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Vorlage - 14/05  

 
 
Betreff: Klinikum Schwäbisch Gmünd:
Ergebnis des Architektenwettbewerbs und Beauftragung der Architektenleistungen zur Integration des Margaritenhospitals in die Stauferklinik und Maßnahmen zur Restsanierung des Hauses
Status:öffentlich  
Federführend:Klinikum Schwäbisch Gmünd   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kliniken und Gesundheit Vorberatung
19.07.2005 
Sitzung des Krankenhausausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag Vorberatung

Antrag der Verwaltung:

Antrag der Betriebsleitung:

 

1.      Der Krankenhausausschuss empfiehlt dem Kreistag, aufgrund einstimmiger Empfeh­lung des Preisgerichts die notwendigen Planungsleistungen dem Architektur­büro ARGE Dipl.-Ing. Tobias Kröll, SGP Architekten und Stadtplaner, Prof. Dipl.-Ing. Friedrich Spengelin, Dipl.-Ing. Rüdiger Hoegen, Dr.-Ing. Detlef Naumann, LB Dipl.-Ing. Frieder Hachtel, 53340 Meckenheim, (1.Preisträger) entsprechend den Wettbewerbsbedingungen (Auslobung) für die Leistungsstufen
2 – 5 (Vorplanung, Ent­wurfsplanung, Genehmigungs­planung und Ausführungsplanung) stufenweise zu übertragen.

 

2.      Die Verwaltung wird beauftragt, für diese Maßnahme planungs- und baubeglei­tend eine Projektsteuerung einzuschalten.

 

Sachverhalt/Begründung:
  1. Einführung

    Der Kreistag des Ostalbkreises hat in seiner Sitzung am 23.03.2004 die Grund­satzentscheidung zur Verlegung der medizinischen Abteilungen des Margariten­hospitals an die Stauferklinik getroffen.

    In der Sitzung am 15.02.2005 hat der Kreistag dem Raum- und Funktions­pro­gramm zugestimmt, welches zuvor am 08.12.2004 mit dem Sozialministerium abgestimmt wurde.

    Als Ergebnis ist festzustellen, dass die Planbettenzahl des Klinikums Schwäbisch Gmünd nach der Integration des Margaritenhospitals in den Standort Stauferklinik von derzeit 507 auf 401 Planbetten reduziert wird.

    Die Neuaufteilung der Planbetten wird sich im Detail wie folgt gestalten:
     

 

Fachabteilung

Planbettenzahl derzeit

Planbettenzahl nach Integration

Chirurgie

162

132

Innere Medizin

180

135

Geburtshilfe/Gynäkologie

100

77

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

2

1

Pädiatrie

45

45

Augen-Belegabteilung

2

1

HNO-Belegabteilung

7

5

Urologie

9

5

Summe

507

401

 

Im Ergebnis bedeutet dies, dass das Klinikum bis zum Jahr 2007 106 Planbetten oder 21 % des seitherigen Planbettenbestandes verlieren wird.

 

Ein von der Verwaltung aufgestelltes Raumprogramm umfasst zunächst eine Flächenvergrößerung am Standort Stauferklinik von 3.983 m². In Gesprächen mit dem Sozialministerium erfolgte eine Reduzierung von rd. 1.300 m² auf eine nun noch restlich verbleibende Zusatzfläche von 2.686 m².

 

Ebenfalls in der Sitzung am 15.02.2005 hat der Kreistag des Ostalbkreises be­schlossen, ein Preisgericht zu bilden und die erforderlichen Planungsleistungen mittels einer europaweiten, begrenzt offenen Wettbewerbsausschreibung nach den VOF-/GRW-Richtlinien durchzuführen.

 

 

  1. Realisierungswettbewerb

    Die Betreuung des aufwändigen Wettbewerbsverfahrens auch in Abstimmung mit der Architektenkammer Baden-Württemberg erfolgte durch das Architekturbüro ACT (Architektur Concept Tröster) in Ellwangen. Aufgrund der Möglichkeit eines begrenzt offenen Wettbewerbes konnte der Bewerberkreis auf 12 Wettbewerbs­teilnehmer und folgende Auswahlkriterien
     
  1. Erfahrung im Krankenhausbau
  2. Erfahrung im Krankenhausbau bei Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im laufenden Krankenhausbetrieb
  3. Erfahrung in Bauten für Kinder
  4. Erfahrung in Innovation und Gestaltung (Wettbewerbserfolge, Preise)
  5. Personalressourcen des Bewerbers
     

festgelegt werden.

 

Am 16.02.2005 erfolgte unter diesen Gesichtspunkten die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft. An Preisgelder wurden ausgelobt für

1. Preis 33.500,00 €
2. Preis 25.100,00 €
3. Preis 16.800,00 €
4. Preis   8.400,00 €.


Am 15.03.2005 fand die Preisrichtervorbesprechung statt, bei welcher die For­mulierung der Wettbewerbsaufgabe durchgesprochen und korrigiert wurde. Insbe­sondere wurde das Wettbewerbsgebiet, die Erschließung und Parkanlagen be­sprochen und in die Wettbewerbsaufgabe mit aufgenommen.

 

Die Bewerbungsfrist war auf den 29.03.2005, 12:00 Uhr, festgesetzt.

 

Daraufhin gingen beim Wettbewerbsbetreuer 91 Bewerbungen ein, davon 89 Be­werbungen termingerecht.

 

Am 07.04.2005 wurden durch das Auswahlgremium die Büros ausgewählt, welche die vorgegebenen Kriterien erfüllten. Es wurden die Kriterien 1 + 2 mit je 3 Punkten, Kriterium 3 mit 2 Punkten, Kriterium 4 mit 5 Punkten und Kriterium 5  mit 2 Punkten bewertet, somit konnten insgesamt 15 Punkte erreicht werden. Als zu er­reichende Mindestpunktzahl waren 12 Punkte genannt.

 

Da mehr als 12 Wettbewerbsteilnehmer die Mindestpunktzahl (12) erreichten, ent­schied über die Teilnahme am Wettbewerb das Los.

 

Die Ergebnisse wurden in der „Niederschrift über das Ergebnis der Vorprüfung der Bewerbungen und des Auswahlgremiums vom 07.04.2005“ durch das Büro ACT festgehalten.

 

60 der 89 Bewerber haben mindestens 12 Punkte erreicht und somit am Losver­fahren am 08.04.2005 teilgenommen. Die Ziehung der 12 Bewerber erfolgte im  Landratsamt am 08.04.2005.

 

Es wurden folgende Bewerber in nachstehender Reihenfolge gezogen:
 


  1. Nixdorf Consult, 70839 Gerlingen
  2. Werkgemeinschaft Ostalb IAP Isin + Preiß, 73430 Aalen
  3. Schneider-Neudeck, 88400 Biberach
  4. Arge Nitsche u. Pfeifer, Hentschel u. Luger, 73525 Schwäbisch Gmünd
  5. Fischer Architekten, 80333 München
  6. Pfaff Koczor Teuchert GbR, 78628 Rottweil
  7. Arge SGP + Kröll, 53340 Meckenheim
  8. Heinle, Wischer u. Partner, 70190 Stuttgart
  9. Drescher, Kubina, 80801 München
  10. Arge Glück u. Partner, 70176 Stuttgart
  11. M. Weindel & Junior Architekten GbR, 76337 Waldbronn
  12. BLFP Bremmer Planungsgesellschaft mbH, 61169 Friedberg

 

Die zuvor genannten Büros wurden zu einem Kolloquium am 02.05.2005 eingeladen. Dabei wurde die Aufgabenstellung erläutert und die Rückfragen der Büros mündlich beantwortet und die Antworten auch schriftlich nachgereicht.

 

Die Wettbewerbsarbeiten wurden von allen 12 Teilnehmern termingerecht beim Wettbewerbsbetreuer (ACT) bzw. die Modelle in der Stauferklinik eingereicht.

 

  1. Preisgericht

    Die Sitzung des Preisgerichtes fand am 30.06.2005 im Konferenzraum der Stau­ferklinik statt. Aus dem Kreis der Fachpreisrichter wurde Herr Prof. Schenk einstim­mig zum Vorsitzenden des Preisgerichts gewählt.

    In mehreren Bewertungsrundgängen wurden die Arbeiten nach folgenden Prüf­kriterien einer kritischen Bewertung unterzogen:

    1. Städtebau
        - Neuordnung des Neuareals
        - Baukörperliche Entwicklung und Maßstäblichkeit
        - Erschließung Fahrverkehr und Fußgänger
        - Lage und Organisation der Parkplätze
        - Freiraumgestaltung, Flächenzuweisungen zu speziellen Nutzungen
        - Besucher- und Patientenbereich
        - Aufenthaltsqualität
        - Straßen- und Fußgängersystem

    2. Bauplanung
        - Umsetzung des Raumprogramms, Organisation und Funktionserfüllung
        - Klarheit der Wegeführung
        - Orientierung im Gesamtgefüge
        - Gestalterische und räumliche Qualität
           (insbesondere Kinderklinik sowie Eingangsbereich)



    Bei dem anonym durchgeführten Verfahren wurden anhand der Tarnzahl und den zu den Arbeiten gehörenden verschlossenen Umschlägen mit den Verfasserer­klärungen nach Öffnung der Umschläge die Preisträger wie folgt ermittelt:

     

Preisträger

Preisgeld

1. ARGE SGP + Kröll, Meckenheim

33.500 €

2. ARGE Nitsche und Pfeifer, Hentschel und Luger,
    Schwäbisch Gmünd, Niddatal, Bad Krotzingen


25.100 €

3. Heinle, Wischer + Partner, Stuttgart

16.800 €

4. Schneider-Neudeck, Biberach

8.400 €


Das Preisgericht hat dem Entwurf des 1. Preisträgers ARGE Dipl.-Ing. Tobias Kröll, SGP Architekten und Stadtplaner, Prof. Dipl.-Ing. Friedrich Spengelin, Dipl.-Ing. Rüdiger Hoegen, Dr.-Ing. Detlef Naumann, Dipl.-Ing. Frieder Hachtel, 53340 Meckenheim mit der Kennzahl 1030 folgende Beurteilung gegeben (Auszug aus dem Protokoll des Preisgerichtsverfahrens):


“Prägender Entwurfansatz ist die Erschließung über einen großzügig gestalte­ten Grünbereich, der von einer sinnvoll erstellten Parkpalette im nördlichen Parkplatz­bereich bzw. vom ÖPNV-Bereich auf einfache Art erschlossen wird und direkt auf die klar erkennbare Eingangssituation führt. Über eine leis­tungsfähige, attrak­tive und dennoch angemessene Foyersituation wird dieser Grünbereich in den südlich angrenzenden Park fortgeführt.

Der „Kunstgriff“ besteht darin, durch eine Umstrukturierung des bestehenden Westflügels im Erdgeschoss nicht nur eine attraktive Eingangsplattform zu er­hal­ten, sondern auch eine gute Orientierbarkeit für die angrenzenden Ge­bäudeteile zu schaffen, sowohl für den baulichen Bestand wie für die neue Kinder- und Frau­enklinik.

Das sich daraus ergebende Gebäudekonzept erreicht die gewünschte Dif­feren­zierung zwischen dem „normalen“ Klinikbetrieb und der „neuen“ Fami­lienklinik, die nach heutigem Verständnis eine besondere bauliche Atmo­sphäre verlangt.“ ...

“Die Umgestaltung des Westflügels orientiert sich sinnvoller Weise an der beste­hen­den, orthogonalen Gebäudestruktur. Der westlich angrenzende Neubau nimmt diese Struktur zunächst auf, befreit sich aber in seinem Grundrissge­füge wohl­tuend zu den Freibereichen hin und schafft dadurch die gewünschte private oder familiäre Innenraumsituation. Es entstehen helle und freundliche „Orte“ mit ent­sprechenden Blickbeziehungen.“ ...

“Insgesamt stellt der Entwurf einen positiven Beitrag dar, der dem Wunsch des Auslobers entgegenkommt, das seitherige Margaritenhospital eigenständig und dennoch organisatorisch in den Klinikbetrieb einzubinden. Die beste­hende Ge­bäudekonfiguration wird respektiert und so ergänzt, dass das beab­sichtigte Bild eines zeitgemäßen Gesundheitscampus entsteht.“


Im Detail wird weiter auf das der Vorlage beigefügte Rahmenprotokoll des Preis­gerichtsverfahrens hingewiesen.

 

 

IV.  Planungsfreigabe

Aufgrund des nun abgeschlossenen Realisierungswettbewerbs und der Entschei­dung des Preisgerichtes schlägt die Verwaltung vor, der ARGE SGP Architekten und Stadtplaner/Kröll aus Meckenheim bei Bonn den Planungsauftrag zu erteilen.

Um die erforderliche qualifizierte Planung durchführen zu können, ist nun die um­gehende Einschaltung von Fachingenieuren vorzunehmen. Ebenso ist ein Pro­jektsteuerungsbüro einzuschalten, um dafür zu sorgen, dass die Gesamtmaß­nahme kostengünstig und innerhalb des engen Zeitplanes abgeschlossen wird.

 

V. Zeitplan

Nach Genehmigung durch den Kreistag müssen schnellstens die Baubeschreibung und die HU-Bau beim Sozialministerium eingereicht werden, damit dies im Landes­krankenhausausschuss in seiner Sitzung im Oktober 2005 behandelt werden kann. Das Sozialministerium hat die Aufnahme in das Jahreskrankenhausbau­programm 2006 signalisiert.

Dies würde bedeuten, dass die Maßnahme im vorgesehenen Zeitrahmen – Inbe­triebnahme 2007 – realisiert werden kann.

 

VI. Kosten

Eine erste Grobkostenschätzung wurde durch die Verwaltung aufgrund des abgestimmten Raum- und Funktionsprogramms aufgestellt. Als Kostenansatz wurden rund 15 Millionen Euro errechnet. Diese Grobschätzung beinhaltet nicht die im Wettbewerbsverfahren ausgeschriebene Aufgabenstellung bezüglich der Neuordnung, Erschließung und der Parkmöglich­keit sowie Außenanlagen.

 

VII. Finanzierung

Die Kostenansätze sind mit 15,492 Millionen Euro in den Haushaltsplänen 2004 und 2005 sowie in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2008 enthalten.

 

Finanzierung und Folgekosten:

 

Anlagen:

1

 

Sichtvermerke:

 

 

 

 

_________________________________

Krankenhausdirektor

 

 

 

_________________________________

Koordinierender Krankenhausdirektor

 

 

 

_________________________________

Kreiskämmerer

 

 

 

_________________________________

Landrat