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Vorlage - 175/06  

 
 
Betreff: Förderung von Projekten in der Dritten Welt und Osteuropa
Status:öffentlich  
Federführend:D e z e r n a t V   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Vorberatung
30.11.2006 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung:

Antrag der Verwaltung:

 

1. Kenntnisnahme zu I. und II.

 

2. Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III.

Sachverhalt/Begründung:

Sachverhalt/Begründung:

 

I. Ausgangssituation und Allgemeines

 

Unter Berücksichtigung eines Haushaltsrestes aus dem Jahr 2005 in Höhe von 3.150 €, des Haushaltsansatzes 2006 mit 45.000 € und der in der Sitzung des Sozialausschusses am 11.07.2006 bewilligten Zuwendungen, stehen derzeit noch 20.150 € zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa zur Verfügung.

 

Am 03.08.2006 hat Landrat Pavel an die Vertreter der nachstehenden Hilfsorganisa-tionen Spendenschecks überreicht:

 

- Govinda Entwicklungshilfe Aalen e. V. für die Umsetzung eines Reintegrationsplanes für Waisenkinder in Nepal

 

- Chiudad de los Muchachos (Bubenstadt) in Esmeraldas/Ecuador für die Anschaffung
 einer Hobelmaschine für die Technische Schule

 

- Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Fachsenfeld für die Unterstützung eines
 Schulprojektes in Santiago del Estero in Argentinien

 

- Verein zur Förderung des Schulprojektes Cartagena in Kolumbien aus Mutlangen

 

- Katholisches Pfarramt St. Michael Schwäbisch Gmünd für den Bau einer Schule in
 Shimoga/Indien

 

- Aktion Tschernobyl-Kinder Aalen für die Beschaffung eines arthroskopischen OP- 
 Gerätes für das Städtische Krankenhaus in Mogiljow/Weißrussland

 

II. Aktuell vorliegende Förderanträge

 

Der Verwaltung liegen derzeit folgende Förderanträge vor:

 

1. Antrag der Peru-Gruppe Heubach auf Förderung von Frauen-Selbsthilfegruppen in Lima/Peru

 

2. Antrag von Frau Christel Trach-Riedesser auf Förderung eines Schulprojektes in Burkina Faso

 

III. Stellungnahme der Verwaltung und Förderempfehlung

 

Die Verwaltung schlägt in Anknüpfung an die bisherige Zuwendungspraxis des Ostalbkreises beide Projekte zur Förderung vor.

 

 

1. Antrag der Peru-Gruppe Heubach

 

Seit nunmehr 10 Jahren und mit Geldspenden von zwischenzeitlich rund 90.000 € unterstützt die Peru-Gruppe Heubach insbesondere peruanische Selbsthilfegruppen, die wiederum vielen Menschen, die in schwierigsten Verhältnissen Leben müssen, unentbehrliche Hilfestellungen erbringen.

 

Die Peru-Gruppe Heubach ist 1996 aus einer kleinen ökumenischen Reisegruppe aus Heubach unter der Leitung des damaligen Pfarrvikars Frank Esche und seiner aus Lima stammenden Frau Elena entstanden. Es wurden damals Kontakte zu Frauen-organisationen der Armenviertel am Rande von Lima geknüpft. Die Frauen kaufen auf Märkten ein und kochen gemeinsam, um in 8 Volksküchen ca. 400 armen Kindern zu günstigem Preis wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag anbieten zu können.

 

Mehrere Frauen engagieren sich ehrenamtlich in einer kleinen Apotheke und ermöglichen so eine Erstversorgung mit Medikamenten. Eine weitere Gruppe kümmert sich um Behinderte, die bislang erbärmlich untergebracht und betreut waren. Mit Geldspenden werden jetzt geeignete Therapien und Hilfsmittel finanziert. In einem Kinderhort werden Kleinkinder versorgt.

 

Die von der Peru-Gruppe Heubach gesammelten Spenden werden in voller Höhe einem vor Ort tätigen katholischen Priester zur Verfügung gestellt. Dieser berät und betreut die Frauen der Selbsthilfegruppen und verwaltet die Spendengelder. Er ist gleichzeitig auch Ansprechpartner der Peru-Gruppe Heubach.

 

Herr Gerhard Ritz, der Erste Vorsitzende der Peru-Gruppe Heubach e. V., hat in einem Förderantrag beim Landratsamt dargestellt, dass die besondere Form der „Hilfe zur Selbsthilfe“ fortgesetzt werden soll. Insbesondere die „Ernährungsgruppe“ benötigt dringend Unterstützung. Neben der Versorgung von Kindern stelle die Ernährung alter und kranker Menschen eine besondere Herausforderung dar. Hier gehe es im wahrsten Sinne des Wortes um Überlebenshilfe. Das Budget der Ernährungsgruppe reiche derzeit gerade aus, um ein Essen am Tag anbieten zu können. Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfen sei die vorschulische Erziehung und Bildung von Kindern im Alter zwischen 3 und 5 Jahren. Eine Gruppe von Frauen vermittle ihnen schulische Früherziehung und Basiskurse mit denen sie gute Chancen hätten, im späteren Schulalltag bestehen zu können.

 

Eine eigene Gruppe kümmere sich um Kranke und Behinderte, die in extremster Armut lebten. Ihnen würden Nahrungsmittel und Medikamente zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig werde versucht, die Wohnungssituation und die schwierigen hygienischen Verhältnisse zu verbessern.

 

In Lima, der Hauptstadt von Peru, leben derzeit mehr als 8 Mio. Menschen. 80 % der arbeitsfähigen Bevölkerung sind arbeitslos bzw. haben keine regelmäßigen Einkünfte.

15 % der Bevölkerung leben in extremster Armut. Mehr als ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren sind unterernährt. Die Hilfen der Peru-Gruppe Heubach konzentrieren sich an den wahren „Brennpunkten der Not“. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, für die anstehenden Maßnahmen einen Zuschuss in Höhe von 6.000 € zu bewilligen.

 

2. Antrag von Frau Christel Trach-Riedesser auf Förderung eines Schulprojektes in Ouagadougou in Burkina Faso

 

Anfang August 2006 hat sich Frau Christel Trach-Riedesser an die Verwaltung gewandt und um Unterstützung eines von ihr initiierten Hilfsprojektes in Burkina Faso gebeten.

 

Burkina Faso in Westafrika stand bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft und hieß mit Beginn der Unabhängigkeit bis 1984 Obervolta. Es gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, zeichnet sich jedoch durch eine gewisse politische Stabilität und kulturelle Vielfalt friedlich zusammenlebender Völker aus. Regelmäßige wiederkehrende Dürreperioden sorgen oft für große Not der hauptsächlich als Bauern lebenden Bevölkerung.

 

Die großen Städte des Landes unterliegen einem rasanten Wachstum, vor allem die administrative und kulturelle Hauptstadt Ouagadougou kann den Zustrom der zumeist jungen Landbevölkerung nicht mehr bewältigen.

 

Frau Christel Trach-Riedesser aus Hüttlingen setzt sich seit fast 30 Jahren für Burkina Faso ein. Ihre Kontaktpartner vor Ort sind Bruder Joseph Sibiri Kagambèga, Angehöriger der Kongregation der Heiligen Familie und Schulleiter am Collèges Gabriel Tabourin und Schwester Rosemarie, die der Kongregation der Schwestern der Unbefleckten Empfängnis angehört. Sie leitet die neu gegründete und noch im Aufbau befindliche Schule Notre Dame de l´Espérance am Stadtrand von Ouagadougou.

 

Mit Basaren, Spendenaktionen im persönlichen Bekanntenkreis, Konzerten am

Kopernikus Gymnasium in Wasseralfingen, wo sie selbst unterrichtet, Predigten in Hüttlingen und Wasseralfingen und der Werbung für Patenschaften, hat Frau Trach-Riedesser vielfältige Aktionen unternommen, um Spenden für Burkina Faso zu erhalten.

 

Mit Hilfe des Ostalbkreises möchte Frau Trach-Riedesser insbesondere die Arbeit der o. a. Ordensleute und ihrer Einrichtungen unterstützen. Bruder Joseph Sibiri Kagambèga braucht dringend Hilfe für die Finanzierung von Schulmaterialien, Nahrungsmitteln und Impfstoffen für seine Schülerinnen und Schüler. Das Collèges Gabriel Tabourin wird derzeit von rund 1.200 Kindern besucht. Schreibmaterialien und anderes Zubehör sind absolute Mangelware. Neben AIDS-Erkrankungen stellen Hirnhautentzündungen derzeit in Burkina Faso eine besondere Herausforderung dar. Deshalb sind die Impfungen, die ausschließlich über Spenden finanziert werden können, von großer Bedeutung.

 

Schwester Rosemarie, Schulleiterin des Collèges Notre Dame de l`Esperance geht, wenn immer ihre Zeit es zulässt, direkt in den Busch, um sich auch hier um Kinder zu kümmern, die schulreif sind, jedoch aufgrund der prekären Situation ihrer Familien keine Möglichkeit zum Schulbesuch haben. Besonders kümmert sich Schwester Rosemarie um völlig mittellose und verwaiste Kinder, die von Krankheiten wie AIDS, Malaria, Tuberkulose und Hirnhautentzündungen weit überdurchschnittlich betroffen sind.

Die Spenden, die Frau Trach-Riedesser erhält, werden auf ein Konto der Katholischen Kirchengemeinde Hüttlingen einbezahlt und von dort nach Burkina Faso transferiert, wo Bruder Joseph Kagambèga und Schwester Rosemarie für eine zuverlässige Verwendung sorgen.

 

Es wird vorgeschlagen, die Hilfsprojekte von Frau Trach-Riedesser in Burkina Faso mit 6.000 € zu unterstützen.

Finanzierung und Folgekosten:

Finanzierung und Folgekosten:

 

Die Zuwendungen werden aus dem Haushalt 2006 finanziert (Haushaltsstelle: 2.4980.9870).

 

Sichtvermerke

 

Sichtvermerke

 

Dezernent                           __________________________________________________

                                               Rettenmaier

Dezernat II                          __________________________________________________

                                               Hubel

Landrat                                __________________________________________________

                                               Pavel