Bürgerinformationssystem

Vorlage - 084/06  

 
 
Betreff: Modellprojekt
"Soziale Gruppenarbeit an der Schillerschule Aalen"
Status:öffentlich  
Federführend:Geschäftsbereich Jugend und Familie   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Vorberatung
04.07.2006 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung:

 

Kenntnisnahme

Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung

 

 

I.                   Ausgangssituation und Allgemeines

 

Im Kontext der extrem hohen Umschulungsraten von Kindern aus Regelschulen in die Schulen für Erziehungshilfe, gab es in den vergangenen Jahren verwaltungsintern die Überlegung, durch frühzeitige niederschwellige Hilfsangebote in Form von Sozialer Gruppenarbeit direkt an Regelschulen Umschulungen in die Schule für Erziehungshilfe sowie höherschwellige und kostenintensive Jugendhilfemaßnahmen zu vermeiden bzw. zu reduzieren.


Bei der Inanspruchnahme ambulanter Hilfen zur Erziehung erfuhr die Sozialpädagogische Familienhilfe im Ostalbkreis in den vergangenen Jahren die deutlichste qualitative und quantitative Weiterentwicklung, während die Soziale Gruppenarbeit als ambulante Hilfeform viel weniger in Anspruch genommen wurde. So lag im Jahr 2003 die Summe der Einzelfälle bei der Sozialen Gruppenarbeit im Ostalbkreis weit unter dem Landesdurchschnitt. Soziale Gruppenarbeit gibt es im Ostalbkreis bei St. Canisius in Schwäbisch Gmünd, an der Sonnenbergschule in Oberkochen und in Bopfingen-Oberdorf.


 

II.                Entwicklung des Pilotprojekts an der Schillerschule


Zeitgleich zu diesen verwaltungsinternen Überlegungen wandte sich der Rektor der Schillerschule in Aalen, Herr Frank, an die Kreisverwaltung und bat um Unterstützung der Jugendhilfe bei der Bewältigung von Problemlagen an seiner Schule.


Etwa 10 % seiner Gesamtschülerzahl, d.h. ca. 50 Schüler, würden so massive Verhaltensauffälligkeiten bzw. Entwicklungsdefizite aufweisen, dass die Schule mit ihren derzeit vorhandenen Möglichkeiten an ihre Grenzen stoße. Die Kinder lebten in verschiedenen Wohngebieten des Einzugsgebietes der Schillerschule. Zum weit überwiegenden Teil seien die Familien von Scheidung betroffen oder die Eltern alleinerziehend. Er wolle jedoch auch diesen Schülern einen Lebens- und Entwicklungsraum an seiner Schule bieten, anstatt eine Umschuldung in die Schule für Erziehungshilfe zu veranlassen.

Der Vorschlag von Herrn Frank, ein pädagogisches Zentrum an der Schillerschule mit pauschaler Kostenbeteiligung durch die Jugendhilfe einzurichten, war aus rechtlichen Gründen nicht realisierbar. Obgleich Schule und Jugendhilfe in der Förderung von jungen Menschen gemeinsame Ziele verfolgen, haben sie in ihrer gesetzlich festgelegten Aufgabenstellung verschiedene Schwerpunkte. Die Jugendhilfe muss in der Vielfalt ihrer Angebote einzelner Hilfen zur Erziehung auch bei niederschwelligen Hilfsangeboten in jedem Einzelfall die Notwendigkeit und Geeignetheit der Hilfe festlegen und dokumentieren. Pauschale Finanzierungen sind an dieser Stelle nicht möglich.

Schlussendlich wurden in weiteren Fachgesprächen zum Jahresbeginn 2006 der Bedarf und die Ausgestaltung eines niederschwelligen Hilfsangebotes in Form von Sozialer Gruppenarbeit an der Schillerschule konkretisiert. Nach der Erstellung einer Konzeption durch den Förderverein Aufwind startete das Pilotprojekt Soziale Gruppenarbeit an der Schillerschule vor wenigen Wochen. Das Pilotprojekt soll 2 Jahre laufen. Danach wird auf der Grundlage der gewonnenen Erfahrungen entschieden, ob und in welcher Form eine Fortführung erfolgt.

 

  1.            Konzeption und Inhalte der Sozialen Gruppenarbeit an der Schillerschule


In enger Zusammenarbeit zwischen Schule, dem Förderverein Aufwind und der Schulsozialarbeit besteht in den Räumen der Schillerschule das Angebot einer Sozialen Gruppenarbeit in jeweils 2 alters- und geschlechtsgemischten Gruppen. Das Angebot ist auch für benachbarte Schulen offen.

Eine Gruppe bietet Platz für 7 bis 8 Kinder aus dem Grundschulbereich. Mit der selben Platzzahl werden in einer zweiten Gruppe vor allem Kinder aus den Klassenstufen 5 und 6 aufgenommen. Die durchschnittliche wöchentliche Betreuungszeit der Kinder und Jugendlichen in den beiden Gruppen beträgt jeweils insgesamt 16 Stunden. Für die Zusammenarbeit mit den Familien der Kinder und der Schule sowie für die Hilfeplanung und den fachlichen Austausch stehen dem Träger insgesamt weitere 18 Stunden wöchentlich zur Verfügung.

Der Schwerpunkt der Sozialen Gruppenarbeit an der Schillerschule ist die Arbeit mit dem Kind in der Gruppe. Damit sollen die soziale Kompetenz und die alltagspraktischen Fähigkeiten des Kindes gestärkt werden. Ein weiterer Bestandteil der Konzeption ist jedoch auch die Elternarbeit und die Kooperation mit den Lehrern sowie dem Pädagogischen Zentrum der Schillerschule. Durch die Verknüpfung der verschiedenen Systeme will die Soziale Gruppenarbeit eine bestmögliche Förderung und Entwicklung des einzelnen Kindes erreichen. In der Sozialen Gruppenarbeit sind vom Förderverein Aufwind eine Erzieherin mit 60 % einer Vollzeitkraft und ein Diplomsozialpädagoge mit 25 % einer Vollzeitkraft tätig.

Die Hilfe ist für die Dauer von einem Jahr konzipiert und endet, wenn die im Hilfeplan vereinbarten Ziele erreicht sind. Die Maßnahme kann verlängert werden, wenn zusätzlicher Hilfebedarf besteht und die festgelegten Ziele durch die Hilfeform erreichbar sind.

 

Finanzierung und Folgekosten

Finanzierung und Folgekosten

 

Die Kosten für das einzelne Kind betragen monatlich 385,-- €. Bei der Betreuung in einer Tagesgruppe, einer Hilfeform, die alternativ in Frage käme, muss von monatlichen Kosten von ca. 2.000 € ausgegangen werden.

Anlagen

Anlagen

 

- - -

 

 

 

Sichtvermerke

 

Geschäftsbereich__________________________________________________

Funk

Dezernent__________________________________________________

Rettenmaier

Dezernat II__________________________________________________

Hubel

Landrat__________________________________________________

Pavel