geschäftsbereich Straßenbau vor, den Auftrag der Fa. Kutter Spezialstraßenbau GmbH & Co.KG, Ostfildern zum nachgerechneten Bruttoangebotspreis von 354.881,80 € zu erteilen. Die Firma ist in der Lage, die Arbeiten fachgerecht und ordnungsgemäß auszuführen. Die Gesamtkosten betragen nach dem Kostenvoranschlag vom 09.06.2008 insgesamt 378.000 €. Finanzierung und FolgekostenIm Haushalt ist folgende Finanzierung vorgesehen:
Gegenüber dem Haushaltsansatz ergibt sich eine Einsparung von 22.000 €. Anlagen---
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