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Vorlage - 071/08  

 
 
Betreff: Förderung von Projekten in der Dritten Welt und Osteuropa
Status:öffentlich  
Federführend:D e z e r n a t V   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Kenntnisnahme
01.07.2008 
Sitzung des Sozialausschusses geändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung:

Antrag der Verwaltung:

 

1. Kenntnisnahme zu I. und II.

 

2. Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III.

Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung:

 

 

I. Ausgangssituation und Allgemeines

 

Im Kreishaushalt 2008 sind unter der Haushaltsstelle 2.4980.9870 wiederum

45.000 € zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa eingesellt.

 

Aus dem Haushaltsjahr 2007 steht daneben ein Restbetrag in Höhe von 27.150 € zur Verfügung.

 

 

II. Neue Förderanträge

 

Derzeit liegen der Verwaltung folgende Zuwendungsanträge vor:

 

1. Antrag des Freundeskreises „Küche der Barmherzigkeit“, Schwäbisch Gmünd, auf 
 Förderung eines Straßenkinderprojektes in Gyumri/Armenien.

 

2. Antrag der Stiftung „Pro Vita“, Schwäbisch Gmünd, auf Unterstützung eines Kinderheimprojektes im Dorf Knong, Region Phom Phen in Kambodscha.

 

3. Antrag der Justus-von-Liebig-Schule Aalen auf Unterstützung der Hilfsprojekte für die Gehörlosenschule St. Vinzent in Ruhuwiko in Tansania.

 

4. Antrag der Stadt Heubach auf Förderung der medizinischen Grundversorgung in Anderamboukane in Mali.

 

5. Antrag von Frau Christel Trach-Riedesser, Hüttlingen, auf Unterstützung eines Hilfsprojektes in Burkina Faso.

 

6. Antrag des Katholischen Pfarramtes St. Peter und Paul Oberkochen, auf Unterstützung eines Partnerschaftsprojektes in Kariobangi in Kenia.

 

7. Antrag des Heuchlinger Helferkreises auf Förderung eines Missionsprojektes in Indien.

 

8. Antrag der Aktion Tschernobyl-Kinder Aalen - Hilfstransporte - auf Unterstützung bei der Beschaffung eines Operationsgerätes.

 

9. Antrag des Lions Club Aalen auf Förderung eines Schulbauprojektes in Togo.

 

 


III. Stellungnahme der Verwaltung zu den vorliegenden Anträgen und Förderempfehlung

 

1. Antrag des Freundeskreises der „Küche der Barmherzigkeit“, Schwäbisch Gmünd

 

Im Frühjahr 2008 ist die 14. Saison der „Küche der Barmherzigkeit“ in Armeniens Hauptstadt Eriwan zu Ende gegangen. Einmal mehr haben insbesondere Menschen aus und um Schwäbisch Gmünd mit ihren Spenden dafür gesorgt, dass rund 600 alte Menschen und 300 Kinder täglich mindestens 1 warme Mahlzeit bekommen haben. Am 17.10.2008 soll die 15. Saison der „Küche der Barmherzigkeit“ im Schwäbisch Gmünder Münster eröffnet werden.

 

Für den Freundeskreis der „Küche der Barmherzigkeit“ hat Pfarrer i. R. Karl-Heinz Scheide um Unterstützung des Ostalbkreises zur Durchführung eines neuen Projektes in Gyumri/Armenien gebeten.

 

Die Stadt Gyumri gehörte zu den durch das Jahrhunderterdbeben am 07.12.1988 am meisten zerstörten Städten der Region. Noch heute gibt es viele Menschen, darunter viele Familien, die in Behelfsunterkünften wohnen.

 

Die Kriminalitätsrate ist in den letzten Jahren stark angewachsen. Dies hängt insbesondere mit der hohen Arbeitslosigkeit und Abwanderung großer Teile der Gesellschaft zusammen. Verhaltensstörungen und Verwahrlosung bei Kindern und Jugendlichen sind weit verbreitet. Viele von ihnen leben auf der Straße oder notdürftig in Containern.

 

Diese Kinder werden durch das Armenische Rote Kreuz sowie durch eine Armenische Jugendhilfeeinrichtung betreut. Mit vielen Bemühungen wird versucht, die Rehabilitierung der oft straffällig und verwahrlost gewordenen Kinder und Jugendlichen voran zu bringen.

 

Mit seinem Hilfsprojekt will der Freundeskreis „Küche der Barmherzigkeit“ die Armenische Jugendhilfeeinrichtung unterstützen. Konkret geht es um die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Schulbedarf. Daneben sollen Beratungsangebote für die schulische und berufliche Zukunft der Kinder und Jugendlichen aufgebaut werden.

 

Der vorliegende Kostenplan, der den Projektzeitraum 2008 und 2009 umfasst, weist in der Summe Sach- und Personalausgaben für das Projekt in Höhe von 24.400 € aus. Sofern die finanziellen Grundlagen geschaffen werden können, soll das Projekt in den Folgejahren fortgesetzt werden.

 

Die Verwaltung schlägt vor, den Freundeskreis „Küche der Barmherzigkeit“ bei der Durchführung des o. a. Projektes mit 5.000 € zu unterstützen.

 

 

2. Förderantrag der Stiftung „Pro Vita“, Schwäbisch Gmünd

 

Seit ihrer Gründung setzt die Stiftung „Pro Vita“ ihre Schwerpunkte in den Kampf gegen Kinderhandel und Zwangsprostitution minderjähriger Mädchen sowie in die Resozialisierung von behinderten, missbrauchten und benachteiligten Kindern in der sogenannten „Dritten Welt“. Durch das gezielte Engagement der Stiftung konnten in den letzten Jahren die Lebensbedingungen für viele Menschen in Not in Nepal, Indien, Sri Lanka und Swasiland wirkungsvoll verbessert werden.

 

Anfang des Jahres 2007 wurde die Stiftung darauf aufmerksam, dass seit dem Ende der Diktatur der Roten Khmer und der Öffnung des Landes, die Zahl der Fälle von Kinderhandel und Kinderprostitution in Kambodscha explodiert. Schätzungsweise 100.000 Prostituierte „arbeiten“ in Kambodscha - ein Drittel ist jünger als 18 Jahre. Betroffen sind in der Regel fast nur Mädchen. Sie kommen aus armen ländlichen Regionen und den Slums der Städte. Viele Familien verkaufen ihre Kinder an Händler, da ihnen sichere und bezahlte Jobs versprochen werden.

 

Über die Deutsche Botschaft in Phom Phen kam „Pro Vita“ in Kontakt mit Herrn Roger Valkenborghs, dem Vereinsgründer von Kidshelp-Kambodscha e. V., einem privaten, konfessionell und politisch unabhängigen Verein für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Der Verein unterstützt speziell in der Region um die Hauptstadt Phom Phen arme Kinder und deren Familien durch verschiedene Projekte. Im Februar 2006 hatte der Verein ein Waisenhaus fertiggestellt, das bis zu 120 Kindern eine Heimat bieten kann.

 

In Abstimmung mit Kidshelp e. V. und Herrn Valkenborghs, hat sich die Stiftung „Pro Vita“ dazu entschlossen, auf dem Waisenhaus-Grundstück ein weiteres Haus zu errichten, das für den Aufenthalt und die Unterbringung von Helferinnen und Helfern, unter anderem auch aus Deutschland, verwendet werden soll. In einem nächsten Schritt ist der Bau eines kleinen medizinischen Zentrums vorgesehen.

 

Das von der Stiftung „Pro Vita“ geplante Gebäude wird ca. 20.000 € kosten.

 

Es wird vorgeschlagen, den Bau dieses Gebäudes mit 7.000 € zu unterstützen.

 

 

3. Förderantrag der Justus-von-Liebig-Schule Aalen

 

Seit mehr als 10 Jahren unterhält die Justus-von-Liebig-Schule Aalen eine Patenschaft mit der Gehörlosenschule St. Vinzent in Ruhuwiko/Tansania. Durch diese Unterstützung und das große Engagement der Vinzentinerinnen konnte vieles zum Wohle der Patenschule angestoßen und bewegt werden. Was gleichermaßen wichtig ist, ist jedoch die Tatsache, dass mit dieser Patenschaft das Bewusstsein für die Not in den Entwicklungsländern bei den Schülerinnen und Schülern der Justus-von-Liebig-Schule geschärft wurde.

 

Tansania ist das größte Land Ostafrikas. An den fruchtbaren tropischen Küstenstreifen schließt sich im Landesinneren die Steppe an. In der Mitte und im Süden liegt ein Hochplateau mit gemäßigtem Klima, das der Ost- und Zentralafrikanische Graben durchzieht.

 

Täglich sterben Menschen in Tansania, weil 80 % der erwachsenen Bevölkerung nur eine Mahlzeit am Tag haben. Bei Kindern sind es ca. 70 %. Tansania zählt immer noch zu einem der ärmsten Länder der Welt. 29 % der Kinder unter 5 Jahren sind untergewichtig und 43 % der Gesamtbevölkerung sind unterernährt.

 

Hörbehinderung und Armut stehen in den Entwicklungsländern in unmittelbarem Zusammenhang: Armut schafft Hörbehinderung, Hörbehinderung schafft Armut. Am problematischsten ist der fehlende Zugang zu Bildung und damit auch die mangelnde Möglichkeit, Gebärdensprache zu erlernen. Dies führt unweigerlich zu Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung.

 

Die Patenschule St. Vinzent in Ruhuwiko/Tansania benötigt dringend Werkzeuge für die eigene Schreinerei sowie Sachmittel für die Näherei. An mehreren Gebäuden müssen grundlegende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, weil ansonsten der Ausbildungsbetrieb gefährdet ist. In der Gehörlosenschule werden armen und gehörlosen Kindern auch Ausbildungsmöglichkeiten in handwerklichen Berufen geboten.

 

Die Verwaltung schlägt vor, die Justus-von-Liebig-Schule Aalen mit 4.000 € für ihr Patenprojekt in Tansania zu unterstützen.

 

 

4. Förderantrag der Stadt Heubach

 

Der Gemeinderat der Stadt Heubach hat im Februar 2008 beschlossen, eine neue Städtepartnerschaft zu gründen. Es handelt sich dabei um die Stadt Anderamboukane in Mali. Die Stadt Heubach wird dieses Projekt zusammen mit ihrer französischen Partnerstadt Laxou durchführen.

 

Unter Leitung von Bürgermeister Klaus Maier hat eine kleine deutsch-französische Delegation Anderamboukane Ende Januar 2008 besucht.

 

Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die natürlichen Grundlagen wie Bodenbeschaffenheit, Witterung und Topografie sind äußerst ungünstig. Das Vorrücken der Wüste gefährdet die Lebensgrundlage der Bewohner. Das Land ist vom Regen stark abhängig, weil die Nahrungsgrundlage einzig und allein aus der eigenen Ernte besteht.

 

Aufgrund des extrem hohen Wassermangels sind die hygienischen Verhältnisse katastrophal. Viele Krankheiten und Epidemien sind darauf zurückzuführen. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 53 Jahre.

 

Die Fläche von Anderamboukane beträgt ca. 9.000 km². Die Bevölkerung besteht zu 90 % aus Tuareg, die als Nomaden leben.

 

Um vor allem Frauen in der Schwangerschaft und nach der Entbindung zu unterstützen und die Menschen mit Impfungen gegen Krankheiten wie Malaria, Gelbfieber, Meningitis, Cholera, Hepatitis und ähnlichem zu versorgen, benötigt die Krankenstation in Anderamboukane Medikamente, Impfstoffe und eine kleine Grundausstattung an Sachmitteln und Geräten.

 

Die Stadt Heubach will für die Beschaffung dieser Medikamente und medizinischen Hilfsmittel sorgen und dazu noch weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände für die Krankenstation beschaffen. Neben dieser Unterstützung im Gesundheitswesen soll mit Heubacher Hilfe eine Verbesserung der Wasserversorgung und eine bessere Lebensmittelversorgung erreicht werden. Daneben sind Projekte mit einheimischen Handwerkern geplant.

 

Im ersten Schritt sollen die dringend benötigten Medikamente besorgt werden, allerdings nicht in Deutschland, sondern direkt in Mali, weil dort der Einkauf deutlich günstiger ist.

 

Die Verwaltung schlägt vor, das Heubacher Hilfsprojekt in Mali mit 6.000 € zu unterstützen.

 

 

5. Förderantrag von Frau Christel Trach-Riedesser, Hüttlingen

 

Mit bewundernswertem Engagement unterstützt Frau Trach-Riedesser seit Jahren kirchliche Einrichtungen in Burkina Faso. Burkina Faso in Westafrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, zeichnet sich heute jedoch durch eine gewisse Stabilität und kulturelle Vielfalt aus. Regelmäßig wiederkehrende Dürreperioden sorgen oft für große Not der hauptsächlich als Bauern lebenden Bevölkerung. Etwa 90 % der Bevölkerung leben von Anbau von Obst, Gemüse und Getreide für den Eigenbedarf. Für den Export wichtig sind Erdnüsse und vor allem Baumwolle.

 

Frau Trach-Riedesser unterhält Kontakte zur Kongregation der Brüder der Heiligen Familie in Ouagadougou, der Hauptstadt und größten Stadt von Burkina Faso und zu Schwester Rosemarie Zane von der Kongregation der Schwestern der Unbefleckten Empfängnis ebenfalls in Ouagadougou. In beiden Einrichtungen sorgt sie mit Spenden seit Jahren dafür, dass die Kosten für das Essen bedürftiger Schüler, Schulgeld, Schulmaterialien, Impfungen und Kleidung finanziert werden können.

 

Durch die starken Regenfälle im Herbst letzten Jahres wurde die einzige Grundschule in Godin, einer ca. 11.000 Einwohner zählenden Ortschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Wiederaufbau ist derzeit eines der drängendsten Probleme. Daneben müssen schnellstmöglich Hütten für ca. 500 Familien aufgebaut werden, die durch die Fluten obdachlos geworden sind.

 

Neben diesen Projekten sind die Menschen auf den Bau von Brunnen angewiesen. Die große Zahl von Kindern im Schulalter macht in Kürze den Bau einer zweiten Grundschule in Godin notwendig. Die räumliche Enge und der eklatante Mangel an Unterrichtsmaterialien sind nahezu unbeschreiblich.

 

Wie Frau Trach-Riedesser ausführt, sind Lebensmittel in den letzten Monaten um mehr als 300 % teurer geworden. Ein Bauer oder ein Handwerker in Burkina Faso haben einen Tageslohn von ca. 80 Cent. Dies reicht weder für die Ernährung der Familie noch für die Schulbildung der Kinder.

 

Die Verwaltung schlägt vor, Frau Trach-Riedesser zur Umsetzung ihrer Hilfsprojekte in Burkina Faso mit 5.000 € zu unterstützen.

 

 

6. Zuwendungsantrag der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul, 
 Oberkochen

 

Seit 25 Jahren unterhält die Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul aus Oberkochen eine Partnerschaft mit der großen Slumgemeinde Kariobangi (ca. 350.000 Einwohner) in Kenia, am Rande von Nairobi. Durch vielerlei Aktionen und zahlreichen Einzelspenden, vor allem aber dem Reinerlös des jährlichen Kirchweihfestes, wird regelmäßige finanzielle Unterstützung für Karionbangi geleistet. Damit werden soziale Dienste, Kinderspeisungsprogramme, die Mutter-Kind-Klinik, Straßenkinderprojekte, Aids-Kranke und Aids-Waisen unterstützt. Auch für kirchliche Bauten, Schulen und Kindergärten wird Hilfestellung geleistet.

 

Seit 30 Jahren wird die große Pfarrei Kariobangi von den Comboni-Missionaren geleitet. Als Tagelöhner, Straßenhändler und Arbeitslose kämpfen sich die Menschen durch das Leben. Die Armut hat viele Gesichter. Kinder und Jugendliche leben vom nahe gelegenen Müllplatz und suchen nach Resten, die Nairobi übrig lässt. Mütter versuchen dort ihren Lebensunterhalt für ihre Kinder zu finden.

 

Viele Hunderte von Kindern schlagen sich als Straßenkinder in Karionbangi durch das Leben. Man sieht sie in den Straßen bettelnd und klebstoffschnüffelnd, um sich den Hunger zu vertreiben. Viele von ihnen gruppieren sich in kleinen Banden und leben von Überfällen und Diebstählen.

 

Mit ihrer Sozial- und Missionsarbeit versuchen die Comboni-Missionare Kinder in ein normales Leben zu führen. Sobald möglich und so viele wie möglich werden in Schulen aufgenommen. Jedes Jahr werden rund 270 Kinder, die drogenabhängig oder kriminell geworden sind, rehabilitiert. Die Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul möchte in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Schülerspeisung in Kariobangi und die Schulausbildung unterstützen. Die Schülerspeisung für eine Schulklasse (60 Schüler) kostet in einer Woche ca. 22 €. Die Kosten der Schulausbildung für ein Waisenkind betragen im Monat ca. 18 €.

 

Es wird vorgeschlagen, das Hilfsprojekt der Kirchengemeinde St. Peter und Paul Oberkochen mit 5.000 zu unterstützen.

 

 

7. Förderantrag des Heuchlinger Helferkreises

 

Seit nunmehr 16 Jahren unterstützt der Heuchlinger Helferkreis ein Missionsprojekt in Nordindien. Mit verschiedensten Aktivitäten, unter anderem Flohmärkten, regelmäßigem Verkauf von Kaffee und Kuchen, Gartenfesten und privaten Spenden erhält Pfarrer Philip jährlich ca. 10.000 € und kann mit diesen Mitteln insbesondere schulische und soziale Projekte umsetzen.

 

Pfarrer Philip arbeitet im Missionsgebiet Patna in Nordindien. Es ist das ärmste und rückständigste Bundesland Indiens. Auf einer Fläche fünfmal so groß wie Baden-Württemberg leben ca. 85 Mio. Menschen. 70 % von ihnen sind Analphabeten.

 

Das Missionsgebiet Patna umfasst 43 Missionsstationen. Nur mit Hilfe von ausländischen Organisationen und Initiativen können diese ihre wichtige humanitäre Arbeit leisten und fortsetzen. Schlechte Straßenverhältnisse, wochenlang keine Stromversorgung, weit abgelegene Dörfer, die nur durch stundenlangen Fußmarsch zu erreichen sind, Krankheiten wie Malaria, Polio und Lepra, kennzeichnen neben schwierigen klimatischen Bedingungen die dortigen Verhältnisse.

 

Pfarrer Philip legt seine Schwerpunkte auf Schulbildung, um somit langfristig Hilfe zu ermöglichen.

 

Das Projekt, für das der Heuchlinger Helferkreis um Unterstützung des Ostalbkreises bittet, soll ca. 80 Jugendlichen eine schulische und berufliche Ausbildung ermöglichen.

 

Die Jugendlichen kommen aus weit abgelegenen Dörfern, sie haben noch nie eine Schule besucht. Oft haben diese Jugendlichen Sklavenarbeit auf den Feldern oder in Fabriken leisten müssen. Die Missionare holen sie in ihre Einrichtung nach Patna. Sie werden dort betreut, bekommen Essen und Kleidung, werden unterrichtet und bekommen anschließend einen Ausbildungsplatz bei Handwerkern (Schreinern, Autowerkstätten, Fahrradwerkstätten, etc.). Somit haben die Jugendlichen die Chance, ihr Leben künftig selbständig zu gestalten und nie mehr Sklavenarbeit leisten zu müssen.

 

Bei vergleichbaren Projekten hat sich gezeigt, dass alle Jugendlichen erfolgreich an Handwerksbetriebe vermittelt werden konnten. Von den Missionaren wird geprüft, ob die Betriebe auch den vereinbarten Lohn bezahlen.

 

Die 80 Jugendlichen die am Projekt teilnehmen sollen, stellen nur einen geringen Teil der Bedürftigen dar. Gerne würden die Missionare mehr ausbilden, wenn die finanzielle Unterstützung gewährleistet wäre.

 

Es wird vorgeschlagen, das Ausbildungsprojekt des Heuchlinger Helferkreises mit 6.000 € zu unterstützen.

 

 

8. Förderantrag der Aktion Tschernobyl-Kinder - Hilfsgütertransporte

 

Neben den alljährlichen Ferienaufenthalten von Kindern aus der Raumschaft Tschernobyl, organisiert die Aktion Tschernobyl-Kinder Aalen seit 1991 Hilfstransporte nach Mogiljow, einer Stadt in der Nähe von Tschernobyl in Weißrussland.

 

Vor 200 Jahren wurde das Krankenhaus für Nothilfe in Mogiljow gebaut. Das Haus verfügt über 1.000 Betten und 24 Abteilungen. Pro Jahr werden in der Geburtsklinik ca. 1.000 Kinder geboren. Die Aktion Tschernobyl-Kinder versucht über den Transport von Hilfsmitteln hinaus immer wieder mit einzelnen Anschaffungen die schlechte Situation des Krankenhauses zu verbessern. Schon im Sommer 2007 baten die Ärzte um ein Operationsgerät für die Urologie. Für Prostata-Operationen ist ein Resektoskop unverzichtbar und dringend notwendig. Nachdem ein Ultraschallgerät noch dringender war, wurde dieses u. a. mit einer großzügigen Spende der Firma Carl Zeiss AG angeschafft. Das Gerät hat eine hohe Auflösung und ermöglicht damit feindifferenzierte Diagnosen, insbesondere von kleinen Organen.

 

Die Anschaffung des für die Urologie benötigten Resektoskops kostet ca. 15.000 €. Nachdem die Aktion Tschernobyl-Kinder 3 weitere große Projekte in Mogiljow durchführt, ist es ihr nicht möglich, dieses Gerät mit eigenen Mitteln zu besorgen.

 

Es wird vorgeschlagen, für die Anschaffung des Resektoskop eine Zuwendung in Höhe von 7.000 € zu bewilligen.

 

 

9. Förderantrag des Lions Club Aalen

 

Der Lions Club Aalen beabsichtigt in Abstimmung mit der Togo Hilfe e. V. in Waldstetten, eine Grund- und Hauptschule in Togo/Afrika zu bauen.

 

Der Verein „Hilfe für Togo“ führt seit 1992 ständig Projekte in Togo durch. Vor Ort werden die Maßnahmen von einem ehemaligen Mitarbeiter des Deutschen Entwicklungsdienstes betreut und koordiniert. Regelmäßig sind Mitglieder des Vereins vor Ort und können sich dabei über den Einsatz der Hilfsgelder informieren.

 

Die Entwicklung der schulischen und beruflichen Ausbildung ist eine der größten Herausforderungen in Togo. Ohne diese Grundlagen haben junge Menschen keine Chancen, ihr Leben selbständig gestalten zu können.

 

In Elavanjon (Plateau de Daye) an der Grenze zu Ghana, will der Lions Club Aalen ab September 2008 eine Grundschule für ca. 300 Schülerinnen und Schüler bauen. Es soll ein festes Gebäude mit 3 Klassenzimmern, Lehrerzimmer mit Magazin, WC-Anlage und Nebenräumen entstehen. Das Bauvorhaben wird ca. 40.000 € kosten und soll komplett vom Lions Club Aalen finanziert werden.

 

Die langjährigen Erfahrungen in Togo haben gezeigt, dass bei einer Konfessionsschule der Schulbetrieb durch die Kirche sichergestellt ist. Das Baugrundstück für den geplanten Schulbau wurde von der Evangelischen Kirche bereits zur Verfügung gestellt.

 

Die Verwaltung schlägt vor, den Schulhausneubau des Lions Club Aalen in Togo mit 8.000 € zu unterstützen.

Finanzierung und Folgekosten

Finanzierung und Folgekosten

 

Die Zuwendungen werden aus der Haushaltsstelle 2.4980.9870 finanziert.

 

 

Anlagen

Anlagen

 

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Sichtvermerke

 

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Dezernat II

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Hubel

Landrat

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Pavel