Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung:
1. Kenntnisnahme zu I. und II.
2. Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III. Sachverhalt/Begründung:
I. Ausgangssituation und Allgemeines
Im Kreishaushalt 2007 sind unter der Haushaltsstelle 2.4980.9870 wiederum 45.000 € zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa eingestellt. Hinzu kommt ein Haushaltsrest aus 2006 von 10.150 €. Somit steht im laufenden Haushaltsjahr ein Betrag in Höhe von 55.150 € zur Verfügung.
Seit nunmehr 15 Jahren leistet der Ostalbkreis in verschiedensten Regionen Afrikas, Asiens, Südamerikas und Osteuropas unter dem Leitwort „Hilfe zur Selbsthilfe“ wichtige humanitäre Unterstützung. Der Landkreis ist dabei Partner von ca. 35 Organisationen, Gruppen und Privatinitiativen, die Beispielhaftes auf den Weg brachten und als direkte Ansprechpartner die Gewähr dafür bieten, dass die Fördergelder direkt und vollständig an Brennpunkten der Not eingesetzt werden.
II. Aktuell vorliegende Bewilligungsanträge
Der Verwaltung liegen derzeit folgende Zuwendungsanträge vor:
1. Antrag der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft e. V. auf Unterstützung des Schulprojektes „Costa do Sol“ in Mosambik
2. Antrag der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael Schwäbisch Gmünd
Bereits mehrfach hat der Ostalbkreis die „Ciudad de los Muchachos - Bubenstadt“ in Esmeraldas/Ecuador unterstützt. Wegen großer Probleme mit einer benachbarten Ölraffinerie konnte die Bubenstadt nicht länger an ihrem bisherigen Standort verbleiben. Der lang erwartete und dringend notwendige Umzug erfolgte im August 2006, wobei der Neuanfang mitten in einem der ärmsten Viertel in Esmeraldas nur sehr schwerlich voran kommt.
Mike Zipf, ehemaliger Comboni-Missionar, der seit 1996 im Auftrag der Diözese Esmeraldas die Einrichtung leitet, ist vor Kurzem zu einem Heimatbesuch nach Deutschland gekommen. Er hat vorab Landrat Pavel über die schwierige Situation berichtet und wird in den nächsten Tagen bei einem Gespräch im Landratsamt im Beisein von Dekan Dr. Pius Angstenberger über Einzelheiten informieren und dabei einen Förderantrag beim Ostalbkreis einreichen.
Ein weiterer Antrag auf Unterstützung ist vor kurzem vom Verein „Hilfe für Togo e. V.“ angekündigt worden. Der Verein engagiert sich seit Jahren mit vielfältigen Aktionen und Projekten für Togo. Schulen, Landwirtschaftsprojekte und medizinische Hilfen sind dabei die Schwerpunkte.
Das neu ins Auge gefasste Projekt hat die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Agou Akplolo zum Ziel. Derzeit laufen die Planungen bzw. Untersuchungen zur Umsetzung dieser Maßnahme.
Die Gemeinde Agou Akplolo ist ein Dorf am Fuße des Berges Agou in 550 Meter Meereshöhe und liegt in der Präfektur Agou, ungefähr 110 km von der Hauptstadt Lomé entfernt. Aufgrund der Verschmutzung und Austrocknung der Bäche in der Trockenzeit hat die Gemeinde schwere Probleme in der Versorgung mit sauberem Trinkwasser.
Derzeit trinken die rund 10.000 Bewohner das Wasser der Bäche, die alle sehr lehmig und verschmutzt sind. In diesen Bächen sammelt sich Quellwasser und Wasser aus kleinen Bergbächen. Ihre Verschmutzung rührt von der Einleitung von Verunreinigungen aller Art her, Blätter, verfaulte Früchte, tierische Exkremente und Haushaltsabfälle. Diese Situation verursacht eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit und Sterblichkeit bei den Bewohnern. Die Opfer sind in erster Linie Kinder.
Das geplante Projekt hat zum Ziel, die Einwohner des Dorfes und der Umgebung dauerhaft mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Es umfasst Arbeiten zur Quellfassung, den Bau einer Wasserdruckleitung, eines Reservoirs, einer Chlorstation, ein Verteilernetz, Zapfstellen und individuelle Abzweigungen.
Die technische Realisierung soll durch ein großes Sozialprogramm begleitet werden.
Sobald eine verlässliche Planung und Kostenberechnung vorliegt, wird der Verein Hilfe für Togo beim Ostalbkreis und anderen Institutionen um Hilfe und Förderung bitten.
III. Stellungnahme der Verwaltung und Förderempfehlung
Für die erste Bewilligungsrunde des Jahres 2007 schlägt die Verwaltung folgende Bewilligungen vor:
1. Antrag der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft e. V.
Die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft e. V. setzt sich insbesondere für die Aus- und Weiterbildung junger Menschen und die Verbesserung des Gesundheitssystems in Mosambik ein.
Ökonomisch gehört Mosambiks Wirtschaft zu einer der am schnellsten wachsenden in Afrika südlich der Sahara. Die Zuwächse gingen bislang jedoch vornehmlich auf das Konto mehrerer Großprojekte, z. B. einer Aluminiumschmelze, der Gasexportpipeline nach Südafrika sowie einiger Bergbauvorhaben. Gemessen am jährlichen Pro-Kopf-Einkommen zählt Mosambik weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Es liegt bei nur 230 US Dollar. Das Wirtschaftswachstum geht am Großteil der Bevölkerung vorbei.
43 % der Mosambikaner sind jünger als 15 Jahre. Sie stellen ein enormes Potential für die Entwicklung des Landes aus der Armut dar. Voraussetzung dafür ist allerdings eine gute Aus- und Weiterbildung.
Die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft übernimmt seit 1999 u. a. die gesamten Kosten für Unterhalt und Betrieb der Volksschule Costa do Sol in einem Elendsviertel der Hauptstadt Maputo in Mosambik. Derzeit wird die Schule von rund 200 Schülerinnen und Schülern besucht. Jährlich melden sich rund 60 Schüler/innen für die 1. Klasse an. Nur 35 können aufgenommen werden. Obwohl die Schule vom Erziehungsministerium staatlich anerkannt wurde, wird seitens der Regierung kein Geld zur Verfügung gestellt.
Die Gesamtbetriebskosten für ein Jahr werden von der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft mit rund 15.000 € angegeben. Zur Finanzierung wird um eine Zuwendung des Ostalbkreises gebeten.
Es wird vorgeschlagen, das Schulprojekt Costa do Sol mit 2.000 € zu unterstützen.
2. Antrag des Katholischen Pfarramtes St. Michael Schwäbisch Gmünd auf
Der Arbeitskreis Mission-Entwicklung-Frieden der Pfarrei St. Michael Schwäbich Gmünd unterstützt seit vielen Jahren Hilfsprojekte in Nepal und Indien.
Mit Schreiben vom 18.05.2007 bittet Herr Karl Baumhauer, der Vorsitzende des o. a. Arbeitskreises um Hilfe für ein Schulprojekt in Indien. In Shimoga, nordöstlich von Mangalore ist ein Slum entstanden, in dem Menschen in unwürdigen Verhältnissen „hausen“. Die meisten Erwachsenen waren am Bau der Bahnlinie als Wanderarbeiter beschäftigt. Nach der Fertigstellung werden sie dort nicht mehr gebraucht und sind somit ohne Wohnsitz und Einkommen und damit ohne Lebensperspektive für sich und ihre Familien. Alle Probleme die ein Leben im Slum mit sich bringt sind auch in Shimoga anzutreffen: Alkoholismus, Prostitution (auch von Kindern), Drogenprobleme, Gewalt, Aids und sonstige Krankheiten, Verelendung und Verwahrlosung.
Die Kontaktperson des Katholischen Pfarramtes St. Michael, Pater Stanislaus, sorgt mit einigen seiner Mitarbeiter für die Menschen. Sein Verantwortungsbereich umfasst ca. 3.000 Familien, das sind ca. 24.000 Menschen. Von staatlicher Seite haben sie nichts zu erwarten.
Pater Stanislaus kümmert sich insbesondere um die vielen Kinder und will ihnen mit dem Bau und Betrieb einer Schule die Grundlagen vermitteln, die ihnen Auswege aus Not und Gewalt ermöglichen. Die Verantwortlichen der Katholischen Kirche vor Ort, Bischof, Patres und Schwestern bemühen sich unermüdlich. Die Diözese Shimoga ist die jüngste Diözese in Indien und verfügt nicht über die Mittel, die Probleme auch nur annähernd selbständig lösen zu können.
Die Pfarrei St. Michael in Schwäbisch Gmünd unterstützt das Schulprojekt und bittet dazu um die Hilfe des Ostalbkreises. Für den ersten Bauabschnitt, der in Kürze begonnen wird, sind Kosten von rund 40.000 € veranschlagt.
Die Verwaltung schlägt vor, das Schulprojekt in Shimoga mit 5.000 € zu fördern. Finanzierung und Folgekosten:
Die Zuwendungen werden aus dem Hauhalt 2007 finanziert (Haushaltsstelle: 2.4980.9870). Anlagen
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