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Vorlage - 159/05  

 
 
Betreff: Förderung von Projekten in der Dritten Welt und Osteuropa
Status:öffentlich  
Federführend:D e z e r n a t V   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Entscheidung
30.11.2005 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung

 

1. Kenntnisnahme zu I. und II.

 

2. Zustimmung zu den Verwaltungsvorschlägen unter III.

Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung

 

I. Ausgangssituation und Allgemeines

 

Im Kreishaushalt 2005 sind unter der Haushaltsstelle 2.4980.9870 wiederum

45.000 € zur Förderung von Hilfsprojekten in der Dritten Welt und Osteuropa eingestellt. Hinzu kommt ein Haushaltsrest aus 2004 in Höhe von 150 €.

 

Aus diesem Gesamtbetrag in Höhe von 45.150 € wurden im Laufe des Jahres 2005 folgende Zuwendungen bewilligt und auch ausbezahlt:

 

1. Rotaryclub Ellwangen für das Projekt „Dorfgemeinschaft Zirem in Antakya/Türkei“ -
    2.000 €

 

2. Flutopferhilfe in der Provinz Jaffna in Sri Lanka - 10.000 €

 

3. Hilfsprojekt der Peru - Gruppe Heubach e. V. in Peru - 5.000 €

 

4.Partnerschaftsprojekt des Evangelischen Kirchenbezirks Schwäbisch Gmünd mit
    Südindien - 5.000 €

 

5. Medizinische Hilfe der Kolpingsfamilie Abtsgmünd für Peru - 5.000 €

 

Somit stehen aktuell noch 18.150 € zur Förderung von Hilfsprojekten zu Verfügung.

 

II. Noch nicht bewilligte Anträge bzw. Neuanträge

 

Derzeit liegen der Verwaltung folgende Zuwendungsanträge vor, die bislang nicht berücksichtigt wurden:

 

1. Antrag der Govinda Entwicklungshilfe e. V. Aalen, auf Förderung eines Waisenhaus
    - und Schulprojektes in Nepal

 

2. Antrag des Evangelischen Pfarramtes an der Stadtkirche, Aalen, auf Bewilligung ei-
    ner Zuwendung für ein Hilfsprojekt in Sao Paulo, Brasilien

 

3. Antrag der Stiftung „pro vita“, Schwäbisch Gmünd auf Förderung eines Hilfsprojek-
    tes zu Gunsten von AIDS-Waisenkindern in Swasiland

 

4. Antrag der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft e. V. auf Förderung eines
     Schulprojektes in Mosambik

 


III. Stellungnahme der Verwaltung zu den vorliegenden Anträgen und
     Förderempfehlung

 

1. Antrag der Govinda Entwicklungshilfe Aalen e. V.

 

Seit mehreren Jahren unterstützt der Ostalbkreis caritative und entwicklungspolitische Hilfsmaßnahmen der Govinda Entwicklungshilfe Aalen in Nepal. Im April 2002 konnte die Shangrila International School, an der mehr als 450 Kinder unterrichtet werden, ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Verein arbeitet seither intensiv an der Umsetzung eines nachhaltigen pädagogischen Konzeptes, der Strukturierung des Unterrichtsgeschehens und am weiteren Ausbau des Bildungssektors.

 

Bildung im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung ist der absolute Schwerpunkt der Govinda Entwicklungshilfe. Der Bildungssektor spielt eine Schlüsselrolle um eine ökonomische Weiterentwicklung des Landes, die die Erfüllung der Grundbedürfnisse der Menschen berücksichtigt, in Gang zu bringen. Dies ist angesichts einer Analphabetenrate von 65 % in Nepal eine besondere Herausforderung. 60 % aller Jugendlichen in Nepal stehen ohne Schulabschluss dem Konkurrenzkampf im ohnehin schlechten Arbeitsmarkt gegenüber. In der Shangrila International School wird mit den Abschlusszertifikaten von Wahlpflichtmodulen in Hauswirtschaft, Schreinern, Töpfern, Landbewirtschaftung und Computerunterricht, der Einstieg ins gesellschaftliche und berufliche Leben erleichtert. Mit einem besonderen Modul sollen bei jungen Mädchen Schlüsselkompetenzen, wie Selbstbewusstsein, Kreativität, Spontanität und Teamfähigkeit gestärkt werden. Die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen und Mädchen ist in Nepal, in einer von Männern dominierten Gesellschaft, nach wie vor immens ausgeprägt.

 

Die Govinda Entwicklungshilfe Aalen bringt pro Jahr rund 50.000 € für das Schulprojekt in Nepal auf. Im Hinblick auf die Kosten im Jahr 2006, hat der Verein den Ostalbkreis um eine Zuwendung gebeten.

 

Die Verwaltung schlägt vor, die Shangrila International School der Govinda Entwicklungshilfe Aalen mit einem Betrag von 6.000 € zu unterstützen.

 

2. Antrag des Evangelischen Pfarramtes an der Stadtkirche Aalen

 

„Amparo Maternal“ (Mütterliche Herberge) heißt ein Projekt in Sao Paolo, Brasilien, das seit Jahren von rund 250 Familien aus dem süddeutschen Raum unterstützt wird. Zwischenzeitlich haben sich die an der Hilfsaktion Beteiligten zu einem Verein zusammen geschlossen, der den Einsatz von Spendengeldern organisiert und überwacht.

 

Der Verein unterstützt derzeit drei Einzelprojekte in Sao Paulo. Zum einen ist er an der Finanzierung eines Entbindungsheimes beteiligt, das Frauen vor und nach der Entbindung Unterkunft und auch zuverlässige medizinische Betreuung bietet. Viele junge Mädchen und Frauen in Sao Paulo sind ohne festen Wohnsitz und werden deshalb oft schon Wochen vor der Entbindung in diesem Heim untergebracht. Angegliedert an das Entbindungsheim ist ein Kinderheim. Aus tiefer existenzieller Not lassen viele Frauen ihre Kinder nach der Entbindung zurück und tauchen unter. Daneben finden viele „Straßenkinder“, die mittel- und elternlos leben, in diesem Kinderheim eine Heimat. Der dritte Baustein des Hilfsprojektes sind einfache Appartements für Mütter und Kinder, die ansonsten obdachlos wären. Eine Wohnung bzw. ein Zuhause steht für diese Mütter mit ihren Kindern ganz am Anfang einer Lebensperspektive.

 

Im vergangenen Jahr 2004 hat sich der Verein einer zusätzlichen Herausforderung angenommen. In Embu, einem Stadtteil von Sao Paulo, wurde eine Einrichtung mit 25 Heimplätzen geschaffen, in denen Jugendliche nach Drogenentzug und dem Leben auf der Straße geholfen wird, wieder Fuß zu fassen.

 

Kreisrat und Pfarrer Bernhard Richter und seine Frau Pfarrerin Ursula Richter haben zwei Kinder aus dem „Amparo Maternal“ adoptiert und kennen auch die Situation vor Ort.

 

Das Engagement des Vereins ist beispielhaft und verdient aus Sicht der Verwaltung Unterstützung. Es wird deshalb vorgeschlagen, die Projekte mit einem Betrag von 4.000 € zu fördern.

 

3. Antrag der Stiftung „pro vita“, Schwäbisch Gmünd

 

Seit mehr als 10 Jahren setzt die Stiftung „pro vita“ ihre Schwerpunkte in den Kampf gegen Kinderhandel und Zwangsprostitution minderjähriger Mädchen, sowie in die Resozialisierung von behinderten, missbrauchten und benachteiligten Kindern in Nepal. Mit über 100.000 Euro unterstützte pro vita bisher ein Waisenhaus, half an Lepra erkrankten Menschen, förderte die Schulausbildung nepalesischer Kinder und kooperiert mit einer nepalesischen Hilfsorganisation, die sich der Opfer von Zwangsprostitution annimmt.

 

Im laufenden Jahr wurden die pro vita - Aktivitäten auf Swasiland/Afrika ausgeweitet, um hier das traurige Schicksal vieler tausend notleidender AIDS-Waisenkinder zu verbessern. Swasiland ist das zweitkleinste Land des afrikanischen Kontinents mit ca. 1 Mio. Einwohner. Das Land hat eine HIV-Quote von mehr als 40 % und ist damit das Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate der Welt. Die AIDS-Epidemie zerstört Familien und lässt die überlebenden Kinder weitgehend schutzlos und mittellos zurück. Im Jahr 2004 gab es mehr als 70.000 AIDS-Waisenkinder in Swasiland. Nach Angaben der Vereinten Nationen wird diese Zahl in den nächsten fünf Jahren auf über 120.000 ansteigen. Die meisten von ihnen leiden an Mangelernährung und sind von wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung bedroht.

 

Pro vita hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein „Hand in Hand e. V. Wiesbaden“, in Swasiland ein Netzwerk zur Betreuung, Verpflegung und Ausbildung von Kindern zu errichten. Es sollen Einrichtungen für Kinder geschaffen werden, die eine oder bereits beide Elternteile in Folge von AIDS verloren haben. Pro vita wird im Rahmen einer Patenschaftszusage gegenüber dem Verein „Hand in Hand e. V. Wiesbaden“ ein Fördervolumen von insgesamt 70.000 Euro für dieses Projekt einzubringen.

 

Die Verwaltung schlägt vor, die Aktivitäten von pro vita in Swasiland mit 3.000 € zu unterstützen.

 

4. Antrag der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft e. V.

 

Die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft e. V. setzt sich insbesondere für die Aus- und Weiterbildung junger Menschen und die Verbesserung des Gesundheitssystems in Mosambik ein. Präsident der Gesellschaft und Honorarkonsul der Republik Mosambik ist Herr Siegfried Lingel aus Aalen.

 

Seit dem blutigen Bürgerkrieg, der 1992 zu Ende ging, erfreut sich Mosambik als eines der wenigen afrikanischen Länder einer relativen politischen Stabilität. In den vergangen Jahren war Mosambik eine Multiparteiendemokratie, die sich bemüht, die Wunden der Kolonialherrschaft und des Bürgerkrieges zu heilen. Die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft leistet seit vielen Jahren eine beispielhafte Arbeit für das Land, das wie viele andere nicht in der Lage ist, seine wirtschaftlichen und sozialen Probleme alleine zu lösen.

 

Zu den bisherigen Projekten der Gesellschaft zählten unter anderem die Einrichtung einer Handwerksschule mit Waisenhaus in Maputo, die finanzielle Unterstützung einer medizinischen Fakultät der katholischen Universität in Bira, eine Handwerksschule in Moamba und der Bau eines Verwaltungsbüros mit weiteren Klassenzimmern in Costa do Sol. Die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft übernimmt seit 1999 die gesamten Kosten für Unterhalt und Betrieb der Volksschule Costa do Sol in einem Elendsviertel der Hauptstadt Maputo in Mosambik. Derzeit wird die Schule von rund 260 Schülerinnen und Schülern besucht. Unterrichtet wird in fünf Klassen von sechs Lehrkräften. An Gesamtkosten für das Jahr 2006 rechnet die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft mit rund 15.000 €. Zur Finanzierung dieser Betriebskosten wird um eine Zuwendung des Ostalbkreises gebeten.

 

Es wird vorgeschlagen, das Schulprojekt Costa do Sol mit 2.000 € zu unterstützen.

Finanzierung und Folgekosten

Finanzierung und Folgekosten

 

Die Zuschüsse werden aus dem Haushalt 2005 finanziert (HH-St.: 2.4980.9870)

Anlagen:

 

Sichtvermerke

 

Dezernent__________________________________________________

Rettenmaier

Dezernat II__________________________________________________

Hubel

Landrat__________________________________________________

Pavel