Bürgerinformationssystem
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Antrag der Verwaltung:
1. Kenntnisnahme zu I. und II. 2. Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III. Sachverhalt/Begründung:
I. Ausgangssituation und AllgemeinesUnter Berücksichtigung eines Haushaltsrestes aus dem Jahr 2005 in Höhe von 3.150 €, des Haushaltsansatzes 2006 mit 45.000 € und der in der Sitzung des Sozialausschusses am 11.07.2006 bewilligten Zuwendungen, stehen derzeit noch 20.150 € zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa zur Verfügung. Am 03.08.2006 hat Landrat Pavel an die Vertreter der nachstehenden Hilfsorganisa-tionen Spendenschecks überreicht: - Govinda Entwicklungshilfe Aalen e. V. für die Umsetzung eines Reintegrationsplanes für Waisenkinder in Nepal - Chiudad de los Muchachos (Bubenstadt)
in Esmeraldas/Ecuador für die Anschaffung - Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu
Fachsenfeld für die Unterstützung eines - Verein zur Förderung des Schulprojektes Cartagena in Kolumbien aus Mutlangen - Katholisches Pfarramt St. Michael
Schwäbisch Gmünd für den Bau einer Schule in - Aktion Tschernobyl-Kinder Aalen für
die Beschaffung eines arthroskopischen OP-
II. Aktuell vorliegende Förderanträge
Der Verwaltung liegen derzeit folgende Förderanträge vor: 1. Antrag der Peru-Gruppe Heubach auf Förderung von Frauen-Selbsthilfegruppen in Lima/Peru 2. Antrag von Frau
Christel Trach-Riedesser auf Förderung eines Schulprojektes in Burkina Faso III. Stellungnahme der Verwaltung und FörderempfehlungDie Verwaltung schlägt in Anknüpfung an die bisherige Zuwendungspraxis des Ostalbkreises beide Projekte zur Förderung vor. 1. Antrag der Peru-Gruppe
Heubach Seit nunmehr 10 Jahren und mit Geldspenden von zwischenzeitlich rund 90.000 € unterstützt die Peru-Gruppe Heubach insbesondere peruanische Selbsthilfegruppen, die wiederum vielen Menschen, die in schwierigsten Verhältnissen Leben müssen, unentbehrliche Hilfestellungen erbringen. Die Peru-Gruppe Heubach ist 1996 aus einer kleinen ökumenischen Reisegruppe aus Heubach unter der Leitung des damaligen Pfarrvikars Frank Esche und seiner aus Lima stammenden Frau Elena entstanden. Es wurden damals Kontakte zu Frauen-organisationen der Armenviertel am Rande von Lima geknüpft. Die Frauen kaufen auf Märkten ein und kochen gemeinsam, um in 8 Volksküchen ca. 400 armen Kindern zu günstigem Preis wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag anbieten zu können. Mehrere Frauen engagieren sich ehrenamtlich in einer kleinen Apotheke und ermöglichen so eine Erstversorgung mit Medikamenten. Eine weitere Gruppe kümmert sich um Behinderte, die bislang erbärmlich untergebracht und betreut waren. Mit Geldspenden werden jetzt geeignete Therapien und Hilfsmittel finanziert. In einem Kinderhort werden Kleinkinder versorgt. Die von der Peru-Gruppe Heubach gesammelten Spenden werden in voller Höhe einem vor Ort tätigen katholischen Priester zur Verfügung gestellt. Dieser berät und betreut die Frauen der Selbsthilfegruppen und verwaltet die Spendengelder. Er ist gleichzeitig auch Ansprechpartner der Peru-Gruppe Heubach. Herr Gerhard Ritz, der Erste Vorsitzende der Peru-Gruppe Heubach e. V., hat in einem Förderantrag beim Landratsamt dargestellt, dass die besondere Form der „Hilfe zur Selbsthilfe“ fortgesetzt werden soll. Insbesondere die „Ernährungsgruppe“ benötigt dringend Unterstützung. Neben der Versorgung von Kindern stelle die Ernährung alter und kranker Menschen eine besondere Herausforderung dar. Hier gehe es im wahrsten Sinne des Wortes um Überlebenshilfe. Das Budget der Ernährungsgruppe reiche derzeit gerade aus, um ein Essen am Tag anbieten zu können. Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfen sei die vorschulische Erziehung und Bildung von Kindern im Alter zwischen 3 und 5 Jahren. Eine Gruppe von Frauen vermittle ihnen schulische Früherziehung und Basiskurse mit denen sie gute Chancen hätten, im späteren Schulalltag bestehen zu können. Eine eigene Gruppe kümmere sich um Kranke und Behinderte, die in extremster Armut lebten. Ihnen würden Nahrungsmittel und Medikamente zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig werde versucht, die Wohnungssituation und die schwierigen hygienischen Verhältnisse zu verbessern. In Lima, der Hauptstadt von Peru, leben derzeit mehr als 8 Mio. Menschen. 80 % der arbeitsfähigen Bevölkerung sind arbeitslos bzw. haben keine regelmäßigen Einkünfte. 15 % der Bevölkerung leben in extremster Armut. Mehr als ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren sind unterernährt. Die Hilfen der Peru-Gruppe Heubach konzentrieren sich an den wahren „Brennpunkten der Not“. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, für die anstehenden Maßnahmen einen Zuschuss in Höhe von 6.000 € zu bewilligen. 2. Antrag von Frau Christel Trach-Riedesser auf Förderung eines Schulprojektes in Ouagadougou in Burkina Faso Anfang August 2006 hat
sich Frau Christel Trach-Riedesser an die Verwaltung gewandt und um
Unterstützung eines von ihr initiierten Hilfsprojektes in Burkina Faso gebeten.
Burkina Faso in
Westafrika stand bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft und hieß mit
Beginn der Unabhängigkeit bis 1984 Obervolta. Es gehört zu den ärmsten Ländern
der Welt, zeichnet sich jedoch durch eine gewisse politische Stabilität und
kulturelle Vielfalt friedlich zusammenlebender Völker aus. Regelmäßige
wiederkehrende Dürreperioden sorgen oft für große Not der hauptsächlich als
Bauern lebenden Bevölkerung. Die großen Städte des
Landes unterliegen einem rasanten Wachstum, vor allem die administrative und
kulturelle Hauptstadt Ouagadougou kann den Zustrom der zumeist jungen
Landbevölkerung nicht mehr bewältigen. Frau Christel
Trach-Riedesser aus Hüttlingen setzt sich seit fast 30 Jahren für Burkina Faso
ein. Ihre Kontaktpartner vor Ort sind Bruder Joseph Sibiri Kagambèga,
Angehöriger der Kongregation der Heiligen Familie und Schulleiter am Collèges
Gabriel Tabourin und Schwester Rosemarie, die der Kongregation der Schwestern
der Unbefleckten Empfängnis angehört. Sie leitet die neu gegründete und noch im
Aufbau befindliche Schule Notre Dame de l´Espérance am Stadtrand von Ouagadougou. Mit Basaren,
Spendenaktionen im persönlichen Bekanntenkreis, Konzerten am Kopernikus Gymnasium in
Wasseralfingen, wo sie selbst unterrichtet, Predigten in Hüttlingen und
Wasseralfingen und der Werbung für Patenschaften, hat Frau Trach-Riedesser
vielfältige Aktionen unternommen, um Spenden für Burkina Faso zu erhalten. Mit Hilfe des
Ostalbkreises möchte Frau Trach-Riedesser insbesondere die Arbeit der o. a.
Ordensleute und ihrer Einrichtungen unterstützen. Bruder Joseph Sibiri
Kagambèga braucht dringend Hilfe für die Finanzierung von Schulmaterialien,
Nahrungsmitteln und Impfstoffen für seine Schülerinnen und Schüler. Das
Collèges Gabriel Tabourin wird derzeit von rund 1.200 Kindern besucht.
Schreibmaterialien und anderes Zubehör sind absolute Mangelware. Neben
AIDS-Erkrankungen stellen Hirnhautentzündungen derzeit in Burkina Faso eine
besondere Herausforderung dar. Deshalb sind die Impfungen, die ausschließlich
über Spenden finanziert werden können, von großer Bedeutung. Schwester Rosemarie, Schulleiterin
des Collèges Notre Dame de l`Esperance geht, wenn immer ihre Zeit es zulässt,
direkt in den Busch, um sich auch hier um Kinder zu kümmern, die schulreif
sind, jedoch aufgrund der prekären Situation ihrer Familien keine Möglichkeit
zum Schulbesuch haben. Besonders kümmert sich Schwester Rosemarie um völlig
mittellose und verwaiste Kinder, die von Krankheiten wie AIDS, Malaria,
Tuberkulose und Hirnhautentzündungen weit überdurchschnittlich betroffen sind. Die Spenden, die Frau
Trach-Riedesser erhält, werden auf ein Konto der Katholischen Kirchengemeinde
Hüttlingen einbezahlt und von dort nach Burkina Faso transferiert, wo Bruder
Joseph Kagambèga und Schwester Rosemarie für eine zuverlässige Verwendung
sorgen. Es wird vorgeschlagen,
die Hilfsprojekte von Frau Trach-Riedesser in Burkina Faso mit 6.000
€ zu unterstützen. Finanzierung und Folgekosten:
Die Zuwendungen werden aus dem Haushalt 2006 finanziert (Haushaltsstelle: 2.4980.9870). SichtvermerkeDezernent __________________________________________________ Rettenmaier Dezernat II __________________________________________________ Hubel Landrat __________________________________________________ Pavel |
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