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Vorlage - 158/05  

 
 
Betreff: Suchtberatung im Ostalbkreis;
Antrag der Träger auf Erhöhung des Landkreiszuschusses
Status:öffentlich  
Federführend:Sozialdezernat - Beratung, Planung, Prävention   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Vorberatung
30.11.2005 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   

Antrag der Verwaltung

Antrag der Verwaltung

 

Mit Rücksicht auf die im Frühjahr 2006 anstehenden Strukturüberlegungen für soziale Beratungsdienste im Ostalbkreis, wird der Antrag des bzw. der Träger der Suchberatungsstellen zurückgestellt.

 

Sachverhalt/Begründung

Sachverhalt/Begründung

 

I.                   Ausgangssituation und Allgemeines

 

a) Träger- und Aufgabenstruktur

 

Die Suchtkrankenhilfe im Ostalbkreis ist ebenso wie viele andere Bereiche dezentral aufgestellt: ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtkranke, -gefährdete und ihre Angehörige (so der offizielle Titel der PSB) werden in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd betrieben. Zusätzlich finden Außensprechstunden in Bopfingen statt. Damit ist eine nahezu flächendeckende Versorgung im Kreisgebiet gewährleistet. Ergänzt wird dieses ambulante Hilfeangebot durch eine stationäre Therapieeinrichtung in Lorch-Waldhausen.

 

Auch die Trägerstruktur stellt sich im Ostalbkreis als sehr heterogen dar. Historisch bedingt haben sich insbesondere der Caritas-Verband und das Diakonische Werk engagiert und betreiben jeweils Beratungsstellen in den drei großen Kreisstädten. Aus der Straffälligenhilfe heraus hat sich als ein weiterer wichtiger Träger der Verein Sozialberatung e. V. etabliert, welcher sich allerdings auf die Arbeit in Schwäbisch Gmünd konzentriert.

 

So vielfältig sich die gesamte Trägerstruktur darstellt, so abgestimmt verläuft die Kooperation zwischen den einzelnen Einrichtungen. Zwar werden von allen Trägern als Grundversorgung Leistungen der Versorgung von Menschen mit Alkoholproblemen und illegalen Drogen angeboten, es haben sich jedoch u. a. folgende Schwerpunkte herausgebildet:

 

-          Psychosoziale Begleitung von substituierten Opiatabhängigen wird in Schwäbisch Gmünd von der Sozialberatung durchgeführt.

 

-          Niedrigschwellige Hilfen (Kontaktladen) bietet in Schwäbisch Gmünd nur die Sozialberatung an.

 

-          Die Beratung bei Essstörungen liegt in der Kernkompetenz der Caritas-Stellen Aalen und Schwäbisch Gmünd.

 

Eine detailliertere Darstellung der unterschiedlichen Aufgabenzuschreibungen kann der Suchthilfeplanung des Landkreises entnommen werden.

 

Eine enge Kooperation findet nicht nur innerhalb des Suchthilfesystems bzw. mit dem Suchtbeauftragten des Landkreises statt, sondern insbesondere mit den substituierenden Ärzt/innen, den Einrichtungen der offenen Jugendarbeit und stationären Jugendhilfe sowie dem medizinischen Versorgungssystem. Auch mit diesen suchtfernen Einrichtungen sind klare und verbindliche Kooperationsvereinbarungen formuliert.


b) Personalsituation und Finanzierung

 

An den PSB von Caritas und Diakonie, sowie dem Kontaktladen des Sozialberatung e. V. sind insgesamt 11,5 Personalstellen eingerichtet, welche über das Land bezuschusst werden. Zusätzliches Personal auf Honorarbasis ist insbesondere für den Bereich der ambulanten Rehabilitation beschäftigt, welche sich über Entgelte der Rentenversicherungsträger finanziert.

 

Der Landkreis unterstützt die Arbeit dieser Stellen mit insgesamt 403.200 Euro jährlich. Diese Summe verteilt sich wie folgt:

 

-          101.400 Euro Suchtberatung der Diakonie im Ostalbkreis

 

-          132.000 Euro Suchtberatung der Caritas in Aalen

 

-          133.800 Euro PSB der Caritas in Schwäbisch Gmünd

 

-            36.000 Euro Sozialberatung e. V. Schwäbisch Gmünd

 

Diese Beträge werden seit dem Jahr 2003 als Festbeträge ohne jährliche Steigerung oder Anpassung ausbezahlt. Die Träger erhalten als zusätzliche Förderung vom Land Baden-Württemberg je Personalstelle (100 %) einen Betrag von 16.900 Euro. Die verbleibende Summe wird von den Trägern durch eigene Mittel bzw. Spenden aufgebracht.

 

 

c) Klient/innen

 

An den PSB im Ostalbkreis wurden im Jahr 2004 - 1.262 Menschen beraten bzw. behandelt (2 und mehr Kontakte je Person). Zusätzlich suchten 507 Personen einmalig Rat und Unterstützung.

 

Nicht eingerechnet in diese Zahlen sind die Besucher/innen, welche den Kontaktladen in Schwäbisch Gmünd aufsuchen: im Jahr 2004 wurden im Kontaktladen insgesamt 5.580 Personen gezählt, was einem Besucherschnitt von 23 Personen je Öffnungstag entspricht.

 

Zusätzlich zur dargestellten Arbeit werden von den Beratungsstellen in Absprache mit dem Suchtbeauftragten des Landkreises Präventionsmaßnahmen an Kindergärten, Schulen, Jugendhäusern und stationären Jugendhilfeeinrichtungen durchgeführt.

 


II.                  Antrag der Träger

 

Caritas, Diakonie und Sozialberatung haben in einem gemeinsamen Antrag vom 06.10.2005 eine 5 %-ige Erhöhung des Landkreis-Zuschusses beantragt. Sie begründen dies mit den jährlich ansteigenden Personal- und Sachkosten, welche bei Festbetragszuschüssen durch die öffentliche Hand komplett von den Trägern aufgefangen werden müssen. Zur Aufrechterhaltung des bisherigen Angebots und der Wahrnehmung kreiseigener Pflichtaufgaben wie der Beratung von ALG II Empfängern sei die 5 %-ige Erhöhung zwingend erforderlich.

 

 

III.               Stellungnahme der Verwaltung

 

Seit Jahren wird in den Kreisgremien über eine stärkere Vernetzung der vielschichtigen Trägerlandschaft im Bereich der Beratungsstellen diskutiert. Auch im Sonderausschuss Aufgabenkritik des Kreistags im April 2005 wurden angesichts der Finanzproblematik der kommunalen Haushalte effektive und kostengünstige Verbundlösungen mit klaren Prioritätensetzungen bei den Beratungsdiensten eingefordert. Eine Neustrukturierung der Beratungsdienste unter Beachtung der genannten Prämissen kam bislang aufgrund der unterschiedlichsten Erwartungen und Vorstellungen nicht zustande.

 

Angesichts der nachvollziehbaren Kostenproblematik bei den Trägern, die sich durch gedeckelte Finanzzuweisungen des Ostalbkreises bei parallelem Rückgang eigener Finanzierungsquellen Jahr für Jahr verschärft und gleichzeitig zunehmender Nachfrage an Beratungsleistungen, hat Landrat Pavel in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 24.10.2005 für das Frühjahr 2006 einen Workshop mit dem Thema „Neuorganisation Sozialer Beratungsdienste im Ostalbkreis“ angekündigt. Eindeutige Zielsetzung dabei ist es, ein Strukturkonzept zu erstellen, das sowohl den fachlichen als auch den finanziellen Anforderungen und Rahmenbedingungen entspricht. Dieses Konzept muss letztendlich auch dazu dienen, den Trägern Planungs-, Personal- und Finanzsicherheit auf mittlere Sicht zu geben.

 


 

Anlagen:

Sichtvermerke

 

Geschäftsbereich__________________________________________________

Weiß

Dezernent__________________________________________________

Rettenmaier

Dezernat II__________________________________________________

Hubel

Landrat__________________________________________________

Pavel