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Vorlage - 027/06  

 
 
Betreff: Kooperationsmodell der Sonderpädagogischen Einrichtungen mit der Kinderklinik des Klinikums Schwäbisch Gmünd
Status:öffentlich  
Federführend:Klinikum Schwäbisch Gmünd   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kliniken und Gesundheit Vorberatung
28.03.2006 
Sitzung des Krankenhausausschusses ungeändert beschlossen   

Antrag der Betriebsleitung

Antrag der Betriebsleitung

 

 

  1. Der Krankenhausausschuss des Ostalbkreises nimmt von dem vorgestellten Kooperationsmodell Kenntnis.

  2. In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 ist dem Krankenhausausschuss über Erfahrungen innerhalb dieses Kooperationsmodells zu berichten.
Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung

 

I.                    Einführung

Zur Betreuung und Behandlung entwicklungsgestörter Kinder gibt es im Ostalb­kreis ein vielfältiges Angebot von Frühförderstellen und Sonderpädagogischen Beratungsmöglichkeiten bzw. spezieller schulischer Einrichtungen.

Die vielfältige Erkenntnis von Erzieherinnen und Pädagogen ist jedoch, dass es die Eltern sehr häufig ablehnen bzw. versäumen, rechtzeitig derartige Einrichtungen aufzusuchen, weil sie eine Stigmatisierung ihrer Kinder befürchten. Die Folge ist, dass Entwicklungsstörungen häufig erst in der Grundschule zutage treten, indem die Kinder entweder in ihrem Sozialverhalten extrem auffällig werden oder nicht in der Lage sind, im Lernfortschritt der Klasse mitzuhalten. Beide Situationen führen zu nicht unerheblichen Störungen hinsichtlich der Erreichung der schulischen Ziele, sowohl was den Klassenverbund insgesamt, aber auch was das einzelne Kind be­trifft.

Die bittere Erkenntnis der Lehrerinnen und Lehrer ist häufig die, dass bei frühzeiti­ger und fachkompetenter Intervention gegebene Entwicklungsdefizite deutlich ab­zumindern oder auch auszuschließen gewesen wären.


II.                  Aufbau eines Kooperationsmodells zwischen den speziellen Beratungsstellen und der Kinderklinik des Klinikums Schwäbisch Gmünd

Die zuvor dargestellte Situation führte zu der Folgerung, dass, um die zuvor be­schriebene Schwelle zu verhindern, eine „neutrale“ Anlaufstelle geschaffen werden muss, um den Eltern die zuvor beschriebenen Stigmatisierungsängste zu nehmen und gleichzeitig eine Erstberatung oder auch Erstdiagnose zu gewährleisten, wel­che dann für das betroffene Kind spezielle diagnostische und therapeutische Mög­lichkeiten bzw. Hilfsangebote aufzeigt.

Seitens der sonderschulischen Einrichtungen war hierbei entscheidend, dass im Bedarfsfalle adhoc ein kinderärztliches Konsil oder auch eine kinderärztliche Dia­gnostik möglich ist.

Aus diesen verschiedenen Kriterien heraus entwickelte sich die Vorstellung eines Kooperationsmodells zwischen der Kinderklinik in Schwäbisch Gmünd sowie den jeweiligen Beratungsstellen der Heideschule Mutlangen, der Konrad-Bisalski-Schule Schwäbisch Gmünd, der Klosterbergschule Schwäbisch Gmünd, der Son­derpädagogischen Beratungsstelle der Nikolauspflege Stuttgart (Stiftung für Blinde und sehbehinderte Menschen), der Pestalozzischule Schwäbisch Gmünd, der Mö­rikeschule Heubach und der Schule für Hörgeschädigte „St. Josef“ in Schwäbisch Gmünd sowie der interdisziplinären Frühförderstelle St. Canisius in Schwäbisch Gmünd.

Inhalt der Konzeption ist die Einrichtung eines Kontaktbüros am Margaritenhospi­tal, in welcher die beschriebenen schulischen Einrichtungen nach einem zuvor den Kindergärten, Grundschulen und Kinderarztpraxen bekannt gegebenen Wochen­stundenplan an der Kinderklinik anwesend sind, um dort eine „neutrale“ Anlauf­stelle zu bilden.

Die in diesem Kontaktbüro stundenweise anwesenden Fachkräfte haben im Be­darfsfalle die Möglichkeit, unmittelbar kinderärztliches Konsil anzufordern bzw. haben die Möglichkeit, aufgrund ihrer Übersicht über die vorhandenen Frühför­dermöglichkeiten, den Eltern die Inanspruchnahme der jeweils speziell richtigen Frühfördereinrichtung zu empfehlen.

Die Gespräche im Umfeld dieses Kooperationsmodells begannen bereits im Frühjahr 2004. Die eigentliche Initiative ging von Frau Dorothea Kammerer, da­mals pädagogische Beraterin für Frühförderung, heute Leiterin der Klosterberg­schule, Herrn Schiele, dem damaligen Leiter des Schulamtes, Herrn Bürgermeister Dr. Bläse und dem damaligen Oberarzt der Kinderklinik, Herrn Dr. Berg, aus.

Miteinbezogen in die Besprechungen waren neben dem Sprecher der Kinderärzte in Schwäbisch Gmünd, Herrn Dr. Böttinger, auch Herr Rettenmaier als Leiter des Sozialdezernats sowie die Amtsleiter des Jugend- und Sozialamts des Landkreises.

Durch Kontaktaufnahme mit dem Sozialministerium durch Herrn Chefarzt Dr. Schädel konnte die Hoffnung auf entsprechende Förderung durch das Sozialmi­nisterium aufkommen. Der dann folgenden Bitte des Sozialministeriums, eine Kon­zeption dort vorzulegen, wurde seitens des Klinikums gerne nachgekommen. In der Folge wurden mehrfach vom Sozialministerium Besprechungstermine ange­kündigt. Schlussendlich kam jedoch nach ca. ½ Jahr des Zuwartens ein ablehnen­der Bescheid, welcher zwar das Kooperationsmodell ausdrücklich gut heißt und auch nachhaltig befürwortet, jedoch eine finanzielle Förderung ausschließt und darüber hinaus abschließend klarstellt, dass keine Vergütungsmöglichkeiten für den von der Kinderklinik zu leistenden Personalaufwand entsprechend den Vor­schriften des V. Sozialgesetzbuches ausschließt.

Diese Nachricht wurde sowohl seitens des Klinikums, als auch der beteiligten schulischen Einrichtungen mit Erschütterung zur Kenntnis genommen, zumal zuvor seitens des Sozialministeriums deutliche Hoffnungen auf eine finanzielle Förde­rung gemacht wurden.


III.                Kosten

Der abschließende Bescheid des Sozialministeriums wurde auch deshalb mit nachhaltiger Enttäuschung zur Kenntnis genommen, zumal es sich bei dem gel­tend gemachten regelmäßigen Aufwand um einen Betrag von lediglich ca. 8.000 € pro Jahr handelt.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation des Klinikums Schwäbisch Gmünd war jedoch das Eingehen weiterer finanzieller Verpflichtungen nicht machbar, so dass in Abstimmung mit Herrn Landrat Pavel verschiedene Einrich­tungen in Schwäbisch Gmünd mit der Bitte um finanzielle Unterstützung angegan­gen wurden.

Diese Bemühungen waren letztlich erfolgreich, so erhält das Klinikum von der Dr. Alfred und Anne Ziegler Stiftung in Schwäbisch Gmünd über drei Jahre hinweg eine Förderung von jeweils 5.000 €. Die Kreissparkasse Schwäbisch Gmünd wird das Projekt ebenfalls mit einem Betrag von 750 € für die nächsten drei Jahre un­terstützen. Eine weitere Zusage ging von der AOK Schwäbisch Gmünd ein, sie wird dieses wichtige Projekt ebenfalls über einen Zeitraum von drei Jahren mit ei­nem Betrag von jeweils 500 € unterstützen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Unterstützer für dieses Projekt gewonnen werden können, so dass sich nun Landrat Klaus Pavel und die Betriebsleitung des Klinikums Schwäbisch Gmünd sich in der Lage sehen, „Grünes Licht“ zum Start dieser Kooperation geben zu können. Darüber hinaus wird es möglich sein, den zunächst angenommenen Aufwand noch etwas zu reduzieren, so dass keine Fi­nanzierungslücke entstehen wird.

Der schulische Bereich wird jetzt koordiniert durch Frau Gonde Seiler-Clark, Leite­rin des Bereichs Schulen und Bildung bei der Landkreisverwaltung und Frau Re­nate Beckstette, Nachfolgerin von Frau Kammerer, welche zwischenzeitlich die Schulleitung der Klosterbergschule innehat.

Die Landkreisverwaltung, die Betriebsleitung des Klinikums Schwäbisch Gmünd, der Chefarzt der Kinderklinik, Dr. med. Gerold Schädel, der Sprecher der Kinder­ärzte, Dr. med. Martin Böttinger sowie die vorgenannten Vertreter des schulischen Bereichs sind davon überzeugt, dass mit diesem Kooperationsmodell, welches ei­nen pädagogisch und medizinisch qualifizierten Einstieg in möglicherweise erfor­derlich werdende Förderprogramme für in der Entwicklung auffällige Kinder bie­tet, die eingangs der Vorlage beschriebenen Nachteile deutlich reduziert werden können. Sehr dankbar ist der zuvor beschriebene Kreis der Beteiligten den Geld­gebern.

Wie ausgeführt, wird sich der Finanzierungsbeitrag auf einen Zeitraum von drei Jahren, also auf die Jahre 2006, 2007 und 2008 erstrecken. Dieser Zeitraum wird ausreichen, um die erzielten Ergebnisse und die gewonnenen Erfahrungen ausrei­chend beurteilen zu können. Die am Projekt beteiligten Kooperationspartner ha­ben zum jetzigen Zeitpunkt die Erwartung, dass sich die in das Projekt gesetzten Erwartungen erfüllen werden. Es soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass am Klinikum Heidenheim seit ca. zwei Jahren ein ähnliches Projekt existiert und die dort gewonnenen Erfahrungen sehr positiv sind.

Im Falle der Fortsetzung des Projekts über das Jahr 2008 hinaus, und davon ge­hen im Moment alle Beteiligten aus, sind die vorgenannten Kosten in der Größen­ordnung von rd. 8.000 € pro Jahr aus dem Klinikbudget zu übernehmen. Hierbei geht die Betriebsleitung des Klinikums davon aus, dass sich bis zum Jahr 2009 zum einen die wirtschaftliche Situation des Klinikums Schwäbisch Gmünd ent­scheidend verbessert und zum anderen es auch nicht ausgeschlossen ist, dass auch nach dem dreijährigen Anlaufzeitraum noch Kofinanzierungen über Spenden eingeworben werden können.

 

Anlagen:

Sichtvermerke:

 

 

 

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Krankenhausdirektor

 

 

 

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Koordinierender Krankenhausdirektor

 

 

 

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Kreiskämmerer

 

 

 

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Landrat